Pastor persönlich
Bettengalerie

25.Juni

Auf den letzten Drücker. Sind viele E-Mails geschrieben worden. Anrufe getätigt. Ab Übermorgen ist Wochenende. Und dann Urlaub. Es war ein wenig viel in den vergangenen Tagen. U.a. wegen der Fanö-Nacharbeit, die einerseits belebend, andererseits aber auch anstrengend war.
Ab Montag werde ich die Füße komplett hochlegen. Das wir nicht nur meiner Wade gut tun. Auch der Seele. Vielleicht mal zwischendurch ein Eintrag. Aus Holland. Oder dann eine Woche später aus Spanien. Aber eigentlich will ich die Tastatur gar nicht so oft sehen. Nur die Natur. Die Liebste. Die Kinder. Das Wasser. Den Wind. Die Wellen. Und vielleicht und hoffentlich dann auch aufs Wasser.
Warte ich mal ab, was das Füße hochlegen mit der Seele machen wird. Und mit der Wade.


 

22.Juni

Gestern war ich beim Arzt. Kaum hatte er gesagt, dass ich vermutlich in zwei Wochen mit meinem Muskelfaserriss durch sein werde, stieg meine Laune. Und auch körperlich hatte ich den Eindruck, dass ich so gut wie geheilt bin. Was die Psyche alles bewirken kann.
Ich werde mir große Mühe geben, es mit dem Laufen nicht zu übertreiben, um mich zu schonen. Neben dem enormen Frust, dass manches am vergangenen Freitag nicht wie geplant gelaufen ist,machte mir vor allem die Aussicht auf gut vier Wochen Urlaub ohne Kitesurfen ziemlich zu schaffen. In der kommenden Woche werden wir als Familie an meinem Lieblingsspot in Hindeloopen/ Holland sein. Dort werde ich zum ersten Mal seit vielen Jahren keinen Kite in dieHand nehmen. Danach geht es dann nach Spanien. Alicante. Dort werde ich es wieder langsam versuchen. Ohne Neoprenanzug. Bei warmen Temperaturen. Und ich werde gemeinsam mit meiner ältesten Tochter Janneke auf dem Wasser sein, die im Herbst vergangenen Jahres ihre ersten Kiteerfolge hatte und nun weiter machen will.
Am vergangenen Sonntag wurde sie aus dem Gemeindeunterricht verabschiedet. Für Nicht-Baptisten: Das ist vergleichbar mit dem Konfirmandenunterricht, hat jedoch keine Kirchenmitgliedschaftskonsequenzen. Dennoch: 2 Jahre Unterricht in Sachen christlicher Glaube.
Der Gottesdienst war rund und schön und am NachmittaghatteJanne sich ein paar Freunde und Freundinnen eingeladen, die unser Haus und unsere Nachbarschaft auf den Kopf gestellt haben. Herrlich buntes Treiben. Prima Tochter. Ein Tag mit der Familie nach einer Woche Abwesenheit. Das war schön.Zwischendrin noch eben Aufräumen der ewigkite.de-Sachen. Sam und Frank haben das gemacht, während ich – ausgestattet mit Unterarmgehhilfen – dabei saß. Ohne die beiden wäredas nicht gegangen. Nun bin ich wieder fast normal lauffähig – vorsichtig - und der normale Alltag hat mich wieder.
Gestern ein wenig Nacharbeit für Fanö. Das geht heute noch weiter. Nachmittags dann ab nach Bochum. Mit dem Zug. Ist noch etwas schonender. Es geht um die Planung einer Evangelisationswoche, die im November stattfinden wird.
Die Homepage erlebt derzeit einen Boom. Das freut mich natürlich. Verantwortlich dafür ist der ZDF-Bericht. Ich bin ganz zufrieden damit, kann jedoch auch verstehen, dass manche Kite-Menschen meinen, dass das Bild derjenigen, die Kiten für einen gefährlichen Sport halten, gefestigt wurde. Aus meiner Sicht finde ich es schade, dass manche Sätze, die ich zum Glauben gesagt habe, nicht mit aufgenommen wurden. Eher die „oberflächlichen“. Nun denn, unter dem Strich freue ich mich über den Bericht – auch wenn er ganz anders geplant war.




19.Juni

„Dankgebete. Für so viel Schönes. Dafür, dass es meiner Seele so gut geht.“Ein Zitat von gestern morgen, etwa 6.00 Uhr.Nach dem gestrigen Tag allerdings klingt das anders.Der Tag ist zerrissen. Wie irgendwelche Muskelfasern, Muskeln oder Sehnen in meinem linken Unterschenkel. Bei heftigem Wind bin ich gemeinsam mit Emmanuel und Pascal aufs Wasser gegangen. Die Controllbar hält nach 5 Minuten die Belastung nicht aus, die Anknüpfhülse löst sich. Eine Bremsleine weg. Sturz. Leicht verkanteter Fuß. Drachen gesichert. Durchs Wasser gewatet.Drachen zusammengepackt. Am Strand entlang gelaufen. Und dannhabe ich zum ersten Mal in meinem Leben das Geräusch gehört, das wohl klassisch für eine solche Verletzung ist.Schmerzen.
Das ZDF war gekommen. Aufbau der Kirche bei 6-8 bft nicht möglich. Erste Enttäuschung. Kitesession auf dem Wasser endet mit Schmerz. Zweite Enttäuschung. Buggyfahren nicht mehr möglich. Dritte Enttäuschung. Schmerz. Auch innerlich. Und dann noch ein paar andere Enttäuschungen. Alles ganz menschlich. Ich auch. Kirche in der Reithalle aufbauen. Wo denn sonst auf dieser Insel, die ausgerechnet gestern mit 6-8 bft. durchgeblasen wird.
Ein paar Minuten Ruhe. Schmerzen. Gebete. Fertig machen für die Hochzeit in der Aufblasbaren Kirche. Ich möchte wenigstens dort ganz präsent sein. Sage mir und bete auf dem Weg dorthin, dass das mein „Hauptgeschäft“, mein Anliegen, mein Liebstes ist: Predigen, Evangelium. Vielleicht ist diese ganze andere Kiste, ist alles andere, doch nur oberflächliche Angelegenheit. Worauf kommt es wirklich an? Was ist wesentlich? Diese Frage verfolgt mich seit einigen Monaten. Das will ich eigentlich gar nicht, weil ich vom Charakterher gar nicht der Typ dafür bin. Manchen Fragen kann man dann aber doch nicht mehr aus dem Weg gehen.
Predigen. Will mein Bestes geben bei der Hochzeit. Jedes Wort ist schon aufgeschrieben. Werde ich präsent sein können? Ich erinnere mich selbst daran, dass es nicht auf meine Präsenz ankommt. Gott. Ich freue mich über Eva-Maria und Manuel, die so glücklich sind. Die Szenerie in der Reithalle hat echt etwas ganz Besonderes. Ich denke, es war ein „runder“ Gottesdienst.
Wir fahren in das Ferienhaus zur Feier. Schlüssel weg. Fenster aufbrechen. Schlüssel wieder da. Ich „knicke“ ein – da reißt etwas. Nur ein paar kleine Worte anderer Leute „noch oben drauf“ und das Fass kommt zum Überlaufen. Ich ziehe mich zurück. Kann nicht mehr. Bin körperlich und auch innerlich am Ende. Bis hierher konnte ich die Spannung halten. Mit einer kann ich sprechen. Tröstend. Raus damit.
Einige Zeit später dann doch noch an der Feier im Wohnzimmer teilgenommen. Konnte abschalten. Schöne Gespräche am Grill. Und auf dem Sofa. Klasse. Wesentlich.
Eva-Maria und Manuel strahlen.Das ist so schön mit anzusehen.
Kurz vor eins dann ins Bett. Sofortim Tiefstschlaf. Bis drei Uhr. Die jungen Herren, die am frühen Abend den Schlüssel ausversehen mitgenommen hatten, haben ihn jetzt nicht (und wir haben vergessen die Tür auf zu lassen). Ich mache die Tür auf. Humpelnd. Nette junge Männer. Dynamisch. Klasse.
Einschlafenkann ich erst wieder nach einer Stunde. 1000 Gedanken. Bewältigung. Vorschau. Urlaub ohne Kiten. Das tut weh. Termine der nächsten Woche absagen. Was ist wesentlich?
Am heutigen Tag bin ich ganz allein im Ferienhaus. Die anderen Leute sind am Strand. Die Ruhe wird hin und wieder unterbrochen von kurzen und auch intensiven Gesprächen.
Ich komme zur Ruhe. Und lerne (mal wieder), dass das Leben nicht nur mit Dankgebeten angefüllt sein kann. Manche Sachen bleiben ohne Sinn.Dann ist es eben so. „Gott gibt Rückhalt“. Zitat aus einem der vielen kurzen Gespräche des gestrigen Tages, der so diametral anders war, als ich mir das erwünscht hatte.
In ein paar Stunden werde ich mich auf den Weg nach Hause machen. Dann kehrt Alltag ein. Morgen ist aber ein besonderer Tag. Wir werden viele Gäste zuhause haben. Nach zwei Jahren Gemeindeunterricht wird Janne morgen im Gottesdienst verabschiedet.Das wird ein schöner Tag. Zwar mit einem humpelnden Vater, aber eben doch mit den Liebsten.
Was ist wesentlich? Mir fällt dazu immer wieder Römer 8 ein. „
Denn ich bin gewiss, dass weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte noch Gewalten, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Hohes noch Tiefes noch eine andere Kreatur uns scheiden kann von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserm Herrn.“


18.Juni

Was für ein schöner Tag! 26.Drachenfestival auf Fanö. Das Hochzeitspaar Eva-Maria und Manuel ist angekommen. Das Frühstück fällt lang und lecker aus, dann machen wir uns auf den Weg zum Strand. Direkt an der Haupteinfahrt zum Drachenfest bauen wir die Kirche auf. Die Windbedingungen dafür sind optimal. 2bft. Mal 3 bft.Seydels bauen noch ihren „Zoo“ vor der Kirche auf. Die Ausstellung ist auch flott aufgebaut – wir machen das jetzt zum wiederholten Mal. Kaum steht die Kirche, kommen Leute. Sie gehen in die Kirche. Mit manchen Menschen kommen wir kurz ins Gespräch. Da sich das Drachenfest auf mehrere Kilometer erstreckt, kommen nur hin und wieder Leute vorbei. Aber los ist immer irgendwie etwas.
Eine Gruppe Kinder aus einem Feriencamp der Kommune Fanö kommt zu Besuch. Wir verständigen uns mit Hilfe der Betreuerinnen. Englisch-dänisch. Ich komme mit den Kindern ins Gespräch, frage, welches Bild ihnen am besten gefällt. Sie erzählen und erläutern. Hören einander und auch mir ruhig zu. Ich erzähle ihnen – nachdem ich nachgefragt habe, ob es okay ist – eine Geschichte von Jesus. Die Kinder nehmen sich Postkarten ihres Lieblingsausstellungsbildes mit. Schöne Minuten in der Kirche.
Hin und wieder sackt der Turm zusammen. Generator- oder Steckerprobleme. Aber irgendwie macht das alles nichts. Die Stimmung ist gut. Dazu tragen auch die Mitarbeiter bei. Es macht Freude, zusammen zu arbeiten, zu sehen, wie jede und jeder anpackt. Eine wahre Freude sind auch die Kinder von Julia und Michael. Man braucht sie nur anzuschauen und schon kann man sich freuen. Alle vier. Rike ist begeistert mit Zweileinern zugange. Schön zu sehen, dass sie so viel Spaß hat.
Pascal und Emmanuel, die Flysurfer-Teamfahrer, kommen morgens an und legen sich erst mal schlafen. Nach 800 Kilometer Autofahrt ist das auch angesagt.
Rund um die Kirche: Wir sprechen mit Leuten, trinken Kaffee, lachen und sind gut drauf. Ein schöner Tag. Nachmittags fahre ich zum Buggy- und Landboardingstrand und sehe Pascal und Emmanuel über den Strand brettern oder durch die Luft fliegen. Reflexartig zücke ich die Kamera. Was dann folgt sind gut anderthalb Stunden Fotosession. Die Beiden scheinen ihren Spaß zu haben. Ich auch. Als ich nach einer guten halben Stunde das erste gelungene Bild auf dem kleinen Monitor sehe, nachdem zuvor auch noch die Wolkendecke aufgerissen war, bekomme ich einen Adrenalin-Schub. Wir haben weiter gemacht. Zumindest bis Pascal meinte, dass seine Finger blutig seien. 10 Minuten Pause. Noch eine halbe Stunde.
Dann Kirche abbauen. Essen machen. Grillen. Danach wollen Pascal, Emmanuel und ich noch aufs Wasser. Wird aber nichts. Die beiden fahren sich am Strand fest. Wir brauchen unsere Kräfte für das Freischaufeln ihres Wagens. Nun denn. Klönen. Fachsimpeln. Kitevideos anschauen. Und mit allen Beteiligten den morgigen (jetzt heutigen) Tag durchsprechen.
wird aufregend. Ich bin es zumindest. Viel zu viel Wind ist angesagt. Nicht zum Kiten, sondern für die Kirche. Gegen Mittag kommt das ZDF. Dann mit Pascal und Emmanuel aufs Wasser. Danach mit den Powerkites.de-Leuten per Buggy und MTB Landeinsatz. Kirche wieder aufbauen. Hochzeit (es ist bereits jedes Wort aufgeschrieben, aber wie wird es mir nach einem körperlich anstrengenden Tag gehen mit einem Traugottesdienst?). Dann Hochzeitsfeier. Grillen. Zum dritten Mal in drei Tagen. Heute aber als Hochzeitsmahl. Schaun wir mal.
In den vergangenen Tagen komme ich kaum zur Ruhe. Es sind die Stunden vor Tagesbeginn/ Frühstück, die ich allein bin. Das tutgut. Ich schreibe. Ich schweige. Ich bete. Dankgebete. Für so viel Schönes. Dafür, dass es meiner Seele so gut geht. Dafür, dass sich das Heimweh und die Sehnsucht nach meinen Liebsten ganz gut „ertragen“ lässt. Ich freue mich aber schon jetzt auf Samstagnacht. Dann werde ich zuhause ankommen. Zuhause ist, wo mein Herz ist.


16.Juni

„Board off“ hat er gesagt, würde dieser move heißen, auch wenn er keine Ahnung von moves hat, obwohl ich das gestern geschrieben habe. Okay, wenn er meint: Er hat keine Ahnung von moves, aber mein board ist dennoch „off“. Und leider wieder nicht „on“, sondern irgendwo in der Nordsee versenkt. Dumm gelaufen. Vor zwei Jahren hatte ich mich entschieden ohne Leash-Line zu fahren. Das ist der Preis. Aber lieber gesund und „board off“ als verletzt und „board on“ auf dem Kopf.
Übermut am Abend. So ist das eben, wenn man nach einem langen Tag abends um 21.30 Uhr bei Sonnenuntergang mit einer 15er etwas überpowert noch mal aufs Wasser will.
Heute ist ein neuer Tag. Und das ist auch gut so. Es sieht etwas windärmer aus als an den letzten Tagen. Vermutlich ein Tag, um die Kirche aufzubauen, mehr Kaffee als nötig zu trinken und mit Leuten zu klönen. Die Natur hier ist einfach gigantisch. Dieses blau. Diese Ruhe. Die Luft. Die Wolken. Ich genieße es sehr, hier zu sein.So viel Natur am Tag tut der Seele – und auch dem Körper – gut.


15.Juni

Fanö. Dienstagmorgen. Ich könnte ja schon wieder (auf dem Wasser) spazieren gehen, abermeine Knochen und Gelenke sagen mir, dass ich es mal etwas ruhiger angehen lassen sollte.Gestern war ein anstrengender Tag.18 Stunden dänischer Sauerstoff ist nicht so einfach zu verkraften. Dazu noch mit zwischen vier und fünf Beaufort Wind. Manchmal ist man dann wirklich froh, dass man sich ein paar Minuten in den Windschatten des Wohnwagens oder des Sprinters retten kann.
Nach einem kargen Frühstück – wenn 2 Männer gemeinsam fühstücken …. – ging es an den Strand, Richtung Buggygelände.
Der Strand war noch leer. Nur ein Fahrzeug stand am Strand. Davor „Turbinen-Heinz“. Ihn hatten wir letztes Jahr kennen gelernt. Und uns angefreundet. Heinz freute sich riesig, uns wieder zu sehen. Herzliche Umarmung, fröhliches Gelächter. Leider habe ich Heinz dann im Laufe des Tages aus dem Auge verloren.
Gemeinsam mit Julia und Dominik habe ich dann die Kirche aufgebaut, damit die Beiden mal sämtliche Abläufe kennen lernen – auch die der Ausstellung. Es war bei knapp 4 bft. schon mühsam.
Dann habe ich Kites getestet und den ganzen lieben langenTag mit diesen oder jenen Leuten gesprochen. Es ist schon interessant, wer da so alles mal eben vorbeikommt. Leute, die wir in den vergangenen Jahren hier auf Fanö kennen gelernt haben.
Nachmittags dann zwei Stunden aufs Wasser. Zuerst mit der 12 Psycho 4. Was war das? Musste ich mich erst an einen für mich neuen Kite gewöhnen? Ich bin nicht so richtig warn geworden mit dem Kite. Auch äußerlich war es ziemlich kalt. Ab 16 Uhr war zwar die Sonne durchgekommen, aber der Wind war sehrfür mich fast eisig.Ein wenig wärmer wurde mir, als ich den Psycho gegen den Speed 315 getauscht habe. Innerlich wurde mir sogar richtig warm. Ist es Gewohnheit? Ist es der Drachen? Mitdem Speed war ich zwar leicht überpowert, konnte aber Dinge anstellen, von denen mir Götz dann später sagte, dass sie als moves sogar Namen haben. Ist ja lustig, dass ich Sachen mache, von denen ich gar nicht weiß, dass ich sie mache.
Abends dann duschen, ein wenig aufräumen und ab zu Julia und ihrer Familie zum Abendessen. Welch ein Anblick! Drei Kinder (eins schlief schon) bei der Zubettbringprozedur.Nein, wie schön. Solche knuffigen Kinder. Meine Gedanken gehen zurück an unsere Familien-Kleinkindzeit. Das waren noch Zeiten. Anstrengendere Zeiten. Schöne Zeiten.
Abends sehne ich mich nach meinen Kindern. Und nach Stine.Todmüde falle ich ins Bett. Und wache heute viel zu früh auf.


14.Juni

Fanö. Montagmorgen. Kurz vor 7. Ein einstündiger Spaziergang liegt hinter mir.Durch die Dünen.Rehe. Kaninchen. Am Strand. Endlose Weite. Kein Mensch. Nur meine Seele.
Die braucht etwas, umhier anzukommen, denn das vergangene Wochenende war persönlich sehr intensiv.
Gestern z.B. waren wir als „Restfamilie“ – Enno hat bei einem Freund gezeltet – in Lüneburg bei unseren Freunden, um dort die Taufe unseres „Patenkindes“ mitzuerleben.In den Baptistengemeinden wird derzeit an manchen Stellen heftig über das sog. „Konvergenzpapier“ gesprochen. Es geht um theologische Fragen der vollen Abendmahls- und Kirchengemeinschaft zwischen Lutheranern und Baptisten. U.a. ist das Thema Taufe ein heißes Eisen, welches manches Taufwasser zum Brodeln bringt. Nun denn, in Lüneburg haben wir erlebt, dass sich auch in der lutherischenKirche etwas tut. Der 15-jährige Daniel wurde auf das Bekenntnisseines Glaubens getauft. Mangels Wasserbecken durch die in der lutherischen Kirche übliche Form der Taufe. Mit ihm wurden zwei 8monatige Kinder getauft. Der Pastor hatte es nicht ganz leicht, die Unterschiedlichkeit dieser beiden Taufen zu erläutern, hat aber – unter dem Strich – einen echt bewundernswerten Umgang damit gefunden. Da wird also ein Gläubiger getauft. In der Landeskirche. Die Konfirmation als Bestätigung der Taufe ist damit nicht nötig (warum soll man etwas bestätigen, was man gerade gewollt hat?). Einmal ist dem Kollegen das Wort Konfirmation rausgerutscht. Oder hat er es bewusst gesagt, um doch noch zu sagen, dass die Konfirmation zur Taufe gehört? Keine Ahnung. Eines ist und wurde mir auf jeden Fall deutlich: Die Form der Gläubigentaufe wird auch in der Landeskirche zunehmen. Damit wird eine theologische Auseinandersetzung mit dem Thema einhergehen müssen.
Nach dem Gottesdienst habe ich mit dem Kollegen gesprochen, weil ich so sehr von seiner Redeweise und seinen Inhalten beeindruckt war. „Haben Sie alles wortwörtlich aufgeschrieben?“. Das interessierte mich ganz handwerklich. Nein, der Mann war intelligent. Unglaublich. Wenn ich so frei formulieren könnte wie er, dann würde ich keine Predigt mehr schreiben müssen. Kann ich aber nicht. Wir haben uns noch über theologische Fragen unterhalten und waren uns sehr einig, dass in den kommenden Jahren die konfessionellen Grenzennoch mehr fallen werden. Die Christen werden zusammen rücken, theologische Lehrdifferenzen werden in den Hintergrund treten (wobei man sie für sich weiterhin behalten wird, sie jedoch nicht zum Maßstab für das Miteinander machen wird … „das war schon die vergangenen Jahrzehnte und Jahrhunderte absurd“) und wir werden uns auf das, bzw. auf den Wesentlichen konzentrieren.

Ökumenisch frohgesonnen bin ich zur Feier mit Daniel gegangen. Lauschiger Garten, nette Menschen, spielende Kinder, beste Frau der Welt.

Heute Morgen hat mich die Ökumene noch einmal eingeholt. Noch nie habe ich in den Jahren, die ich jetzt hier auf Fanö bin den großen Findling direkt in Fanö Bad entdeckt. Mit einer Gravur. „1.Ökumenische Konferenz Fanö 1934 – In Memoriam Dietrich Bonhoeffer“. Ich stand eine Weile vor diesem Stein. Die Ökumene braucht neue Meilensteine. Dankbar denke ich daran, dass ich sowohl beim ersten als auch beim 2. ÖKT dabei war. Und ich möchte weiter in der Ökumene dabei sein.

Gestern Abend dann ab 19 UhrHamburg-Fanö. Gemeinsam mit Dominik, der ab Hamburg zugestiegen ist. Der Sprinter samt Anhänger ist schon ein langes Teil. Schöne erste lange Tour mit dem Teil. Macht Spaß. So sollte es sein. A little boys dream comes true.

Ankunft im Ferienhaus gegen Mitternacht. Einräumen. Schlafen. 6 Uhr: Spaziergang.
Nun werde ich mal schauen, was der Tag so bringt. Bestimmt Gutes.

Alle Tage sind gut. Alle Tage sind Gottes Tage.
(An diesem Morgen frei zitiert nach Papst Johannes Pauldem XII)


7.Juni

Ein schönes Wochenende liegt hinter mir.
Samstagabend gut zwei Stunden Anbetungsmusik pur. Eigentlich bin ich ja nicht so der Anbetungsfreak, aber diesmal war es schon schön. Die Musik war einfach fantastisch. Die Musiker hatten es voll drauf. Auf unterschiedlichen Instrumenten  haben sie das vielfache Lob Gottes begleitet. Herrlich klar. Herrlich "perfekt". Keine wortlastige oder schwallerige Überleitung zwischen den den Anbetungsstücken.
Einfach Lied nach Lied. Mal  majestätisch. Mal nachdenklich. Mal traurig, nachdenklich stimmend. Die Texte nicht einseitig. Das ganze Leben umschließend und die Größe Gottes von unterschiedlichen Seiten beschreibend. Worte, die es in sich haben. Das kann ich nicht von aller Anbetungsmusik sagen. Aber dieser Abend hatte es in sich.
Bachs h-moll-Messe. Herrlich.

Am Samstagmorgen war ich noch bei der Leitungssitzung des Landesverbands NWD. Bekannte Gesichter, vertrautes Gelände. Interessante Themen, wenn auch  aus meinem Bereich nicht alles ganz so glatt läuft, wie ich mir das erträumt hatte.
Man kann eben nicht immer 100 % erwarten. Weder von sich selbst noch von anderen.

Nachmittags habe ich dann aus einem Dschungel einen halbwegs ansehlichen Garten gemacht. Stine und die Kinder hatten die gröbsten Vorarbeiten geleistet, so dass ich nur noch mähen musste. Habe etwas drei Mal so lange gebraucht wie normalerweise. Es war der erste Rasenschnitt in 2010. Da braucht man sich nicht zu wundern.

Gestern dann ein Daddel-Tag: Gottesdienst, Enno beim "Brunnenlauf", Fahrradtour, Grillen mit allen Kindern. Janne ist begeistert vom BUJU zurück gekommen.
Das begeistert den Vater...

Und jetzt kommt ne Hammerwoche. Inhalte über Inhalte. Nun denn. An die Arbeit .... .


4.Juni

Das freut mich schon. Wie der Sprinter aussieht. Heiko und ich, wir haben uns im März einen Jugendtraum erfüllt und uns einen LKW gekauft, den wir einerseits als Wohnmobil und andererseits als Lastenesel verwenden können. Heiko hat schon ziemlich viele Stunden handwerklich reingesteckt. Absolut genial, was bisher daraus geworden ist. Ich freue mich riesig auf den ersten Familieneinsatz mit dem Gefährt. Den ersten Einsatz werde ich allerdings auf Fanö erleben.
Ich habe mich in Absprache mit Heiko eher um die eher feingeistigen Angelegenheiten rund um das Traumfahrzeug gekümmert. Design eben. Jetzt ist er fertig beklebt und wir Beide sind ganz zufrieden damit. Jetzt ist das fahrzeug nicht mehr nur einfach weiß, sondern mit Bildern und ein paar weiteren Farblinien versehen.
Momentan ist der Sprinter auf dem BUJU. Genau wie meine Tochter Janneke. Unglaublich. Vor 31 Jahren bin ich als 14-jähriger nach Nürnberg – Burg Feuerstein - zu fahren. Und jetzt ist meine eigene Tochter Teilnehmerin. Das freut mich natürlich ganz doll. Hoffentlich ist das BUJU für sie ebenso prägend wie es damals für mich war.
Hinter mir liegt eine einerseits angespannte, andererseits entspannte Woche. Am Mittwoch habe ich z.B. im wahrsten Sinne des Wortes Gas gegeben. 800 Kilometer. Morgens in Elsmhorn, abends in Gelsenkirchen. Zwei Sitzungen, die beide ziel- und ergebnisorientiert waren. Prima. Das ist nämlich nicht immer so. Auf den Autofahrten die endlosen Diskussionen im DLF über die Köhlernachfolge. Schade, dass über seine Nachfolge debattiert werden muss. Mir wäre es lieber gewesen, wenn er geblieben wäre. Gerade noch hatte er mich auf dem Ökumenischen Kirchentag echt beeindruckt. Und jetzt ist er nicht mehr. Zumindest nicht mehr Bundespräsident. Manche Entwicklungen sind mir einfach zu schnell. Da komme ich nicht mit.
Inhaltlich beschäftigten mich gerade Erziehungsfragen. Das ist u.a. dadurch ausgelöst, dass ich ab jetzt gemeinsam mit Stine in der Kinderkirche meiner Gemeinde mitarbeiten werde – wenn ich denn mal in Oldenburg bin an einem Sonntagmorgen. Es gibt auch bei uns zu wenig Mitarbeiter.
Am Sonntag haben wir uns bei der Kinderkirche die Bälle zugeworfen. Das hat Spaß gemacht und ich habe neuen Respekt vor der Art meiner Liebsten. Schon klasse, was sie pädadogisch drauf hat. Davon kann ich mir ein paar Scheiben abschneiden. Zudem hat mich die Kinderkirchenstunde an meine GJW-Arbeit erinnert. Es ist schon klasse, mit Kindern zu arbeiten. Macht Spaß. Auch wenn man erleben muss, dass Erziehungsfragen echt eine Rolle spielen. Kinderkirche ist nicht mehr so einfach wie noch vor 10 oder 20 Jahren. Die Kinder sind anders oder wenig erzogen. Wie ich das finden werde, dass ich noch seltener im Gottesdienst sein werde, das wird die Zeit zeigen.
Enno ist die andere Erziehungsfrage. Aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes und aufgrund von aktuellen Diskussionen, die im BEFG laufen, was über Einzelpersonen in Internetforen geschrieben werden darf und was nicht, halte ich mich hier lieber zurück. Nur soviel: Enno hat es gerade nicht leicht mit uns. Nach einem heftigen gestrigen Abend haben wir uns heute Morgen beim Frühstückstisch aber wieder (mal) ewige Liebe geschworen … . Auch schön, wenn ein Tag so anfängt.
Und jetzt geht er weiter. Der Tag. Schreibtisch und Organisationssachen.
Gestern Nachmittag war irgendwie entspannter. Vier bis fünf Windstärken. Hooksiel. Zwei Stunden total verausgabt. Die Sprünge werden zwar höher, aber (noch) nicht eleganter. Ein nasser Mehlsack in der Luft sieht eben nicht immer klasse aus. Eindeutiges Potential zum Ausbauen.



27.Mai

Das vielversprechende Wochenende liegt schon längst wieder hinter mir. Es hat sogar mehr gebracht als Versprechungen. Freitagnachmittag haben wir die Kinder beim Pfingstlager „abgegeben“. Da weiß man sie wirklich gut aufgehoben. Und wir sind dann an die Ostsee gefahren. Gegen halb acht waren wir da. Herrliches Wetter. Eben schnell den Wohnwagen abgehängt und dann gleich mit dem Fahrrad los in Richtung Strand. Herrlich. Wir waren in Scharbeutz. Leckere Pizzeria. Lockerer Abend. Luftige Laune.
Am nächsten Morgen dann in aller Ruhe in den Tag geschliddert (ich liiiiiebe Campen) und danach dann eine Fahrradtour nach Niendorf. Inklusive Bummeln. Dann im strömenden Regen zurück. Auch mal schön. Nachmittags dann ein Kultur- und Shoppingerlebnis in Lübeck. Buddenbrook-Haus. Echt interessant, auch wenn die ganze Ausstellung ein wenig sehr textlastig ist.
Abends dann ein herrliches Dinner vor dem Wohnwagen: Spargel satt. Mit frischen Kartoffeln. Kann das Leben schöner sein? Dann wieder an den Strand. Am Sonntag dann Pfingstgottesdienst in der St.Marien-Kirche in Lübeck. Hmmmm. Manchmal bin ich ja am Rummäkeln, was die freikirchlichen Gottesdienste angeht. Vielleicht weiß ich das Gute, das wir so machen, nicht mehr recht zu schätzen. Bevor der Gottesdienst losging, gab es noch ein paar „persönliche“ Ansage. Die Pastoren waren echt prima drauf und haben das sehr nett und verbindlich gemacht. Kaum ertönte jedoch die trinitarische Formel, benahmen die Kollegen sich fast wie im Theater. Das Persönliche, Verbindliche und Heitere war fast ganz verschwunden. Schade eigentlich. Und die Auslegung der Pfingstgeschichte war ziemlich postmodern- individualistisch. Ob das den Kern der Botschaft trifft? Na ja, es war, wie es war. Wir hatten danach noch eine nette Zeit beim Kirchenkaffee und beim Betrachten des „Totentanzes“. Der Tod wird dargestellt als ein leichtfüßiges Gerippe, dass sich mal eben so aus jedem Lebensalter und auch aus jeder Gesellschaftsklasse seine „Opfer“ herausholt. Geradezu tänzelnd. Macht schon nachdenklich.
Sonntagnachmittag? Herrlichstes Strandwetter. Sonne satt und 4 bis 5 Windstärken. Und drei Stunden Austoben auf dem Wasser. Unterbrochen von einem netten Kaffeestündchen, ergänzt durch einen herrlichen Spaziergang mit meiner Liebsten. Meine Güte, waren das entspannte Tage. War dann aber auch wirklich schön, die Kinder wieder zu sehen. Die waren total müde. Und glücklich. Ganz die Eltern.
Die normale Arbeitswoche hat am Dienstag wieder begonnen. Schreibtisch satt. Gesteren war ich dann in Hannover zu einer Sitzung, irgendwo in Niedersachsen zu einem ernsthaften aber sehr vielversprechenden Gespräch mit zwei Leuten und abends dann in Essen zu einer Gemeindeberatung. Nachts um halbeins war ich dann zuhause. Ziemlich platt. Ich könnte wieder ein Pfingstwochenende vertragen. Aber ist schon okay. Das Leben ist auch so schön.
Enno hat heute schon sein Zeugnis bekommen. Das muss er alles von der Mutter haben. Solche Grundschulzeugnisse hatte ich nie. Ab Sommer geht es dann weiter. Weiterführende Schule. Schaun wir dann mal.
Heute stehen noch lauter organisorische Dinge an. Macht aber momentan echt Laune. Und morgen werde ich inhaltlich Etliches arbeiten müssen. Und wollen. Macht momentan auch Laune. Na ja, und Fanö wird langsam konkret. Gespräche mit FS und ZDF. Mein Adrenalin-Spiegel steigt. Schaun wir mal.



20.Mai

„Das war gar nicht so einfach.“„Was?“ „Der einzige Mann im Haus zu sein!“ Bekenntnisse eines 9-Jährigen, der gut eine Woche ohne Vater war. Das war gar nicht so einfach, mehr als eine Woche von zuhause weg zu sein. Jetzt aber: Home again.
Die vergangenen Tage waren erlebnisreich, anstrengend und interessant zugleich. Und emotional nicht so ganze einfach. 9 Tage ohne die Liebsten. Was habe ich das gestrige Abendessen genossen! Wir haben geklönt, gelacht, geneckt und diskutiert.
Die Evangelisation in Urbach war ganz okay. Die Gemeinde war wohlwollend, wie viele Gäste anwesend waren, kann ich nicht sagen. Die Reaktionen auf Predigten und Anderes waren dosiert. Das verunsichert mich etwas. Ich darf aber auch nicht vergessen, dass „der Schwabe“ einfach anders tickt als der Norddeutsche. Das ist mir schonaufgefallen.Die Kirche ist Urbach finde ich wunderschön. Ein helles freundliches, architektonisch ansprechendes Gebäude. Die Akustikdagegen scheint problematisch zu sein. Erst am letzten Abend, als ich mich entschieden hatte nur das Kanzelmikrofon zu benutzen, war ich wohl für alle BesucherInnen gut zu verstehen. Ein Kopfmikro scheint also nichts für mich zu sein. Der Weg nach Hause war wie der Weg zum ÖKT zweigeteilt. Ich bin abends um 22 Uhr aus Urbach losgefahren, habe gegen 1 Uhr meine Matratze im Auto ausgerollt und habe auf einer Raststätte gepennt. Am nächsten Morgen dann die letzten 300 Kilometer. Das klappte bestens. Vielleicht sollte ich das öfter so machen, wenn lange Sitzungen hinter mir liegen.
Nun steht Schreibtischarbeit an. Und das obwohl ich im Laufe der vergangenen Woche immer wieder auch mal mein Laptop aufgeklappt und Sachen abgearbeitet habe.
Heute Nachmittag ist es dann endlich wieder soweit. Nach gut 14 Tagen werde ich mich mal wieder aufs Wasser begeben. Das wird aber auch Zeit. Na ja, und das Wochenende scheint auch vielversprechend zu werden ….



17.Mai
Mittlerweile bin ich in Urbach/ Remstal angekommen. Auch von hier gäbe es bereits wieder Vieles zu berichten. Die Zeit reicht gerade aber nicht..., deswegen nur ein paar Seiten Tagebuchrückblick auf München.

Mein kleines Kirchentag-Tagebuch.

13.Mai

Gestern habe ich noch drei Stunden in einem Cafe gearbeitet. Nachdem ich den Radiobeitrag gehört hatte. Dann ging es zur Baptistengemeinde Holzstrasse, wo Marc schon mit ein paar Leuten wartete. Mit der Aufblasbaren Kirche im Gepäck ging es dann in die FUZO. Unglaublich, die ewigkite.de –Kirche steht ca. 200 Meter Luftlinie von der Frauenkirche, fast direkt am Stachus. Ich habe mir beimHelfen Zeit genommen. Wann kann man schon mal eine freikirchliche aufblasbare Kirche bei einem ökumenischen Kirchentag aufbauen? Herrlich! Ein so idealer Platz, dass man es kaum glauben kann. Ich weiß nicht, wieviel tausend Leute die Kirche gesehen, fotografiert, gefilmt haben. Und es waren wohl auch mehr als 1000, die im laufe des Tages hineingegangen sind und sich die Ausstellung angeschaut haben. Es erfüllt mich natürlich mit Freude und auch mit Stolz, dass ausschließlich wohlwollende Kommentare zur Ausstellung kamen. Gut gemacht, Julia, gut gemacht, Heiko und Andreas! Allem Anschein nach haben die Leute es genossen, sich eine Auszeit zu nehmen. Zu lesen, nachzudenken, zu beten.
Vom Stachus bin ich dann ins Hotel gefahren. Endlich duschen. Das hatte ich auf der Raststätte dann doch nicht gemacht. Und dann ging es gleich weiter zur Teresienwiese. Eröffnungsgottesdienst. Ich war D 3-Promi. Hatte also einen Sitzplatz. Musste aber dennoch warten. Denn vor A 3 gibt es A 2 und A 1 und A2 . Hmmm. Und B 1-3. Und C 1-3. Und D 1 und 2. Okay, okay, ich konnte wenigstens sitzen. Und war nah dran am Geschehen.
Ich kann nur sagen, dass es für mich einer der beeindruckendsten Gottesdienste seit Langem war. Das lag aber nicht an der Predigt. Das können Jo und Martin aus Oldenburg besser als die A1 Promis, die auf der Bühne waren. Zumindest für mich. Es ist schon etwas Besonderes, wenn man mit 80000 Leuten singt und betet. Wenn alte Kirchenlieder und neue Kirchentagslieder gesungen werden. Wenn keine Füllwörter im Gottesdienst benutzt werden. Wenn es klar zugeht. Und fröhlich. Wenn ernste Worte gesprochen werden, es aber dennoch nicht depressiv wird.Schade nur, dass der Papst (in seinem vor Beginn des Gottesdienstes von einem A 3-Promi verlesenen Grußwort) und der Bundespräsident (nach dem Gottesdienst) deutlichere Worte über die derzeitigen „dunklen Wolken“ in der Kirche und über das „Unkraut auch unter den Amtsträgern“ fanden, als die am Gottesdienst Beteilgten. Schaler Nachgeschmack.
Zitat Benedikt, der übrigens nicht als Heiliger Vater, sondern als Papst bezeichnet wurde (es lebe die ökumenische Rücksicht!):"Ihr wollt inmitten einer schwierigen Zeit ein Signal der Hoffnung in die Kirche und in die Gesellschaft senden. Dafür danke ich euch sehr. Denn unsere Welt braucht Hoffnung. (…) Es gibt das Unkraut gerade auch mitten in der Kirche und unter denen, die der Herr in besonderer Weise in seinen Dienst genommen hat." Persönlich wurde es, als der Papst die HörerInnen seiner Grußbotschaft fragte, wie viel Unkraut in einem selbst sei, ob man sich von Gott "ändern und heilen" lässt .
Zitat Köhler: „Dieser Ökumenische Kirchentag kommt zur rechten Zeit. In den letzten Jahren hatte man den Eindruck, der ökumenische Schwung hätte nachgelassen. Deswegen haben sich viele - auch ich - auf diesen Kirchentag gefreut, ja, ihn geradezu herbeigesehnt. Wir sind davon überzeugt: Nur in ökumenischer Gesinnung, nur in Zusammenarbeit und nur in einem sichtbaren und wahrhaftigen Miteinander können die Christen heutzutage der Welt ein Zeugnis ihres Glaubens geben.
(…) Auch aus einem anderen Grund kommt der Kirchentag zur rechten Zeit. Viele dunkle Wolken haben sich in den vergangenen Monaten über der Kirche zusammengezogen. Führungsversagen, Missbrauch, Misshandlung - all das hat zu einer schweren Krise geführt. Viele haben der Kirche den Rücken gekehrt, viele klagen sie an, verspotten sie. Viele Gläubige schämen sich, viel Vertrauen ist verloren gegangen.
Die vergangenen Untaten sind nicht ungeschehen zu machen. Jetzt kommt alles darauf an, wie wir damit umgehen. Aufklärung und Zuwendung zu den Opfern sind das Gebot der Stunde. Aber auch der Blick nach vorn, der Wille zur Selbsterforschung und zur Umkehr.

Wenn Christen zusammenkommen, ob im Gottesdienst oder auf dem Kirchentag, dann bekennen sie voreinander und vor Gott ihre Schuld, dann bitten sie um die Kraft zur Erneuerung und Umkehr, dann bitten sie um Gottes Gnade. Das ist heute wichtiger denn je.“

Nach dem Eröffnungsgottesdienst zogen alle GottesdienstbesucherInnen unter Begleitung bayrischer Blasmusik in die Innenstadt. Mancher musste schmunzeln. Echt bayrisch eben. Lustig. Hin und wieder habe ich ein paar Bekannte getroffen. Nettes Klönen. Auch mit ein paar netten Kolleginnen und alten Bekannten aus Berlin. Ich habe mich in der Stadt rumgetrieben. Hier und dort geschaut. Buntes Treiben. Mit dem katholischen Kollegen von der „rollenden Kirche“ habe ich mich länger unterhalten. Wir waren uns einig, dass wir als Kirchenmenschen mehr zu den Leuten müssen. Raus aus unseren Mauern.


12.Mai

Gestern um 18 Uhr ging es los. Eine Gewalttour von Oldenburg bis Nürnberg. Knapp 700 Kilometer. Der Abschied fiel mir schwer, wissend, dassich über eine Woche meine Liebsten nicht sehen werde. Janne, Rike, Enno und vor allem Stine sind mir in den vergangenen Wochen und Monaten neu und auch intensiver ans Herz gewachsen.Ich mache mir Gedanken ums „Wesentlicher werden“.
Und da merke ich, wie wesentlich mir die wesentlichsten Menschenmeines Lebens sind. Tränen beim Abschied.

Nach 100 Kilometern hatte ich mich dann auf andere Gedanken gebracht. Mit Hilfe eines Hörbuchs. Für solche lange Fahrten suche ich mir meistens kurz vorher Hörbücher aus. Nicht das literarische Niveau, sondern das Verhältnis von Laufzeit und Preis zählt. 7 Stunden 42 Minuten für 3,99 Euro. Das reicht bis München. Und ist diesmal sogar literarisch hochwertig. Zumindest in meiner Beurteilung.

Nachts um 1 dann ranfahren. Zähne putzen, Klamotten im Auto zusammenschieben, Klappmatratze ausklappen, Penntüte entfalten und von 1 bis 6 auf einer wenig romantischen Raststätte im Dienstwagen übernachtet. Man spart ja für den BEFG. Dienstwagen ist Dienstzimmer ist Dienstübernachtungsmöglichkeit. Die nächsten drei Nächte werde ich allerdimngs in einem von einem Kollegen kurzfristig freigegebenen Hotelzimmer, im Massenquartier der GemeindeMünchen (Klappmatratze, die 2.), dann in einem Hotelzimmer, das ich als Mitwirkender vom ÖKT bekomme, schlafen.

Kurz nach 6. Die erste ÖKT-Begegnung. Ich komme, die erste Papptasse Kaffee in der Hand, das Handtuch über der Schulter, die Zahnbürste in der Hosentasche, aus der Raststätte und treffe auf eine Horde Pfadfinder. Das müssen Helfer für München sein. Ja, kein Zweifel, sie tragen das Halstuch des vergangenen Kirchentages aus Bremen „Mensch, wo bist du?“. Ein morgendliches Lächeln huscht über mein Gesicht. Wie gut, dass es Pfadis gibt. Sie werden sich wieder den Rücken krumm, die Hände schmutzig und die Münder voller Fusseln machen, wenn sie den gut 100 000 ÖKT-BesucherInnen einen möglichst angenehmen Aufenthalt verschaffen wollen.

Noch gut eine Stunde bis München. Direkt vor mir rollt auf der vierspurigen Autobahn auf der linken Fahrbahn ein Passat aus. Warnblinkanlage. Ich habe Schiss, dass mir einer hinten drauf rast. Ich will helfen – wenigstens 1 x Pfadfinder sein! - , aber der gute Mann will lieber den ADAC rufen, als sich von einem Möchtegernpfadi abschleppen zu lassen. Dann muss ich wohl meine Augen für eine weitere gute Tat noch offen halten.

Ankunft in der Holzstr., wo ich die Aufblasbare Kirche abgeben werde. Ich habe noch drei Stunden Zeit. Zweite ÖKT-Begegnung. Ich stelle den Motor aus und im DLF beginnt ein Interview zum ÖKT mit ….. . Die Kirche und die Kirchen stehen im Kreuzfeuer.Die Befragte antwortet klasse. Sie verharmlost die Verbrechen der Kirche nicht und weistauf das heutige Wort des Papstes hin, der gesagt hat, dass die größte Versuchung und Sünde aus den Reihen der Kirche selbst kommt. Keine Verharmlosung. Kein Schönreden. Schonungslose Offenheit. Das, was man sich eigentlich immer von Kirchenmenschen wünscht. Und dann Worte zu Christus. Zu dem, der Hoffnung macht, die nicht schönfärberisch ist. Worte zumchristlichem Lebensstil. Zur Fehlbarkeit und Sündigkeit von Christen.

Worte der Vorfreude auf das größte Christentreffen seit 2003. Meine Gedanken gehen kurz zurück zum ersten ÖKT. Ich war dabei. Und bin bis heute dankbar dafür. Carrera-Rennbahn, Papstmobil gegen Warthburg.Schön war‘s.Und ich freue mich auf einen zweiten ÖKT, der sicher belasteter ist als der erste, der aber wieder ein Meilenstein im Miteinander der Konfessionen sein wird. Denn in der Bedrängnis rückt man bekanntlich zusammen. Auch Christen.


11.Mai

Im Moment mache ich mich ein wenig rar auf dieser Seite. Das wird sich in den nächsten 14 Tagen auch nicht groß ändern. Anschlagtage. Die Wochen, die hinter mir liegen waren nicht nur kilometerreich, sondern auch voller Begegnungen, Erlebnisse und Gespräche. Wie verkraftet man ein Familienwochenende, bei dem man seine Verwandten nach 25 Jahren mal wieder sieht? Und unterschiedliche Gemeindebegegnungen. Letzte Vorbereitungen für die Ausstellung (praktische Arbeit) und dann der Besuch der BUKO mit jede Menge Geschleppe, Übernächtigung und gefühlten 100 000 Kurzgesprächen. Dann der 70.Geburtstag meiner Schwiegermutter und jetzt die letzten Vorbereitungen auf allerletzte Minute für den ÖKT. Heute Abend dann auf die Autobahn nach München. ÖKT. Nach dem ÖKT dann eine Evangelisation in Urbach. Ich melde mich wieder.
Vielleicht von unterwegs. Ansonsten erst am 20.Mai.


29.April

Ein ganzer Vormittag Schreibtisch, 1000 Kleinigkeiten für die BUKO und den ÖKT, jede Menge Drucksachen für die BUKO und Geschleppe und dann nachmittags noch gut zwei Stunden Landstraße nach Stade, ein Treffen mit der Gemeindeleitung zum Thema Evangelisation und dann wieder zwei Stunden Landstraße.

Und heute bin ich ganz aus dem Häuschen. Ich war es. Im eigentlichen Sinne des Wortes. Die Ausstellung für ewigkite.de ist gekommen. Auspacken, zurechtschneiden, freuen über das Ergebnis und weiter planen. Nächste Woche wird Tine noch nähen und dann kann die Ausstellung auf das Gerüst aufgezogen werden. Ich bin gespannt.

Morgen Nachmittag geht es zum großen Familientreffen nach Wiesbaden. Cousins und Cousinen, die ich 20 Jahre und länger nicht gesehen habe. Das wird spannend. Na ja, und dann nächste Woche Vorbereitungen für die BUKO, inhaltliches Arbeiten für eine Evangelisation in BaWü etc. pp. Die Laune ist aber ausgesprochen gut. Es läuft wie am Schnürchen. Mal schauen wie lange….



24.April

Buchholz in der Nordheide. Ich sitze bei einer Freundin auf der Terrasse. Rike sitzt neben mir und hat gleich das 13.Level eines Spiel auf meinem Handy geschafft. Janne ist mit dem Gemeindeunterricht in Hamburg. Das ganze Wochenende. Enno ist mit seinem Freund Robin am Angelsee. Stine trifft sich mit Freundinnen in Hamburg. Heute haben wir also gemeinsam frei und gehen doch fast getrennte Wege.
Na ja, heute Nachmittag werden wir alle gemeinsam am Kaffeetisch sitzen. Nur Janne nicht. Heute Abend geht es weiter nach Lüneburg. Von dort aus werde ich morgen nach Ratzeburg zum Predigen fahren.
Hinter mir liegt eine intensive Woche. Oldenburg. Recklinghausen. Am Sonntag war der Auftakt zur zweiten von mir durchgeführten Evangelisationsreihe „Gottes geliebte Menschen“. Ich bin begeistert. Nach dem Gottesdienst ging eslos mit dem Fotostudio. Bis 17 Uhr. Ich war platt. Montag bis Mittwoch dann evangelistische Abende in Recklinghausen. Spannung am Mittwoch. Sind die Portraits was geworden? Morgens habe ich sie in einem Labor abgeholt. Ich will mal so sagen: ich bin nicht enttäuscht. So langsam „schieße“ ich mich ein. Es macht mir echt Spaß, Menschen zu portraitieren. Von den knapp 100 Bildern bin ich mit etwa 10 Bildern total zufrieden.
Der Rest taugt auch noch, aber man, zumindest ich, sehe, an welchen Stellen ich schnell schnell gemacht habe und wo ich mir Zeit gelassen habe. Ich habe auch ein wenig miterlebt, wie es Fotografen gehen muss. „Na ja, mir der Kamera könnte ich das auch!“ Ganz davon abgesehen, dass meine 20 D mittlerweile fünf Jahre alt ist und eher zu den alten Digit-Spiegelreflex-Kameras gehört, merke ich, dassfast alles auf die innere Ruhe beim Fotografieren, auf den „Touch“ und auch auf den „künstlerischen Anspruch“- womit ich nicht sagen will, dass ich ein Künstler bin – ankommt.
Mir macht es Spaß, den richtigen Ausschnitt bei Menschen zu finden. Ich möchte den Ausschnitt fotografieren und nicht am Rechner festlegen. Das ist eine gewisse Herausforderung. Wenn ich aber die etwa 10 gelungenen Portraits sehe, dann denke ich: „Okay, du bist auf dem Weg!“. Die „Vernissage“ am Mittwochabend war klasse. Stößchen, Stößchen und eine nette Stimmung.
Und Predigen, wie es mir gefällt … . Die gute Botschaft von Gottes Liebe anhand von 1.Mose und dem Hohelied.
Donnerstag war dann – zumindest am Vormittag – sehr entspannt. Klönen und frühstücken mit Stine. Herrlich.
Danach kurz Kiten in Hooksiel. So gefällt mir das: Sonne, Wind und leerer Strand. Die Tubekiter waren zuhause geblieben. Bei 10 Knoten braucht man eben doch einen Speed 3 15 und eine Door. Ganz allein auf dem Wasser. Es waren keine tollen Moves drin, aber wenigstens ein wenig hin und her ballern. Über den Speed 3 kann ich noch nicht all zu viel sagen. Aber: Scheint eine Granate zu sein. Selbst bei wenig Wind hat er beste Dreheigenschaften. Schaun wir mal in den nächsten Wochen!
Und dann Schreibtisch. Vor der Bundeskonferenz, dem Ökumenischen Kirchentag und den ersten Drachenfesten häuft sich so manches an Organisatorischem. Ob alles noch rechtzeitig klappt? Die Ausstellung für ewigkite.de wird knapp. Gestern war ich noch einmal bei Andi Kutter, um das Design zu klären. Am Montag sollen die Megadateien in den Druck gehen. Es hapert aber mit der Firma.Hoffentlich können die innerhalb einer Woche drucken. Dann muss noch der Saum umgenäht werden und die bedruckte Folie an das von Heiko gebastelte Gestänge angebracht werden. Wenn alles klappt, dann wird das wirklich nett.
40 000 Postkarten für die BUKO sind auch auf dem Weg zu mir. Das Verteilen muss angedacht werden. Na ja, und dann ist da noch der Sprinter. Ich habe ihn gestern mal wieder gesehen. Es ist schon der Hit, was Heiko bisher daraus gemacht hat. Ich will jetzt Gas geben, damit auch die Aussengestaltung in den nächsten zwei Wochen fertig wird. Ich freu‘ mich schon auf die erste Tour mit dem Gefährt.


19.April

Eine Woche habe ich hier nichts geschrieben. Das lag wohl wirklich daran, dass ich nurArbeit und Kinder im Kopf hatte. Eine Woche ohne Stine. Da geht was ab. Morgens habe ich immer Vollgas gegeben, was die Schreibtischarbeit angeht und nachmittags und abends musste es dann ein wenig langsamer gehen, da die Kinder ständig irgendwelche Anliegen hatten. Das war aber echt okay.

Na ja, und der Haushalt. Vielmehr: Die Wäsche. Die mache ich sonst nämlich überhaupt nicht. Kochen und Putzen ist okay. Aber wenn ich was nicht ausstehen kann, dann ist das Wäsche machen. Na ja, für eine Woche ging es mal. Es war total schön und auch sehr sehr intensiv mit den Kindern.

Wir haben uns Zeit zum Klönen genommen und auch ein paar Problemsituationen gut miteinander bewältigt.An einigen Stellen hatte ich sogar den Eindruck, dass die Kinder es besonders genossen haben, dass ich mir mal länger zeit als sonst genommen habe. Eine schöne Woche. Nur dass ich und auch die Kinder Stine sehr vermisst haben. Ich bin gerade in einer Phase, in der ich „Alleinsein“ (auch, wenn die Kinder bei mir waren) gar nicht gut ab kann. Na ja, für Freitag hatte ich dann also geputzt, gewaschen, aufgeräumt und zum Empfang vier unterschiedliche Kartoffelgerichte auf dem Tisch.
Einen netten Freitagnachmittag hatten wir dann.

Und am Samstag ging es wieder los. Für mich. Osnabrück. Landesverbandsratstagung NWD.Parallel habe ich die in ND vorbereitet. Auf beiden Tagungen ging es u.a. um „buten un binnen“. Ich glaube, die Präsentation war okay und die Gemeinden wissen jetzt, was buten un binnen ist und will.
In ND war die Präsentation wohl mehr als okay. Mit fast 100% wurde ein ziemlich dicker Eurobetrag für das Projekt als Vorratsbeschluss gefasst. Das freut mich natürlich tierisch!
In NWD sammle ich jetzt Spenden. Schaun wir mal.

Na ja, Samstagabend dann das Tanzbein geschwungen. Macht echt super Spaß mit Stine. So langsam haben wir es so drauf, dass wir uns nach ein paar Variationen sehnen. Ein „Fortgeschrittenen-Kurs“ ist für den Herbst angedacht – auch wenn ich mich so dann sicher nicht bezeichnen würde.

Gut anderthalb Stunden tanzen, denn ich durfte ja auch nicht zu spät ins Bett – am Sonntagmorgen ging es nach Recklinghausen. 6.30 Uhr Abfahrt, 8.30 Uhr Fotostudio aufgebaut und Anlage eingestellt, 10.00 Uhr Gottesdienst inkl. Predigt, 11.30 bis knapp 17.00 Uhr Fotostudio, bis 18.00 Uhr Fotios entwickelt,zwei Stunden Autobahn und dann einen netten Abend mit Stine. Halbplatt. Kaputt.

Aber auch erfüllt und dankbar: Die Fotoaktion war sehr intesiv. Tolle und auch sehr anrührende Gespräche beim Fotografieren, nette Menschen, Offenheit, fröhlicher Stimmung. Und ein netter Abend voller Klönerei mit Stine.

Heute muss ich noch eine Predigt für Recklinghausen fertig kriegen, bevor ich heute Nachmittag wieder hinfahre. Ich wollte noch eben einen Tag am Schreibtisch und eben auch bei meinen Liebsten sein, bevor ich wieder bis Mittwoch weg bin.

Ich habe den Eindruck, dass die Zeit bis zum Sommer nur so fliegt. Es stehen noch ein paar schöne Dinge auf dem Terminkalender. Aber auch manches Anstrengende. Jetzt freue ich mich erstmal auf diese Woche … .


12.April

Grüne Hochzeit.
„Dies ist der Tag, den der Herr gemacht hat. Lasst uns freuen und fröhlich an ihm sein!“ Das ist mein Lieblingsbibelwort für Gottesdienste anlässlich von kirchlichen Trauungen. Da kann man sich doch echt freuen, wenn zwei Menschen miteinander leben wollen. Und auch um Gottes Segen für ihr Miteinander bitten. Am vergangenen Samstag war die Hochzeit von Bea und Manuel. Und das war schön. Für mich kam Heimatgefühl auf, da die Trauung in Leer/Ostfriesland stattfand. Der Ort meiner Jugendjahre… . Vielebekannte Gesichter habe ich im Gottesdienst entdeckt. Und wenn dann auch noch Leute, die ich aus GJW-Zeiten kenne und schätze die Musik machen (Begleitung und Chorbegleitung), dann fühle ich mich einfach etwas besser, als wenn ich in die Gesichter einer Gemeinde schaue, die mir ganz neu ist. Ein fröhlicher Gottesdienst war das. Auch mit Hindernissen. Die arme Bea saß ganz unbequem auf dem Hochzeitsstuhl. Reifkleid und so. Vor Beginn der Predigt haben ihr dann noch Leute assistiert, dass sie ein wenig besser sitzen konnte.
Und dann habe ich beinahe das Segensgebet für das Brautpaar vergessen. Ich hatte einfach vier Punkte im Programm übersprungen und dachte dann plötzlich, dass irgendetwas nicht stimmt. Dummerwiese wusste ich lange Zeit nicht, was schief gegangen war. Irgendwann brach mir Schweiß auf der Stirn aus. Irgendwie habe ich den Dreh dann aber doch noch gekriegt. Meine Güte, war mir mau. Danach dann eine herrlich entspannte Tortenschlacht. Und anschließendes Grillen mit lauter netten Leuten.
Sonntag mal wieder eine Predigt von Jo, wo ich nur sagen kann: Klasse. Ich werde heute und auch noch im Laufe der weiteren Woche über seine Worte nachdenken. Und darüber, wo und wie ich konkreter „Licht“ sein kann. Wie kann man nur so verständlich, tiefsinnig, ohne Schwafelei, auf den Punkt, herzlich und differenziert auf einmal predigen?Respekt, Respekt!
Es schloss sich ein entspannter Sonntag an. Auch ein Sonntag mit „Familien-Konferenz“ wegen einiger, sagen wir mal, „Ruckeleien“. Das ging ganz schön an die Emotionen. Musste aber wohl mal sein.
Tja, und ab heute bin ich alleinerziehend. Also nicht wegen der Familienkonferenz. Weil Stine für eine Woche auf Klassenfahrt ist. Wangerooge. Das wird klasse. Bei ihr. Und bei mir. Ich muss nur zusehen, dass ich vormittags das Meiste geschafft bekomme, denn die Kiddies sind nachmittags und abends dann doch ganz schön aktiv. Zwei Auswärtstermine habe ich diese Woche. Netterweise kommen meine Schwiegereltern an einem Tag und am anderen Tag überlasse ich die Kinder mal ihrem Schicksal (und eine Freundin schaut abends 1 x nach dem Rechten).
Heute geht der Sprinter zur Außengestaltung an eine Firma. Bin mal gespannt. Das ist der erste Teil der Gestaltung. Bilder. Heiko hat schon dermaßen vorgelegt, was den Innausbau angeht, dass ich ein ganz schlechtes Gewissen habe, was meine Aktionen angeht. Ich könnte, müsste, sollte mehr tun.
Nun denn. Geht gerade nicht. Muss mich mal wieder um das Feingeistige kümmern.
Predigten für nächste Woche. Recklinghausen. Freu mich auch darauf. Jetzt erst mal Mittagessen mit Enno.

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9.April

Porzellanhochzeit. Hatten wir. Am Mittwoch. Das war ein etwas anderer Hochzeitstag. Abends waren wir beim Cirque de Soleil in Bremen. Unglaublich, was Menschen akrobatisch mit ihrem Körper so machen können. An zwei Stellen musste ich vor Angst wegschauen. Dennoch: Ein schöner Abend. Ein unglaublicher Abend. Ein begeisternder Abend.
„Gedenktage“ bieten natürlich die Möglichkeit des Rückblicks. Am Mittwoch waren wir besonders dankbar, dass wir einander haben. Und dass wir über die 20 Jahre so viel Gutes miteinander erlebt haben.
Mehr noch als der Rückblick hat uns der Blick in die Gegenwart gefreut – und das dann besondersam Tag nach dem Hochzeitstag, als wir fast einen ganzen Vormittag miteinander erlebt haben. Wie schön ist es, wenn man einen „Lebensbegleiter“, der/ die einen bedingungslosliebt, an der Seite hat.

Wir können uns auch aktuell noch aneinander freuen und empfinden es als ein großes Vorrecht, dass wir nach 20 Jahren noch so glücklich beieinander sind. Passend zu „Porzellanhochzeit“ kann man natürlich auch darüber nachdenken, wo wir „Porzellan zerdeppert“ haben.

Manchmal habe ja auch ich nicht mehr alle Tassen im Schrank, lasse welche fallen oder schenke meinem Gegenüber ordentlich einen ein. Ich bin Gott von Herzen dankbar, dass wir die christliche Botschaft von der Versöhnung und vom Neuanfang in den vergangenen Jahren immer wieder in unserer Ehe kleine Münze umgesetzt bekommen haben. Glücklich gehen wir in die Jahre, die vor uns liegen.

Glücklich über unsere Ehe, über unser Miteinander, aber auch über unsere Kiddies. Die sind momentan echt gut drauf. Na ja, der Junior ist ….. etwas …. anstrengend. Woher er das nur hat?

Arbeitstechnisch habe ich in den vergangenen Tagen knapp 20 Dateien für das Evangelisationskonzept „Gottes geliebte Menschen“ erstellt. Das war zwar anstrengend, hat aber auch jede Menge Spaß gemacht! Ich freu‘ mich auf den nächsten Einsatz (in Recklinghausen) mit fundiertem Material. Die Woche über saß ich bauch immer wieder mal an der Predigt für die kirchliche Trauung von Bea und Manuel. Morgen ist es soweit.

Und: ich habe gestern Abend unseren Sprinter bestaunt, der gerade von Heiko zu einem wahren Prachtstück veredelt wird. Unglaublich, wie Heiko sich da reinhängt. Unglaublich, welche Ideen er hat. Ich muss nur mein schlechtes Gewissen wegdrängen, dass ich dabei nicht so praktisch helfe. Ich kümmere mich um ein paar organisatorische Dinge. Und um die Außengestaltung … . Schaun wir mal.
Jetzt aber an die Schreibtischarbeit. Heute sogar: gerne doch!


6.April

Herrliche Woche! Viel erlebt. Vergangenen Sonntag haben Stine und ich gemeinsam gepredigt. Das war unsere Premiere. Wie es war? Wir waren ganz munter und zufrieden, wie andere es empfunden haben und was sie davon haben, das müssten sie selbst sagen.
Am Montag ging es mit Janne, Rike, Stine und dem Wohnwagen in die tiefsten Tiefen der ostfriesischen Krummhörn. Wir waren spazieren, schwimmen, im Kino, in der Kunsthalle Emden, haben „extreme shopping“ betrieben, ich habe bei zu wenig Wind versucht den Dollart zu bekiten und wir haben es uns einfach gut gehen lassen. Wegen unseres angefüllten Kulturprogramms konnten wir leider nicht am Umtrunk anlässlich der Einweihung des neuen Sanitärgebäudes auf dem Campingplatz von Upleward teilnehmen. Das war aber auch der einzige Wermutstropfen unseres Kurzurlaubs.
Am Donnerstag hatten wir ihn dann wieder – unseren Wirbelwind Enno, der gemeinsam mit seinem besten Freund und dessen Familie eine Woche auf Malle war. Erfüllt und glücklich kam er wieder. Und hin und wieder hat er uns in den vergangenen Tagen deutlich gemacht, dass er auch ziemlich glücklich ist, wieder bei uns zu sein. Und wir freuen uns auch. Auch, wenn es mit der Ruhe jetzt wieder vorbei ist.
Die Ostertage haben wir in bester Tradition wieder mit Oskar, Beate und Götz erlebt. Am Ostersonntagdann noch weitere liebe Menschen. Besinnung. Gottesdienste. Nachdenken. Klönen. Spazieren. Diskutieren. Bestes Essen und „einfach da sein“.
Nun beginnt wieder der Alltag. Wie wohl vielen anderen Arbeitnehmern geht es mir auch: Gestern Abend beim Einschlafen gingen mir lauter Stichpunkte durch den Kopf. Dinge, die ich bis zu einem bestimmten Zeitpunkt erledigt haben muss. Und dann ist da noch mein E-Mail-Fach, welches vorletzte Woche so schön leer war. Und die Hochzeitspredigt für Bea und Manuel am nächsten Samstag. Und und und. Aber: Warum sollte ich mir den Ballast von morgen schon heute ins Boot holen?
Fange ich also an. Tag um Tag. Nehme ich die Osterbotschaft ernst: Der Auferstandene ist an meiner Seite. Ganz gleich, wie die Tage werden.a


25. März

Drei Tage Ahrensburg. Drei Tage Evangelisation. Drei Tage freundliche Menschen und angenehme Atmosphäre. Die Tage in Ahrensburg habe ich sehr genossen, denn der Kollege und auch die anderen Leute, mit denen ich zusammen gearbeitet habe, waren sehr „entspannt“, professionell und hatte allesamt ein weites und offenes „Herz“.

Die Ausstrahlung der Gemeinde, in der ich gerne zu Gast war, hatte Stil. Alleine vom Gebäude her… . Selten habe ich eine Baptistengemeinde gesehen, die so ansprechend und innenarchitektonisch freundlich gestaltet ist. Da habe ich mich gleich wohl gefühlt. Manchmal überfällt einen in freikirchlichen Räumen der leise Verdacht von Muffigkeit so a la 70iger Jahre. Wenn ich in eine Kirche gehe, dann möchte ich mich da auch äußerlich wohl fühlen. In Ahrensburg war das definitiv der Fall.
Was das etwas sachlich wirkende Verhalten der BesucherInnen angeht, so hat sich das bereits mit dem zweiten Abend gelegt. Ich habe mir gegenüber ein großes Wohlwollen und an den Abenden selbst auch eine offene und „hinhörbereite“ Stimmung erlebt. Dass die Reaktionen, auf eine Symbolhandlung zu reagieren, eherselten waren, das hat m.E. mit mehreren Faktoren zu tun. Man – und auch ich – lernt nicht aus.
Eine kurze Begegnung geht mir nach: Am Sonntagmorgen hatte es kleine zu Geschenken gestaltete Streichholzschachtel als Mitgebsel gegeben, die irgendwann im Laufe der Woche aufgemacht werden sollten. In den Schachteln waren Mut machende Bibelverse. Am Mittwoch kam eine ältere Dame auf mich zu und erzählte mir ganz begeistert, welche Erfahrung sie damit gemacht hatte, am Dienstag in einer bestimmten Situation ihr „Geschenk“ auszupacken. Bibelverse können wirklich eine Hilfe im Alltag sein. Mir geht es hin und wieder auch so, dass mir im Alltag einzelne Verse einfallen. Nicht selten geht dann ein Lächeln über meine Lippen.
Nun sind die Tage in Ahrensburg schon wieder vorbei.
Enttäuschend war der Mittwoch – tagsüber kein Wind. Ich konnte also den Speed 3 nicht ausführlich auf der Ostsee testen.
Jetzt bin ich bis Ostern zuhause. Vielleicht packen wir noch zwei drei Tage der Wohnwagen. Mit den Mädels. Enno ist ja auf Malle (und hatte gestern Heimweh …., der Arme!).
Wir haben gesternentrümpelt. Einen Sprinter 311 cdi hoch und lang voll. Befreiungsschlag!
Heute geht es an den Schreibtisch und auch ein wenig ans Zimmer von Rike. Da soll neue Farbe rein… .


22.März

Es war so bewegt (und anstrengend) wie erwartet. Das Wochenende. Und schön.Sehr schön. Am Samstag sind wir ganz früh nach Münster gefahren, um dort die Kinder bei ihrerTante abzuliefern.
Sie hatten ein definitiv sehr sehr schönes Wochenende, haben viel erlebt und waren dann am Sonntag ganz glücklich. Stine und ich sind nach dem Abliefern nach Osnabrück gefahren und haben dort einen wunderschönen Hochzeits-Festtag mit Bea und Manuel erlebt (die kirchliche Hochzeit folgt in drei Wochen). Wir haben geklönt, gefeiert und gelacht, wir haben geschlemmt, getrunken und und und. Ein herrlicher Feier-Tag!

Dass wir erst um 2 Uhr nachts ins Bett sind und ich um kurz vor 7 nach Ahrensburg los musste, das war etwas hart. Und: ich musste während der predigt auch tatsächlich 2 x eine Passage doppelt lesen, um den richtigen Sinn hinzubekommen. Sowas sollte man nicht zu oft machen.
Der Gottesdienst war rund und schön, aber ich bin mir nicht ganz sicher, ob der Funke gesprungen ist. Das werde ich dann heute Abend merken, wenn der erste Vortragsabend stattfindet. Vielleicht ist es auch nur die etwas hanseatische Art, die einem rund um Hamburg begegnet. Ich freue mich auf die Tage in Ahrensburg. Ich freue mich eigentlich immer auf Evangelisationen.

Die Abwesenheit von der Familie hält sich dabei auch in Grenzen. Heute Nachmittag fahre ich los und Mittwochnacht komme ich wieder. Enno fliegt morgen nach Malle. Mit der Familie seines Freundes. Seine Vorfreude ist fast unbändig. So wie meine. Am Mittwoch werde ich nämlich endlich den Speed 3 fliegen. Auf der Ostsee. Manchmal sagt meine Frau „Spielkind“ zu mir. Sie weiß ja nicht, wie ernst es mir mit den Kites ist ….Doch, doch, das weiß sie.

Nun aber noch an inhaltliche Arbeit. 1 Predigt (für Sonntag) und Inhaltliches für ein AK-Treffen am Dienstag.


18.März

Das freut mich schon. Macht mich stolz. Gibt mir warme Gefühle. Stine und Janneke haben gemeinsam musiziert. Beim Benefizkonzert für Haiti. Die Grundschule, in der alle unsere Kinder waren, bzw. Enno noch ein paar Wochen ist, hat ein Benefizkonzert veranstaltet. Im Kirchenraum unserer Gemeinde. Stine und Janne haben ihre Sache echt prima gemacht, auch wenn das Blatt von Jannekes Klarinette nicht ganz gut eingespielt war – oder sie beim Anblasen Fehler gemacht hat. Nun denn. Schön war‘s. Ein nettes Programm hatten die Schule und ein paar Gemeindeleute da zusammen gestellt.
Und heute ist Abspanntag. Zumindestbei Stine und den Kindern. Ferien. Da wird gegammelt und erst mal nichts getan. Besonders Stine gönne ich das. Ich habe den ganzen Vormittag über mal wieder versucht, meine beiden E-Mail-Konten zu leeren. Das hat auch fast ganz geklappt.
Ab jetzt kann ich mich so langsam mal an die vier inhaltlichen Sachen machen, die noch anliegen. Ab Sonntag geht es nämlich nach Ahrensburgzum Gottesdienst und dann ab Montag zu drei „evangelistischen Abenden“.Ich bin gespannt drauf, insbesondere, weil ich neue Themen vorbereitet habe und noch vorbereite. Der Traum kommt dann hoffentlich am Dienstagnachmittag, wenn ich von Ahrendburg aus an die Ostsee fahre, um den Speed 3 zu testen. Vielleicht ergibt sich ja aber vorher (morgen?) noch eben eine Möglichkeit, um mal eben an die Nordsee zu ballern.
Die Familie geht auf Ferienstandby-Modus und ich werde noch gut eine Woche durchziehen. Mal schauen, wie das so miteinander geht.
Am Wochenende werden wir dann gemeinsam auf Tour gehen und uns zeitweilig trennen: Während Stine und ich zur Hochzeitsfeier von Bea und Manuel gehen, werden die Kinder bei ihrer Tante in Münster sein. Sonntagmorgen fahre ich dann in Richtung Hamburg und Stine nach Münster.
Nachmittags treffen wir uns wieder in Oldenburg. Bewegtes Wochenende. Aber schönes Wochenende. Zumindest teilweise gemeinsam. Das ist mir zur Zeit sehr wichtig.
Und jetzt ran an die inhaltliche Arbeit …

15.März

„Das Leben ist ein Ostergarten!“ Meine Güte, hat das einen Spaß gemacht. Ich war in Gütersloh zum Gottesdienst. Ein Eröffnungsgottesdienst für den Ostergarten. Und ich habe eine Predigt vorbereitet, die an den Stationen des Ostergartens entlang gegangen ist. Das hat Spaß gemacht.

Ich bin den Passionsweg in Gedanken abgegangen. Und das halten der Predigt war auch klasse.Ich glaube, ich werde diese Predigt nochmal überarbeiten. Oder Stine überarbeitet sie. Und dann halten wir sie gemeinsam. Könnte in 14 Tagen passen. Gütersloh – eine total schöne Kirche. Ein runder Gottesdienst. Nachmittags wolle ich dann einen Besuch in der Nähe machen. Der war aber nicht da.

Also ab ins Cafe und anschließend in eine Pizzeria. Das ist schon bekloppt und einsam an meinem Job. Dass ich manchmal einsam irgendwo rumhocke. Bevor ich aber an solchen Tagen Trübsal blase, klappe ich immer mein Laptop auf und arbeite. Ich habe den Sonntag nicht geheiligt. Knapp 5 Stunden am Rechner haben dann aber doch für eine bestimmte Befriedigung gesorgt. U.a. habe ich Gottesdienstabläufe und Anspiele für „Gottes geliebte Menschen“ geschrieben. Das hat auch Spaß gemacht.

Das Konzept gefällt mir und deswegen arbeite ich dann auch gerne daran weiter.
Abends dann noch ein evangelistischer Abend in Gütersloh. Um Kurz vor 23 Uhr dann wieder zuhause. Ein Tag ohne Stine und die Kinder. Schade, sehr schade. Um so schöner, dass Stine noch wach im Sessel vor dem Kamin saß, als ich kam. Tut gut.

Heute startet eine neue Woche. Ich werde es langsam angehen lassen. Habe zu viele Stunden durchgezogen am Wochenende. Werde ein paar schöne Dinge erledigen. Und ….. den Sprinter holen.
Spielkind. Macht nichts. Muss mal sein!



10.März
Die Schaumburger Nachrichten hätten gestern ihren „Fall Käßmann“ haben können. Vielleicht mit der Schlagzeile: „Gemeindeleiterin der Baptisten zieht Gastpastor aus dem Verkehr“. Peinlich war es mir schon.

Dann habe ich, dann haben wir herzhaft gelacht. Ich bin zur Zeit in Stadthagen. Evangelisation. Echt klasse. Mittags war ich bei meinem Kollegen zum Essen. Auf dem Rückweg werde ich von einer Polizeistreife rangewunken. Die Polizistin kenne ich. Es ist die Gemeindeleiterin der netten Gemeinde in Stadthagen. Sie hat an den vergangenen Tagen das Programm mitgestaltet. Wir kennen uns aus den gemeindlichen Veranstaltungen. Jetzt haben ihre Kollegen mich innerorts gelasert.

11 km/h zu schnell.Ein kleines Bußgeld. Dennoch ärgerlich. Aber auch lustig. Was tue ich sofort, um mich zu rechtfertigen? Ich erzähle ihr und ihren Kollegen, dass ich seit über zwei Jahren „clean“ bin. Mein schlechtes Gewissen schlägt zu. Ich will mich in ein besseres Licht rücken. Seltsam, dass man, dass ich das muss.

Heute treffe ich bei einem Einsatz mit der aufblasbaren Kirche auf dem Marktplatz von Stadthagen eine Kollegin der Polizei-Gemeindeleiterin. Sie erzählt mir, dass ihre Kollegen im ersten Moment noch überlegt hatten, eine Drogenkontrolle bei mir durchzuführen. Sie hatten das mit den „zwei Jahre clean“ eben mit ihren Ohren gehört.

Man erlebt schon was. Und seit heute benutze ichmeinen Tempomat auch wieder innerorts.

Die Tage in Stadthagen sind echt klasse. Vom Sonntag habe ich ja bereits geschwärmt. Montag und Dienstag waren nicht weniger gut. Und sogar noch besser besucht. Und viele Gäste. Unglaublich. Auch für viele Leute aus der Gemeinde überraschend. Damit hatte man so nicht gerechnet.

Es ist wohl aufgegangen, dass nicht tausende in die Werbung geflossen sind, sondern „nur“ Postkarten gedruckt wurden. Diese wurden eben persönlich weitergegeben.

Die Aktion mit der aufblasbaren Kirche am heutigen Tag war wohl auch ein voller Erfolg. Wir hatten den ganzen Vormittag über zu tun. Leute kamen vorbei, schauten rein, kamen kurz oder lang ins Gespräch. Echt klasse. Wobei: Bei so langer Zeit mit Minustemperaturen bin ich jetzt etwas durchgefroren. Ich freue mich richtig auf heute Abend. Ich bin sehr gespannt auf die Reaktionen. Und ich freue mich auf Mitarbeiter, die echt fröhlich und motiviert sind. Denen man abspürt, dass sie das, was sie machen, gerne machen.

Na und dann freue ich mich riiiiiesig auf zuhause. Vielleicht werde ich Stine heute Nacht noch kurz sehen (falls ich vor Mitternacht zuhause bin). Und morgen machen wir einen gemeinsamen freien Vormittag. Herrlich.






8.März
Der schönste Freitag und Samstag seit Monaten liegt hinter mir. Freitag 10.30Uhr: Mit Stine alleine im Auto Richtung Holland. Klönen, Zeit, Ruhe. Holland. Dann Hindeloopen. Ein herrliches Zimmer mit Blick auf die Weide bei Cobie. Bed and Breakfast. Ihr Haus und Hof sind für mich so etwas wie eine zweite Heimat geworden. Ich tippe, dass ich im Laufe der letzten 10 Jahre so um die 20 x da war. Und Cobie macht es immer schöner. So ein schnuckeliges Haus, so ein cooler Campingplatz. Respekt vor dieser alleinerziehenden Frau, die einen Wirtschaftsbetrieb nach ihren Vorstellung hochzieht.
Angekommen in Hindeloopen. Erstmal gut anderthalb Stunden mitten am Tag schlafen. Scheint nötig gewesen zu sein. Spaziergang durch Workum, Kaffee und Kuchen in einem granatengemütlichen Cafe. Spaziergang. Kurze Lesepause. Vielleicht doch schon um 20 Uhr einschlafen?
Nee, gehen wir noch was essen.
Herrlich langes Frühstück. Spaziergang durch Hindeloopen. Bei Sonnenschein. Vertraute Gebäude. Sogar vertraute Gesichter beim „Coopman“. Einen Happen essen. Na und dann …., bei 2 Grad plus aufs Ijsselmeer. Es geht doch nichts über einen soliden Trockenanzug! Die Saison ist eröffnet.
Grinsen, als ich an den Strand komme. „Ach, der Pastor ist auch da!“ Stine wundert sich. Ich mich auch. Nein, ich sehe nicht so bekloppt nach Pastor aus, dass man es mir aus weiter Entfernung ansieht (oder?). „Man“ kennt sich in der kleinen überschaubaren Workum-Djerba-Szene. Lächeln muss ich schon. Und ein wenig gebauchpinselt bin ich. Na ja, und dann gut eine Stunde Eisschollen-Kiten. Hammer! Unbeschreiblich, wenn man bei Sonnenschein an Eisplatten, die sich übereinander geschoben haben, vorbeikitet. Unvergesslich. Beeindruckend. Das hat mich schon sehr sehr fröhlich gestimmt.
Das Beste, die Beste war aber Stine.
Wir haben die Zeit miteinander dermaßen genossen. Ausgespannt. Geklönt. Nach dem Kiten ein wenig Shoppen. Essen gehen. Geld weghauen. Danach auf dem Rückweg noch in die Therme in Nieuweschans. Und da trifft man Leute. Liebe GJW-NWD-Leute. Die Welt ist noch kleiner als ich dachte.
Seit Sonntag dann wieder der ganz normale Alltag. Schöner Alltag (wobei ich Stine und die Kinder nach einem solchen Kurzwochenende schmerzlicher vermisse als sonst; so gesehen sind solche Wochenenden dann auch wieder hart; oder weich im Nachhinein. Tränenweich beim Abschied.
Jetzt also Evangelisation in Stadthagen. Das hat vielleicht „Freude“ gemacht. Spaß. Ein schöner Gottesdienst und ein aus meiner Sicht noch schönerer Abend. Ganz toll von der Gemeinde vorbereitet. Und ich mache ja nicht lieber als predigen (na ja, die Idealkombi wäre Predigen auf dem Kiteboard, aber lassen wir das der Umwelt zuliebe….).
„Welchem Stern kann ich trauen?“ war gestern Abend das Thema. Im Programm haben wir auch einen Blick ins Universum geworfen. Irgend ein toller Youtube-Film, der die Ausmaße des Universums veranschaulicht. Es ist schon was, dass ich mitten in diesem Universum glauben kann, dass es einen Schöpfer gibt. Und dass der es auch noch mit mir zu tun haben will.
Es hat mir Riesenspaß gemacht, da einen Dreh dran zu finden. Vom Schöpfungsbericht über den Auszug aus Ägypten bis zum babylonischen Exil
und zum Kreuz Jesu. Mag sein, dass nicht alle Anwesenden den Gedankengang verstanden haben. Ich habe mir selbst gepredigt. Das tat gut.
Glücklich über einen schönen Abend bin ich dann nach Hause gefahren, um heute die Kinder und Stine zu sehen. Heute Abend fahre ich dann bis Mittwochabend wieder nach Stadthagen.
Heute ein wenig Papierkram und dann ein Stündchen mit der Familie. Wie schön.


4.März

Rike ist seit gestern 12 und Enno versucht sich auf seiner Gitarre mit „Smoke on the water“.Die Zeiten ändern sich. Es ist schön mit anzusehen, wie die Kiddies selbständiger, eigenverantwortlicher und auch „eigener“ werden. Rike hatte ein paar Freundinnen zu Besuch. Ein Geburtstag so zwischen Kindergeburtstag und Party. Nicht mehr, aber eben doch noch nicht.
Inhaltlich bin ich momentan ganz auf eine Evangelisation eingestellt, die am Sonntag in Stadthagen beginnen wird. Ich muss noch gut was schaffen, um nicht nur Altes zu sagen oder aus der Kiste zu zaubern.Das ist etwas herausfordernd.
Besonders nett und intensiv war gestern ein Treffen mit Julia. Wie gut, wenn man Klartext reden kann. Gemeinsam planen ohne Rücksicht auf Verluste. Es ging um die Ausstellung für ewigkite.de. Man darf gespannt sein.
Bevor es am Freitag und Samstag in Ruhe mit meiner Liebsten auf Tour geht (Hindeloopen, vielleicht komme ich ja zum ersten mal in diesem Jahr aufs Wasser?), die Kinder sind durch die Jungschar „versorgt“, versuche ich heute noch eine Predigt, mehrere Veranschaulichungen, eine AK-Vorbereitung und drei Sponsorenkontakte hinzubekommen. Dann 1 x Autobahn ins Ruhrgebiet. Gegen Mitternacht dann wieder hier. Bevor dann zwei hoffentlich schöne Tage beginnen.

1.März
Zettelchaos. Wenn ich es nicht schaffe, die anstehenden inhaltlichen oder organisatorischen Dinge nach meiner E-Mailliste oder nach einer Erledigungsliste unter Word abzuarbeiten und sich dringende Dinge nach vorne schieben, dann fange ich wieder mit Zettelchen an. 9 Post Its liegen rund um mein Telefon herum und kleben sich dabei nicht nur auf meine Büroutensilien, sondern dummerweise auch auf meine Seele. Ich werde diese Dinge nicht los. Ich komme nicht dagegen an.
Ja, ich habe bisher immer erlebt, dass sich alles irgendwann einigermaßen gut auflöst. Das wird auch diesmal so sein. Aber zu Beginn dieser Woche, in der ich auch viel unterwegs sein werde, so viele Zettelchen zu sehen, das stimmt mich nicht unbedingt fröhlich.
Das Wochenende war aber sehr schön. Nachdem ich am Donnerstag in Elstal gewesen war, hatte ich am Freitag noch mal Ruhe, um wenigstens zwei Zettelchen abzuarbeiten. Samstag und Sonntag habe ich dann – abgesehen von jeweils 3 Stunden-nichts getan. Na ja, geputzt und gekocht, einen netten Teeny-Geburtstag von Janneke miterlebt und über dies und das nachgedacht.
Ich habe auch „Die Hütte“ zu Ende gelesen. Entgegen der Erwartungen zu Beginn des Buches erhält es jetzt am Ende doch nur die Gesamtwertung 3-4. Irgendwann ging mir der Stil auf die Nerven und auch die inhaltlichen Aussagen wurden mir zu banal. Ich hatte den Eindruck, dass der Autor offen angefangen hat, um dann gegen Ende doch wieder in evangelikales Gewässer zu schippern. Und diese Gewässer sind für mich nicht mehr die Wege, auf denen ich mein lebensboot entlang schippern lassen will. Dennoch: Die Theodizee-Frage (warum lässt Gott das zu?) ist in diesem Buch mal so angegangen, dass ich selbst eine leise „Erklärung“ dafür habe. Nichts Neues, aber anders ausgedrückt.
Ich werde mich jetzt nicht mehr drücken. Vor den Zettelchen.




22.Februar
Ein herrlicher Sonntag liegt hinter uns. Gottesdienst in Veenhusen und dann ein leckeres Essen, ein prima entspannter Klönnachmittag und einfach die zeit verstreichen lassen mit Familie W. (der Name ist der Redaktion bekannt, wird aber aufgrund wiederzuerkennender Namen rund um Kaffeenmaschinenfunktionsstörungen nicht genannt).
Entspannt, locker, alles ist gut. Und es steht fest, dass ein Traum in Erfüllung geht. Wir kaufen. Was, das verrate ich noch nicht.
Morgen geht es nach Elmshorn, am Dienstag hat rike ihren Oldenburger Vorlesewettbewerb, am Mittwoch feiert Janneke ihren 14.Geburtstag, am Donnerstag werde ich in Elstal sein.
Und ich lese weiter "Die Hütte". Mal begeistert, mal nachdenklich, mal nicht so angetan.
Die Idee aber, Gott in drei unterschiedlichen Personen erscheinen zu lassen, die jeweils die Züge biblischer Aussagen über Gott tragen, finde ich schon genial. So verständlich. Und es ist schon putzig auf welche Kleinigkeiten der Autor geachtet hat. Obwohl ich noch 100 Seiten zu lesen habe, kann ich jetzt schon mal sagen, dass ich das Buch wohl allen Leuten empfehlen werde, die sich Gedanken über die Dreieinigkeit Gottes und über das Leid der Welt oder über persönliches Leid machen.



23.Februar
Ich merke gerade, dass ich Hoffnung und starke Nerven brauche, was meine Arbeit angeht. Da kam vor 10 Tagen ein Brief der „oberen“ Baptisten, dass der BEFG (Bund Evangelisch Freikirchlicher Gemeinden) Finanzsorgen hat wie seltenzuvor, dass drastische Spar- und Spendenmaßnahmen eingeleitet werden müssen und dass ggf. heftigste Maßnahmen getroffen werden müssen, und ich reise durch die Lande und bin ein projektbezogener Mensch . In fast jedem AK geht es um ein konkretes Projekt. Und konkrete Projekte brauchen immer auch konkrete Euronen. Von ewigkite über „Gottes geliebte Menschen“ bis hin zu „buten un binen“. Es wäre schon schön, wenn man mal Projekte anschieben könnte, ohne dabei auf der Heimfahrt mit der nagenden Frage beschäftigt zu sein, woher denn das Geld kommen soll. Megaleere Kassen und zugleich neue Projekte. Sicher, ich könnte auch „einfach“ Seminare und Schulungen machen. Damit könnte ich auch zufrieden sein. Ich habe aber eben den Eindruck, dass neue Projekte in unserer so abwechslungsreichen und vielfältigen Zeit auch immer wieder gut und „dran“ sind. Ein Wunder ist gestern dann doch geschehen. Es war AK in Norddeutschland. Ergebnis für mich: Gelder auftreiben und Konzept überarbeiten etc. pp.. Sorgen. Abends gegen 22 Uhr kommt eine Mail von einem Menschen, den ich lange nicht gehört oder gesehen habe. Dies und das, und: Eine Spendenansage im vierstelligen Bereich für „buten un binnen“. Ich war überrascht. Läuft nicht immer so, aber wenn es so läuft, bin ich auch Menschen und Gott sehr dankbar.
Heute ein Schreibtischtag, unterbrochen vom Vorlesewettbewerb von Henrike. Oldenburgs Schulbeste treten gegeneinander an. Die große Schwester hatte es geschafft. Die arme „Kleine“ steht vermutlich ziemlich unter Druck. Schaun wir mal. Hörn wir mal.

16.Februar
„Buoah, bin ich kaputt!“ Sonntagabend, die letzten Arbeiten an den Bildern sind erledigt. Morgens ging es um 8 Uhr los ins nahegelegene Ostrhauderfehn. Eine kleine neue Gemeinde.Aufbau des Fotostudios in den Räumen der Gemeinde ab 9 Uhr. 10 Uhr Gottesdienst. Halb 12 ging es mit den Fotos los. Bis kurz nach 5. Fahrt nach Hause. Bildbearbeitung. Buoah, war ich platt.Predigen und dann noch gut 6 Stunden Portraits machen. Und ich habe längst nicht an alles gedacht, was ich so gelernt habe. Es war einfach zu viel los. Aber schön war es.
Ich denke mal, dass das Projekt „Gottes geliebte Menschen“ eine schöne runde Sache werden wird. In Ostrhauderfehn werde ich nur noch am Mittwochabend einen Abend gestalten. Dann sind die gut 60 Portraitaufnahmen in A4 vergrößert und werden ausgestellt. Mein Thema am Abend: „Gott, bin ich schön?!“ Die Predigt habe ich im Kopf fast fertig. Jetzt muss sie im Laufe des morgigen Vormittags nur noch in die Tasten gehauen werden. Na ja, mit Formulierungen ringe ich manchmal schon noch.
Ich freue mich auf die Ausstellung. Und ebenso auf den Abend und die Predigt.
Vor Ostrhauderfehn war ich in Recklinghausen. Und in Erkrath. Diese Woche ist ruhiger. Heute morgen ein schönes und offenes Pastorentreffen in Westerstede und die nächsten Tage werden Schreibtischtage. Am Freitag dann noch einmal auf Tour. Und am Sonntag dann in Veenhusen. Da treffe ich Heiko wieder. Den treffe ich auch morgen. Und wir träumen unseren Traum weiter, der greifbar nahe scheint. Und der auch gut sein wird für ewigkite.de Aber immer langsam. Die Traumergebnisse werden dann auf dieser Seite vorgestellt.
Inhaltlich beschäftigt mich gerade das Buch „Die Hütte“. Nachdem es auf der Spiegel-Bestsellerliste war und es auch in evangelikalen Kreisen für einigen Gesprächsstoff gesorgt hat, habe ich es mir jetzt mal gekauft. Die ersten 100 Seiten habe ich hinter mir. Amerikanisch, ja. Aber nicht soseltsam wie andere amerikanische Bücher, die ich aus dem christlichen Sektor kenne. Manchmal etwas grenzwertig, aber an anderen Stellen auch dermaßen offen, dass es einen vorgeschädigten Europäer mit einjähriger Amerikaerfahrung überrascht, wie weit mancher aus dem Land, auf dessen Geldscheinen (wie widersinnig, wenn man die Aussage Jesu „Man kann nicht Gott und dem Mammon zugleich dienen!“ bedenkt!!!!) „In God We Trust“ zu lesen ist, denken kann. Ich darf gespannt sein … .
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10.Februar

Shox-Gen. Das ist neu. Oder es wurde gefunden und benannt. Ich sitze mit meiner Tochter Henrike bei Prof. Willig in Hamburg, einem Spezialisten für Genforschung. Gemeinsam mit anderen Gen-Freaks betreibt er das Endokrinologikum in Hamburg. Seit sieben Jahren sehen und sprechen wir ihn regelmäßig, um Rike zum Wachsen zu bringen. Und es klappt bestens.

Und jetzt ist die Forschung weiter als vor 10 oder 11 Jahren. Ich erinnere mich, wie Willig vor knapp 10 Jahren sagte, dass die Genforschung enorme Fortschritte macht und dass in den nächsten 20 Jahren viel zu erwarten ist.

Bisher wussten wir, wusste er nur, dass der Kleinwuchs mit einem fehlenden Chromosom zu tun hat. Jetzt hat man das Gen lokalisiert. Shox-Gen. Das hilft Rike wenig, weil ihr ja das Chromosom fehlt, aber es ist schon irre, was das herausgefunden wurde. Als wir ins Gespräch kommen, wird der Prof. ganz aufgeregt. Er fängt an von seinem Gebiet zu sprechen. Engagiert. Begeistert. Echt faszinierend. Ich freue mich über Forscher, die so sehr dahinter her sind, Gutes zu tun.

Und ich freue mich über Rike. Sie wächst wie berechnet und wenn alles gut geht, wird sie sogar 160 cm groß. Das ist doch was – statt 140. Gemeinsam mit Rike habe ich mirim Anschluss noch einen schönen Hamburgtag gemacht. U.a. waren wir im Schwarzlichtviertel. Minigolf bei Schwarzlicht. War nett.

Am Wochenende war ich in Gelsenkirchen-Buer. Seminar. Richtig klasse. Die Gemeinde war engagiert und redefreudig drauf und ich hatte den Eindruck, dass sie sich gut mit dem auseinandergesetzt haben, was ich anregen wollte. Untergebracht war ich beim Kollegen Priebe. Das war vielleicht nett. Humor und Offenheit, Ehrlichkeit und Freundlichsein ohne Ende. Ach, es kann so schön sein.

Mein Arbeitsberg nimmt nicht ab, aber ich gehe momentan ganz locker damit um. Es bleibt eben liegen, was liegen bleibt. Was mich jedoch nervt ist, dass ich meine E-Mail nicht weiter als eine Woche abgearbeitet bekomme. Und ich weiß, dass da noch so manche Mails liegen, die es dringend nötig hätten. Von hinten nach vorne arbeiten? Das wär’s vielleicht.

Was ewigkite.de angeht, so geht das Geplane für 2010 so langsam los. Termine, Sponsoren, eine Idee etc. pp. . Ich bin gespannt. Manche Sponsorengespräche sehen ganz verheißungsvoll aus. Jetzt aber wieder Gedanken weg von den Kites, hin zu den Höhen und Tiefen gemeindlicher Schulungen und Inhalte.
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4.Februar

Ich stehe am verschneiten Strand auf Römö. Ich habe einen Drachen in Hand (und leider kein Snowboard unter den Füßen). Ich schaue über das weite Weiß des Strandes u8nd genieße es, den Drachen bei 3-4 bft ohne Sichtkontakt zu fliegen. Eine gute Stunde nehme ich mir Zeit dafür. Kein Mensch am kilometerweiten weißen Strand. Wenn man da nicht zur Ruhe kommt.

Man kommt zur Ruhe, es sei denn, man wird
a) von einer Gruppe sich im Kreis drehender, stöhnender und trommelnder Schamanen genervt (na ja, ganz so schlimm war es nicht, aber doch ein wenig abgespaced … etwa 10 Frauen, die stark vermummt große Kreise im Schnee ziehen, dabei irgendwelche nach Indianerlauten klingende Töne von sich geben und trommeln. Und das in weißer Winterlandschaft. Das ist schon speziell.
Was mich auch auf den Gedanken gebracht hat, dass Christen auch als speziell empfunden werden, wenn sie Lieder mit Orgelbegleitung singen oder bei sog. „Lobpreis“ verzückt die Arme in die Luft werfen und eine Strophe ein Dutzend mal singen und sich dabei einlullen. Daran habe ich mich aber irgendwie gewöhnt. Schneetanzende trommelnde Frauen sind da etwas ungewohnter.

Man kommt zur Ruhe, es sei denn, man wird
b) von einem schamentanzähnelnde vor Freude Bewegungen machenden Freund, der einen nicht auf Römö erwartet hatte, begrüßt. Da stand er plötzlich. Simon. Mitten in Dänemark. Wir trauten unseren Augen nicht. Er macht Urlaub mit Sohn, Frau, Schwägerin und weiteren Verwandten. Und wir eben auch. Beide auf Römö. Das war eine Überraschung. Abends haben wir dann noch einen kurzen Besuch bei Simons gemacht und den halbjährigen süßen Nachwuchs begutachtet. Und Simon hat versucht mit dem Kiteboard zu snowboarden. Ging nicht so gut. Na dann ab auf den Buggy. Ging auch nicht so gut. Es wird Zeit, dass es wieder Sommer wird.

Der Kurzurlaub war klasse. Abhängen in einem urgemütlichen preiswerten Ferienhaus, spielende und sich vertragende Kinder, kein Gedanke an die Arbeit. Lecker essen. Jeden Tag in ein Freizeitspaßbad, das auch für die Eltern was zu bieten hatte: Sauna, drei Tage hintereinander. Ein ganz neues Körpergefühl. Abends und auch tagsüber schöne lange Spaziergänge durch unberührte Schneelandschaften und am Strand. Herrlich. Abends der Rotwein und dann früh in die Federn. Und kein Medienkonsum. Glückliche Eltern. Glückliche Kinder.

Jetzt ist der ganz normale Alltag wieder eingekehrt und ich komme nicht gegen die E-Mail-Flut an. ich habe den Eindruck, dass die Leute wieder in die Aktivphase gekommen sind. Weihnachten und Neujahr ist vergessen und jetzt geht es so richtig los. Ich habe da so ein paar Problemeanzugehen. Es kracht und zofft an vielen Stellen. Unter anderem dadurch, dass ich mir durch meine Art und durch meine Theologie mal wieder Gegenwind eingefangen habe. Nun denn. Da muss ich wohl durch. Im Moment habe ich aber gar keinen Bock auf innerlichen oder äußerlichen Stress. Ich würde viel lieber wieder nach Römö.
Heute habe ich wegen der Witterungsverhältnisse einen Termin in Elmshorn abgesagt. Aber morgengeht es dann bis Sonntag wieder mal auf Tour. Gelsenkirchen. Bis dahin werde ich versuchen, x inhaltliche Dinge abzuarbeiten und meinen Sorgenberg ein wenig abzutragen. Schaun wir mal.
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28.Januar


Nun bin ich heute doch nicht den ganzen Tag unterwegs. Eigentlich sollte ich in Berlin sein, wenn aber der Chef krank ist, dann sind auch die Mitarbeiter nicht so gefragt :).

Ich habe keine Zeit gewonnen. Der Termin wurde lediglich auf gesunde Tage verschoben.

Das gibt mir die Chance, heute Nachmittag und Abend doch ins Rheinland zu fahren, um endlich wieder einmal die Landesverbandsleitung aus dem Rheinland zu treffen. und das auch noch mit schönem Anlass.

Die Passionskalender für das Rheinland sind fertig. Auch wenn es ziemlichen Druck mit dem Druck gab und ich auch ein paar Schiffe versenkt habe (wieviele Tage hat die Passionszeit? Wenn ein Pastor das nicht aus dem Stand weiß, dann ist es schon gefährlich. Nein, nicht 40! 47 Tage. Was macht man dann aber mit einem Kalender, der aus 40 Tagen besteht und der bereits gedruckt ist? ... man schreibt erstmal an seine Haftpflicht).

Heute Nacht werde ich so gegen 1 Uhr wiederkommen und morgen geht es dann bis Dienstag nach Dänemark. Zeugnisferienkurzurlaub mit der Familie. Ferienhaus. Kamin. Eiseskälte. Mountainboard fahren. Essen. Schwimmbad. Abschalten.

Ich freu' mich drauf!

25.Januar

Vorgestern Essen-Borbeck. Gestern Wildeshausen. Heute Lüneburg.
Der Kilometerzähler surrt mal wieder.Manche der Kilometer waren sinnvoll. Am Freitag habe ich mich mit Stine ins Auto gesetzt, um nach Essen zu fahren.
Abends habe ich mit einem Seminar angefangen, wir haben uns noch eine schöne Zeit gemacht und am Samstag hat sich dann Stine eine noch schönere Zeit gemacht, während ich das Seminar hatte.
Es ging (mal wieder) darum, wie das Evangelium zu den Menschen kommt. Das war mal wieder interessant. Ich habe (mal wieder) festgestellt, dass die „Methode der Evangelisation“ komplett vom Schriftverständnis (wie verstehe ich die Bibel? Wie lege ich sie aus?) abhängt.

Die Frage ist nämlich immer, wie ich die Menschen sehe, mit denen ich zu tun habe. Wie begegne ich ihnen? Habe ich etwas, das sie nicht haben und mit dem ich sie unbedingt beglücken muss? Müssen sie erst so werden, wie ich bin (au weia!), um zu verstehen, worum es beim Glauben geht? Oder können auch Nichtchristen einfach so dabei sein oder auch mitarbeiten bei dem, was wir Gemeinde nennen? Es ging mal wieder ans Eingemachte und ich bin sehr gespannt, wie es mit der Gemeinde vor Ort weiter geht, was diese Diskussion angeht.

Herrlich, dass Stine mal erlebt hat, wie und was ich inhaltlich arbeite und auch, was es bedeutet, nach einem solchen Seminartag noch gut zwei Stunden im Auto zu sitzen, um nach Hause zu fahren.
Gestern dann ein Gästegottesdienst zum Thema „Ich krieg‘ die Krise! Was nun?“ in Wildeshausen. Echt klasse gemacht. Inhaltlich aber auch nicht ganz einfach für mich. Mal einfach so über Krisen zu sprechen, ohne dabei zu irgendwelchen oberflächlichen Patentrezepten zu greifen, was den Umgang damit angeht.

Dann ein netter Familiennachmittag mit Besuch bei lieben Leuten. Ein einjähriger Sohn. Fröhlich. Zutraulich. Auf mir rumkletternd. Nein, war das herrlich. So unmittelbar. So herzig. Ich konnte mich kaum von ihm trennen.

Jetzt liegt die neue Woche vor mir. Schreibtisch (ich will unbedingt innerhalb der nächsten drei Tage ein Begleitheft für einen Passionskalender fertig kriegen) und Kilometer. Heutegeht es wegen einer Gemeindegründungsinitiative in Boizenburg nach Lüneburg. Morgen ein Treffen mit einer „Bischöfin“, übermorgen mit einer Gemeindeleitung und Donnerstag dann mit Chef und Co in Elstal/Berlin. Das wird schon alles. Ich freue mich auf Vieles. Und dann auch auf die Tage mit meiner Familie in Dänemark. Zeugnisferien. Jetzt aber erst mal diese Woche!

13.-15.Mai

Der Weg aus Deutschlands Norden nach München zum 2.Ökumenischen Kirchentag ist weit.
Erst spätnachmittags komme ich aus Oldenburg los und werde auf der Autobahn hin und wieder von Fahrzeugen überholt, die das Kirchentagplakat im Rückfenster haben. Ein Hinweis darauf, dass ich die richtige Richtung eingeschlagen habe und dass mit mir viele andere Christen auf dem Weg zum größten Christentreffen Europas sind.

Kurz nach Mitternacht fahre ich bei Augsburg an eine Raststätte, klappe im Auto meine Matratze aus und lege mich für gut fünf Stunden schlafen. Geweckt werde ich gegen 6 Uhr von einer Horde Pfadfinder. Ein eindeutiges Zeichen, dass der Kirchentag nur noch ein paar Kilometer entfernt ist.

Vielen tausend freundlichen Pfadfindern werde ich in den nächsten Tagen begegnen.Siewerden schleppen undschuften, tragen und trällern, heben und helfen, wo sie nur können.Im Waschraum der Raststätte ergibt sich ein erstes freundliches Kirchentaggespräch. Die Pfadis und der baptistische Pfaffe sind sich einig: Wir freuen uns auf den Kirchentag!

Kurz vor München dann eine Sendung im Deutschlandfunk über den Kirchentag. Wie denn die Kirche angesichts der Missbrauchsfälleund der grundlegenden Vertrauenskrise überhaupt Hoffnung haben kann. Das Motto des ÖKT laute doch „… damit ihr Hoffnung habt“.Die Vertreterin des Kirchentagpräsidiums antwortet ruhig und gelassen. Sie redet nichts schön, macht deutlich, dass alle Menschen fehlbar sind. Auch Christen.Als ich in München vor der Baptistengemeinde den Motor ausstelle ist das Interview noch nicht zu Ende. Ich bleibe sitzen und höre eine von Nachfragen unterbrochene kurze Spontanpredigt einer beredten Christin. Minutenlang spricht sie über Jesus Christus, den Grund aller Hoffnung. Sie entfaltet, wie christliche Hoffnung im Alltag konkret wird, dass Menschen bei Gott immer neu anfangen können und dass sie deswegen Hoffnung für Einzelne, aber auch für Kirchen und Gemeinden habe. Radio-Interviews können sehr Mut machend und erbaulich sein.

Erbaulich geht es auch weiter. Gemeinsam mit Mitarbeitern aus München richte ich eine Stunde später die Aufblasbare Kirche des BEFG ganz in der Nähe des Stachus auf, direkt in der Münchner Fußgängerzoneauf.Ein norddeutscher und ein paar bayrische Baptisten können wider alle Sprachbarrieren praktisch zusammenarbeiten und dabei sogar jede Menge Spaß („Freudigkeit“) haben.Das wird mich der Kirchentag in den nächsten Tagen noch des Öfteren lehren: Wenn man sich im Praktischen zueinander hinneigt („Konvgergenz“) dann entsteht Freude.

Den Eröffnungsgottesdienst des ÖKT erlebe ich mit gemischten Gefühlen. Die Gemeinschaft des Gottesdienstes wirkt stärkend. Die Worte vor und nach dem Gottesdienst haben es für mich aber in sich. Ein Grußwort des Papstes wird verlesen. „Es gibt das Unkraut gerade auch mitten in der Kirche und unter denen, die der Herr in besonderer Weise in seinen Dienst genommen hat." Er lässt die Hörer seines Briefes auch fragen, wie viel Unkraut in ihnen selbst sei und ob man sich von Gott "ändern und heilen" lassen wolle. Während des Gottesdienstes denke ich über mein Unkraut nach. Ich werde wieder sehr aufmerksam, als Bundespräsident Köhler sich nach dem Gottesdienst an die Teilnehmer wendet: „Wenn Christen zusammenkommen, ob im Gottesdienst oder auf dem Kirchentag, dann bekennen sie voreinander und vor Gott ihre Schuld, dann bitten sie um die Kraft zur Erneuerung und Umkehr, dann bitten sie um Gottes Gnade. Das ist heute wichtiger denn je.“

Nachdenklich schließe ich mich dem Strom der Zehntausenden an, die sich unter Begleitung bayrischer Marschmusik in Richtung Innenstadt zum Abend der Begegnung aufmachen. Welch‘ ein Wechsel der Stimmungen und Gefühle. Eine Stunde später tauche ich in die Masse der fröhlichen Kirchentagbesucher ein, treffe die ersten Bekannten und freue mich über den großen Ansturm auf die Ausstellung in der Aufblasbaren Kirche. Ich schlendere durch die überfüllte Innenstadt und spreche dann lange mit einem katholischen Kollegen über die Erfahrungen mit seiner „rollenden Kirche“, ein zur Kirche umgebauter Bauwagen. Jeder ist auf seine Weise in Sachen Evangelisation unterwegs. Wir freuen uns über das Kennenlernen und verabschieden uns herzlich, so, als ob wir uns schon seit Jahren kennen würden.

Fulbert Steffensky. Ich wollte ihn schon immer einmal hören. Seine Veröffentlichungen sind Schwarzbrot für meine Spiritualität. Seine Bibelarbeit zur Geschichte des Regenbogensenthält für mich auch etwas Weißmehl. Dennoch gehe ich gestärkt und zuversichtlich in den Tag. Steffensky hat es geschafft, einen bekannten Text unter Einbeziehung vieler problematischer Lebens- und Weltsituationen so auszulegen, dass ich Hoffnung für mich selbst und für Gottes geliebte Weltmit aus der Veranstaltung nehmen kann. Noch einen weiteren Theologen wollte ich schon immer einmal hören. Und dann auch noch zu einer Frage, die ich mir selbst immer wieder stelle: „Wie Glauben leben?“ Was ist die Mitte des Christseins? Ich mache mich auf dem endlos erscheinenden Messegeländeauf den Weg zu Halle C 1 und treffe drei baptistische Kollegen, die allem Anschein nach auch ihre wahre Freude an den christozentrischen Ausführungen Küngs, an seinen kritischen Spitzen und seinen Bonmotshaben. Eines erinnere ich: „Ich kann mir Jesus beim besten Willen nicht beim Pontifikalamt in Rom vorstellen.“

Gestärkt durch die fundierten biblisch-theologischen Gedankengänge dessympathischen und Weisheit ausstrahlenden Theologen, der sich nach meinem Empfinden allerdings manches Mal auch in seiner Revoluzzer-Rolle selbst etwas zu sehr gefällt, mache ich mich auf den (wieder endlos erscheinenden) Weg durchs Messegelände zu einem Thema, das in manchen unserer Gemeinden zu kleinen oder größeren Revolutionen geführt hat.

„Gemeinschaft in der einen Taufe“. Die Moderatorin begrüßt die Teilnehmer, unter denen sich ausgesprochen viele Baptisten befinden, mit dem Bibelvers „Ein Herr, ein Glaube, eine Taufe“ aus Epheser 4,5. Professor Raiser erläutert das „Magdeburg-Dokument 2007“ zur gegenseitigen Anerkennung der Taufe, welches u.a. die Baptisten nicht unterzeichnet haben. Ivo Huber, Kirchenrat aus Bayern und Professor Strübind, Oldenburg, erläutern gemeinsam das „Konvergenzpapier“ und dann erklärt Professor Mannion den Teilnehmern die Entstehung und Praxis eines interkonfessionelles Taufzertifikats in Irland. Es folgt ein Podiumsgespräch, an dem auch der Präsident des BEFG, Hartmut Riemenschneider, beteiligt ist. Differenziertund von den Zuhörern interessiert verfolgt reagiert er auf die Fragen aus dem Publikum. Er erläutert das baptistische, kongregationalistische Gemeindeverständnis und verweist u.a. auf den Gesprächsstand innerhalb des BEFG. Mit dem Gedanken, dass das Miteinander der Konfessionen in der Praxis häufig schon gelebt wird, dass jedoch die Theologen und Gemeinden, bzw. Kirchenleitungen noch einen weiten Weg vor sich haben, mache ich mich auf den noch weiteren Weg zur Halle, in der ich den Abendsegen miterleben möchte. Stille. Gebete. Gesang.
Das Erleben der Einheit „in Christus“ runden meinen inhaltlich intensiven Tag ab und lassen mich zur Ruhe kommen.

Spätabends treffe ich mich noch mit einem Freund im Ratskeller. Wir sprechen über unsere persönlichen Sorgen und Nöte. Schweigend treten wir dann wieder in den Trubel der vom Kirchentag geprägten Innenstadt. Von einer Bühne in der Nähe höre ich tröstende Bibelworte. Ein paarhundert Meter weiter singen tausende Christen „Herr, bleibe bei uns, denn es will Abend werden“. Dankbar suche ich mein Nachtquartier auf.

An den nächsten beiden Tagen arbeite ich am Stand des BEFG in Halle 5 A mit. Der schicke Stand wird belebt durch motivierte Mitarbeiter,die für Gespräche zur Verfügung stehen. Der Infostand wird auch zum Treffpunkt für viele Baptisten, die auf dem ÖKT sind. Familientreffen der Baptisten beim Familientreffen der Christen. Ich habe den Eindruck, dass es mehr Baptisten sind als auf dem 1.ÖKT in Berlin 2003.

Friedbert Neese und ich haben unseren Spaß an der handbetriebenen Apfelschälmaschine, die sich zum Publikumsmagneten des Stands entwickelt und schneiden für unsere Gäste an einem Vormittag gut 400 Äpfel. Fragen wie „Haben die Baptisten das Patent auf diese Maschine?“ bis hin zu theologisch spitzfindigen Fragen werden uns gestellt. In vielen kurzen Gesprächen versuchen wir Antwort zu geben.

Die Anwesenheit des BEFG auf dem Kirchentag ist sinnvoll, denn manches Mal wird vergessen, dass auch die Baptisten zur Ökumene gehören. Sie tanzen zwar nicht nach der Pfeife anderer, haben aber selbst doch eine wunderbare Melodie im Konzert der Konfessionen beizutragen. Und manchmal lernen sie, z.B. auf Kirchentagen, dass das Achten und Ernstnehmen und das Zusammenspiel mit und anderen Melodien eine noch schönere Gesamtmelodie zur „Ehre Gottes und zum Wohl der Menschen“ ergibt.

Am Freitag Nachmittag bin ich selbst Podiumsgast im „Geistlichen Zentrum“. Kollege Schacht aus Augsburg moderiert eine Veranstaltung, in der es um Fragen der eigenen Spiritualität geht. Ich erzähle, wie ich (normalerweise) Gott erlebe, dass das bei mir mit Begegnungen mit Menschen und mit Begegnungen mit Gott im Gebet zu tun hat. Und mit dem Lesen biblischer Texte. Natürlich mache ich „nebenbei“ auch noch ein wenig Werbung für ein Projekt des Dienstbereich Mission im BEFG. Die anderen Teilnehmerinnen des Podiums sind irgendwie ganz anders als ich. Sie haben einen so ganz anderen Ansatz. Die eine sehr politisch, die andere komplett sozial, die Dritte irgendwie psychologisch-musikalisch-kontemplativ. Ich komme mir nach ein paar Minuten ziemlich fremd vor. Manchmal muss ich Weite lernen. Auch dazu dient der ÖKT.

Zum Abschluss „meines“ Kirchentages (jeder Teilnehmer erlebt einen anderen Kirchentag, da man sich sein ganz individuelles Programm aus den mehr als 3000 Veranstaltungen zusammen stellt) gehe ich noch einmal zu einem Podium zum Thema Taufe. Es wird moderiert vom ehemaligen Präsidenten des BEFG, Siegfried Grossmann. Er macht das wunderbar. So klar und deutlich, so offen und weitherzig, so fundiert und lebensnah. Er bringt die Basis und die Theologen zusammen. Auf dem Podium sitzen lauter schlaue Menschen. Ein armenisch-orthodoxer Theologe, ein protestantischer, ein römisch-katholischer Professor und eine freikirchliche Professorin. Nach dem Statement des Orthodoxen, der sich selbst als einen der liberalsten Vertreter innerhalb der Orthodoxie bezeichnet, denke ichabwechselnd „Au weia, das mit der Ökumene wird wirklich erst im Himmel was!“ und „Alle Baptisten, auch die Konservativsten, sind im Vergleich mit diesem Bruder wirklich außen linksliberal!“. Dennoch freue ich mich über seinen Glauben. Über seine Ernsthaftigkeit und Aufrichtigkeit. Es macht mir sogar Freude, diesem Christenvertreter zuzuhören. Gegen Ende des Podiums denke ich nicht mehr „abwechselnd“, sondern nur noch „Unser großer Gott hat wirklich ein sehr weites Herz. Baptisten und Orthodoxe hat er in seinem Gemüsegarten der Konfessionen“.

Beeindruckt bin ich von dem Kurzreferat von Andrea Strübind. Erstens wegen ihrer ausgesprochen ansprechenden, freien, sympathischen, eloquenten und verständlichen Redeweise und zweitens aufgrund ihrer Herangehensweise an das Thema „Leben aus der Taufe – ein Weg zueinander“. Sie nahm kirchengeschichtlich Anlauf, warb um Verständnis für die aufgrund der Geschichte der Baptisten entstandene Minoritätshaltung der Freikirchlicher und auch für die daraus folgende Argumentationsweise in Tauffragenund entfaltete dann das baptistische Taufverständnis.

Eine spannende Diskussion schloss sich an. Eine Diskussion, die Türen aufstieß.

Den Abschlussgottesdienst des 2.ÖKT habe ich leider nicht miterlebt.Aber zeitgleich feierte ich mit den Baptisten in Urbach im Remstal als Auftakt zu einer Evangelisation auch einen schönen Gottesdienst.Wie gut, dass Gott überall seine Leute hat.Gerne bin ich in unseren Gemeinden unterwegs, um das Evangelium weiter zu sagen. In München habe ich es auch durch Christen anderer Konfessionen und durch die Gemeinschaft an vielen Stellen für mich selbst gehört.


 

22.Januar

Vergangenen Sonntag habe ich in Oldenburg gepredigt. In der „Hauptkirche“. Abschluss der Allianzgebetswoche. Ich war schon etwas aufgeregt. Erstens, weil so viele Leute aus unserer eigenen Gemeinde da waren, zweitens weil noch dazu viele andere Leute da waren, drittens weil es eben Oldenburg war und viertens weil ich aus meiner Sicht an manchen Stellen ganz schön zugelangt habe, was ich mir aber in der Vorbereitung nicht unterdrücken konnte oder wollte.
Fazit: Bilden wir also nicht mehr Allianzen mit Christen, sondern eine Allianz mit den Menschen, mit denen wir leben.

Die Reaktionen auf die Predigt waren – zumindest mir gegenüber – recht positiv. Und ich freue mich auch – und es tut meinem Ego gut, wobei ich natürlich demütig bleiben oder werden will -, dass die Predigt in einer Zeitschrift veröffentlicht werden soll. Dennoch kommt gleich der Gedanke: Warum mache ich das eigentlich? Damit Predigten „ankommen“? Abgedruckt werden? Ja, darüber freue ich mich, aber Ziel der Predigt sollte es sein, dass ich selbst und andere einen neuen Blick für die Menschen bekomme, mit denen ich lebe.

Von Montag bis Mittwoch war ich in Dorfweil/Taunus bei der „Impulstagung“ des Dienstbereichs Mission. Es ging um das Thema „Mission im Doppelpack- Evangelisation und Diakonie“. Ich war angetan von der guten Atmosphäre, dem offenen Miteinander von Evangelisations- und Diakonievertretern und vom angeregten Gesprächsverlauf.
Besonders beeindruckt haben mich Stellungnahmen von einzelnen Personen, die aus ihrem persönlichen und aus ihrem Gemeindealltag berichtet haben. Bei vielen Leuten ist das Miteinander von Wort und Tat ganz selbstverständlich. Sie leben einfach.
Nachdenkenswert und herausfordernd fand ich auch die Bibelarbeit von Christoph Stiba, der beim Thema Mission nicht nur Evangelisation und Diakonie erwähnte, sondern auch darauf hinwies, dass die Dimension des „prophetischen Wächteramtes“ zum Christsein dazu gehört.
Da wo gesellschaftliche Strukturen Ungerechtigkeit und Not schaffen, haben Christen im Namen Gottes ihre Stimme zu erheben und für die Beseitigung der Missstände einzutreten. Christen, die sich in politischen Ämtern und Gremien engagieren, sollten bessere oder mehr Unterstützung von ihren Gemeinden bekommen.
Anregend war für mich auch das Referat von R.Dziewas, der in seiner Begriffsklärung von Evangelisation und Diakonie trennscharfe Unterscheidungen vornahm. Hängengeblieben ist die Aussage, dass Evangelisation eine Absicht verfolgt (Antwort auf den Ruf zum Glauben) und dass Diakonie absichtslos geschieht (Gottes Gnade und Barmherzigkeit sichtbar werden lassen). Eine rundum gelungene Tagung mit vielen Impulsen zum Weiterdenken. Und mit vielenBegegnungen, die manchmal munter machten und manchmal für mehr Arbeit sorgen, da die Tagung nicht selten auch dafür genutzt wird, Veranstaltungen, Gottesdienste oder Seminare, die in Kürze oder noch im Laufe des Jahres 2010 stattfinden sollen, zu planen.

Am Mittwoch war ich dann nochzwei Stündchen bei meinen Eltern in Wiesbaden. Ein netter Besuch mit Kaffee, Kuchen und Spaziergang. Und dann ab nach Hause!

Donnerstag dann morgens nach Bremen. Radioandachten für die nächste Woche aufzeichnen. Hat mal wieder prima geklappt. Mein Ziel ist es, ein Manuskript nur einmal ins Mikro zu lesen. Das hat nicht mit allen sieben Andachten geklappt. Nun denn. Der Radiobeauftragte der Bremer Landeskirche war zufrieden und forderte mich auf, ihm Andachtsreihen vorzuschlagen. Werde ich mal machen, wenn ich Zeit habe….

Heute Vormittag setze ich mich an die Predigt für Sonntag. „Ich krieg‘ die Krise!“ Nein, nicht wegen der Predigt. So heißt das Predigtthema. Es soll in einem Gästegottesdienst um Lebenskrisen gehen.

Ich freue mich richtig auf die Predigtvorbereitung. Der Text steht schon fest. Jetzt kommt die Exegese – ohne dass ich da zu viel Krise hineinlegen will. Das ist ja manchmal das Problem mit Predigtthemen. Man hat ein Thema und kann den Text gar nicht mehr aus sich selbst „sprechen“ lassen.

Heute Nachmittag geht es dann nach Essen. Heute Abend und Morgen mache ich da ein Seminar.
Netterweise kommt Stine mit, so dass wir uns rund um meine Einheiten noch ein paar nette Stunden (auf der Autobahn und sonstwo) machen können.
Ich freu‘ mich drauf!




13.Januar

Ein arbeitsreicher Schreibtischtag. Gestern. Heute werde ich nur vormittags was Inhaltliches an der Tastatur tun. Danach drei Stunden Mittagspause. Dann geht es auf die Autobahn und Landstrasse nach Stadthagen. Vorbereitung einer Evangelisation.
Heute Nacht dann wieder zuhause. Es gibt Tage, die nicht unbedingt das sind, was man "geregelt" nennt. Ich will das ja so. Sonst wäre ich Mitarbeiter bei Schlecker geworden. na ja, mit 6,70 € die Stunde würde ich meine Familie aber nicht durchbringen.
Es ist schon gut, wie es ist.
Der Alltag ist jetzt auch wieder voll da. Also, jetzt, endlich am 13.1.: Willkommen 2010!


12.Januar


Sieben Radioandachten an einem langen Vormittag. Ich bin mal gespannt, was der Radiobeauftragte der Bremer Kirche dazu sagt. Wird er zufrieden sein? Stine sagte nach dem Korrekturlesen „Na ja, in Ordnung, aber keine Höchstleistung.“
Die Radioandachten setzen mich meistens etwas unter Druck. Irgendwie will ich da besonders gut sein. Aber guter als ich bin geht eben nicht. Es steckt nicht mehr in mir als ich selbst.

Gestern habe ich dann mit der Predigt für den Allianzabschlussgottesdienst angefangen. Das ist auch so eine Sache, die mich etwas unter Druck setzt. Viele „erweckte“ Christen werden lauschen. Einige davon habe ich gestern Abend beim ersten Allianzgebetsabend gesehen. Allianzgebetsabende. Die habe ich seit ca. 15 Jahren nicht mehr erlebt. Sage ich es einmal so:Es hat sich nichts verändert.

Hatte ich es befürchtet oder geahnt? Hatte ich tatsächlich gehofft, dass da was anderes geworden ist? Ich weiß wirklich nicht, ob ich an den Abenden teilnehmen würde, wenn ich die Wahl hätte (gestern hatte ich sie; ich wollte „Allianzluft“ schnuppern, sonst wäre ich mir zu komisch vorgekommen, am Sonntag beim Abschluss auf die Kanzel zu steigen). Ach, ach, ach, ich weiß gar nicht was ich sagen soll … .
Am Sonntag geht es um das Thema „Menschlich von Gott reden“. Ich übe mich darin, kann es aber auch noch lange nicht so, wie ich es mir wünschen würde. Aber einen tollen Text habe ich. Darauf freue ich mich. Predigen macht mir am meisten Spaß. Aber ob die HörerInnen mich menschlich, verständlich von Gott reden hören, das ist mir auch immer wieder eine dicke Frage.
Manchmal denke ich bei meinen Predigtvorbereitungen an Martin und Jo, die Pastoren der Oldenburger Gemeinde. Die können das. Die sindganz normal. Die heben nicht ab in eine religiöse Sprache und Vorstellungswelt, wenn sie die Kanzel betreten. Beeindruckend.
Nun denn, an die Predigtarbeit. Und dann noch x E-mails und Kleinkleinkram.
Heute Abend dann ein Termin mitten im tiefen Ostfriesland.

11.Januar

Neue Woche, neues Glück. Oder? Ein entspannter Samstag liegt hinter mir. Und der Sonntag war auch ganz nett. Eigentlich wollten wir als Familie gemeinsam los, um ein wenig was zu erleben, die Schneelage hat mich aber dazu gebracht, dass ich lieber alleine nach Cloppenburg zum Gottesdienst gefahren bin.
War auch gut so. ich habe 1,5 Stunden gebraucht (35 Minuten brauche ich normalerweise). Eine kleine Gemeinde, die vor Neuem steht. Echt anders. Und nett. Offen.
Während des ersten Liedes hörte man jemanden durch den Lautsprecher. Hmmm, da redet einer dazwischen oder hat einen ekstatischen Anfall. Die wundersame Stimme entpuppte sich als die Stimme eines Menschen, der in einem benachbarten Haus auf derselben Funkmikrofrequenz eine Menge Leute zu irgendeiner Veranstaltung begrüßte. Das war schon putzig.
Wie ist das mit der „Stimme der Gesellschaft“ mitten in unseren Gottesdiensten? Normalerweise hören wir die ja nicht so. ich fand das ganz interessant. Was wäre wohl gewesen, wenn die Christen bei den Nichtchristen gewesen wären oder andersrum? Ich glaube, es handelte sich um irgendeine Tierschau, die eröffnet wurde. Was miran dieser Begebenheit mal wieder deutlich wurde war, dass Leute dahin gehen, wo sie andere treffen, die hobbymäßig oder inhaltlich mit ihnen übereinstimmen.

Und wir Christen machen das nicht anders. Sicher, Gottesdienste müssen sein. Irgendwoher brauche ich ja auch mein „Schwarzbrot“. Ich brauche Anregungen für mein Denken und Fühlen. Für meinen Glauben. Wenn ich den dann aber nicht in meinem ganz normalen Beziehungen lebe, wenn ich nicht Tag für Tag kleine und große Schritte tue, um das Gehörte mit Leben zu füllen, dann gleicht ein Gottesdienst nicht selten einer Hobbyversammlung, bei der sich alle einig sind, dass sie ein schönesHobby haben.

Im Moment lese ich etwas mehr als sonst. Momentan haben es mir Romane oder Krimis angetan. Z.Zt. ist ein Krimi dran, der an den Orten spielt, an denen ich gewohnt habe: Leer, Hamburg, Lüneburg. Das ist schon nett. Es fließt so dahin.

Heute Abend wird aber wohl nichts werden mit Lesen, da ich mich mal zum Schnuppern auf den Weg zur Allianzgebetswoche machen werde. „Erweckte“ Christen treffen sich in einer der ersten Januarwochen, um miteinander zu beten. Ich habe diese Veranstaltungen aus meiner Gemeindepastorenzeit in Erinnerung. Ich hatte nicht den Eindruck, dass sie die Wurst von der Schnitte gezogen haben. Na, vielleicht hat sich ja etwas geändert? Am Sonntag werde ich im Abschlussgottesdienst dieser Veranstaltung hier in Oldenburg predigen. Da tut es wohl gut, wenn ich vorher ein wenig „Allianzluft“ schnuppere. Ja, ich bin gespannt.

Ansonsten habe ich mir heute ein Pensum auferlegt, das ich vermutlich nicht schaffen werde. Na ja, wenigstens ahne ich jetzt schon, dass ich es nicht schaffen werde
J: Radioandachten, predigt für Sonntag und ein paar E-mails. Schaun wir mal, was hinten runter fällt ….



8.Januar

Manchmal flupscht es nur so. Gestern saß ich mit einem Kollegen (der einmal mein Kollege in HH-Altona war) zusammen, um an einem Projekt weiter zu denken, das wir auf den Weg bringen wollen.  

Erstens war es nett, ihn wieder zu sehen und erst mal ein paar Minuten „wesentlich“ zu sprechen. Schön, eine alte Vertrautheit nach so vielen Jahren zu spüren. Und dann haben wir uns an die Arbeit gemacht. Ich zumindest habe es so empfunden wie vor 10 Jahren. Wir haben uns gut ergänzt. Er hat meine wuseligen Ideen systematisiert und etwas „runtergeholt“ und ich habe seine Ideen etwas aufgewühlt. Ich freue mich auf das Ergebnis. Eigentlich brauchen wir jetzt nur noch das Geld. Ein paar zehntausend Euro. Mal sehen, wo die sind.

350 Kilometer am Morgen und Nachmittag und dann nochmal 150 am Abend wegen eines Gespräches. Der Tacho auf meinem „neuen“ Dienstwagen zeigt schon ein paar Kilometer an. Dummerweise waren die Wischdüsen eingefroren. Echt ärgerlich. Vielleicht auch mit meine Schuld, weil noch ein Wasserrest im Behälter war bevor ich das Konzentrat drauf gepackt habe?

Heute dann wieder Schreibtisch. Eigentlich habe ich mir das Ziel gesetzt, die Radioandachten, die übernächste Woche dran sind, heute fertig zu kriegen. Schaun wir mal, wie es heute Abend um 18 Uhr aussieht. Na ja, und dann noch 250 private Kilometer zu einer Geburtstagsfeier in der Nähe von Hamburg. Darauf freuen wir uns.

Und morgen dann frei. Sonntag gibt’s ne Predigt. Cloppenburg.

Inhaltlich geht mir gerade ein Buch, welches ich gelesen habe, nicht aus dem Kopf. „Die Erwählten“. Zwei jüdische Jungs in den USA der 40iger. Ein Chasside und ein Liberaler. Sie freunden sich an und lernen die komplett andere Welt der Andersgläubigen kennen. Ein langsames Buch. Ein nachdenkliches Buch. Ein ruhiges Buch. Und jede Menge Infos über unterschiedliche Strömungen im Judentum.

Und dann auch noch Passagen zum Holocaust, da die beiden Jungs das Kriegsende und die Entdeckung der KZs am Radio verfolgen. Das geht tief. Nach dem „Terrorbuch“ in den Weihnachtstagen war dieses Buch Labsal für die Seele. Mal sehen, was als nächstes dran ist.

Arbeiten. Weiter geht’s.



4.Januar

Silvesterabend krank. Fieber. Nur mal zwischendrin aufgestanden, um wenigstens unseren Freunden aus Lüneburg ein wenig Aufmerksamkeit zuteil werden zu lassen. Panik beim Einschlafen „Werde ich morgen fit sein?“. War ich dann. Der 1.1.2010 war ein wunderschöner Tag. Frühstück und Spaziergang mit den Freunden und dann die Hochzeit von Mareike und Jörg in Veenhusen. Herrlich. Ich fand den Gottesdienst ganz prima, habe mich auch gefreut, mal wieder mit Martje „zusammen zu arbeiten“. Ein richtig schöner runder Traugottesdienst.
Etwas unsicher war ich mir, ob die gemeindlich-ermahnenden Worte, die aus dem Trautext einfach nicht zu entfernen waren, so am Anfang eines Jahres gegenüber einer Gemeinde, die sich eigentlich zu einer Trauung versammelt hatte, angebracht waren. Ich hatte die Predigt 1 x ohne diese Passagen ausgedruckt und versucht sie so zu halten, ich kammir aber erstens unehrlich vor und zweitens so, als ob ich den Text verbiege. Nun denn. Ich habe mich dafür entschieden auch ermahnende Worte an die versammelte Christenschar zu richten. Wie die das fand, weiß ich nicht. Abgesehen von einigen wohlwollenden Predigtkommentaren habe ich keine Resonanz erhalten. Die kritische oder gar negative Resonanz erhält man sowieso nie, oder?
Perfekt war dann die Feier! Eine super Kombination aus leckerem Essen, ausreichend Zeit dafür, netten kurzen Beiträgen, ausreichend Zeit zum Klönen und auch zum Tanzen. Stine und ich haben mindestens 10 gemeinsame Tänze aufs Parkett gelegt. Das hat riesigen Spaß gemacht. Um halb 2 war dann der letzte Foxtrott dran. Wenn man dann noch an einem Tisch platziert ist, an dem lauter nette und zugleich auch heitere bis oberwitzige Leute sitzen, dann ist die Hochzeitsfeier perfekt! Das war sie für uns.

Am Samstagmorgen erlebten wir dann – nur für ein paar Insider, die sofort wissen, was Sache ist – die wundersame Kaffeezubereitung in einem ostfriesischen Haushalt. Der Hausherr selbst hatte sich ans Werk gemacht! Ich meine, das war schon eine Höchstleistung: 3 oder 4 Anläufe, um die Kaffeemaschine dazu zu bringen, endlich das schwarze Gold auszuspucken. Lustig war’s! Und eine wunderbar entspannte Stunde bei sooooo netten Leuten (Namen sind der Redaktion bekannt J).

Tja, und jetzt ist wieder Alltag. Montagmorgen. Der Schreibtisch ruft. Nachdem zunächst ein wenig Gefluche über Stine’s Zeugnisprogramm den Tag eingeläutet hatte. Alle Halbjahre wieder dasselbe Problem: Diese bekloppte bedienerunfreundliche Software trifft auf zwei Leute (Stine und mich), die mindestens ebenso bekloppt sind. Diese Kombination ist einfach nicht gut. Danach ein kurzer Spaziergang zum Abkühlen (im wahrsten Sinn des Wortes). Jetzt also wird es ernst: der Schreibtisch ruft. Kleinkram und Inhaltliches. Alles Dinge, die ich dann vor Weihnachten doch nicht geschafft habe. Wird schon. Schaun wir mal. Am Donnerstag dann das erste mal wieder auf Tour. Nur kurz. Müsste ich eigentlich nicht haben, ist aber so. Nun denn. Das Kaminholz für heute (Spät-)Abend werde ich auch noch besorgen.

29.Dezember

Zeit. Zeit. Zeit. Schön. Schön. Schön. Die Weihnachtstage waren so, wie ich es gern habe. Ein schöner Gottesdienst (Kindermusical – mal wieder richtig klasse und eine Mini-Kurzpredigt von Jo, die das Weihnachtsgeschehen inkl. evangelistischer und mutmachender Zuspitzung dermaßen auf den Punkt brachte, dass ich nur staunen kann, wie jemand sowas hinkriegt), leckerstesEssen (die Biopute, die dann doch irgendwann wegen uns ins Gras beißen musste) und jede Menge Abhäng- und Klönzeit. Spaziergänge, Kaminabende, ruhige Zeiten.

Da alles recht ruhig und entspannt war, habe ich wenigstens literarisch für Dampf gesorgt und einen Thriller über die Weihnachtstage verschlungen. „Thriller“. Terrorgruppen arbeiten gegeneinander. Palästinenser und Israelis. Die Israelis haben gewonnen.
Meine Güte, ist da Blut geflossen. Und das mitten in der besinnlichen Weihnachtszeit. In Gedanken und Gesprächenhat sich das ausgewirkt. Mit Enno habe ichmich über Terroristen unterhalten. Als dann noch die Beinahe-Katastrophe mit dem Flugzeugterroristen in den USA auf die Nachrichtenliste kam, war das Thema ziemlich intensiv.

Im Nachklang an dieses unschöne Thema habe ich im Laufe der vergangenen Tage immer wieder einmal darüber nachgedacht, wofür es sich eigentlich wie zu leben lohnt. Was macht das Leben zum Leben? Welchem Sinn und Ziel dient das Ganze? Was machen die christlichen Gemeinden oder die Christen anders als andere Leute? Was zeichnet sie, was zeichnet mich aus? Wohin geht die Reise des Lebens, die Reise der Welt? Nun denn, ich muss nicht all zu tiefsinnig werden.

Die „Gammeltage“ rund um Weihnachten und das Terroristenbuch – irgendwie passen sie dann doch nicht so recht zusammen.

Wie jedes Jahrdann die Frage „wie komme ich bloß wieder in Schwung?“.Klassisch dann auch gestern der 28.: Ein Geburtstagsbesuch bei Henning.Und ab heute geht es wieder los. Die ersten Kleinkrammails sind erledigt und mein erstes größeres „Projekt“ ist die Hochzeitspredigt von Mareike und Jörg, die zwar im Gerüst schon steht, die aber noch mit jede Menge Gedanken und Formulierungen zu Ende gebracht werden muss. Das ist aber mal ein schöner Wiedereinstieg!
Auf die Hochzeit freue ich mich richtig. Die Beiden sind glücklichst drauf und es macht richtig Spaß, eine „Speed-Hochzeit“ vorzubereiten (am 16.Oktober hatten sie sich verlobt – nach 5 Jahren Freundschaft -und dann gleich auch den 1.1. als Hochzeitstermin angesetzt).

Tja, und nach der Hochzeit wird dann alles wieder ganz normal. Unterwegs sein, Tage zuhause, Alltag. Ist schon okay. Manches werde ich aber 20101 anders machen. Und das wird nicht daran liegen, dass ich mir an Silvester Gedanken darüber mache. Die mache ich mir seit ein paar Wochen.
Bin gespannt auf die konkrete Umsetzung.
So, jetzt aber zu Kolosser 3!



22. Dezember

Natürlich. Gewusst habe ich es gleich. Ich habe es aber verdrängt. Alle Jahre wieder mal wieder nicht wahr haben wollen. Ich werde es auch 2009 nicht schaffen, meinen Schreibtisch pünktlich vor dem Feste leer zu fegen. Wenn ich das noch schaffen will, dann muss ich heute Vormittag und heute Nachmittag noch zwei Predigten schreiben, x Zettelchen, die sich auf meinem Schreibtisch träge rumklebenderweise befinden, abarbeiten, mein Büro aufräumen und endlich mal wieder putzen, die Kaffeeflecken auf dem Kopierer (wie kommen die da hin? Es waren bestimmt die Kinder ….) wegrubbeln, 5 Radioandachten schreiben und drei Konzepte für irgendwelche Veranstaltungen entwerfen.

Bin ich eigentlich der Einzige auf der Welt, der sich dermaßen in die Hucke lügt? Ich tippe mal nicht, oder? Gibt es eigentlich schon ein Internetforum für maßlose Selbstüberschätzer? Nun denn, höre ich auf zu heulen. „Es ist, wie es ist.“ Das ist ein Zitat. Von dieser Stelle auch einen Gruß an den Zitatengeber, falls er es liest



18.Dezember

Die letzten 1000 Kilometer im jahr 2009 liegen hinter mir. Am Montag und Dienstag war ich noch einmal in Elstal. Mit den MitarbeiterInnen des Teams waren wir am Montagnachmittag im Jüdischen Museum in Berlin. Das fand ich auf mehrfache Weise sehr ansprechend. Zum einen beschäftigen sich meine Kinder momentan mit der NS-Zeitund vor kurzem hatten wirdie KZ-Gedenkstätte Neuengamme besucht. In Berlin konnte ich ein wenig anknüpfen und vertiefen. Bewegend.

Besonders beeindruckt – und auch traurig gemacht – hat mich die „Leerstelle“ („Gefallenes Laub“). Ein Künstler hat aus Eisenplatten ca. 10 000 weinende oder schreiende Gesichter geformt. Diese bedecken übereinander geschichtet den Boden des Ausstellungsraumes, der sichvon drei Ebenen her betrachten lässt. Ist man auf der untersten Ebene kann man, soll man über diese Eisenplatten gehen.
Das hatte ich zuerst nicht verstanden. Ich dachte, dass man sie nur betrachten soll. Und dann lief jemand darüber. Zuerst war ich empört. „Zerstörung des Kunstwerks“. Das ist aber so gedacht. Also habe auch ich mich auf den Weg gemacht. Auf Gesichter treten. Eisernes Scheppern. Güterwaggons in Auschwitz. Ich habe es kaum ausgehalten.

Das „Kunstwerk“ ist allen Opfern von Krieg und Gewalt gewidmet. Und ich bin beteiligt. Ich „trete“ auf die Gesichter. Den Verstrickungen in Leid und Elend, der „Mitbeteiligung“ an Leid und Krieg kann ich mich nicht entziehen. Indem ich lebe, wie ich lebe, mache ich mich an anderen Menschen schuldig. Das hat nicht erst wieder der Klimagipfel gezeigt. Mein Lebensstil, mein Konsumverhalten, mein eher passives demokratisches Verhalten u.v.a.m. sorgt dafür, dass Menschen auch heute noch getreten werden.

Wie gehe ich mit dieser „globalen“ Schuld um? Das ist für mich nicht so einfach wegzudrücken. Aber auch nicht so einfach zu ändern.

Ein Drittes hat mich im Museum beeindruckt: Die Geschichte des Judentums in Deutschland wird nicht schwerpunktmäßig auf die NS-Zeit reduziert. Eine interessante Ausstellung, die im 11. oder 12. Jahrhundert beginnt und auf ansprechende Weise die wechselvolle Geschichte der Juden in Deutschland erzählt. Ich habe (mal wieder) den Fehler gemacht, mir zu Beginn der Ausstellung zu viel Zeit zu lassen. Ich habe nicht alles geschafft.
Das nächste Malbei einem Privatbesuch in Berlin: das Jüdische Museum wird auf der TOP stehen. Zum Abschluss des Museumsbesuches dann 10 Minuten bei Dunkelheit und Kälte um 0 Grad im „Holocaustturm“. Das hat gereicht.

Der zweite Tag war mit zwei anstrengenden Sitzungen angefüllt. Danach dann – viel zu kaputt – noch 4 Stunden auf die Autobahn. Jetzt bewege ich mich nur noch am Schreibtisch – na ja, am Sonntag geht‘s noch zur Predigt nach Lilienthal. Darauf freue ich mich. Ist eine für mich besondere Gemeinde, die ich immer wieder gerne besuche.

Ansonsten heißt es diese Woche und auch nächste Woche noch „Schreibtisch“. Ist aber okay. Das befriedigende Gefühl, mal in Ruhe ein paar Sachen wegschaffen zu können und nicht ständig durch Termine unterbrochen zu werden. Die Kinder freuen sich ziemlich doll auf Weihnachten. Schön, mit anzusehen. Und ich freue mich auf freie und auch leckere Tage.



14. Dezember

Enno hatte schon wieder „den glücklichsten Tag seines Lebens“. „Pappa, also nichts gegen meinen letzten Geburstag, aber dieser war der allerschönste, den ich je bisher erlebt habe!“
Den selben Satz hatte ich am 12.12.2008 gehört. Wie schön, ihn auch 2009 zu hören! Freut sich der Sohn, freuen sich die Eltern. Enno kann sich wirkli8ch freuen. Das sitzt tief in ihm drin. Das ist eine Gabe. Nicht alle menschen können das.
Sicher, es ist noch das „kindliche“ Freuen, ich hoffe für ihn und andere aber, dass sich diese Grundfreude durchhält und er auch noch als Erwachsener 2025 oder so voller Freude die schönen Dinge des Lebens wahrnimmt.

Ein „volles“ Wochenende liegt hinter uns als Familie. Ein rundum schönes Wochenende! Der Samstag war natürlich von Enno‘s 9.Geburtstag geprägt. 10 Jungs waren zu Besuch. Herrlich! Und die Kinder werden älter. Es ist nicht mehr ganz so heftig, was Lautstärke und Zappeligkeit angeht. U.a. habe ich mich über Enno’s Jump Style-Tanzen gefreut, das er mit seinem Freund Theo aufs Parkett gelegthat.

Echt klasse, wie beweglich diese kleinen Kerle sind. Na ja, meine Liebste undich haben dann am Abend auch noch getanzt. Bei einem 40.Geburtstag. Standard. Kann man zu Zappelmusik auch tanzen. Mit hat das Riesenspaß gemacht. Und die Schritte klappen noch. Ich will da auf jeden Falldran bleiben!

Sonntag dann eine Predigt in der kleinen Gemeinde Achim. Um die 25 Leute im Gottesdienst. Ganz was Anderes. Aber herzlich. Sehr herzlich. Ach, wenn man den kleinen Gemeinden doch nur besser helfen könnte!

Dann ein „klassischer“, sehr schöner und entspannender Adventssonntagnachmittag mit Spaziergang, Kuchen und was so dazu gehört. Henning und Neele waren da. Und dann wieder Kamin. Und lesen. Ich habe das „Psychobuch“ durch. Klasse Teil. Die für mich wesentlichen Stellen sind markiert. Ich werde sie bestimmt hin und wieder nachlesen.

Heute nochmal für zwei Tage nach Elstal: „Weihnachtsfeier“ mit den KollegInnen . Wer geht wohl zur Weihnachtsfeier ins Jüdische Museum in Berlin? Vermutlich nicht all zu viele … . Wir gehen hin.
Na ja, und dann morgen den ganzen Tag zwei Sitzungen. Und dann die 4-stündige Sitzung im Auto zurück. Und dann stelle ich langsam aber sicher auf „stand-by“: Nur noch Schreibtisch und hoffentlich Aufräumen des Ewigkite.de-Containers.




9.Dezember

Ein Tag von morgens bis abends am Schreibtisch. Bibelstellen, Gedanken, praktische Idee. Wenn ich gut drauf bin – was ich gestern einigermaßen war - , dann fließt es bei mir einigermaßen schnell, was Gedanken und Ideen angeht.

Natürlich habe ich nicht das geschafft, was ich mir morgens um halb acht als ich den Rechner hochgefahren habe, vorgenommen habe, aber dafür habe ich zwischendurch ein paar nette Kurzerlebnisse mit Frau und Kindern gehabt. Enno war noch immer krank und hat ab und zu meine Aufmerksamkeit eingefordert. Wenn so ein hibbeliges Kerlchen, das es normalerweise immer nach draußen in die Natur zieht, wie ein Waschlappen auf dem Sofa liegt, dann ist das schon herzerweichend. Es war schön mit ihm ab und zu zu klönen, ihn zu halten und Mut zu machen, dass er sicher bald wieder „auf Tour gehen kann.

Heute geht es weiter mit der Schreibtischarbeit. Ich nehme mir mal lieber ein bisschen weniger vor. Vielleicht erreiche ich dann ja mein Tagesziel? Innerlich beschäftigt mich gerade die Frage nach frühkindlicher Prägung.  

Ich lese ein Psycho-Buch. Das erste, von dem ich so richtig begeistert bin, weil es einerseits ganz sachlich ist und andererseits mit einer gewissen Wärme die Dinge auf den Punkt bringt, die eigentlich alle Menschen beschäftigt (ob ausgesprochen oder unausgesprochen): Warum bin ich wie ich bin? Sicher, eine „einfach“ theologische Antwort habe ich darauf.
Weil Gott mich so geschaffen hat, wie ich bin. Ob Gott jedoch bei manchen Prägungen seine Finger im Spiel hatte, das bezweifle ich. Immer wieder fallen mir beim Lesen Leute ein, die ich kenne. Manchmal denke ich auch kurz über meinen eigenen Charakter nach.
„7ener“ (laut Enneagramm) tun sich damit ja aber nicht so einfach. Sie konzentrieren sich normalerweise auf das Schöne, Unbeschwerte und Lockere. Tiefgründigem oder auch Schmerzlichem gehen sie normalerweise aus dem Weg. Es sei den, sie werden damit konfrontiert. Tja, das ist wohl so, dass Erlebnisse einen prägen und auch nochmal ganz anders nachdenken lassen. 

Ich denke eben doch manchmal über mich nach. Nicht immer. Aber öfter. Und es macht Spaß. Nun denn. Schluss mit den Gedanken, die sich ums Selbst drehen. Zu viel davon macht egozentrisch. Denke ich also wieder mal an andere. Und versuche die Sache mit dem Glauben so zu Papier zu bringen, dass es was bringt. Dass andere ins Nachdenken kommen. Nicht nur über sich, sondern auch über Gott.


 
J.

Also mache ich mich an die Arbeit. Das Nötigste werde ich noch eben „weghauen“. Und dann werde ich spätestens morgen Mittag in den Standby-Modus gehen. Der wird dann pfleglichst genossen. Die Pute ist morgen Nachmittag dran. Das ist mein Job. Und wird es auch bis zum letzten Feste vor meinem Ableben bleiben. Vor zwei Jahren habe ich es einmal mit Putenfilet probiert.
Man macht ja auch mal Fehler im Leben!

Ich freue mich auf die Tage, die vor mir liegen. Die Familie wird es sich gut gehen lassen.

Wir werden Zeit haben. Zeit zum Abhängen. Zeit zum Klönen. Zeit zum Nachdenken. Zeit für Gottesdienste. Wie schön!


7.Dezember


Ein schönes Wochenende liegt hinter mir und hinter uns als Familie. Am Freitagnachmittag hatten wir ein paar Leute zu einem lockeren Adventsbeisammensein inkl. Fotoshooting (ich muss doch das neue Foto- und Blitz-Material für www.gottesgeliebtemenschen.de kennen lernen) eingeladen. Das war nett. Die Abende verbringen wir seit ca. 14 Tagen fast immer vor dem Kamin.

Samstag dann ein netter ruhiger Vormittag und dann ab nach Lüneburg zu Stine’s Schwester mit ihren drei Kindern. So eine Wiedersehensfreude! Sonntagmorgen dann von Lüneburg nach Geesthacht. Mit der ganzen Familie. Adventsbrunchgottesdienst. 35 Minuten Gottesdienst (mit einer 10 Minuten-Predigt von mir) und dann anderthalb Stunden schlemmen am Büffet. Na ja, und dann kam das eigentliche Highlight des Wochenendes.

Auf der Rücktour sind wir spontan an der KZ-Gedenkstätte Neuengamme/ bei Hamburg hängen geblieben. Unsere beiden Mädels hatten letzte und vorletzte Woche das Thema NS und KZs in der Schule. Und Rike hat auch gerade „Der Junge mit dem gestreiften Pyjama“ gelesen. Ach, da fällt mir ein, dass ich davon noch gar nicht mit stolzgeschwellter Brust berichtet habe… . Janneke war 2007 Vorlesesiegerin an ihrem Gymnasium. Vergangenen Donnerstag hat Rike „nachgezogen“.

Was das für sie bedeutet, wie sehr sie sich darüber freut, das kann man sich kaum vorstellen. Und wir freuen uns natürlich riesig mit. Das ist schon was. Wir hatten uns schon megamäßig gefreut, dass sie Klassensiegerin geworden war, dass sie jetzt aber auch noch die nächste Hürde geschafft hat, das ist wirklich beachtlich. Nun ja, und sie hatte sich eben einen Abschnitt aus „Der Junge mit dem gestreiften Pyjama“ zum Vorlesen ausgesucht. Sicher auch nicht unbedingt das, was andere Kinder so vorgelesen haben.

Nun denn, gestern waren wir also in Neuengamme. Da ich innerlich im Moment sowieso etwas sensibel bin, haben mich die knapp zwei Stunden ziemlich bewegt. Und es war auch anrührend zu sehen, mit welcher Aufmerksamkeit und Ernsthaftigkeit alle unsere Kinder bei der Sache waren.

Begeistert war ich von einer kleinen Truppe Ehrenamtlicher: Kirchliche Mitarbeiter, dien in einer kleinen Baracke sitzen und darauf warten, dass sie BesucherInnen eine kostenlose Führung anbieten können. Es war sehr wenig los. Ich tippe, dass wir die einzigen waren, die an diesem Nachmittag eine Führung erhielten. Mit welcher Hingabe dieser Mann uns das Gelände gezeigt hat, das war schon erstaunlich. Und er hat es dabei geschafft, das Unrecht von vor mehr als 60 Jahren nicht als abgeschlossen in der Vergangenheit zu lassen, sondern auf Strukturen in uns Menschen hinzuweisen, die auch heute noch das Böse fördern. Wie geht Deutschland 2009 z.B. mit Asylanten um? Fragen über Fragen. Und Berichte, Geschichten, Bilder von geschundenen und leidenden Menschen.

Das hat die Kinder und auch uns bewegt. Lange haben wir noch auf der Rückfahrt darüber gesprochen. Gedämpfte Stimmung. Verständlicherweise. Bis dann ein Kind plötzlich sagte
„Können wir jetzt mal was Lustiges besprechen?“ Haben wir dann auch gemacht. Und die Kinder haben eine Stunde lang mit den Wise Guys im Auto geröhrt, gesungen, gelacht, innerlichen Druck abgelassen.

Und dann wieder ein wunderschöner Abend vor dem Kamin.
Und jetzt eine fast ganz normale Woche- Lust aufs Arbeiten habe ich nicht. Was soll‘s? Manchmal muss man einfach seinen Hintern hoch kriegen… .

2.Dezember

Jetzt ist es Advent. Ich kann damit momentan so gar nichts anfangen. Mir gehen andere Dinge durch den Kopf. Advent heißt „Gott kommt“. Manchmal denke ich etwas sarkastisch: Schön wär’s! Schaue ich mir die Nachrichten an, dann dreht sich mir der Magen um. Schaue ich auf manches Erlebte und auf manche Zustände, die ich so mitbekomme, dann merke ich auch nichts davon, dass Gott kommt.

Als Trost oder Selbsthilfe denke ich dann an solche Bibelworte, die davon sprechen, dass der Glaube ein Hoffen, ein festhalten an dem, was man nicht sieht ist. Natürlich schleicht sich sogleich auch der Gedanke ein, dass das was mit Jenseitsvertröstung zu tun hat, dass der Glaube gar nicht relevant ist für die Gegenwart. Wenn ich mit meinem Glauben verbinde, dass Gott wie ein Automat auf meine Wünsche, Stimmungen und Situationen eingeht, dann ist das wohl wirklich ein Irrweg.

Wer hat mir eigentlich gesagt, dass Gott der Erfüllungsgehilfe für mein Leben ist? Ich tippe mal, dass das hauptsächlich aus meiner evangelikalen Prägung kommt, die ich nun schon seit ca. 20 Jahren versuche abzulegen. Manche Gedanken halten sich aber ziemlich hartnäckig. Wäre ich in einem erzlutherischen Hause aufgewachsen, so wäre es mir vermutlich auch jetzt ein noch größeres Anliegen, diese Welt im Sinne Gottes zu verändern. Ich würde vermutlich mehr an andere Menschen denken als an mich selbst.

Gott soll ja nicht an meinem kleinen Reich mit basteln, sondern ich an seinem großen Reich. Dieser Gedanke, den ich mir in letzter Zeit immer wieder in allen Variationen sage, ja, geradezu vorbete, hilft mir. Er hilft mir wegzuschauen von meiner kleinen Welt, hin zur geliebten Welt Gottes. Die Tränen, Kriege, das Leid dieser Welt ist damit noch nicht beseitigt. Ich bekomme aber wieder einen neuen Ansporn, nicht alles beim Alten zu lassen. Anzupacken. Aufzustehen. Das Evangelium weiter zu sagen und weiter zu leben. In Wort und Tat. Dass das befreiende Wort von der unauflöslichen Liebe Gottes unbedingt zum Evangelium dazugehört, das habe ich in den wunderbaren Tagen in Stendal wieder neu begriffen.
Welch‘ eine befreiende Sache, wenn Menschen das annehmen können, dass sie von Gott geliebt sind. Welch‘ ein wunderschöner Perspektivwechsel, wenn Menschen sich als geliebte Menschen Gottes glauben können. Ja, ich habe in Stendal auch mir selbst gepredigt.

Mit diesem Evangelium im Rücken lebt es sich auch für andere besser. Mitten in der Adventszeit. Ob mir nach Advent ist oder nicht. Ob ich mit der Botschaft des Advent etwas anfangen kann oder nicht. Es ist ja einfach nicht so wichtig, dass Gott zu mir kommt. Die Individualisierung des Glaubens ist wohl alles andere als biblisch. Es kommt doch wohl darauf an, dass Gott in Jesus Christus seiner geliebten Welt und damit allen Menschen nahe gekommen ist. Das hat er einmal gemacht. Vor 2000 Jahren. Das wird er wieder mal machen. Wenn er für alle sichtbar wiederkommt. Bis dahin wird er wohl durch mich, durch andere Menschen (Christen und Nichtchristen) kommen. Zu den Menschen.