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Die aufblasbare
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Ein herrliches freies Wochenende liegt hinter mir. Nachdem ich vorvergangene Woche ein „Personalentwicklungsgespräch“ mit meinem Chef hatte und nachdem ich die vergangenen zwei Tage erlebt habe, nehme ich mir tatsächlich in Sachen „Zeitmanagement“ (das ist eins dieser übertriebenen Worte, um zum Ausdruck zu bringen, dass man seinen Terminkalender unter Kontrolle haben soll und nicht der Terminkalender die Kontrolle über einen selbst) vor, dass ich mir mehr freie Wochenenden manage.
Am Freitag hatte Enno mal wieder den „glücklichsten Tag seines bisherigen Lebens“. Und das lag an dem Hecht, den er aus dem Mardersee, der bei uns in der Nähe ist, gezogen hat, nachdem er am Donnerstag noch mal ködermäßig im Anglershop aufgerüstet hatte. Unglaublich, wie der sich freuen kann! Am Samstagmorgen begrüßte er mich dann um halb sechs im Wohnzimmer (ich schlafe in letzter zeit nicht so sonderlich gut) mit den Worten „Ich habe die ganze Nacht von Hechten geträumt!“„Und was hast du da geträumt?“ „Immer nur das eine Wort: Hecht, Hecht, Hecht ….“.
Es folgte eine Kuscheleinheit und ein halbstündiger Vortrag über diverse Angeltechniken, Drills usw..
Am Freitagabend war dann der schönste (und erste) Abtanzball meines Lebens:Drei Stunden Jive, langsamer Walzer, Wiener Walzer, Blues, Foxtrott und Disco Fox mit meiner Liebsten. Das war schon klasse! Total erschöpft dann nachts irgendwann ins Bett. Samstag ein echter „Daddeltag“: Laaaanges Frühstück, dies und das erledigen, ein Spaziergang, Besuch des Basars in Stine’s Schule und abends stundenlange Gespräche am Kamin. Sonntag dann ein mäßiger Gottesdienst – immerhin mit Flötenmusik inkl. Beteiligung meiner Liebsten -, Spaziergang im Wald und adventliches Stimmungsaufrüsten in der Wohnung.
Was mich momentan beschäftigt ist die Frage, ob Menschen mit unterschiedlichen Hintergründen, Bildungsniveaus, Studiengängen (Naturwissenschaftler/ Geisteswissenschaftler) und Prägungen es überhaupt schaffen können, sich inhaltlich zu verständigen. Mir ist da ein Gespräch vor Augen, nach dessen Ende ich dachte, dass mein gegenüber ja so überhaupt keine Ahnung von dem bekommen hat, was ich zum Ausdruck bringen wollte. Andersherum gilt das vermutlich genau so. Wenn es dann noch von der einen oder anderen Seite zu Überheblichkeiten kommt, dann ist das Kind ganz in den Brunnen gefallen. Wenn man über den oder die andere denkt „Na ja, der ist eben so und kann das nicht so locker oder so ernsthaft sehen wie ich.“ Ich bin da gerade etwas ratlos. Und enorm angepisst von ein zwei Leuten. Aber so richtig raus komme ich aus der Nummer nicht. Man muss wohl manche Dinge einfach so hinnehmen, wie sie sind. Da gibt es keine weitere Kommunikation. Und ich dachte, dass da immer noch was geht …. .
Heute fahre ich nur kurz weg. Das ist gut. Dann können wir heute Abend wieder einen Kaminabend machen. Ein Traugespräch in Osnabrück. Das wird wohl hoffentlich schön. Ich freu mich zumindest drauf.Und da ich schon mal da in der Gegend bin, schaue ich auch gleich bei einem Autohändler vorbei, der da ein Fahrzeug auf dem Hof stehen hat, das mich mehr als interessiert. Man darf doch seine Träume haben, oder?
25.November
Ein zweiter Tag in Stendal. Ein zweiter schöner Tag in Stendal. Gestern Abend gab es sowas wie einen „Ruck“, der durch die Veranstaltung zum Thema „Abenteuer Glauben“ging.
5 Leute haben sich „bekehrt“. Das Wort „bekehren“ ist in christlichen und nichtchristlichen Kreisen vielleicht mit einem etwas seltsamen Beigeschmack behaftet. Gestern Abendwar das aber etwas sehr sehr Schönes. Etliche Leute, die durch ein tolles Projekt der Gemeinde schon seit längerem Kontakt zur Gemeinde haben und für die auch manche Aussagen des christlichen Glaubens nicht absolutes Neuland sind, haben sich „umgekehrt“.
Wenn Jesus den Begriff Buße in den Mund genommen hat, dann hat er dabei nie an Sack und Asche gedacht.
Das Wort Umkehren/ Buße tun ist im Griechischen aus zwei Wörtern zusammen gesetzt. Aus „um“/ „anders“ und „denken“. Man soll, kann, darf also anders denken, wenn man sich mit Jesus beschäftigt. Und das haben gestern Abend diese leute ganz konkret gemacht. Sie denken ab jetzt anders. Nach einem Prozess des Beschäftigens mit der Materie des christlichen Glaubens haben sie gestern ganz fröhlich gesagt, dass sie ab jetzt willentlich „anderes bzw. umdenken“ wollen, was Gott angeht. Das ist schon klasse.
Diejenigen, die diesen Abende veranstaltet haben und auch ich, wir haben uns einen Keks gefreut. Nein, eine ganze Keksfabrik!
Für mich wurde mal wieder deutlich, dass „Evangelisation“ (die Verkündigung der frohen Botschaft, dass Gott die Menschen liebt) nur dann Sinn macht, wenn sie im Rahmen einer vorbereiteten Situation geschieht. Man muss sich das einfach abschminken, dass Leute noch nie was vom christlichen Glauben gehört haben und dann rapdizapp einen Kehrtwende machen. Das wäre nicht tiefgründig genug. Das wäre vermutlich auch zu oberflächlich. Man sollte sich längere Zeit mit dem Glauben befasst haben, um dann zu sagen: „Okay, jetzt denke ich mal anders. Jetzt denke ich mit dem liebenden Gott in meinem Koordinatensystem des Lebens.“
Die vergangenen Tage in Stendal haben mir sehr viel Mut gemacht, was meine evangelistische Arbeit angeht. Darüber freue ich mich riesig. Heute Abend ist dann der letzte Abend. Und dann fahre ich heute Nacht noch nach Hause. Ich freue mich auf Zuhause. Da kommt dann auch mein manchmal noch immer stark umgetriebenes Herz zur Ruhe.
Und dann habe ich ein freies Wochenende vor mir. Mit lauter Dingen, die man so an „freien“ Wochenenden macht. Hier ein Schulbasar, dort ein Konzert etc. pp.. Ach, was freue ich mich auf dieses Wochenende. Und auf das ganz normale angespannte und hoffentlich auch ein wenig entspannte Familienleben.
Ach ja, Freitagabend ist Abschlussball des Tanzkurses… . Das wird nett!
24. November
Ich sitze im schönen Stendal. Heute Morgen ein Spaziergang durch die Stadt und jetzt geht es langsam aber sicher an das Arbeiten. Der gestrige Abend war ebensointensiv wie der Sonntagmorgen. Eine klasse Gemeinde. Kann ich nicht anders sagen. Wenn ich Tage wie diese erlebe, dann vermisse ich es manchmal schon, nicht mehr Gemeindepastor zu sein.
Momentan mache ich mir grundsätzliche Gedanken über dies und das. Ich merke, dass ich in Gesprächen noch weniger „zurückhalte“ als bisher. Wenn es innergemeindlich um irgendwelche theologischen Fragen geht, dann komme ich immer schneller und direkter zu der Frage, wem das dient, wer was davon hat, dass wir als Christen uns mit diesem oder jenem Thema beschäftigen.
Mehr und mehr habe ich den Eindruck, dass wir viele Dinge nur um ihrer selbst oder um unseretwillen tun. Das scheint mir nicht im Sinne Jesu zu sein.
Was macht Gemeinde zu Gemeinde? Was macht Gemeinde aus? Was unterscheidet Gemeinde von anderen Menschenansammlungen? Immer wieder komme ich dabei auf das Thema „Neuanfang“, „Vergebung“, „Versöhnung“. Ein Thema, mit dem auch ich mich nicht leicht tue. Ich habe in den vergangenen Woche manches ein- bzw. wegstecken müssen. Nun drehen sich meine Gedanken zwangsläufig auch um diese Themen. Ich habe mir ein wenig Literatur zu dem Thema mitgenommen. Ich merke aber auch sofort, dass ich allergisch reagiere, wenn diese Themen oberflächlich angegangen werden, wenn mit Bibelversen rumgeschmissen wird, ohne dabei die einzelne Person und deren Charakter und Empfindungslage zu berücksichtigen.
Wenn Neuanfang, Vergebung, Versöhnung irgendwo möglich ist, dann doch wohl in einer christlichen Gemeinschaft, oder? Natürlich gibt es auch jede Menge Gutmenschen, die das leben können. Da habe ich aber nicht so den Einblick (in diese Kreise), deswegen kann ich dazu nichts sagen.
Aber bei den Christen sollte das doch möglich sein. Das ist doch das Alleinstellungsmerkmal der Christen, dass sie von Gottes Vergebung/ Versöhnung leben. Dass Gott mit ihnen immer wieder einen Neuanfang macht. Das müsste geradezu ein Proprium der Christen sein: Das sind die, die immer wieder neu mit Menschen anfangen, die nicht aufhören, einzelne und ganze Gruppen von Menschen zu lieben, die nicht aufhören, Hoffnung zu investieren, dass ein Neustart, ein neues, anderes, besseres Leben wirklich gelingt.
Ja, das wäre, das ist mein Traum von Gemeinde, dass sie ein Ort ist, wo Menschen sich gegenseitig (in der Gegenwart Gottes, die sie sich gegenseitig immer wieder versichern und an den/ die sie gemeinsam glauben) zu einem gelingenden Leben helfen. Immer wieder neu.
In der Theorie klingt das gut. Ich muss auch für mich zur Praxis kommen.
„Herr, erneuere deine Kirche und fange bei mir an!“
23.November
Das hat mich angerührt. Gestern war ich zum Gottesdienst, der als Auftakt zu einer Evangelisationswoche diente, in Stendal. Die Gemeindemitglieder hatten sich große Mühe mit der Gestaltung des Gottesdienstes gegeben.Die Musik kam von Herzen – so habe ich es zumindest empfunden -, die Deko war mit Liebe gemachtund drei Männer haben eine Theaterszene, die ich vor zwei Jahren zum Thema „Verlorener Sohn“ geschrieben habe, dermaßen gut gespielt, dass eine gespannte und beteiligte Atmosphäre im Gottesdienstraum herrschte.
Und dann habe ich gepredigt. Das mache ich gerne, sehr gerne. Und dazu noch eine Predigt über den lebensfördernden und wohlwollenden Gott. Nach den Predigten mache ich in solchen Wochen immer das Angebot, sich wieder neu oder auch zum ersten Malauf die Liebe Gottes einzulassen. Das verbinde ich mit einer kleinen Erinnerung, Symbolhandlung o.ä.. Gestern waren es kleine Kärtchen, die die Leute sich abholen konnten.
Und das hat mich schon angerührt, dass etwa30 Leute nach vorne kamen, um sich eine Karte zu holen, die sie daran erinnern soll, wie gut Gott es mit ihnen meint. Da scheint etwas angekommen zu sein.
Natürlich predige ich gern von dem Gott, der freigiebig, lebensfördernd und wohlwollend ist. Gestern Abend kam dann, nachdem wir eine schöne letzte Tanzstunde hatten, bei einem Gespräch in der Kneipe (mit einem netten Ehepaar aus unserer Gemeinde hier in Oldenburg, die zufällig auch gerade den Tanzkurs gemacht haben) die Frage auf, ob man Gott denn auch fühlen kann. Hmmmmm. Das ist nicht gerade meine Lieblingsfrage.
Wir haben Meinungen hin und her ausgetauscht. Und ich habe von einem für mich prägenden, man könnte sagen übernatürlichen Erlebnis, erzählt, wo ich Gott „gefühlt“, „gesehen“habe. Kaum hatte ich das erzählt, kam aber auch der Gedanke, dass mein Erleben relativ ist. Andere Leute deuten dieselben Erlebnisse anders. Innerpsychische Vorgänge, Wunschdenken, Einbildung oder so. Ja, das kann es auch sein.Und heute morgen – kurz nach 5 im Wohnzimmer mit dem Laptop auf den Knien -denke ich, dass es auch Erlebnisse und Gefühle gar nicht ankommen kann oder darf.
Wenn Gott sich daran festmachen würde, dann sähe es ziemlich arm aus mit seinem Wirken, mit seiner Gegenwart.
Mein Leben ist nämlich größtenteils innerlich recht erlebnisarm. Und dabei bin ich ein emotionsgeladener Mensch. Manchmal so sehr, dass ich darunter leide. Und was machen die Leute, die total verkopft sind und nur wenig von ihren inneren Empfindungen bestimmt oder geleitet werden? Und was ist mit all den leidenden, psychisch erkrankten und auch an ihrer Lebenssituation verzweifelten Menschen.Gottund sein Wirken muss außerhalb der Kategorie Empfindungen, Gedanken und Gefühle festgemacht werden.
Theologisch habe ich mich diesbezüglich schon vor langer Zeit festgemacht und allem Anschein nach kann ich keinen Schritt dahinter zurück.Zitat aus dem Hebräerbrief(so in etwa) „Nachdem Gott vorzeiten auf vielerlei Weise gesprochen hat (…), hat er in diesen letzten Tagen ein für allemal zu uns gesprochen durch seinen Sohn, Jesus Christus“. Ja, an dem mache ich Gott fest. Egal, ob ich was spüre oder nicht. Ja, sogar egal, ob ich momentan Gott vertraue (glaube) oder nicht.
Jesus Christusist für mich der, an dem, bei dem Gott erlebbar, fühlbar, spürbar wurde. Die Leute vor 2000 Jahren hatten Glück. Auch nicht alle, aberwenigstens ein paar wenige Leute in Israel. Sie haben Gott hautnah erlebt. Was den anderen und damit auch mir als Spätgeborenen bleibt, sind die Berichte über diesen einmaligen Mann. Diese Berichte prägen mich. Die machen dann auch etwas mit meinen Gefühlen und Gedanken. Dass das so ist, das kann man dem Wirken des Heiligen Geistes zuschreiben. Das tue ich auch. Der Geist Gottes bewirkt in mir dass das, was ich von Jesus weiß, in mir „lebendig“ wird. Und das begeistert mich dann wirklich. Da kommen dann auch mal Gefühle auf. Aber sie kommen eben auch nicht auf. Und das macht dann auch nix. Weil es eben nicht auf die Gefühle, sondern auf die Person Jesu ankommt.
Ich weiß nicht, was für eine Woche vor mir liegt. Eine gute Woche? Eine schwere Woche? Gute Gefühle oder Gefühle voller Trauer und Zweifel? Egal. Ich werde mein Leben –ganz gleich wie – gestalten. Mit Gottes Hilfe. Und der wird mich hoffentlich an Jesus erinnern. Der hat Bedeutung an guten und an schlechten Tagen.
Natürlich hoffe ich, dass es gute Tage werden. Ich freue mich auf die evangelistischen Abende in Stendal. Was ich daran nicht so gut vertrage ist, dass ich drei Tage von zuhause weg sein werde. Das kann ich im Moment gar nicht gut haben. Nun denn…
21.November
Eine fast ganz normale Woche. Nachdem wir am vergangenen Wochenende ein wunderschönes Wochenende in der Nähe von St.Peterording hatten – der 40.Geburstag einer Freundin in einem herrlichen alten Bauernhaus auf einer Warft- begann die Woche mit …. Laubharken. Ich habe tatsächlich zum ersten Mal in diesem Herbst etwas in unserem Garten getan, der eher einem Bombenübungsplatz als den in Oldenburg üblich hochgerüsteten und aufpolierten Vorzeigegärten entspricht. Am Dienstag ging es dann an die Arbeit. Schreibtisch, Fahrt nach Geesthast und ein Personalentwicklungsgespräch mit meinem Chef. Also, er mit mir. Wobei ich auch sagen konnte wie ich mit ihm. Wir lagen in den Einschätzungen ziemlich beieinander. An manchen Stellen aber auch nicht. Damit müssen wir wohl umgehen. Im Großen und Ganzen jedoch alles im grünen Bereich.
Danach dann noch ein Treffen mit Leuten, die eine neue Gemeinde gründen wollen. Echt spannende Angelegenheit. Das prickende Neue, das sichtbar aufbrechende Reich Gottes, die Dynamik des Anderen. Nette Gemeindegründer. Echt anders als eingefahrene Gemeindesituationen.
23.November
Am Mittwochmorgen dann nach Erkrath. Der AK Mission aus dem Rheinland arbeitet an einem Kalender für die Passionszeit 2010.“Mit Passion leben – 40 Tage frohbotschaften“. Ein tolles Projekt. Jede Menge inhaltliche Arbeit ist noch zu leisten, aber wir haben gut was geschafft. Am Donnerstag dann AK Mission in Westfalen. Auch das war ganz wegweisend, weil wir uns zum ersten Mal mit diesem AK getroffen haben und nach vorne gedacht haben. Gestern dann ein Bürotag inkl. Entspannung: Sauna und anschließend Nordsee. Die Lufttemperatur betrug so um die 15 Grad. Ja, warum sollte man da nicht aufs Wasser gehen? Leider war der Wind etwas sehr böig. Nun denn. Eine Stunde Kiten, während die Liebste einen Strandspaziergang machte und Enno sich mit dem Mountainboarden versuchte (und es nicht so gut hingekriegt hat wie in den letzten Wochen…).
Heute geht es zu einer Schulung nach Ahrensburg und morgen dann zu einem Evangelisationsauftakt nach Stendal. Ich werde aber nach dem Gottesdienst wiederkommen (auch wenn es 350 Kilometer sind), denn am Abend heißt es dann zum letzten Mal: Tanzkurs. In den vergangenen zwei Monaten haben meine Frau und ich jeweils Sonntagabends 2 Stunden gelernt, wie man die Beine einigermaßen koordiniert voreinander oder nebeneinander setzt. Hat ganz prima geklappt. Gestern Abend haben wir nochmal das Wohnzimmer frei geräumt, um „heimlich“ zu üben. Das macht schon Spaß. In einer Woche ist dann Abschlussball. Ich komme mir vor wie ein kleiner Junge, der was Neues gelernt hat.
Im Moment freue ich mich auf die Adventszeit. Ich habe es nämlich geschafft, den Dezember fast veranstaltungsfrei zu halten. Nur drei Termine. Das ist doch mal was. Bevor es Dezember wird, geht es u.a. aber erst mal noch nach Stendal. Eine Evangelisationsreihe. Vier Tage. Es fällt mir nicht leicht, mein zuhause zu verlassen. Die vergangenen Wochen waren recht anstrengend und innerlich intensiv. Eigentlich brauche ich ganz dringend die Nestwärme. Nun denn. Ich bin eben kein kleiner Junge mehr… . Da muss ich wohl durch.
Letzte Woche war ich ja auch schon unterwegs. Zu Gästeabenden in meiner alten Gemeinde Altona. Der Höhepunkt war für mich das Konzert mit den ehemaligen Musikern vom Phantom der Oper. Das war eine echte Wiedersehensfreude und wir hatten unseren Spaß. Und Geld haben wir auch wieder gesammelt. Für notleidende Kinder. Echt ein sinnvoller Abend.
So, jetzt bereite ich mal mein Seminar und den Gottesdienst für morgen vor …
16.November
Fast zwei Monate Pause bei Pastor Persönlich. Das musste mal sein.
Ging nicht anders. Jetzt geht es munter weiter. Und das ist auch gut so.
Die Wochen, die hinter mir liegen waren anders als andere Wochen.
Jetzt kann ich sagen: "Gott sei Dank!" für seine Hilfe. Und für die von netten Menschen. Die kommt ja auch von ihm. Sozusagen indirekt.
In den vergangenen Monaten habe viele Termine stattgefunden. Ich werde in den nächsten Tagen einmal ein wenig zurückblättern in meinem Terminkalender. Es war viel los.
Mit ein wenig weniger geht es weiter. Ein paar Termine hatte ich auch abgesagt. Ich brauchte mal etwas Luft im Terminkalender. Und natürlich habe ich dabei gemerkt, dass die Welt nicht stehen bleibt, wenn ich mal stehen bleibe. Auch ganz heilsam.
So, jetzt freue ich mich auf das Leben! Da ich vor knapp einem Monat 45 geworden bin, gehe ich mal davon aus, dass noch viel Prickelndes kommt.
28. September
Berlin, Köln, Hamburg. Wieder ein paar tausend Kilometer. Und ich kann nicht sagen, dass mit der Kilometerleistung meine Laune angestiegen ist. Mist Montage!
Und zwei Veranstaltungen waren nicht gerade so, dass die Leute nur positiv reagiert haben. Da kam was an Kritik. Umgehen damit, das muss ich lernn, zumindest, was die gefühlswelt angeht.
Mist Montage, insbesondere nachdem man – ich – eine Woche lang durchgezogen habe und das Gefühl habe, dass die vor mir liegende Woche wieder eine anstrengende Zeit wird. Die Aussichten sind nicht so klasse. Augen zu und durch.
Eins war schön, auch wenn ich dafür wieder auf die Autobahn und dazu noch auf die A 1 musste: der Gottesdienst in meiner ehemaligen Gemeinde Hamburg-Altona. Es gibt sowas wie Heimat. Da ist sie. Auch meine „geistliche“ Heimat. Das Predigen hat Spaß gemacht (auch wenn die Altonaer seit einigen Jahren die Kanzel gesperrt haben und von einem Pult aus predigen; schade eigentlich, ich wäre sehr gerne auch auf meiner Lieblingskanzel gewesen – und altmodisch wie ich bin, finde ich ja, dass Kanzeln noch immer was anderes sind als Acyrl-Pulte….) und auch das anschließende Forum war anregend. Nun denn, im November werde ich ein paar Tage länger dort sein inkl. eine Reunion-Konzert mit den Musikern vom Phantom der Oper etc..
Nun sitze ich an meinem Schreibtisch und weiß, dass ich bis auf kurze selbsteingelegte Pausen nicht von diesem wegkommen werde, bis ich mich heute Abend in die Horizontale begebe. Es ist wie’s ist. Sagt Steffi von NDR 2 immer. Recht hat sie. Ich kann meinen Alltag zumindest momentan nicht ändern. Ich Depp habe ihn mir selbst eingebrockt. Zu viele Termine, zu viel Inhaltliches auf einem Fleck.
22.September
Erkrath, Schwerin, Magdeburg und St.Michaelisdonn. Das waren die vier Stationen meiner vergangenen 5 Tage. Na ja, und Oldenburg. Die Tage am Schreibtisch sind hart. Die Reisen noch in den Knochen und momentan der Eindruck, dass ich das sowieso nicht alles schaffe.
Bis Mitte November oder so ist mein Terminkalender zu voll. Ich bin äußerlich und auch innerlich zu angespannt. Das Dumme dabei ist, dass es mein eigener Fehler ist. Ich habe es mir selbst eingebrockt. Leichter wäre es, wenn ich irgend jemand die Schuld dafür geben könnte. Kann ich aber nur mir selbst. Und das nervt. Gestern habe ich mir im Laufe des Vormittags, an dem meine Laune drastisch in den Keller ging, an einem Punkt bewusst gesagt: „Was soll’s? Durch da, locker werden, die Welt wird nicht stehen bleiben, irgendwie wirst du das alles schaffen.“
Auch wenn ich von meiner Persönlichkeitsstruktur her eher der chaotisch-kreative Typ bin, so habe ich doch ein tiefes Verlangen danach, die Dinge, die ich mache, gut zu machen. Die Referate, die in den nächsten Tagen und Wochen anstehen, sollen eben nicht nur ein Abklatsch dessen werden, was ich sowieso schon weiß oder zu sagen habe. Ich habe den Anspruch an mich selbst „Neues“ zu sagen, wohl wissend, dass es nicht wirklich Neues unter der Sonne gibt. Was mich an mir selbst nervt ist auch die Tatsache, dass Referate in der kommenden Woche vor ca. 50 – 60 Kolleginnen mich mehr unter Druck setzen als ein Referat in einer Gemeinde.
So ein Quatsch. Eigentlich. KollegInnen sind auch nur Menschen. Aber irgendwie steckt es in mir drin, dass ich da eben „glänzen“ will. Das ist eigentlich nicht gut, ich weiß. Ich muss mir das aber sagen. Und alleine das nervt schon wieder.
Ansonsten geht mir eine Sendung des DLF nach, die ich im Auto von Magdeburg nach Oldenburg gehört habe (ich höre viel Radio, wenn ich unterwegs bin, suche eher nach Wort- als nach Musikbeiträgen). Es ging um das Unterbrochen werden. Alles wird unterbrochen. Filme im Fernsehen, Autofahrten durch Staus, Arbeit am Schreibtisch durch E-mails und Telefonate, Privatleben durch Handyanrufe. Wenn man so überlegt, was alles „unterbrochen“ wird, dann könnte man das Brechen kriegen. Bei mir ist das auch so.
Ich werde demnächst – nicht sofort, so bin ich nicht – mal etwas ausprobieren, um konzentrierter zu leben. Mal schauen, ob das klappt. Und ob ich es merke. Innerlich.
16.September
Die Bilder stecken mir in den Knochen und in den Gedanken. Als ich gestern gemeinsam mit Corny von einer wunderbaren Kite-Session aus Hooksiel wiederkam, ereignete sich auf der Autobahn direkt 50 Meter vor uns ein schwerer Verkehrsunfall. Ein LKW hatte einen PKW gerammt. Mit als erster war ich an der Unfallstelle (zweimal hatte ich das schon erlebt und gehofft, dass ich damit mein Soll erfüllt habe). Mutter, Tochter, Enkelkind im Fahrzeug. Ich habe mich um Tochter und Enkelkind, die körperlich unversehrt aus dem total zerstörten Fahrzeug stiegen, in der akuten Schockphase gekümmert. War es eine Viertelstunde lang? Immer wieder reden, beruhigen, sachliche Infos geben. Zwischendrin zur Fahrerin, die vom Motorblock eingeklemmt war. Blech, Blut, Stöhnen und Tränen.
Gott sei Dank sind alle am Leben. Und zwei unverletzt. Nach 5 Minuten kommt eine Frau an die Unfallstelle. „Ich bin Psychologin.“ „Ich bin Pastor.“ „Na, dann sind wir ja ein gutes Team.“ Waren wir wohl auch. Nach etwa 5 Minuten war der erste Sanitäter da. Und dann folgten x Fahrzeuge mit Blaulicht. Nach anderthalb Stunden Autobahnsperrung konnten wir weiter.
Gestern Abend ging mir das natürlich weiter durch den Kopf. Ich werde bald meinen ersten Dienstwagen nach drei Jahren mit 185000 Kilometern auf dem Tacho abgeben. Meine Güte, wie bewahrt bin ich bisher geblieben. Ich danke Gott dafür und weiß gleichzeitig, dass auch ich in Situationen kommen kann, in denen ich Gott anklage und verzweifle. Ich genieße die gesunde Zeit meines Lebens. Die tollen zwei Stunden auf dem Wasser (gleichmäßiger Wind aus Nordost, glattes Wasser, endlich mal Übungen zum Switchfahren möglich, nette Sprünge mit nicht ganz so tollen Landemanövern) erinnere ich kaum. Es bleiben keine Bilder vom Kiten vor meinem inneren Auge. Es sind nur die Bilder der Unfallfahrzeuge und Menschen.
14.September
Schone wieder fast eine Woche rum. Das Wichtigste zuerst (meine Brust platzt fast vor Stolz…): meine Tochter ist Kitesurferin! Gestern war ich einen Tag mit meiner „großen“ Tochter allein unterwegs. Das hat Seltenheitswert. War total hitverdächtig! Morgens um 6 Uhr sind wir los Richtung Holland. Kurz nach halb neun waren wir in Workum auf dem Wasser. Um halb zehn haben wir nach ca. 12 Wasserstartversuchen eine Pause gemacht. Danach war sie nicht zu bremsen.
Wasserstart plus 20 Meter. Plus 50. Plus 100. Plus 200. „Janne, wir haben jetzt den Punkt erreicht, dass ich dir nicht mehr durchs Wasser nachlaufe. Du musst wenden.“
Okay, dann fuhr sie auch in die andere Richtung. Wahnsinn! Ich habe schon vielen Leuten (versucht) das Kiten beizubringen, aber meine Tochter hat es bisher am besten gebrillt (okay, es könnte daran liegen, dass sie 13 Jahre alt ist, top Material hatte und Drachen fliegen kann, dass man sich nur wundert; sie hat – auch bei Stürzen – den Kite gestern nicht 1 x außer Kontrolle gehabt).
Nach zweieinhalb Stunden wollten wir dann eine Pause machen, um später nochmal aufs Wasser zu gehen, aber Janne war dann dermaßen gar, dass sie nur mit dem Schlafsack am Strand lag und den Kitern zusah. Schon klasse. Na ja, und dann noch Kibbeling, Kaffee und Kuchen und das ganze Programm, wenn man so einen Tag erlebt.
Abends um 6 bin ich dann mit meiner Allerliebsten zum Tanzkurs gegangen.
Vor fast 20 Jahren habe ich ihr mit bewegenden Worten einen Tanzkurs zur Hochzeit geschenkt. Bisher hat das nie geklappt. Aber jetzt! Blues und Walzer war gestern dran. Hat Spaß gemacht! Danach noch Merkel und Steinmeier und dann halb tot ins Bett.
Am Samstag war ich von 6 bis 22 Uhr unterwegs. Weltersbach. Treffen der Arbeitsgemeinschaft Evangelisch-Freikirchlicher Kindertagesstätten. Ich habe ein wenig referiert und auch versucht, einen kreativen Prozess anzuschieben und zu moderieren. Mit Gruppenarbeiten, Gruppenergebnissen etc.. Ich kam mir wieder ein wenig so vor wie zu GJW-Zeiten. Das war ein ganz nettes Gefühl. Die Leute waren echt nett und – wenn man bedenkt, dass sie eine Arbeitswoche hinter sich hatten – auch noch prima dabei. Ein für mich zumindest schöner Seminartag, auch wenn mich die Vorbereitung ziemlich Zeit und Kraft gekostete hat. Nun denn. Besonders gefreut habe ich mich, dass ich bei diesem Treffen meinen ehemaligen Chef getroffen habe. Wir hatten uns viel zu erzählen und hätten noch mehr Zeit dafür verwenden können. Nett. Fröhlich. Offen. Ich mag ihn sehr den WiBo.
Gerade habe ich auf meinen Terminkalender für diese Woche geschaut. Ich muss ganz dringend Stimmungsaufheller nehmen. Ich werde viel unterwegs sein. Ein Lichtblick ist Stine‘s Geburtstag am Freitag. Okay: Und Kiten am Dienstagmorgen. Ansonsten aber Anschlag bis nächsten Montag und dann drücken schon die nächsten Sachen. Wenn der 4.10. ist, dann mach ich erstmal 10 Kreuze!
Meine Güte, die Zeit seit dem 21.August – letzter Eintrag – ist an mir vorbeigerast. Nach dem tollen Aufenthalt in Kamp-Lintfort war am Wochenende eine nette Party bei Freunden von uns aus der Nachbarschaft. Sonntagmorgen dann ein Gottesdienst in Bad Zwischenahn. Eine nette und fitte „Seniorengemeinde“. Beeindruckend!
Montags war ich dann in Ratzeburg zu einer Sitzung – vorher auf der Ostsee, wie könnte es anders sein. Das Schönste aber an diesem Tag: Als ich mal eben eine Kaffeepause machen wollte (in dem netten Strandkiosk in Pelzerhaken), liefen mir Beate und Oskar in die Arme. Irre. Hamburg trifft Oldenburg in Pelzerhaken. Ein gemeinsamer Kaffee. Nettes Klönen und weiter ging‘s aufs Wasser.
Nach der Sitzung in Ratzeburg dann abends weiter nach Elstal. Ankunft Mitternacht. Den nächsten Tag Sitzung mit dem Chef und den Kollegen. Es spielt sich echt klasse ein mit dem „Neuen“, der so neu schon gar nicht mehr ist.
Dann zwei Tage Schreibtisch in Oldenburg, unterbrochen von Indianerspielen bei der Klassenfahrt von Enno. Eltern packen heutzutage mit an. Ist wohl so, hat aber auch jede Menge Spaß gemacht. Meinen freien Tag habe ich gemeinsam mit Heiko auf Borkum verbracht. Ein Tag vor dem desaströsen Drachenfestival war das Wetter echt bestens. Ich war auf dem Wasser und Heiko an Land unterwegs. Abends leckere Pizza. Männer unter sich, bevor am Freitag die anderen MitarbeiterInnen und Heikos obernette Familie nach kamen und dann das desaströse Winddrachenfestival auf Borkum begann. Darüber habe ich einen Bericht irgendwo auf dieser Seite geschrieben. Auffallend war die gute Stimmung unter den Leuten: Einfach nett, locker und anregend. Trotz schlechtem Wetter.
Die vergangene letzte Woche stand einerseits ganz unter dem Zeichen von „ganz normal“ (Sitzung in Wilhelnmshaven, Hauskreis in Bremen, Treffen mit einem Arbeitskreis) und andererseits war sie ziemlich adrenalingepuscht, da am Dienstag das ZDF angerufen hatte. Sie wollen nach Römö kommen und einen Bericht über ewigkite.de machen. Oder vielleicht auch noch mehr.
Vielleicht ein Studiotermin am 12.9.. Ich habe sämtliche Hebel bewegt, um noch das aktuellste Material unserer Sponsoren an den Start zu kriegen. Ein Transparent wurde noch gedruckt, manche Sachen habe ich zwischendrin noch repariert. Und ich war aufgeregt. Wer mich kennt, der weiß, wie gerne ich Medien- und Öffentlichkeitsarbeit mache (manchmal bin ich eben eine „Rampensau“). Donnerstag war ich dann zu einer Sitzung in Kassel. Den Wohnwagen, den ich eigentlich nicht mit nach Römö nehmen wollte (dann aber wegen des Fernsehens doch), habe ich am Donnerstagmorgen nach Hamburg gezogen.
Mit dem Zug von HH nach KS und abends zurück. Von HH nach Elsmhorn zu einer Sitzung. Leider war das Paket eines Sponsors dort nicht angekommen. Gegen 22 Uhr telefoniere ich mit meiner Frau. Das Paket ist nach Oldenburg gegangen. Wohnwagen abhängen, umdrehen. Nachts um 2 in Oldenburg. Die Familie schläft. Ich hole das Paket raus, mache mir einen doppelten Kaffee und fahre wieder Richtung Dänemark. Die Wetternachrichten im Radio sagen mir, dass in Dithmarschen Windböen von 105 – 125 km/h zu erwarten sind. Und ich fahre durch Dithmarschen. Der Hänger hat ganz schön geschaukelt. Morgens um 5 Uhr mache ich für 2 Schlafstunden irgendwo vor der Grenze Halt.
Gegen 10 Uhr bin ich dann auf Römö, sagen den Mitarbeitern „Hallo“, fahre an den Strand, messe 10 in Böen 11 bft., sehe den Buggystrand, der zu einem Kitesurfrevier geworden ist und ….. kriege Depressionen. Drei bis vier Stunden Ringen mit mir selbst, den anderen und den Wettervorhersagen. Vier Telefonate mit dem ZDF. Und irgendwann dann der gemeinsame Entschluss, das Team nicht kommen zu lassen. Wer mich kennt, der weiß, was das für mich bedeutet. Schlucken, schlucken, schlucken. Und dann die Nacht in den Knochen. Und Edelkites an Bord, die für 3-5 Windstärken was taugen und nicht für 7 mit 8erböen. Und eine Nachtfahrt ganz umsonst. Irgendwann habe ich tagsüber dann 2 Stunden geschlafen. Es wurde ein wenig besser. Abends für 5 Minuten auf den Buggystrand. Mit einer 6er-Pulse. Doch die war zu heftig.
Mit 8 Leuten haben wir den ganzen Samstag am Strand verbracht – und nichts weiter gemacht, als uns vor dem Wind zu schützen. Das Römö-Drachenfest fand nicht statt. Am Sonntag dann ein ganz klein wenig. Großdrachen waren nicht zu sehen. Gut, dass das ZDF nicht gekommen war. Es wären üble Bilder geworden. Kurz vor der Abfahrt dann noch eine Nordsee-Session mit einer 10er Pulse. 6 Stunden Autofahrt. Kaputt.
Gestern dann drei Stunden Aufräumarbeiten. Der Überseecontainer von ewigkite.de ist ein echter Hit. Wie einfach kann Ein- und Auspacken sein. Mittags total kaputt. Ich kann jetzt nicht inhaltlich arbeiten (was dringend dran ist, da mir bis Ende September drei heftige Referate im Nacken sitzen „Ach, wenn der September erst rum ist!“). Eben nach Hooksiel. Austoben. Abschalten. Edelkites fliegen. Der Wind passte: 15er Psycho 4 De Luxe und Speed 2 Silberpfeil 19. Dreamkites. Gegen 19 Uhr wieder in Oldenburg.
Jetzt kann die neue Woche beginnen. Und der Rest des Septembers kommen. Wobei: Auf manches könnte ich verzichten. Es steckt mir in den Knochen: Zwei Wochenenden hintereinander für ewigkite.de unterwegs, ohne irgend einen „Erfolg“. Zwei Wochenenden ohne Familie. Ich hätte auch zuhause bleiben können. Nächstes Wochenende bin ich wenigstens nur am Samstag weg. Das ist doch schon mal was.
Und jetzt mache ich mich an die Arbeit. E-Mails, Inhalt und das ganz ganz Normale. Vielleicht ist das ja weniger stürmisch als die vergangenen Wochenenden?
8.September
21.August
Der heisseste Tag des Jahres soll es sein. Ich habe nicht viel davon gemerkt. Ich saß mehrere Stunden im Auto und die Klimaanlage hat dafür gesorgt, dass ich nicht mitbekomme, wie es draußen ist.
Als ich dann in Wetter ausstieg, um die Kirche abzuliefern, hat es mich heiß erwischt. Die Gemeinde in Wetter (und Timo mitten drin) plant eine nette Aktion beim jährlichen Seefest. Vor der Kirche wird es einen Sponsorenlauf auf Laufbändern geben. Klasse Idee. Und es machen wohl auch ausreichend Leute mit. Ist schon prima, wenn sich Gemeinden in das ganz normale Stadtleben einmischen und dort sind, wo die Menschen sind.
Abends dann eine Sitzung in Essen, die recht rege war. An einer Stelle hatte ich versprochen, dass ich nun nichts mehr sagen würde, aber wie ich so drauf bin, konnte ich meinen Mund nicht halten, als es heiß her ging.
Ich wurde belächelt. Nun denn.
Jetzt sitze ich in Kamp Lintfort bei einem netten Kollegen am Eßzimmertisch und arbeite nachn einem leckeren Frühstück so vor mich hin.
Heute Abend dann die Predigt live, die ich virtuell veröffentlicht habe. ich bin gespannt.
19.August
Das Alltagsleben kehrt ein: Schreibtisch, Treffen, Sitzungen, E-Mails, Predigten schreiben, Telefonate machen. Ist schon okay. Insbesondere, wenn es so langsam und seicht losging, wie in der vergangenen Woche. Am Samstag war ich dann kurz in Jever, um die Kirche von ewigkite.de abzuholen, die dort beim Altstadtfest eingesetzt wurde.
Sonntag war dann mal wieder Gottesdienst in Oldenburg angesagt (ich glaube, ich war 10 Wochen nicht in „meiner“ Gemeinde). Es war mal wieder klasse. Und Jo hat eine Predigt gehalten, die es in sich hatte. Ob ich denn meine „Talente“ vergrabe? Normalerweise halte ich mich für einen engagierten Menschen, aber Jo hat es geschafft, mich ins Nachdenken zu bringen. Was behalte ich für mich selbst, was setze ich für andere Menschen ein?
Nach dem Gottesdienst dann das, was man „Spontansonntag“ nennt: 3 Erwachsene und 6 Kinder bei uns zu Besuch. Herrlich! Unbekümmert! Einfach drauflos leben – und wenn Mittageessenszeit ist, eben ein paar Pizzen holen und alles teilen. Nette Menschen, nette Stimmung und dann abends ebenso schön weiter. Auf nach Hamburg. Mit Rike. Die hatte mal wieder einen Termin im Endokrinologikum (klingt gefährlich, hat es aber nur mit Genforschung zu tun).
Abends bei Götz. Endlich. Stundenlang geklönt. Wesentlich. Schöner geht‘s nicht!
Dann ein Hamburgtag mit Rike: der Herr Professor und auch ich und Rike waren mehr als glücklich über die neuesten Ergebnisse und haben uns über Fragen der Genetik unterhalten. Wenn man selbst betroffen ist, dann sieht man diese ganzen Fragen etwas anders. In den vergangenen Monaten haben sich Perspektiven für Rike ergeben, von denen wir nicht zu träumen gewagt haben, als ihre Behandlung mit Wachstumshormonen losging. Ob wir – ob sie – später davon Gebrauch machen wird, das wird sich dann ergeben. Aber allein die theoretische Möglichkeit einiger sich ergebender medizinischer Neuerungen ist schon etwas Prickelndes.
Danach dann Bummeln in den Second-Hand-Läden in Altona, ein Besuch im Panoptikum und Mittagessen an den Landungsbrücken. Elendige Rückfahrt auf der A1. Abends dann wieder lauter nette Menschen und fröhliche Stimmung bei Sam’s 23.(?) Geburtstag. Ein schöner Tag!
Jetzt wartete, wie gesagt, wieder der ganz normale Alltag. Bis heute Nachmittag Schreibtisch. Auf dem Weg zur EJM-Sitzung werde ich es mir aber gut gehen lassen: Ein kleiner Umweg über Hooksiel muss heute mal sein.
Morgen geht’s zu einer Besprechung nach Lüneburg. Donnerstag nochmal Schreibtisch und Freitag dann langsam aber sicher auf nach Lemwerder. Sagen wir mal so: Diese Woche wird nicht langweilig …..
Was unterscheidet mich von jemanden, der nicht an Jesus Christus glaubt? Was ist der Unterschied zwischen Gemeinde/ Kirche und irgendeinem Verein? Diese Frage beschäftigt mich immer wieder und ganz aktuell, seit ich am Dienstagabend bei einer Sitzung eines regionalen Missionskreises und gestern zur Vorbereitung einer Tagung zum Thema „Evangelisation und Diakonie“ unterwegs war.
Bei mir im Büro hängt ein kleines Plakat mit dem Ausspruch Bonhoeffers „Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist!“ Dieses Plakat hängt nicht erst in meinem Büro, seit ich im Dienstbereich Mission arbeite. Es hing auch schon vor 18 Jahren in meinem Büro, als ich Pastor in Hamburg war und es hing auch zu Jugendpastorenzeiten in Nordwestdeutschland. Die Aussage Bonhoeffers hat sich tief in mein Denken eingeprägt. Auch in mein Bibellesen. In mein Verständnis von Gemeinde. Mag sein, dass das eine hermeneutische Engführung war und ist.
Das war schon ein sehr besonderes Erlebnis. Am vergangenen Montag und Dienstag hatte ich ein paar Erlebnisse, die bei mir für übelste Laune gesorgt haben. Eine negative Grundstimmung machte sich breit.
Und ich habe ein wenig mit Gott gehadert. Und mit dem Leben. Und mit meiner Arbeit. Glücklicherweise ist meine Frau nett geblieben.
Am Dienstag habe ich dann u.a. einen zweiten Entwurf für eine eventuelle ewigkite.de-Ausstellung gemacht, in der auch einen Station „Regenbogen“ vorkommt. Sinngemäß habe ich auch geschrieben, dass sich Regenbögen natürlich auch physikalisch erklären lassen, dass der Glaube aber eine Deutung für Regenbögen hat. In der Bibel heißt es, dass Gott an die Menschen denkt, wenn er „seinen Bogen“ in die Wolken setzt.
Übel gelaunt war ich dennoch. Am Donnerstag hatte ich meinen freien Nachmittag eingeplant und bin missmutig nach Hooksiel gefahren. Zunächst war der Wind okay und Dutzende von Kitesurfern bevölkerten das Wasser. Dann ließ der Wind nach. Sämtliche Tubekiter packten ein. Ich packte aus. Den 17er Speed. Die Leichtwindwaffe. Und ich zog mutterseelenallein meine Bahnen auf dem Wasser. Und ich fühlte mich auch noch so. Dunkle Wolken zogen auf. Es regnete kurz. Die Sonne kam durch.
Und dann fuhr ich, zumindest wenn ich Richtung Hafen fuhr, eine Viertelstunde lang unter einem intensiven 180-Grad-Regenbogen, der direkt vor den dunklen Wolken stand und mir wie die Bahn meines Windfensters erschien. Von hinten die Sonne auf den weißen Speed, der plötzlich wirklich silber aus sah. Silberpfeil eben. Ich habe mich gefreut.
Und mein Glaube hat gedeutet. Es wäre ja nicht nötig gewesen, dass Gott da extra einen Regenbogen für mich hinsetzt. Mein Glaube hat das so gedeutet. Andere werden darin ein physikalisches Phänomen sehen. Ob sie seither auch besser gestimmt und getröstet sind?
Am Wochenende war dann Drachenfest in Lemwerder. Ein Bericht steht irgendwo auf der Seite. Das war klasse und intensiv. Am Samstag bin ich von Lemwerder aus nach Remels zu einem Gottesdienst gefahren. Es war wirklich schön, aus GJW-Zeiten bekannte Gesichter zu sehen und ein wenig kam ich mir vor wie früher (Jugendgottesdienst und so). Ich habe – aus meiner Sicht – ziemlich zugelangt, was das Thema „Christsein im Alltag“ angeht, habe aber im Anschluss wenig Reaktionen erhalten. Das verunsichert mich. War es zu heftig? Oder gab es zu viel Widerspruch? Oder habe ich so geredet und argumentiert, dass es nicht verstanden wurde? Ich bin gespannt auf die Auswertung der MitarbeiterInnen.
Seit Montag ist Schreibtisch angesagt. Gestern wieder ein halber freier Tag (wieder auf dem Wasser – ohne Regenbogen, ist aber schon okay) und heute ist Schreibtisch total angesagt. Morgen geht’s dann auf Tour ins Rheinland. Schaun wir mal ….
13.August
Wenn ich als Christ Maß nehme an Jesus Christus und sein Verhalten nicht nur für mein eigenes, sondern auch für das Gemeindeleben als Messlatte nehme, dann geht es nicht anders, als von mir selbst wegzuschauen, hin zum anderen, hin zu der anderen.
All zu oft habe ich den Eindruck, dass Gemeinden/ Kirchen etwas anders gestaltete Vereine sind, denen es in erster Linie darum geht, dass ihre Mitglieder versorgt, umsorgt und umhätschelt werden. Das ist ja nicht schlecht an sich und nicht selten werden dafür Zitate aus der Apostelgeschichte angeführt, die belegen, dass die ersten Christen „ein Herz und eine Seele“ waren. Ebenso ist dort aber auch zu lesen, dass sie „Wohlgefallen beim ganzen Volk fanden“. Ich gehe davon aus, dass das so war, weil sie eben nicht auf sich selbst fixiert waren, sondern einen Blick für ihre Zeit und auch für die Nöte ihrer Mitmenschen hatten. Gemeinden versuchen auch heute noch, diesen Blick zu haben. Aber manchmal eben erst, wenn sie „mit sich“ fertig sind. Wenn innergemeindlich alles geregelt ist, dann hat man auch noch Zeit für die „Ungläubigen“. Ich glaube aber, dass das nicht reicht. Alltag und Sonntag, Arbeits- und Gemeindeleben müssen mehr ineinander greifen. Das geschieht meines Erachtens auch, wenn Gemeinden fragen, wie die Menschen um sie herum ticken und wie sie ihre Angebote si einrichten können, dass sie ansprechend sind.
Die Frage die mir dabei immer wieder begegnet ist, ob wir uns nicht zu sehr anpassen, damit die Leute es mit uns zu tun haben. Ich denke: Als Christen sind wir in den überwiegenden Teilen unseres Lebens sehr angepasst. Erkennt man uns etwa im Alltag? Sind wir liebender, vergebender, hoffnungsvoller als andere? Unser Anderssein haben wir lange auf den ethischen Bereich konzentriert. Meistens heißt es dann „als Christ mache ich dies oder jenes nicht“. Nicht selten haben wir eine Vermeidungsethik aufgebaut. Dadurch wollen wir uns unterscheiden und meinen dann auch n och, dass wir ganz auf der Seite des Paulus seien, der ja sagt, „dass wir uns nicht dieser Welt gleichstellen sollen“. Mit dem Nichtgleichstellen meint Paulus aber, dass wir nachdenken sollen. Wir sollen nicht unüberlegt leben. Nicht einfach so darauf los. Und das führt er dann ja auch aus: Nicht gleichstellen, anders sein als die “Welt“ zeigt sich daran, dass wir nachdenken, was das Gute, Gott wohlgefällige ist. Seltsam, dass wir –zumindest als freikirchliche Christen - dabei so oft bei der Individualethik hängen bleiben. Über das Gute nachdenken, d.h. doch wohl auch, darüber nachzudenken, was ich für den anderen Gutes tun kann, wie ich diese Welt, diese Gesellschaft besser machen kann. Irgendwie träume ich noch immer davon, dass Gemeinde/ Kirche eine Ansammlung von Menschen ist, die Liebe, Vergebung, Versöhnung, lauter gute Taten, innerlich und äußerlich für andere sichtbar werden lässt.
Ein Verein, der genau weiß, was richtig und was falsch ist, ein Verein voller einzelner ethisch lupenreiner Leute (was sie dann beim zweiten Hinsehen definitiv nicht sind, denn in der Gemeinde gibt es nichts, was es sonst nicht auch gibt), hat auf mich keinerlei Anziehungskraft. Da kann ich nicht mithalten. Da bin ich ganz anders.
Eine Gemeinde voller begnadeter Sünder, die Vergebung und Gnade, Liebe und Versöhnung, Annahme und Hilfe ausstrahlen und ganz praktisch leben, ja, das wäre mal etwas ganz anderes. Das würde „leuchten“. Das wäre dann wirklich nicht „der Welt gleichgestellt“ (wobei es auch herrlich, Gott sei Dank!, vergebende, liebende, helfende, versöhnliche Menschen außerhalb der Gemeinde/ Kirche gibt!). Das wäre mal was. Ich bin dankbar, dass ich das in meiner Gemeinde erleben darf. Dass da dieser Geist (Jesu) herrscht. Und da, wo zusätzlich, vielleicht auch ungewollt und unbemerkt ein vereinsmeiernder Geist herrscht, da will ich auch in Zukunft dabei helfen, diesen auszukehren.
Das musste aus mir raus, weil es mich umtreibt. Vielleicht kann ich jetzt entspannter am Schreibtisch arbeiten? Schönen Tag noch!
11.August
5.August
3.August
12.Juli
9.Juli
24.Juni
Seit knapp 14 Tage habe ich mein Seelenleben nicht mehr im Internet offen gelegt und schon melden sich Leute, ob bei mir alles in Ordnung sei. Zunächst einmal: Liebe LeserInnen! Das ist ja nett. Freut mich, dass es Menschen gibt, die hier lesen und sich dann tatsächlich auch Gedanken machen. Neulich hat mir jemand gesagt, dass er jedes Mal, wenn er hier liest, auch kurz für mich betet. Das ist gut zu wissen. Danke!
Also: Mir geht es gut. 14 Tage nicht bei Pastor Persönlich zu schreiben bedeutet nicht, dass ich Depressionen o.ä. habe. Auch physisch geht es mir gut – wenn man daran denkt, dass Fanö geradehinter mir liegt, so ist das ein kleines Wunder.
Vom schönsten Erlebnis der vergangenen 14 Tage darf ich hier erstmal (?) nicht schreiben (wirklich nicht?). So viel sei gesagt: Es war am vergangenen Donnerstag gegen 7 Uhr morgens am Strand von Fanö. Mehr vielleicht mal später, wenn wir gemeinsam ein Buch schreiben (grins). Seltsamerweise ist es auf Fanö bisher jedes Jahr so, dass ich morgens gegen 5 Uhr wach werde und dann auch nicht mehr einschlafen kann. Was machen? Das, was man eben macht, wenn man ein obergeiles Hobby hat. Gegen 6 Uhr in den Surfanzug und ab aufs Wasser. Jeweils für 2 Stunden oder so. Diese Stunden waren der Hit. Niemand am Strand oder auf dem Wasser. Allein mit dem Schöpfer. Einfach herrlich. Der Wind blies dermaßen, dass ich an einem Tag bereits mit der 8er Pulse am Anschlag war. Machte aber nichts, denn gegen 7 Uhr konnte ich auf den vollgelaufenen Priel, um nicht immer über die Wellen springen zu müssen. Einfach herrlich. Auch tagsüber hat es mich manche Stunde aufs Wasser gezogen, was einen aufmerksamen Beobachter gestern dazu veranlasste festzustellen, dass ich im Moment wohl ziemlich „gar“ sei. Ja, Recht hat er: ich musste weg. Ich hatte keine Power für Menschen. Es war und ist noch immer dringend nötig, dass ich ein wenig Urlaub habe. Ich bin innerlich dermaßen vollgedröhnt, dass ich Abstand brauche.
Die Tage auf Fanö habe ich genossen, auch wenn ich ab Donnerstag leichte Heimwehattacken hatte, da ich seit Sonntag unterwegs war.
Von Sonntag bis Dienstag war ich in Buckow bei Berlin zu einer Klausur mit den anderen Mitarbeiterinnen aus dem Dienstbereich Mission. Unser neuer Chef hat sich eingearbeitet. Und ich will mal so sagen: Ich bin angetan! Er hat es drauf und legt eine Arbeitsweise an den Tag, die mich inhaltlich und auch formal beeindruckt. Der Mann ist ein Teamer. Klasse. Und er weiß, was er will oder nicht will. Auch klasse. Und er verbindet das gut miteinander. Wir haben eine TOP durchgehauen, hatten aber auch ausreichend Zeit, um mal „locker“ miteinander zu sprechen (Spaziergang etc.). Gute Tage. Ich schaue zuversichtlich in die Zukunft, was den Dienstbereich Mission angeht.
Von Buckow aus bin ich dann nach Fanö gefahren. Ach ja, am Wochenende vorher hatte Janneke eine Übernachtungsparty mit einem Dutzend Teeny-Mädels bei uns. Stine war mit dem Chor in Potsdam (ich hatte sie also bei der Rückkehr aus Fanö über eine Woche nicht gesehen, was wirklich nicht gut war …..) und ich war mit den quirligen Mädels, die ich irgendwann nachts gegen 2 Uhr von der Dachterasse geholt habe, allein. Ging aber prima.
Am Samstag bin ich gegen 21 Uhr aus Fanö wiedergekommen. Ziemlich kaputt. Wegen des Windes und wegen der körperlichen Anstrengung. Letztes Jahr war ich kaputt wegen blauen Flecken, angebrochenem Arm und aufgeschnittenem Fuß. Dieses Jahr geht es mir erheblich besser. Als ich mich am Sonntag dann aber gegen 6 Uhr aus dem Bett quälen musste, um nach Hannover zu fahren, da habe ich mich schon gefragt, ob manche Leute, die meinen, dass ich eine Meise oder sogar eine ganze Meisenfamilie habe, Recht haben. Muss denn noch immer einer oben drauf?
Nun denn, Manfred hatte mich gefragt, ob ich seinen Einführungsgottesdienst in der Gemeinde Hannover-Süd mache. Manfred heißt Beutel mit Nachnamen. Ich habe sozusagen den Beutel eingetütet. Das hat Riesenspaß gemacht. Das ging mir schon vor gut 10 Tagen bei der Vorbereitung der predigt so. 2.Korinther 5: Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selber. In allen für mich nur denkbaren Facetten habe ich versucht deutlich zu machen, dass Gott der Versöhnende ist. Wir brauchen ihn nicht zu versöhnen, gnädig zu stimmen oder irgend so einen Quatsch! Gott hat das gemacht. Die Sache ist klar! Ich finde das einfach befreiend. Schluss mit den christlichen Versuchen, Gott irgend etwas Recht machen zu wollen, um sich einen Goldkrone zu verdienen. Der Gottesdienst in Hannover war echt nett. Prima, wenn man in eine Gemeinde kommt, wo man schon mal war. Im April des vergangenen Jahres hatte ich da Gästeabende gemacht und im September 2006 hatte ich dort Henning Großmann als Referenten eingeführt.
Auf der Rückfahrt von Hannover hat mich allerdings dann doch die Erschöpfung eingeholt und seither schleppe ich mich so durch die Woche. Den kompletten Montag habe ich zum Aufräumen inkl. Drachenwäsche etc. gebraucht. Gestern dann Konzepte für den DB Mission in Reinform gebracht und heute muss noch manches Organisatorische auf den Weg gebracht werden. Heute Abend bin ich nochmal in Kiel (….. soooooooo wenig Lust auf die Autofahrt, was mich daran erinnert, dass ich diese Tage meinen neuen Dienstwagen bestellt habe; der wird nett!) und morgen dann noch mal in Leer und Umgebung. Freitag geht es dann erst mal für eine Woche in den Urlaub. Holland. Hindeloopen. Wie jedes Jahr seit 2001. Und das soll auch so bleiben. Kites im Gepäck. Auch den neuen alten Silberpfeil 17 (der ist vielleicht klasse!). Und drei Mädels (Janneke und ihre Freundinnen), die Kitesurfen lernen wollen.
11.Juni
7.Juni
Wieder mal zu früh wach. 5 Uhr. An erneutes Einschlafen ist nicht zu denken. Die Gedanken kreisen. Dies und jenes geht mir durch den Kopf. Das Seltsame dabei ist, dass nichts fest hängen bleibt.
„Meine Seele ist unruhig in mir, bis sie Ruhe findet, Herr, in dir!“ Dieser Ausspruch des Kirchenvaters Augustin fällt mir dazu ein. Ruhe finden in Gott, wie geht das? Gebete gehören zu meinem Alltag. Immer wieder mal streue ich ein Gebet ein, manchmal nehme ich mir auch bewusst Zeit zum Beten. Dass ich dadurch aber ruhiger, ausgeglichener oder entspannter bin, das kann ich nicht behaupten.
In Gottesdiensten komme ich manchmal zur Ruhe. Das ist aber selten. Meistens bin ich selbst in Gottesdiensten aktiv (Predigten oder irgendwelche Infoteile). Nur wenn ich denn dann mal in Oldenburg im Gottesdienst bin, als „normales“ Gemeindeglied, dann klappt das hin und wieder. Ich war seit 2 Monaten nicht mehr in Oldenburg im Gottesdienst, weil ich immer unterwegs war.
Letze Woche bin ich aber gottesdienstmäßig zur Ruhe gekommen: Mitten in der Woche. Abends von 22 bis 23.30 Uhr. Im Auto. Ich habe mir den Gottesdienst der Gemeinde Oldenburg vom 24.5. angehört. Und eine Predigt meines Gemeindeleiters gehört. Sahneschnitte. Nicht nur unsere Pastoren können es. Auch der ehrenamtliche Gemeindeleiter. Es lebe das „Priestertum aller Gläubigen“.
Ich tippe mal, dass es innere Ruhe auch ganz viel mir dem Charakter zu tun hat. Und da ist bei mir, was die Veranlagung angeht, nicht allzu viel zu holen.
Heute ist Sonntag – eigentlich ja der Tag der Ruhe. Gott ruhte am 7.Tag von der Arbeit. Er hat die Füße hoch gelegt (vielleicht sollte ich darüber mal eine Andacht schreiben – aber nicht heute, oder? Sonst habe ich ja keine Ruhe….). Als wir gestern unseren heutigen Tag durchgesprochen haben, ist mal wieder klar geworden, dass nicht all zu viel los ist mit Füße hochlegen. Stine geht mit den Mädels morgens zur Geburtstagsfeier ihres Bruders, während ich nach Jennelt zum Predigen fahre und Enno bei einem Lauffest in Oldenburg mitmacht.
Ich werde nach dem Gottesdienst den Speed 17 Silberpfeil testen, Enno wird von netten Nachbarn mitgenommen und gegen 16 Uhr treffen wir uns, um dann gemeinsam zu einem Geburtstag zu gehen. Abends ist Stine dann noch beim Chor. Wir haben nicht gerade die (Sonntags-) Ruhe weg.
Meine Gedanken gehen auch schon in die nächste Woche: Am Montag fahre ich über Hamburg (Drachen abliefern) und vielleicht über die Ostsee nach Berlin, wo ich am Dienstag zwei Termine habe. Der eine dreht sich um den 2.Ökumenischen Kirchentag nächstes Jahr in München (unglaublich, der Kirchentag in Bremen ist doch gerade erst vorbei!) und der zweite um die Referate auf einer Pastorenstudientagung im Herbst.
Na ja, und dann habe ich eine inhaltliche Restwoche vor mir, während der ich an einigen Andachten, Predigten, Schulungen etc. arbeiten muss, bevor es am Wochenende dann „Girlsübernachtungsparty“ und Team-Klausur des DB Mission in Buckow heißt. Ja, und dann ist ja auch schon die Fanöwoche. Dann noch eine Woche und los geht’s mit dem Urlaub….
So, jetzt erst mal Ruhe. Ist ja Sonntag. Vielleicht noch eine kleine Andacht. Und dann Radfahren. Dann Gottesdienst.
2.Juni
29.Mai
Enno hatte sich mal wieder ganz leise in die Küche geschlichen. Nach der Schule. Daraus macht er sich einen Spaß. Ich hatte ihn nicht gehört und war mit der Salatzubereitung beschäftigt.
Weil Stine und Janne nicht da waren, hatte ich mir gedacht, dass Pommes und Chicken Nuggets für Rike und Ennos sicher eine Überraschung sind, da sie ansonsten "gesund" ernährt werden (zumindest machen wir seit 11 bzw. 8 jahren den andauernden Versuch ....).
Dann seine Stimme in die Stille, vor dem Backofen stehend: "Pappa, das glaub ich jetzt nicht. Weck mich. Pommes an einem ganz normalen Tag!" Pause. Grinsender Vater. "Heute ist mein bester Glückstag!"
Für mich war er es dann auch als ich ihn beim Essen beobachtet habe.
Eine Nach-Kirchentagswoche liegt hinter mir. dies und das erledigen, Kleinkram erledigen und heute Morgen dann eine einstündige Aufnahme für Radio Ostfriesland.
In drei Stunden werden wir unsere Kinder bei der Super-Kinder-und Jugend-Organisation GJW abgeben. Pfingstalger mit über 500 Leuten. Enno wird zum ersten mal dabei sein und freut sich seit tagen einen Ast!
Und ich mich auch: gegen 15 Uhr werden wir den Wohnwagen anhängen und dann geht es allein ohne Kinder, aber mit Mountainbike und jede Menge Kitematerial an die Nordseeküste. Altfunnixsiel.
Wenn das Wochenende so wird, wie der Ortsname lautet, dann wird es ein lustiges und schönes Wochenende. Möge der Geist kommen!
Was definitiv auch zu meiner Laune beiträgt, ist die Tatsache, dass Dinge, die ich geplant und angedacht habe, sich nun realisieren. Gestern kam z.B. eine riesengroße Lieferung eines Werbecenters in Berlin. In der vergangenen Woche hatte ich alleine und gemeinsam mit meinem Haus- und Hofgrafiker immer wieder daran gesessen, die Dinge zu entwerfen und zu gestalten. Als ich die Banner (Hintergründe für den Stand des BEFG beim Kirchentag) dann gestern Nachmittag ausgepackt habe und die 4x2,5 Meter Bahnen auf unserer Auffahrt sichtbar wurden, da habe ich mich gefreut, als wäre es gerade Weihnachten und ich ein kleines Kind.
Zugegeben: Ich brauche Erfolge. Gibt es irgend jemanden der keine Erfolge braucht? Man könnte sagen, dass ich leistungsorientiert bin. Will ich eigentlich gar nicht sein, das hat sich so ergeben. Ich kann tatsächlich ganz schlecht ruhig sitzen. Ich brauche immer etwas zu tun.
Manchmal geht das meiner Familie auch auf die Nerven. Gestern Abend z.B. saß die ganze Mannschaft beim Spielen am Esszimmertisch, nur ich habe nicht gespielt (ich mag Siedler nicht), sondern etwas zusammen gebastelt, über das oder auf das ich mich auch freue: Am Sonntag werde ich nachmittags in Hamburg unter dem Motto „Gottes geliebte Menschen“ hoffentlich lauter alte Menschen fotografieren, Sonntag Nacht die Bilder bearbeiten, sie am Montag früh zum Entwickeln geben (auf dem Weg nach Berlin, da bin ich zu einer Sitzung, die ganz schön besonders ist…), um sein dann am Dienstag abzuholen und eine kleine Ausstellung zu machen. Darauf freue ich mich sehr sehr sehr. Na ja, und gestern Abend habe ich die Ausstellungsfläche vorbereitet: Drahtseile mit starken Magneten zum Aufhänger der A4-Abzüge.
Heute soll ein lauschiger Familientag werden. Ich muss das noch für ein paar kleine Stündchen mit Vorbereitungen für Hamburg und Berlin unterbrechen.
Na ja, und in 14 Tagen ist Kirchentag! Lauter schöne Dinge, die ich erleben darf. Momentan bin ich wirklich gut gelaunt. Gott sei Dank! und dann wieder gen Heimat.
Was bleibt? Der Eindruck eines süßen einjährigen Kindergrinsens, nette Kurzklönereien mit netten Menschen und enorme Erholung.
Die war dann aber auch gleich wieder vergessen. Montag habe ich den Wohnwagen geputzt und neu gepackt. Jetzt ist er in NOH. Zum Gemeindefest und anschließend zum Drachenfest. Ganz ohne mich. Geht auch. Finde ich gut!
Würde ich mir öfter wünschen.
Dann habe ich noch den Dienstag kurz vorbereitet und bin am Montagabend nach Berlin gefahren. Bei Volker übernachtet (wieder nette Menschen) und am Dienstag dann eine Probefahrt im Mondeo. Nicht mein Auto. Ich bleibe wohl beim Galaxy. Da passt was rein. Dann Sitzung im Team. Von 10 bis 15 Uhr. Dann Auto aus der Werkstatt in Berlin geholt. Die Pappnasen waren nicht pünktlich fertig.
Deswegen bin ich dann auch eine halbe Stunde zu spät in Emden angekommen. Da war abends noch eine Sitzung. War ein wenig viel für einen Tag.
Deswegen habe ich heute Vormittag frei gemacht. Wo? Auf dem Wasser. Es hat geballert. 6-7 bft. Erst habe ich mich nicht getraut mit dem 8er Pulse loszuziehen. Aber dann. Es war Ballerkiten. Auch mal nett, muss ich aber nicht immer haben.
Heute Nachmittag dann Kleinkramerledigungen. Und ab Morgen muss ich wieder aufdrehen. Hamburg steht vor der Tür. Ein Gottesdienst, vier Abendveranstaltungen, eine Ausstellungsidee umsetzen etc. etc.. Von HH aus dann noch mal nach Berlin.
Das Leben rauscht ja dermaßen schnell… . Und gleich ist Kirchentag. Inhaltlich und organisatorisch bin ich fast fertig. Jetzt geht es an 1000 Kleinkramkirchentagssachen. Ich freu mich drauf! Auf den Kirchentag!
9.April
Ein Tiefdruckgebiet mit dem Namen Carsten überzieht die Region um Oldenburg. Seit letztem Sonntag habe ich definitiv Motivationsprobleme. Das liegt vermutlich daran, dass ich bis in der Woche nach Ostern keine verbindlichen Termine habe.
Ich muss mich also nicht auf irgend etwas Konkreteres vorbereiten. Es gibt aber dennoch x Dinge, die ich ganz dringend machen müsste. Da aber eben kein Druck besteht, habe ich die Sachen etwas schleifen lassen. Stine war am Montag und Dienstag auf Tour in Hamburg und ich war mit den Kindern allein. Ich habe nur die nötigste Schreibtischarbeit erledigt und mich ansonsten um das gekümmert, um das sich Millionen Deutsche auch kümmern: Um den Garten.
Ostern steht vor der Tür. Da machen wir Deutschen das so. Unsere Garten allerdings sah aus wie ein Schlachtfeld. Baumbeschnitt aus dem letzten September und 1000 müllige Dinge,. Na, und wenn ich schon mal dabei bin, dann auch gleich noch die Dachterrasse, den Schuppen und den Vorplatz. Jetzt ist da wenigstens Ordnung drin. Und wir könnten sogar Ostereier verstecken und Familien-Werbung machen („Schauen Sie sich diese nette Familie an: Nette Wohnung, netter Garten , etc. pp.).
Am Dienstagabend war es dann wirklich nett: Wir haben unseren 19.Hochzeitstag gefeiert. Ist ja auch was. Wir waren in Varel in einem Fischrestaurant. Das ist ja was für mich! Und für Stine. Fisch satt. Und das Bewusstsein, dass das schon ziemlich prima ist mit unserer Ehe und dass wir gerne so weiter machen.
Gestern dann ein kurzer Ausflug an die Nordsee. Ballerwind mit ätzenden Böen. Das hat nicht richtig Spaß gemacht. Und dass ich dann auch noch zum Abschluss den Kite im Sand versenkt habe und ihn nass und komplett sandig eingepackt habe, das nervt. Nun denn. Heute aber nochmal Vollgas, bevor Götz mit Familie kommt und wir die Ostertage einfach miteinander genießen. Protokolle von letzter Woche schreiben, Flyer fertig machen, Mails weghauen und jede Menge Kleinkram, der mich nach Ostern nicht mehr belasten sollte.
Ach – das Tiefdruckgebiet wird durchbrochen von zwei Dingen:
1. Ich habe einfach so eine Mail von einer kleinen Gemeinde im Ruhrgebiet bekommen, die meinen, dass ich mal kommen sollte. Helfen. Neuansatz. Neuausrichtung. Das freut mich, dass ich mich nicht mehr selbst anbieten muss. Und es ehrt mich auch ein wenig – Bauchpinseln -, dass die Gemeinden tatsächlich denken, dass von mir hilfreiche Anregungen kommen könnten.
2. Die Anregungen hole ich mir gerade selbst mal wieder aus einem Buch von Michael Frost und Alan Hirsch. Manche Leute meinen bestimmt, dass diese Literatur in den Giftschrank gehört. Für manche sicher. Mich fordert sie heraus. Ist das machbar? Kirche/ Gemeinde ganz anders denken und leben? Letzten Freitag: Anruf in Elstal. Morgens. Stine ist krank. Ob ich früher nach Hause kommen kann. Geht schlecht. Ich versuche aber wenigstens 2 Stunden früher da zu sein. Sorry. Drei Stunden später ein weiterer Anruf. Macht jetzt auch nichts mehr. Stine sitzt – krank- mit Enno in der Notfallaufnahme des Krankenhauses. Der Kerl hat es geschafft, sich mit chinesischen Essstäbchen das Auge zu verletzten. Enno wird genäht. Am Augenlid. Mit 2 Stichen. Und ich komme erst abends gegen 8 zuhause an. Und treffe eine gebeutelte Restfamilie an. Manchmal wünsch man sich das Leben etwas anders. Rikes Kommentar: „Bisher waren wir in jedem Lebensjahr mit Enno bei der Notfallaufnahme!“ Da ist was dran. Sind Jungs so? Keine Ahnung, aber Enno ist so.
Samstag habe ich dann mehr oder weniger verdaddelt. Hier was gemacht, da was liegen gelassen und dann doch noch die Predigt für Sonntag (in Bremen) geschrieben. Hokema?“ Ich dachte, mich trifft der Schlag. Aber Professoren sind manchmal weise. Er hätte da noch eine andere Frage, auf die er antworten wolle. Meine Güte!
Nun denn. Nach dem Referat direkt ins Auto und ab nach Weltersbach, wo mein Ex-Chef seinen 65. Geburtstag gefeiert hat. Knapp 3 Stunden nettes Programm. Viele Leute – 150 bis 180, schätze ich. Jede Menge Leute, die das Leben von WiBo begleitet haben. Und auch Promis – oder die, die sich dafür halten – aus dem deutschen Baptismus. Es war nett. Wirklich nett. Ich hatte zwei Beiträge vorbereitet. Ich glaube, die kamen ganz gut an: 1 x eine PPt mit Photoshopbearbeitungen meines Ex-Chefs und dann ein kleines Theaterstück. intensiv, beschnuppernd und inhaltsträchtig. Gut war’s. Sicher, manche Kommunikationsmissverständnisse waren noch dabei. Aber wie soll er denn auch das, was wir sagen, auf unserem Hintergrund hören können? Er kennt uns ja noch nicht. Nach diesem ersten gemeinsamen Arbeitstag bin ich aber sehr sehr zuversichtlich, was unser gemeinsames Miteinander in der Zukunft angeht.
Meine Güte, was habe ich wieder alles erlebt, seit ich aus Tunesien zuhause bin. Aber erst mal noch zwei kleine Begebenheiten des heutigen Tages: Heute Morgen, Umsteigen in Hannover. Auf dem Bahnsteig in Hannover steht plötzlich Paul Imhoff (Philosoph und Theologe) neben mir. Er kennt mich nicht (wie soll er auch?), aber ich ihn (zwei oder drei Konferenzen mit überaus belebenden und anregenden Referaten aus seinem Hirn habe ich in bester Erinnerung; er könnte sowas wie ein Guru für mich werden, aber das lasse ich lieber). „Guten Tag, Herr Imhoff!“ Er war überrascht und nett. „Ja, die Baptisten, nettes Volk ….; ich erinnere mich!“ Usw. usw.. Irgendwie eine nette Begegnung. Nichtsdestotrotz war ich mit Ausnahme des Mittwoch jeden Tag auf dem Wasser. Wie gut, dass ich meine 26iger Psycho dabei hatte. Ohne die wäre wirklich kaum was gegangen.
Begeistert bin ich von der Psycho 4, die ich zumindest an zwei Tagen geflogen bin. So einen Kite hat die Welt bisher noch nicht gesehen. Unglaublich, wie der in der Luft hängt, wie er dreht, liftet und dabei ruhig bleibt. Gerne würde ich den Psycho mal bei 5 bis 6 Windstärken fliegen, um zu sehen, was noch so alles in ihm steckt.
Kitetechnisch war Tunesien also wegen des Windes so lala. Unsere kleine Gruppe aus 5 Leuten war dagegen aber olala! Nette Leute, nettes Klönen, unkompliziertes Miteinander. Genervt hat ein wenig die abendliche Dauerberieselung im Hotel. Beschallt und zugleich mit Laptos beschäftigt hatten wir nicht so die dicken Gemeinschaftsintensivgesprächsabende. Aber nun ja, man kann nicht immer alles haben.
Besonders schön war für mich ein Tag, den ich so gut wie alleine verbracht habe. Gleich nach dem frühen Frühstück habe ich mit einem Kite und einem Board per Taxi auf den Weg zur Lagune gemacht, obwohl es fast windstill war. Da lag ich dann den ganzen Tag am Strand rum, habe mit niemandem gesprochen (zwei Kurzbesuche irgendwelche Urlaubsbekanntschaften unterbrachen die Stille allerdings), habe ungefähr 300 Seiten gelesen, einen langen Spaziergang an der Wasserkante gemacht, (noch9 ein leckeres Thunfischsandwich gegessen und wieder gelesen, gelegen, gedöst. Abends dann kam ein wenig Wind auf und ich war noch eine gute Stunde auf dem Wasser. Bei Sonnenuntergang. Dann per Taxi ins Hotel zurück.
Wie selten erlebe ich solche Tage? Und wie tun sie gut - Eremitentage.
Ich sollte sowas öfter machen. Für nächste Woche habe ich mir gleich einen solchen Tag eingeplant. Ich bin dauernd am reden, denken, schreiben, handeln, machen und tun. Einfach mal „nichts“ tun lässt mich ganz schön runter fahren. Ich habe dabei auch über für mich Wesentliches nachgedacht … . Nun denn, das war’s.
Tunesien? Immer wieder gerne. Was die Windausbeute angeht, so kann man wohl besser in Deutschland bleiben, was Samantha und mich dazu anregte, nächstes Jahr vielleicht eine Woche an der Ostsee zu planen, auch wenn es im April oder Mai für den einen oder die andere vielleicht noch etwas zu kühl ist. Nun, wir werden mal sehen. Hemd und dünne Jacke. In einer Stunde werde ich die Jacke ausziehen. Es ist schon schön, wenn man den Frühling oder sogar annähernd sommerliche Temperaturen vorwegnehmen kann.
Zum 5.Mal bin ich auf Djerba. Das erste Mal war ich mit Stine hier. Ich weiß gar nicht mehr genau, wann das war. Muss so um die knappe 20 Jahre her sein. Noch heute hängt ein Bild davon in unserer Kaminecke. Es war die schönste Reise nach Djerba. Jung, dynamisch, etc. etc.. Jetzt ist Stine zuhause. Wäre wirklich schön, wenn sie jetzt auch hier sein könnte. Beim ersten Mal Djerba war an Kitesurfen nicht zu denken. Den Sport kannte niemand. Jetzt würde ich – außer mit Stine, mit der ich überall allein hingehen würde - nie auf die Idee kommen, nach Djerba zu fahren. Ohne Kitematerial.
Der Wind dürfte etwas besser sein. Gestern war ich mal wieder froh, dass ich meinen Sonnenverdunkler habe, die Psycho 26. Mit ihr und einer Riesen Door konnte ich über die Lagune im Norden in der Nähe von Houm Souk rutschen. Und es war, wie es so oft ist, wenn schlabberiger Wind ist: Als erste und letzte Kites waren die Flysurfer am Himmel. Hin und wieder dann natürlich auch ein Tube. Aber mit fahren war da nichts oder sehr wenig.
Ich merke, dass ich zur Ruhe komme. Kein Schreibtisch, kein Gedanke an Arbeit, … ist mir doch egal, was nächste Woche alles auf dem Zettel steht. Jetzt bin ich erstmal hier. Natürlich ist es suboptimal, weil Stine und die Kinder nicht hier sind. Aber das is ja selbstgewählt.
Eine nette Kleintruppe sind wir: Zwei alternde Herren und drei Damen. Damen? Na ja, wir nehmen uns nicht viel, was lustige Sprüche, Ausgelassenheit und sonstigen Blödsinn angeht. Eigentlich wollen wir aber Kiten. Und sonst nichts. Die Windprognose für heute sieht übel aus und auch der Rest der Woche scheint nicht so zu werden, dass man Sorge haben muss, überpowert zu sein. Volker und Dörthe hatten gestern ideale Anfängerbedingungen und haben echt einen tollen ersten Tag hingelegt. Selten zwei so gute „beginner“ erlebt. Nicht ein Mal haben sie dein Kite aufs Wasser oder aufs Land gedonnert.
Ach ja, Kites: Wenn ich an meine zweite Reise nach Tunesien denke, dann ist es wirklich unglaublich, wie der Kitesport auch hier boomt. Vor ein paar Jahren war Kiten hier noch recht exotisch. Jetzt kommt man in der Nebensaison hierher – an einen Strandabschnitt, wo man vor ein paar Jahren in dieser Jahreszeit noch der einzige Kiter war – und sieht gleich etliche Kites am Himmel. Und auch die Zeiten sind vorbei, in denen nur die Kitemafia mitn ihrem mobilen Materialtransport vor Ort war. Gestern habe ich die Leute von der Kite-Bar kennen gelernt. Das gleiche Konzept wie Simon. Tja, die Mitbewerber schlafen nicht.Das war mal wieder ein schönes Kinderwochenende: Rike hat mit einer Übernachtungsparty ihren Geburtstag nachgefeiert. Insgesamt waren 12 Kinder in unserer Wohnung und ich kann nur staunen, wie gut das ging. Nette Kinder. Lustig. Freundlich und fröhlich. Es gab das ganze Programm: Flaschendrehen (erst mal nur wegen der Geschenke), eine überglückliche Rike, Hamburger, Spiele, Schlafanzugparty, Musik, Eis, einen anrührenden Film zu später Stunde, Ermahnungen, nun doch endlich zu schlafen um Mitternacht und ein gemeinsames Frühstück. Es hat wirklich Spaß gemacht. um 4.30 Uhr aufstehen, um 5 auf die Autobahn und um 9 Uhr dann Sitzung ins Elstal. Meistens so bis 17 Uhr. Dann wieder 450 Kilometer „Strecke“. Natürlich könnte ich auch in Elstal übernachten. Muss ich aber nicht haben, wenn ich mit meiner Familie am Frühstücks- oder Abendbrottisch sitzen kann. Nun denn. Gestern war ein besonderer Elstaltag: WiBo und Stiba waren beide da. Zwei Chefs auf einmal. Wibo hat in seiner klaren Art aber gleich deutlich gemacht, dass ab jetzt Stiba das Sagen hat. „Wenn ihr irgendetwas wollt, dann ruft ab heute Nachmittag 15 Uhr bei Christoph an! Ich bin raus.“ Wie schwer muss ihm das fallen nach über 20 Jahren in diesem „Laden“? Als er sich von mir verabschiedet hat, kamen mir die Tränen in die Augen. Sicher, wir sehen uns noch und immerhin folgt ja noch die ganze offizielle Abschiedsarie, aber es war eben die letzte Sitzung mit ihm. Und wir haben ja nicht selten zusammen gesessen in den letzten beiden Jahren. Und er ist schon ein ganz Besonderer. Seinen Ruhestand hat er mehr als verdient. Er hat schon was zu tun gefunden.
Heute geht’s noch mal kurz nach Hannover und dann ist Wochenende. Ich will die Restarbeiten an der Küche erledigen. Leisten, Löcher und Liegengebliebenes. Und noch ein paar Dateien bearbeiten. Samstag und Sonntag ist dann Schicht im Schacht. Na ja, und Montag geht’s los. Eine Woche. Hoffe, dass alles klappt.Mädchen, Müllhof und Mission. Das macht meinen 3.März aus. Das Mädchen: Rike (Henrike) feiert heute ihren 11.Geburstag. Schon seit Tagen hat sie sich auf den heutigen Tag gefreut. So, als wäre sie noch 5 oder 6 Jahre ist. Das ist sie manchmal auch noch. Sie kann abtauchen, sie kann sich vertiefen, sie kann „ganz in ihrer Welt sein“. Manchmal einfach herrlich, wie wenig sie auf unsere Meinung gibt (manchmal natürlich auch ziemlich nervig). Rike ist voll im Leben. Zumindest in ihrem. Der heutige Tag wird, was das Mädchen angeht, ruhig ablaufen. Nachmittags kommt die Tante mit ihren 3 Kindern. So „richtig“ gefeiert wird dann am Wochenende. Mit Übernachtung und so.
Der Müllhof: Er bekam heute um 9 Uhr Besuch von mir. Im Anhänger hatte ich die alte Küche. Sperrmüll- und Müllhofambiente ist schon was Besonderes. „Was hast du denn gesucht?“ war die Frage von Gunnar, als ich ihm am Telefon erzählte, dass ich auf dem Müllhof war. Sparwitz. Aber immer wieder gut. Die Mission: Sie beschäftigt mich heute in Form eines zweiseitigen Artikels über mission.de. Mal schauen, ob ich ihn heute fertig kriege. Heute Abend und die halbe Nacht dann wieder einen Photoshop-Session. Ja, ja, die Verabschiedung meines Chefs. Ich bastele da was. Und hoffe, dass es gut wird….. . Jetzt erstmal Mittag machen. Pizza. Hat sich eines der zwei tollsten Mädels zum Essen gewünscht. Die andere ist seit einer Woche 13. methodischer Ansatz auf Wohlwollen stößt, da die Christen selbst einfach auch Lust haben auf eine schöne, nicht verurteilende, fröhliche und positive Art und Weise des Glaubens.
Am Samstagabend war ich dann wieder zuhause. Und habe mit den Mädels die Echo-Verleihung angeschaut. Wen die alles kennen und was die alles über die Promis wissen! Unglaublich. Von mir haben sie das nicht. Aber Udo Lindenberg kannten sie kaum. Als der seine Dankesrede hielt, hätte ich mich fast weggeschmissen vor Lachen, was die Mädels überhaupt nicht verstanden. Der typ hat ja echt was, was alle anderen Promis nicht haben. Herrlich ungehobelt. Gefällt mir.
Mich selbst musste ich am Sonntagmorgen dann wieder etwas bremsen, aber ich habe mal versucht, eine Predigt durch Gespräche zu unterbrechen. Die Knapp 100 Leute in Stadthagen haben sich während des Gottesdienstes unterhalten uns sogar – wenn auch nur durch „Aufzählung“ – an der Predigt beteiligt. Das Erleben des besonderen Gottesdienstes vor einer Woche an der Ostküste Englands hat mich wohl doch geprägt. Achtung, Gemeinden, in denen ich in den nächsten Wochen predigen werde: ihr könnt euch darauf einstellen, dass ich das Mitreden bzw. Mitpredigen ausbauen werde. Mal sehen, welche Formen ich dafür finde.
Als ich gestern dann mittags nach Hause kam, war ich ziemlich gar. Habe sogar nachmittags eim Stündchen geschlafen und auch den restliche Sonntag mehr oder weniger verdöst. Ich muss mal wieder abschalten, frei machen, an nichts Inhaltliches denken. Diese Woche geht das aber noch nicht so gut. Einiges muss ich noch vorbereiten und momentan sitze ich im Zug auf dem Weg nach Fulda. Da geht es auch inhaltlich zur Sache.
Mit Freude habe ich zur Kenntnis genommen, dass der Vorstand des EMW mich in die Projektgruppe von mission.de berufen hat. Die Imagekampagne finde ich echt klasse und jetzt geht es darum, wie es vernünftig weiter geht. Neue Materialien und Konzepte müssen auf den Tisch. Das Anliegen muss an die Basis. Zur Mitarbeit bei mission.de habe ich echt Lust. Mal schauen, ob ich auch weiterhin der Vertreter des BEFG sein werde. Mein dann ab März neuer Chef könnte das auch machen. Wir werden sehen. Jetzt fahre ich erst mal zur konstituierenden Sitzung der Projektgruppe.
Heute Abend dann noch ein paar Vorbereitungen für Jannekes Geburtstag. Meine Tochter wird 13! Und ich komme in die Senioren-Pubertät. Wir werden morgen die Geburtstagsidee ihres 11.Geburtstags aufleben lassen, aber ich tippe mal, dass das ganz anders aussehen wird: Foto-Shooting mit den Mädels. Und – es sind auch ein paar Jungs eingeladen. Ts, ts, ts. Was wollen die denn bei uns? Na ja, dann kann ich sie wenigstens für die Verbrecherdatei der Polizei ablichten…Die letzten Tage, das viele Unterwegssein und auch die vielen Eindrücke stecken mir in den Knochen.
Gestern Abend habe ich noch schnell Ennos Cowboy-Kostum repariert (ich muss mal wieder länger an die Nähmaschine, das macht einfach Spaß!) und dann bin ich auf dem Sofa eingesackt. Als Stine um 10 Uhr von einer Fortbildung nach Hause kam und mir irgendwas von Methoden und Lernarrangements erzählte, drehten sich die Bilder des Tages und der vergangenen Woche in meinem Kopf. Zum Bild des Tages gehörte gestern Enno: Er hatte sich für einen Kindergeburtstag als Mädchen verkleidet. Süüüüüüüß sah er aus. Und mutig fand ich das! Er hatte aber Lust dazu. Als ich ihm dann das in Herzchenpapier eingepackte Geschenk für den Jungen geben wollte, das war es ihm doch zu viel: “Wie sieht das denn aus? Ich bin doch nicht schwul! So gebe ich das nicht ab!“ Ich machte ihm deutlich – weil ich keine Lust auf Um-Einpacken hatte -, dass Schwulsein nicht als Schimpfwort benutz werden soll und dass er doch ein Mädchen ist. „Na dann, okay ….“
Heute Morgen bin ich etwas erholt. Ich habe ca. 10 Post-It-Zettel auf dem Schreibtisch. Mal sehen, wie viele ich heute Mittag zerreißen kann. Morgen geht’s dann nach Stadthagen ….
Zwei Tage bin ich schon wieder zuhause. Die Erlebnisse in England sind noch in meinem Kopf. Nach der fröhlichen Church-of- England-Übergabe war ich mit Ray erst mal in zwei englischen Pubs. Das war nett.
Vergeblich habe ich auf einen Anruf der „Street pastors“ gewartet. Das war dann aber auch okay, denn ich war komplett gar. Am Sonntagmorgen habe ich mich auf den Weg zu einer „ganz normalen Baptistengemeinde“ gemacht. Das Navi hat mich in die Hauptstraße von Loughton gebracht. Eine freundliche wirkende Kirche mit noch freundlicheren Leuten, die mich begrüßt haben, wartete auf mich. Toller erster Eindruck.
Kurze Frage, wo denn der Pastor sei. Ich sei ein Baptistenkollege aus Deutschland. „Oh, das ist die anglican church; die Baptisten sind 300 Meter weiter unten!“ Erster Gedanke: Warum arbeiten Gemeinden nicht einfach zusammen? Auch in einem Gebäude? Der zweite Gedanke wird mir von dem freundlichen Anglikaner abgenommen: Sie wollen doch sicher da hin, oder? Er zeigt mir freundlichst den Weg, grüßt noch x Mal und ist einfach nur nett. So muss Kirche sein, finde ich und laufe zur Baptistengemeinde.
Der erste Eindruck sagt alles. Das ganze Gegenteil. Ein heruntergekommenes Gebäude, Toiletten aus dem vorletzten Jahrhundert, niemand, der mich an der Tür begrüßt, ein paar wenige Leute, die keine Notiz von mir nehmen und in einer Ecke am Kaffee (oder was „der Engländer“ so Kaffee nennt) trinken. Der Gottesdienst fängt entgegen der Homepageinfo erst um 11 Uhr an. Man habe einen „traditional service“ um halb 10 und einen „contemporary service“ um 11. Was ich ab 11 Uhr – nach ein paar netten Gesprächen mit Rentnern – erlebe, ist alles andere als zeitgemäß. Musik vom Band, aneinandergestückelte Programminhalte, eine langweilige Predigt, Powerpointtechnik aus den 80igern und …. ich werde nicht begrüßt – obwohl da nur 15(!) Leute mit mir in den Reihen sitzen.
Wenn Baptisten jemals hochnäsig auf irgendwelche landeskirchlichen Gemeinden herabschauen, dann sollten sie mal nach Laughton gehen. Ich befürchte, dass es Laughtons auch in unserem Land gibt. Zum Abschluss noch ein Foto des Grundsteins, auf dem zu lesen ist, dass Christus das Fundament der Gemeinde ist.
Direkt neben dem Grundstein ein Lüftungsrohr für die Heizung. Geschmackvoll platziert, was mich zu dem Gedanken verleitet, dass manche Gemeinde wirklich Belüftung braucht.
Anderthalb Stunden Autofahrt zur Highbury Mission Society, wo ich einen Kollegen treffe, der mir etwas über Cafechurches erzählt. Seit einem halben Jahr koordiniert er Cafekirchen in ganz England. Mit „Costa-Kaffee“ einer englandweiten Cafehauskette hat er die Vereinbarung, dass gottesdienstähnliche Veranstaltungen in den Öffnungszeiten oder nach den offiziellen Öffnungszeiten in den Cafes stattfinden dürfen. Unglaublich! Es klappt.
Er selbst hat es vor drei Jahren angefangen und arbeitet nun seit einem halben Jahr für die Baptist Union of England. Cid Latty (der Name passt ja zu Cafe latte) ist ein inspirierendner Mensch mit jede Menge Ausstrahlung. Einfach klasse. Und er ist nicht abgehoben. Mit seinem Konzept ist er auf dem Boden geblieben. Oder wieder auf den Boden gekommen. Sämtliches kirchliche Gesäusele ist ihm fremd. Er redet ganz normal. Und auch das Projekt ist ganz normal. Demnächst werde ich ausführlicher davon berichten. Einen Artikel schreiben.
Dann gut anderthalb Stunden Autofahrt nach West Merea an der Ostküste. Ein kleiner ort mit einer kleinen Freikirche, die sich zur Baptist Union hält. Ein Pastor und ein „evangelist“. Jo.
Jo ist 26, hat sich vor 5 Jahren „bekehrt“, war vorher Austernfischer wie fast alle im Dorf und ist seit drei Jahren von der 80Mann und Frau-Gemeinde angestellt. Neben der „Hauptgemeinde“ gibt es eine Abendgemeinde von ca. 40 bis 50 Leuten. 3 x im Monat in der Kirche. 1 x im Monat in der Kneipe. Und die in englischen Kneipen üblichen „quizzes“ hat Jo in der Kneipe vor Ort übernommen. Was den Wirt freut:
Der Umsatz ist gestiegen weil sich die Christen so gut engagieren. Ich könnte seitenweise über die Begegnung mit Jo schreiben. Wir haben uns gegenseitig inhaltlich hochgepusht. „Ja, genau, die Anthroplologie. Da müssen wir ran!“ „Und ans Gemeindeverständnis.“ Dann abends ein meeting der „neuen“ Kirche. Unglaublich. Es geht. Nicht einer labert und weiß alles, sondern miteinander wird der Glaube entdeckt und zur Sprache gebracht. Inkl. sämtlicher Zweifel, Fragen und ungelösten Dinge.
Sehr sehr beeindruckt mache ich mich auf den Rückweg ins Hotel. Ich werde mehr über Jo schreiben. Wer eine Schublade für ihn braucht, der zieht die „emerging“-Schublade. Für Schubladen ist Jo aber viel zu schade. Das macht er weder mit anderen Leuten noch mit sich selbst.
Nur: Deutsche, die über „emerging“ reden und es vielleicht hipp sein möchten und Engländer, die nicht reden, sondern sind, das ist ein himmelweiter Unterscheid. Etwa so weit wie von Dover nach Calais.
Meine ganzen Eindrücke werde ich noch verarbeiten müssen. Manches auch verschriftlichen.
Einen Tag war ich zuhause und gestern ging es dann nach Hannover, Elmshorn und Hamburg. Drei Sitzungen an einem Tag. War etwas heftig. Aber tolle, effiziente Sitzungen. Das kann man nicht von allen sagen. Heute Schreibtisch, morgen Schreibtisch und am Wochenende unterwegs.
Nächste Woche 1 x Fulda und dann ….. nicht mehr unterwegs die Woche, obwohl ich in meinem Terminkalender stehen habe…., aber das ist eine andere Geschichte. Demnächst dann. Ich bin total begeistert von „meiner“ neuen Küche. Bis spät abends aufgeräumt, sauber gemacht. Dann Auto gepackt. Viereinhalb Stunden geschlafen und dann um 5 Uhr morgens Ray abgeholt. Durch die Dunkelheit gefahren. Viel erzählt. Nicht nur über Küchen. Wir sind unglaublich gut durchgerutscht. Um 10 nach 11 waren wir nach 600 und ein paar Kilometern in Calais. Gut eine Stunde auf die Fähre gewartet. Spaziergang. Fröhliches Lachen. Heller Himmel. Anderthalb Stunden Überfahrt, dann ein schöner Blick auf die weiße Küste von England. Dover. Linksverkehr. Es ging. Ray neben mir. Das war gut. Hilfreich. Gut eine Stunde Fahrt nach Dratford. So langsam kam die Müdigkeit der letzten Tage durch. Dann ein Riesenhelau mit Ian auf dem Parkplatz. Ich hätte mich vor Lachen und auch vor Freude darüber, dass er sich so freut, beinahe wegschmeißen können.
Jetzt sitze ich – nachdem ich mit Ray noch in zwei Pubs war- ziemlich kaputt in meinem Hotelzimmer. Leider hat das mit den Street Pastors nicht geklappt. Sonst wäre ich jetzt nochmal losgezogen. Aber Morgen habe ich drei Termine, auf die ich sehr gespannt bin. Es ist schon irre, was ich alles so erlebe. Und ich freue mich riesig darüber, dass mein Leben so vielfältig ist. Gott sei Dank dafür.
Ich könnte einen halben Roman schreiben, was ich heute so alles erlebt, gedacht und empfunden habe. England ist echt anders. Hier gibt es tausende von Falschfahrern und ich überlebe nur, weil ich bewusst auch zum Falschfahrer werde. Sonst würde es ständig krachen. Ray erzählt mir viel über Schotten und Engländer und wir haben uns viel zu erzählen. Und wir beide sind komplett begeistert von TTT (Tie(!)nes Tom Tom): Ich kann das Teil nur mit meinem eingebauten Navi vergleichen. Das ist dagegen aber Schrott. Unglaublich, durch welche kleinen Seitenstraßen uns das Teil sicher geführt hat. Das ist fast schon unheimlich. Echt klasse und die Riesenzeitersparnis. Und beim Einschalten erinnert es mich regelmäßig ans Linksfalschfahrerfahren.
So, jetzt ist erst mal Schluß. Gute Nacht. Von links. Von der anderen Seite des Kanals. Man sagt, ich lebe zur Zeit auf einer Insel. Ein wenig ist es für mich momentan die Insel der Seeligen. Es hat heute alles so wunderbar geklappt. Gott sei Dank!
25. Mai
9.Mai
Kirchentag in Bremen. Gleich bei uns um die Ecke. Eine wunderbare Woche liegt hinter mir. Eine Woche, in der ich viel zu wenig geschlafen habe. Aber das ist egal. Gemeinsam mit ein paar netten Leuten habe ich den Infostand des BEFG auf dem Kirchentag betreut. Ich hatte mir ein wenig was Unterhaltsames und Auffälliges für den Stand ausgedacht und so kam es, dass unser Stand nicht selten belagert war. Wir hatten einen „Happy birthday Stand“ und haben einfach Geburtstag gefeiert. Die Baptisten haben 2009 ein Jubiläumsjahr.
Der absolute Renner waren die 1200 Pralinen, die ein Kollege von mir angefertigt hatte. Die Leute haben sich echt gefreut! Und wir sind mit vielen vielen Leuten ins Gespräch gekommen. Na ja, und Baptisten habenunseren Stand auch immer wieder als Treffpunkt genutzt. Auch nett.
Kirchentag ist für mich Aufatmen und Durchatmen. Manchmal kommen mir fromme Kreise etwas stickig wirkend vor. Das war in Bremen nicht der Fall. Das, was ich mitbekommen habe – und das waren vor allem viele freundliche Gespräche mit Leuten am Stand und Kurzbegegnungen auf dem Messegelände oder in überfüllten S-Bahnen – atmete jeweils den freien und frischen Wind des Geistes Gottes. Da steht ein 60ig-Jähriger vor der Ausstellungshalle und spricht mich an. Einfach so. Nach ein paar Minuten sind wir dermaßen inhaltlich und nett in ein Gespräch vertieft, dass ich mich leider selbst ermahnen muss, wieder zum Stand zurück zu gehen. Die Helfer auf dem Kirchentag sind eine Wucht: Sie arbeiten bis zum Umfallen und bleiben dabei freundlich. Dann kommt ein Pressemensch einer evangelikalen Zeitschrift zu einer Kurzbefragung. Ich lege großen Wert darauf, als Befürworter des Kirchentages zitiert zu werden. Ja, ich freue mich über die Vielfalt, die Weite und die ungeheuer offene Atmosphäre des Dialogs. Das ist das, was ich an diesem Kirchentag besonders schätze: Die Atmosphäre des Dialogs und des freundlichen Respekts. Der griechische Metropolit ist auch nur ein Mensch. Und was für ein netter. Und was er mir so von „Kollege zu Kollege“ sagt, das ist so schön, so weit, so frohmachend und hoffnungsvoll, dass ich es am liebsten gleich der ganzen frommen Presse präsentieren möchte. Na ja, und es ist auch etwasBesonderes eine knappe Viertelstunde mit einem kirchlichen Promi zu klönen: Maria Jepsen mochte ich von ihren Verlautbarungen eigentlich schon (fast) immer. Jetzt mag ich sie als Mensch.Das hat so ein Normalopastor auch nicht alle Tage. Solche Begegnungen. Ich freu‘ mich drüber.
Am Stand gegenüber eine „Basis-Ökumene-Initiative“. So nette Menschen! Die beiden Vorsitzenden aus München kommen mit mir ins Gespräch und wir merken schon nach wenigen Minuten, dass es einfach unsinnig ist, sich konfessionell weiterhin voneinander abzugrenzen. Kurz danach ein herzhafter Händedruck und beinahe dreckiges Lachen eines Dominikaners an unserem Stand. Und dann wieder Ex-Baptisten, die vor Jahren irgendwo aus einer Gemeinde ausgetreten sind, weil ihnen alles zu eng war. „Ist das noch immer so?“ Manchmal ja, manchmal nein. Manche kann ich beruhigen. Fast allen, mit denen ich am Stand spreche, wünsche ich von Herzen, dass sie dort, wo sie sind, engagiert für das Reich Gottes bleiben. Wie oft ich die Frage „Was sind Baptisten?“beantwortet habe, das weiß ich nicht mehr. Aber mindestens 20 – 30x habe ich fragenden Jugendlichen erst mal ausführlich erklärt, was Lutheraner sind. Sie wussten nichts oder wenig über ihre eigene Konfession. Ja, das Interesse an Konfessionen nimmt ab. Ökumene ist im Kommen. Nicht aus theologischen Gründen. Nein, aus gesellschaftlichen Gründen. Die Identifikation mit einzelnen Gruppen, vereinen oder Kirchen nimmt durchgehend ab. Wichtig ist, dass wir Christen sind. Das sehen immer mehr Katholiken, Lutheraner, Methodisten, Baptisten und wi8e sie alle heißen, ein.Und das ist gut so. Nevertheless: Ich bin gerne Baptist. Ich finde diese Konfession sowohl neutestamentlich, theologisch als auch verfassungsmäßigüberzeugend. Was viele Baptisten noch lernen müssen? Andere Konfessionen liebevoll anzunehmen. Offenheit. Respekt. Ökumene.
Am Freitag habe ich einen kleinen Ausflug nach Hamburg gemacht. Dort fand die Bundeskonferenz der Baptisten statt und ich musste zum „Vortanzen“ für gut eine Stunde hin. Der Dienstbereich Mission hat seinen Bericht gegeben. Ich glaube mal, dass unser (neuer) Chef einigermaßen aufgeregt war. Er hat es aber ganz gut gemacht. Inhaltlich ist mir hängen geblieben – und das wurde dann auch in einer Meldung weitergegeben -, dass wir als Gemeinden aufpassen müssen, dass wir nicht zu einem Kuschelclub von frommen Leuten werden. Er hat das Motto des Dienstbereichs, welches mir noch immer wie am ersten Tag gefällt, interpretiert: „Wir gehen hin.“.
Im Gegensatz zum Kirchentag, woZehntausende an mir vorbeiströmten, ohne dass ich jemanden kannte (wobei ich dann doch recht viele Bekannte getroffen habe), ging es mir in Hamburg ganz anders: Bei den ca. 600 anwesenden Leuten hätte ich mit Hinz und Kunz (die waren nun gerade nicht da …..) sprechen können. Aber irgendwie wie die Stimmung aus meiner Sicht etwas ….., hmmmmm…. kühl? Na ja, wenn man gerade aus Bremen vom Kirchentag kommt und dann im CCH 600 people sucht, dann kommt einem das schon mal klein vor.Der Infostand des DB Mission hatte dermaßen viel Ausstellungsfläche, dass man den Eindruck hatte, der Stand sei noch nicht ganz aufgebaut gewesen. Nun denn. Die Plenarsitzung war ganz okay und ich denke mal, dass die Leute sich auch über das kostenlos verteilte Kartenspiel, welches ich gemeinsam mit ein paar Kollegen entworfen habe, gefreut haben.
Nach 2 Stunden saß ich wieder im Zug nach Bremen. Diesmal war nicht das Messezentrum mein Ziel, sondern ein Treffpunkt im Norden Bremens, wo sich die Projektgruppe von mission.de traf. Drei Stunden Sitzung. Nix mit mal eben abschalten und Gedanken abschweifen. Total engagierte Leute. LeiterInnen von Missionswerken oder Kirchenleitungsmitglieder o.ä.. Nach 2 Stunden – ich hatte mir Notizen gemacht, um Ordnung in meine Gedanken zu bringen – bin ich immer wieder dazwischen gegrätscht , um deutlich zu machen, dass wir mehr an „die Basis“ müssen. Ich weiß nicht so recht, ob alle das klasse fanden. Netterweise hat ein Kollege mich dann als ich vorzeitig gehen musste noch zur Tür begleitet und mir zugezwinkert. Und gesagt, dass das richtig war.
Samstag war wieder Standbetreuungstag. Am Samstag treffe ich noch auf den Stand von „Zwischenraum“. Homosexuelle ChristInnen informieren über ihre Arbeit. Ich bleibe stehen und lasse mir einen Infozettel geben, weil ich den Eindruck habe, dass dieses Thema demnächst im BEFG hoch kommen wird. Was ich dann erlebe, erstaunt mich: das sind keine kämperischen Leute. Das sind Leidende. Sie leiden an der Ausgrenzung durch Evangelikale. „Wir möchten so gerne Freikirchler bleiben, können es aber ganz schwer…..“ Da treffen sich homosexuelle Evangelikale in Hauskreisen, um sich gegenseitig Mut zu machen, in ihrer Freikirche zu bleiben. Man stelle sich das mal vor!
Ich unterhalte mich eine Viertelstunde mitzwei Frauen. Wir verabschieden uns herzlich. Und ich verspreche ihnen, das Beste zu tun, was die Integration von Homosexuellen in Freikirchen angeht.
Sie strahlen. Ich strahle. Wobei ich mich kaum wage zu strahlen. Könnte ja sein, dass das jemand nicht so gut findet.Und ich gebe mir einen Ruck und denke, dass auch ich manches nicht so gut finde. Na, dann wollen wir mal diskutieren.
Sonntag dann der Abschlussgottesdienst. Das hat schon was: 100 000 Gottesdienstbesucher, eine fröhliche Stimmung, ein launiger Pastor, eine Mut machende und hoffnungsvolle Predigt und strahlender Himmel.
Da fällt mir das Lied ein, welches auf den Kirchentagen in meiner Jugend immer gesungen wurde: „Der Himmel geht über allen auf, auf alle über, über allen auf, der Himmel geht über allen auf, auf alle über, über allen auf!“
Schon damals haben diese Worte eine geistliche Linie in mich gelegt.
Heute freue ich mich über ChristInnen aller Couleur. Der Himmel gehtüber uns allen auf.
18.Mai
Intensivstationen!
Ein Wochenende voller intensiver Erlebnisse. Und das ausnahmsweise mal nicht alleine, während die Familie in Oldenburg weilt, sondern alle miteinander.
Am Samstag früh ging‘s los nach Hamburg. Nette Autofahrt mit quietschvergnügten Kindern an Bord. In Hamburg haben wir dann erst mal unsere Isomatten und Penntüten in den Kirchenräumen der Christuskirche ausgerollt. Ein wenig Großstadt schnuppern.
Dann ab zur Hochzeit vonSteffi und Ingo.War ein netter act. Den Pastor habe ich akustisch leider nicht verstanden. Und das, was ich verstand, verstand ich auch nicht, weil es Philosophie war. Nun denn.Das Wetter war schön. Und das Wiedersehen mit vielen netten Hamburgern. Das haben wir den ganzen Tag gemacht.
Nach dem Gottesdienst eine sehr schöne „Location“ zum Feiern direkt in Eimsbüttel. Syrisches Essen. Lecker. Na ja, und dann war es doch ganz nett zu sehen, wie meine Kinder so drauf sind. Sie sind bei „Deutschland sucht das Super-Paar“ aufgetreten und haben die meisten Sympathiepunkte bekommen. Ja, die Brust schwillt dann schon ein wenig an. Da kann man gar nichts machen. Das ist so. und ich freue mich bis jetzt daran, dass meine Kinder sich sowas trauen.
Nachts um halb eins dann mit der ganzen Familie in die Kirche zurück, in der ich mal Pastor war – und in der wir geheiratet haben. Stine’s letzter Satz: „Das hätten wir vor 19 Jahren, als wir hier getraut wurden, auch nicht gedacht, dass wir mal mit drei Kindern in diesen Räumen auf Isomatten übernachten.“ Nein, das hätte ich nicht gedacht. Sowas Schönes kann man sich nicht ausdenken.
Dann am Sonntagmorgen ein Spontanfrühstück bei den liebsten Hamburger Freunden. Freunde sind das Beste. Tut gut. Heimat. Geborgenheit. Einfach so sein, wie man ist. Dann Gottesdienst. Nichts von Heimat. Besser nicht mehr dazu. Ein ehemaliger Pastor einer Gemeinde ist immer befangen, wenn er zu Besuch in seiner alten Gemeinde ist. Ich bin mehr als befangen. Im Herbst werde ich mehrere Tage dort sein. Dann wird es vermutlich anders.
Zum Mittag und Kaffee bei Liesel. Heimat. Geborgenheit. Angenommen sei n. Wir haben den Geburtstag zum 70. endlich kurz vor dem 71. Nachgeholt. Klönen, essen, spazieren, essen. Herrlich, solche Sonntage. Echte Familiensonntage. Kinder liegen brettspielspielend auf dem Teppichboden.
Na ja, und dann auf dem Weg nach Hause, das im Ernst, was wir am Vorabend gespielt haben. Rike hat doch tatsächlich bei RTL vorgesungen. Irgendwas mit Supertalent. Jetzt hat sie mal die Stimmung hautnah miterlebt. Nein, weiter gekommen ist sie nicht. Die Aussage der Jury :“Deine Idee ist gut, aber komm nächstes Jahr wieder“. Mal schaun.
So, jetzt sind wir wieder im Alltag. Aber diese Woche ist kein Alltag. Diese Woche ist Kirchentag. Und das ist auch gut so. Ich freue mich drauf!
15.Mai
Beeindruckend und bewegend! Hinter mir liegen ein paar Tage in Hamburg-Osdorf. Ein Gottesdienst und vier evangelistische Abende, an denen ich wieder einmal versucht habe, das Evangelium so zu sagen, dass ich selbst und andere es verstehen.
Die ZuhörerInnen waren alle um die 70 Jahre plus minus. Eine für mich ungewöhnliche Situation nach etliche Jahren Jugendarbeit und jetzt knapp drei Jahren Dienstbereich Mission.
Aber: Es waren wunderschöne Tage. Ich habe mich u.a. an meine Gemeindepastorenzeit in Hamburg erinnert, während der ich es auch mit älteren Menschen zu hatte. Und manches ehemalige Gemeindemitglied aus Altona war auch unter den ZuhörerInnen.
Aber auch Leute, die bisher nichts oder nur sehr sehr wenig mit dem christlichen Glauben zu tun hatten. Und es war beeindruckend und erfreulich, wie intensiv die Leute mitgemacht haben. Wer meint, dass ältere Menschen nicht mehr innerlich mobil wären, der hat einfach ein falsches Bild in seinem Kopf.
Nach den Predigten rufe ich immer dazu auf, konkret zu werden, was den Glauben angeht. Das soll man symbolhaft zum Ausdruck bringen. Diejenigen, die schon lange dabei sind, was den Glauben angeht, die fordere ich auf, sich ein Mitnehmsel zu nehmen, das im inhaltlichen Zusammenhang steht mit der Aussage der Predigt, um deutlich zu machen, dass sie fröhlich und gelassen weiterhin an Gott festhalten wollen, der sie ja zuerst hält.
Und auch diejenigen, die bisher noch nicht an Christus glauben, fordere ich auf, eine symbolische Handlung durch das Mitnehmen zu vollziehen.
Ich hatte z.B. für einen Abend kleine Taue vorbereitet, auf denen zu lesen stand: „Gott hält mich! Ich halte mich an ihn!“. Ich hatte dem netten netten jungen Kollegen aus Osdorf, den ich zum ersten Mal getroffen habe, vorgeschlagen, die Taue durch die Reihe zu geben. Die Leute können und wollen sowas „Modernes“ vielleicht nicht.
Ich wurde eines Besseres belehrt. Wir haben die Taue vorne ausgelegt und die alten Menschen strömten, um sich die Symbole zu holen. Ich saß in der ersten Reihe. Ich konnte die Tränen kaum zurückhalten.
Es ist schon etwas anderes, wenn alte Menschen ruhig, mit Gehhilfen, Gehwagen oder eben ganz langsam nach vorne kommen, sich in aller Ruhe etwas nehmen und sich dann wieder auf ihre Plätze begeben. Mit der Resonanz dieser Tage hatte weder ich noch mein Kollege gerechnet. Wir waren bewegt.
Ja, die „Wand zur Ewigkeit“ ist für ältere Menschen dünner. Sie sind dadurch manchmal sicher offener für Wesentliches im Leben. Auch inhaltlich. Der Wunsch, gehalten zu werden ist sicher ausgeprägter.
Ich bin seit dieser Woche erneut ein Fan von Evangelisationen auch mit älteren Menschen!
Nach dem Gottesdienst am Sonntag wollte ich mich zurückziehen, um eine Predigt zuschreiben. Aber wenn schon mal Hafengeburtstag ist, dann wenigstens ein Stündchen. Hamburg ist und bleibt meine Traumstadt! Die längste Zeit meines Lebens (14 Jahre) habe ich bisher in Hamburg verbracht. Hanseatisch. Nordisch. Gut.
Na ja, dachte ich mir nach einem schönen Spaziergang an er Elbe, jetzt setze ich mich mit Laptop in den Hirsch-Park und schreibe eine Predigt. Denkste. Im Hirschpark treffe ich Judith. Die wohnt in der Wohnung, in der wir gewohnt haben und ging auch in Altona in die Gemeinde. Ein herrliches Stündchen bei Kaffee, Sonnenschein und Rhabarberkuchen.
Von vier bis halb sieben dann mein neues Projekt: Gottes geliebte Menschen. Ich habe von 70 alten Menschen Portraitfotos gemacht. Kleines Fotostudio aufgebaut, Kaffeeklatsch parallel. Eine tolle Stimmung. Montag wurden die Bilder auf A 4 in einem Fotolabor entwickelt. Ab Dienstag gab es dann die Ausstellung. Tolle Reaktionen. Viel Freude. „Kann ich welche für meine Kinder, Enkel, Urenkel nachbestellen?“ Und dann eine Predigt über die Ebenbildlichkeit des Menschen.
Übernachtet habe ich bei Christa und Hans-Erik! Das war schöööööön. Christa war und ist, wenn man das so schreiben darf, die „Mutter der Gemeinde“ und wir haben uns ziemlich gut verstanden. Und tun es noch immer. Auf Zuruf. Mit Lächeln. Und einem tiefen Verstehen.
Montag dann von Hamburg aus nach Berlin zu einer Sitzung von der ich mich bis heute frage, was sie bewirkt hat und was sie sollte. Habe meinem Chef gesagt, dass ich überlege, aus diesem AK auszusteigen.
So viele kompetente Leute, die nicht wissen, was sie wollen, brauchen nicht noch einen inkompetenen Menschen wie mich dabei. Abends wieder Osdorf.
Nächster Tag: Oldenburg. Pastorentreffen und Besprechung für die Studientagung. Dann Osdorf. Und Mittwoch habe ich dann auf Wunsch des Heimleiters ein wenig Haus und Hof von „Tabea“ fotografiert und bin dann ….. an die Ostsee! Pelzerhaken ist ja echt der Traumspot!
Vier Stunden auf dem Wasser bester Wind. An Sprüngen gefeilt. Ist das geil! Zum Abschluss hat mir auch noch ein netter Mensch seine Speed 2 19 in die Hand gedrückt. Leider war ich schon zu ausgepowert und hatte auch sein – für mich falsches – Brett an den Füßen.
Die Sprünge, die ich aber noch gemacht habe, haben mir gezeigt, dass die Speed 2 ein Hangtimer ist. Unglaublich!
So, jetzt bin ich, bevor es am Wochenende wieder nach Hamburg geht – zu einer Hochzeit – und bevor nächste Woche das Leben wegen des Kirchentags toben wird, zwei Tage zuhause und versuche gegen den Wust des Nacharbeitens von letzter Woche und einen haufen E-mails anzukommen. Dabei binich aber ganz entspannt.
Das liegt wohl daran, dass ich eine tolle Woche in Osdorf hatte und keine großen inhaltlichen Sachen anstehen.
6.Mai
Das Maiwochenende liegt hinter mir. Das war nett! Lauter neue und nette ewigkiterInnen in Mc Pom.
Es ist schon klasse, wie immer wieder neue Leute dazu kommen, die Interesse haben, dabei zu sein. Und auch mit anzupacken. Die Fahrt nach Saal war ätzend. Die Rückfahrt auch. Aber die drei Tage vor Ort waren sehr schön. Freitag am und auf dem Wasser, Samstag chillen (und ich als Einziger mit der 26iger auf dem Wasser …. Grins ….) und Sonntag locker zusammen packen, kurz andachten
28. April
Heute Nacht bis 1 Uhr am Schreibtisch. Der Stand des BEFG beim Kirchentag. Um vier Uhr fühlt Enno sich zum Kotzen. Und tut es auch. Bis halb sechs. Um halb sieben bin ich gerädert aufgestanden.
Von 8 bis 11 Uhr beim Chef-, Haus- und Hofdesigner gewesen. Nur die Hälfte geschafft.
X Kleinkramtelefonate danach. Bis 12.15 Uhr. Essen gemacht. Parallel geduscht. Schwarzer Anzug. Essen warm gestellt. Ab zum Friedhof. Urnenbestattung (die Beerdigungsfeier war bereits am 6.Februar).
Dann Kleinkram. 1 Stunde auf dem Fahrrad. Nett (zu kurz) Kaffee getrunken bei Freunden.
Jetzt kann der Abend kommen. Der Elternabend. 3.Klasse. Muss das sein? Und danach dann noch Weiterarbeit am Stand des BEFG.
Ein ganz normaler bekloppter Tag. Wer hat eigentlich gesagt, dass es keine bekloppten Tage gibt? Gehört halt dazu. Augen zu und durch… .Das war schon schön beim Landesverbandsrat in Nordwestdeutschland!
Am Freitagabend war ich zum ersten Mal nach drei Jahren wieder bei einer Sitzung der LVB-Leitung. Und dann am Samstag beim Rat. Das war schon nett. Lauter bekannten Gesichter aus dem Jugendbereich oder auch Leut4e in meinem Alter oder darüber.
Da kam das Gefühl von Heimat auf. Mit etlichen Leuten habe ich ein paar Takte gesprochen. Sicher, viele Begebenheiten laufen auch nur auf kurze Hallos hinaus, aber ich habe doch bei einigen Leuten gemerkt, wie viel mich mit ihnen verbindet. Tage und Wochen habe ich gemeinsam mit ihnen verbracht, Schönes und Scheres gemeinsam erlebt. Das verbindet.
Und doch bin ich jetzt in einer ganz anderen Welt „unterwegs“. Eben nicht mehr im Jugendbereich und eben nicht mehr nur in NWD. Es gibt nur ganz ganz wenige Leute, die den Wechsel miterlebt und auch begleitet haben. Die sind mir dann besonders wichtig.
Klarer Fall, die wissen, wie ich war, wie ich geworden bin und wie ich mich entwickelt habe. Schlimm ist, dass sie auch wissen, wie ich mich nicht entwickelt habe. Wo meine Macken dieselben geblieben sind. Umso netter, dass sie dennoch Kontakt bzw. Freundschaft zu mir halten.
Von wegen: Gestern Nachmittag waren wir spontan in Bremerhaven (und mussten eine unerwartete Fährfahrt zwischenschieben, da der Wesertunnel gesperrt war) und haben Henning und Karin samt Kindern besucht. Süüüüüüüüüß, diese Kinder. Eine wahre Freude, die nur anzuschauen und zu beaobachten.
Heute ist Montag und ich muss mich – wie vermutlich etliche Millionen Mitbürger mit mir – zur Arbeit treten. Insbesondere, weil ich heute so gut wie nur vorbereitende Arbeiten für einen morgigen Termin mit einem Grafiker machen muss. Bilder raussuchen, bearbeiten, vorbereiten, beschriften, Texte sammeln etc. pp.. Vermutlich bis spät heute Abend.
Da die Leute, die mir zuarbeiten sollten ziemlich spät dran waren (8 Wochen zu spät), bin ich nun sehr spät dran. Nun denn, es wird schon.
Es lockt ja auch das verlängerte Wochenende. Und das wird ein Campingwochenende. Man braucht das Wort Camping bei mir nur zu sagen, und schon hellt sich meine Stimmung auf. Wenn Campen dann noch mit Ostsee verbunden ist, dann werde ich so richtig gut gelaunt.
Aber erst mal in die Tiefen der Bildbearbeitung. Wofür ich das mache? Für den Stand des BEFG beim Kirchentag. Soll ja irgendwie schon ein wenig was Vernünftiges werden ….
27.April
24.April
Kurz vor 5 morgens. Ich sitze im Esszimmer. Enno ist wach geworden und hat schon – woher er das nur hat? – Mitteilungsbedürfnis. Ich gehe mit ihm an sein Bett, er legt sich wieder hin und hätte mir gerade einen Knopf ans Ohr gelabert, wenn ich ihn nicht sanft unterbrochen hätte und ihn wieder zum Schlafen gebracht hätte.
Mich selbst, die Gedanken, die sich in meinem Kopf drehen, konnte ich nicht zur Ruhe bringen. Ich musste aufstehen und „loslegen“. Zu früh, wenn man bedenkt, dass ich heute Abend eine Sitzung im Rheinland haben werde und gegen Mitternacht noch über die Autobahn rollen werde,. Na ja, vielleicht kriege ich ja nachher ein Mittagsschläfchen hin?
Zur Zeit geht mir der Kirchentag bzw. vorbereitende Arbeiten dafür nicht aus dem Kopf. Dinge, die ich bis Mitte Februar erledigt haben wollte, sind noch immer nicht fertig (was nur teilweise an mir). Das bringt mich echt in Bedrängnis. Na ja, wenn was daneben geht, wird die Welt sich auch weiter drehen. Das ist mir schon klar. Hätte aber gerne mit gedreht … .
Etwas genervt bin ich, dass meine Woche wieder dermaßen voll ist, dass ich kaum was anderes geschafft kriege als das tägliche Mittagessen kochen und ne gute halbe Stunde Radfahren.
Auf das Wochenende freue ich mich allerdings, obwohl Dienstliches auf dem Kalender steht: Nach drei Jahren „Abstinenz“ werde ich mal wieder beim Landesverbandsrat Nordwestdeutschland sein und vermutlich viele nette Leuten und lauter alte Bekannte aus den Gemeinden Nordwestdeutschlands sehen und klönen (ich war mal – bis vor drei Jahren – Angestellter des Landesverbands NWD).
22.April
Montag musste ich dann dringend mal frei machen. Ich habe einen Eremitentag eingelegt, bin bei bestem Wetter an die Nordsee gefahren, habe Fotos in Hooksiel gemacht und ein sehr sehr nettes Ehepaar kennen gelernt, welches gerade sein Boot zu Wasser gelassen hat. Auf den Tag genau 35 Jahre nach der ersten Wasserung. Ein selbst gebautes Schiff. Unglaublich. Wie nett. Und so nette Menschen. Ich habe für die beiden Ostfriesen (Wangerländer) eine kleine Fotodokumentation gemacht. Die werde ich ihnen dann zusenden.
Nach den Fotos noch eine Stunde an den Wasserskilift (war ja kein Wind). Heute spüre ich mal wieder meine Arme. Ist aber ein gutes Gefühl. Abends dann noch ein wenig Bildbearbeitung und heute den ganzen Tag am Schreibtisch oder designmäßig mit A.K. gerackert oder geklönt (nicht zielgerichtetes Klönen kann auch durchaus wertvoll für den kreativen Prozess sein).
Ob ich noch alles rechtzeitig zum Wochenende vom Schreibtisch runter kriege, was runter sollte, das weiß ich nicht. Manchmal ist mir das aber auch einfach egal. Manchmal nicht. Und dann fängt es an, in der Magengegend etwas zu drücken.
Mal schaun, was sich gegen den Druck morgen so machen lässt.
16.April
Na also es geht doch (noch)! Der heutige Tag war endlich mal wieder effektiv. Na ja, was ist schon effektiv? Zumindest habe ich heute nach längerer Zeit mal wieder sehr konzentriert durchgearbeitet und zumindest x verschiedene Dinge vom Schreibtisch weggeschafft. Manches war zwar mühsam, aber ich habe nicht aufgegeben. In den vergangenen Wochen musste ich mich manches Mal an den Schreibtisch treten und hatte dann auch noch nicht mal den richtigen drive. Heute hat es aber geklappt. Ich habe mich auch mal wieder an eine Sponsorenanfrage für ewigkite gemacht. Das fällt mir nicht immer leicht, auch wenn es in den vergangenen Jahren hin und wieder geklappt hat. Leider habe ich eine Absage erhalten. Aber wenigstens eine nette Absage. Eine große Firma im Sauerland, auf die ich aufmerksam geworden war. Der PR-Chef rief zurück und erklärte ganz freundlich und um Verständnis werbend, warum das nicht geht. Die Idee sind im Moment mit Werbung bedruckte Kites. So a la „Softkite? Software! Von soundso“ Oder irgendwie so ähnlich. „Wind ist unsere Energie!“
Und die Hüpfburg steht noch auf der Agenda. Die ersten 1000 Euro dafür habe ich. Man kann nicht immer Erfolg haben, aber wenigstens hat mir die heutige Anfrage wieder Mut gemacht, das Sponsorengeschäft wieder neu in Angriff zu nehmen. Ach ja, bei einem Wettbewerb werde ich auch noch mitmachen. Einsendeschluss für kreative Projekte ist Ende April. Vielleicht mache ich das heute Nacht noch. Denn jetzt ist es halb 10 abends und ich sitze bei einem lauen Lüftchen auf unserer Dachterrasse. Die Kinder sind im Bett (ich bin momentan alleinerziehend, da meine Liebste eine Klassenfahrt hat) und ich lasse den Tag ausklingen. Na, eine Datei geht dann vielleicht noch …
Was ich heute nämlich nicht geschafft habe ist eine ausführliche Rundmail an die Mitarbeiter von ewigkite, eine Mail an die MitarbeiterInnen, die ich für den Kirchentag koordiniere etc. etc..
Inhaltlich treiben mich nach wie vor Fragen rund um ein Gemeindeleben, welches in unsere heutige zeit passt, um. Ich lese und lese und denke mir „Hmmmmm, das ist auch nicht der Weisheit letzter Schluss!“ Manche Aussagen von Hirsch und Frost sind mir (noch immer) zu evangelikal angehaucht. Und als ich gerade mit meinem Lieblingskollegen Gunnar telefoniert habe (der momentan das gleiche Buch liest), meinte dieser, dass die missionstheologischen Gedanken der beiden Australier für die gehobene Mittelschicht der Yuppie-Christen sind. Recht hat er. „Was ist mir den Leuten bei Opel? Haben die was von diesen Ideen? Können die so Kirche leben?“ Der Gunnar hat es wieder einmal auf den Punkt gebracht.
Gerne denke ich noch an den Gottesdienst am Sonntag. Die Gemeinde hier in Oldenburg ist wirklich was Besonderes. Ich bin Gott sehr dankbar, dass ich hier zur Gemeinde gehen kann – wenn ich denn dann da bin. Am kommenden Sonntag werde ich in Herdecke predigen. Eine ganz kleine Gemeinde. Das ist eigentlich auch immer nett. Bin mal gespannt. Und so drehen sich meine Gedanken am Ende eines Tages um viele Dinge. Lasse ich sie mal zur Ruhe kommen. Und konzentriere mich auf eine Sache, die ich noch fertig machen möchte. Und dann vielleicht noch die Online-Bewerbung für ewigkite.de. Wer weiß, vielleicht gewinnt man ja zum zweiten Mal einen Preis… .
14.April
Ostern ist vorbei. Und war wunderschön. Natürlich das Wetter.
Vielmehr aber noch - wie alle Jahre wieder, ganz gleich, wie das Wetter ist - der Besuch. Oskar, Beate und Götz waren da. Es fühlt sich so an, als ob dann die Familie komplett ist. Und wenn dann noch der 40.Geburtstag von Götz auf Ostersonntag fällt, dann ist das entweder Zufall (dann wunderts mich!) oder Fügung (dann wundert mich gar nichts mehr).
Herrlich entspannende Tage. Klöntage. Abhängtage. Entspannte Tage. ich denke an nichts und wenn dann nur dialogisch.
Jetzt sitze ich wieder in meinem Büro, die Kinder spielen an ihrem letzten Ferientag draußen im Garten - außer Janne, die schon wieder mit Freunden in der Stadt unterwegs ist...., was muss das nett sein, das teeny-Alter zu genießen, die welt zu entdecken und selbständig zu sein!!! ..... Ich werde mich heute langsam rantasten an das, was in den nächsten Tagen zu tun ist.
Ein paar Schreibtischarbeiten, Predigten für die Evangelisation in Herdecke - ab Donnerstag - und ein paar Vordenkleistungen für den Kirchentag und ewigkite.de-Aktionen, die so demnächst anstehen.
Inhaltlich bin ich momentan an missionstheologischen Themen dran. Ich lese Literatur aus der sog. "emerging"-Bewegung. Manches finde ich gut, manches macht mir Mut, manches finde ich zu konservativ. So richtig trauen sich die Jungs - warum schreiben eigentlich immer Männer theologische Bücher???? - an manche Themen auch nicht ran. Hin und wieder kommt mir der Gedanke, dass ich vielleicht selbst einmal ein Buch schreiben sollte. Irgendwie sowas wie "Die grundlegenden theologischen Gedanken des C.H. aus O." Von vorne anfangen und dann konkret werden, was das Leben der christen und insbesondere die Gestalt der christlichen Gemeinden angeht.
Michael Frost und Alan Hirsch unterscheiden zwischen attraktionalen und inkarnatorischen Gemeinden. Attraktional ist bei ihnen auf der Abschussliste. So lange ich aber so attraktional-attraktive Gottesdienste wie den vergangenen Ostersonntaggottesdienst erlebe, wird es noch so manche Argumente brauchen, bis ich den beiden Jungs in ihrer Meinung folge. Das eine tun, das andere nicht lassen. Vielleicht sollte ich doch mal ein Buch schreiben. Oder erstmal mit einem Aufsatz anfangen. Na ja, vielleicht schreibe ich auch einfach einen blog.
6.April
Donnerstag und Freitag war ich in Elstal zur ersten Teamsitzung mit meinem neuen Chef. Manche Arbeit habe ich aus dieser Sitzung wieder mitgenommen. Das nervt mich ein wenig, denn eigentlich wollte ich jetzt über die Ostertage einen freien Kopf haben. Nun denn, am Dienstag und Mittwoch werde ich also nochmal so richtig fette Schreibtischtage einlegen. Und dann wird’s Ostern.
Gestern dann in der KGB einen Gottesdienst. Ich mag große traditionelle Gemeinden. Da geht was. Wobei: Ich habe gestern Abend wieder so „vergiftete“ Literatur rund um das Thema Evangelisation und Ekklesiologie (die Lehre von der Kirche) gelesen. Die meinten mal wieder, dass das so gut wie gar nicht geht, bestehende Gemeinden zu reformieren. Irgendwie will ich das nicht wahr haben. Es muss doch gehen. KGB hat mir also Freude gemacht. Ob die Predigt etwas ausgelöst hat, wage ich zu bezweifeln. Es ist ja so eine Sache, wenn irgendein Pastor von irgendwoher – was ich für die meisten Gemeinden nun mal bin – eben mal eingeflogen kommt und predigt. Die Frage der Nachhaltigkeit stelle ich lieber nicht.
Heute und morgen bin ich mit den Kindern alleine. Stine macht einen Kurztrip nach Hamburg. Enno darf sich heute Essen wünschen: Pommes mit Hühnchenfleisch. Na gut. Wir werden gleich erstmal unseren Garten ein wenig aufräumen. Als wir gestern Abend mit ein paar Freunden im Garten ein Feuerchen gemacht haben, ist uns aufgefallen, dass der Garten hart an der Grenze zum Erträglichen ist. Zum Glück haben wir Freunde, die auf Äußerliches keinen Wert legen. Sonst wären sie vermutlich nicht unsere Freunde. Als er dunkel wurde, sah der Garten dann auch ganz annehmbar aus ….
Heute Nachmittag und Abend ist dann noch ein wenig Hausarbeit angesagt. Und Schreibtisch. Und eigentlich will ich auch endlich mal meinen Drachenkeller aufräumen. Was man nicht alles machen könnte. Eins nach dem anderen. Jetzt erst mal einen Kaffee!
31.März
Also, um nochmal kurz an gestern anzuknüpfen. Kurzinterviews mit Geldbach und Hokema. Ich hatte sowieso schon schweißige Hände – Koreferent eines Profs. Und dann bei den Fragen zum Abschluß die Frage an den Prof: „Und wie fanden sie das Referat von Carsten
Na, und danach dann feiern bis in die Nacht. Halb zwei. Minus eine Stunde Zeitumstellung. Um halb drei ins Bett und am nächsten Morgen war dann um 10 Uhr der Gottesdienst, den ich geplant hatte und dann auch geleitet habe. Danach noch nett Essen mit allen Gästen und ab auf die Autobahn.
Zuhause dann Abhängen, Tatort und früh ins Bett. Gestern dann ein wenig Schreibtisch und aufräumen, … und dann kamen meine Eltern. Ein netter Klönabend inkl. Spaziergang. Und heute Morgen waren wir dann eine Stunde im Ostergarten unserer Gemeinde. Echt beeindruckend. Die ganze Kirche ist umgebaut. Stationen des Leidensweges Jesu. Besonders schön war es, dass Jo Gnep unserer „Reiseleiter“ war. Der hat es echt drauf! Karfreitag. Ostern. Nächste Woche sind sie wieder, die wesentlichsten Tage des christlichen Glaubens. Zur Info www.ostergarten-oldenburg.de.
Bis dahin werde ich noch am Schreibtisch arbeiten. Und in Elstal. Und in Bremen.
Wird Zeit, dass ich mal wieder aufs Wasser komme… .a
30.März
Wieder eine Woche rum. Und was für eine. Eine schöne! Anstrengend war es auch ein wenig. Nachdem ich am Montag in Kassel war, habe ich am Dienstag endlich wieder mal einen freien Tag gemacht. Beinahe.
Ich habe in Lübeck die Aufblasbare Kirche abgegeben und bin dann weiter nach Pelzerhaken gefahren. Satte 5 bis 7 Windstärken. Und komplett ablandiger Wind. Ich hatte beinahe aus dem Stand Depressionen. Sicherheit zuerst! Das nehme ich beim Kiten ziemlich ernst. Also nicht daran zu denken, aufs Wasser zu gehen. Wie liegt eigentlich Niendorf? Bei Nord müsste es da doch anlandig sein. Glücksgefühle, als ich in Niendorf am Hafen ans Wasser gehe. Und ein wenig mulmige Gefühle. Keine anderen Kiter da, 3 Grad Aussentemperatur und mittlerweile satte 6 Windstärken und Wellen, die so hoch sind, dass das für mich eine neue Herausforderung wäre. War. Ganz langsam habe ich mich fertig gemacht, einige Touris haben sehr seltsam geschaut und dann ging es los mit einer knapp zweistündigen Session mit dem Flyradical und der 8er Pulse.
Man kann es anders sagen, oder einfach: Geil, geil, geil! Dieser Kite ist auch nicht von schlechten Eltern. Trotz der Wellen, die natürlich sehr zum Springen einladen, habe ich es ruhig angehen lassen. So kalt, so allein, so viel Ballerwind. Da bin ich dann eher doch auf Nummer Vorsichtig gegangen. Wellenkämme „abreiten“ ist der Hit!
Mittwoch und Donnerstag habe ich dann tierisch was am Schreibtisch geschafft. Das ist dann doch auch befriedigend. Zwar nicht so klasse wie hohe Wellen, aber anders gut. Beschäftigt war ich mit meinem Referat für Samstag und x Kleinigkeiten für die Feier meines nun Ex-Chefs (und für den gottesdienst am Sonntag, für den ich den Hut auf hatte).
Freitag hatte ich dann einen Termin in Jever.Wer verbietet mir eigentlich, 2 x in einer Woche aufs Wasser zu gehen? Nur ne Stunde. Mit der 10er. Das war ziemlich heftig. Ein böiger Tag. 2 x hat es mich durch die Luft gehoben. Eine unsanfte Landung am Strand. Leicht verzerrt bin ich ins Wochenende gegangen.
Samstag, 6 Uhr: Ab auf die Autobahn nach Unna.Landesverbandsrat Westfalen. Gut 100 Leute aus ich weiß nicht wie vielen Gemeinden. Zum ersten mal musste ich den „Bericht des BEFG“ geben. Hmmmm. Ich habe mehr oder weniger nur die Powerpoint, die ich bekommen hatte, vorgelesen und – als ich merkte, dass die Atmosphäre einigermaßen stimmt – mit ein paar humorig-jedoch-ernst – zu nehmenden Anmerkungen angereichert.
Na ja, und dann: Prof. Dr.Erich Geldbach hält einen Vortrag zum Thema Taufe, Mitgliedschaft und Nachfolgegemeinschaft. Römer 6 und das ganze neutestamentliche Programm mit dem Hinweis, dass wir als Baptisten, ruhig auch mal ein wenig sakramentaler über die Taufe denken dürften, wenn denn Sakrament bestehend aus 1. Wort, 2.Element und 3.Glaube besteht. Ob das alles verstanden und „geschluckt“ haben.
Ein theologisch fundierter Vortrag. Super. Erkenntnisse aus neutestamentlichen Schriften en masse. Der emeritierte Professor war mir noch nie begegnet. Ich ihm schon öfter. Einer dieser Menschen, die mir Respekt einflößen. Deswegen waren meine Handinnenflächen auch feucht, als ich nach dem Mittagessen mit einem Koreferat dran war. Sagen wir mal so: Noch habe ich keine Beschwerdemails bekommen – ein Kollege meinte: „Du scheinst dir ja deines Jobs sicher zu sein“.
Ich kann mir vorstellen, dass manche Leute ziemlich schlucken oder sogar spucken mussten. Für real existierende Baptistengemeinden waren manche Thesen vermutlich wirklich etwas heftig. Ich hätte beinahe einen Herzinfarkt bekommen, als ich dann hörte, dass Geldbach und Hokema noch Rede und Antwort stehen sollen. Kurzinterviews. Davon wusste ich nichts. Na gut, wird schon.
Vorkammerflimmern habe ich aber echt gekriegt, als …. Uuups, es klingelt. Meine Eltern kommen zu Besuch. Morgen mehr.
23.März
Ich sitze mal wieder im Zug. Ich b in auf dem Rückweg von Kassel. Dort hatte ich gemeinsam mit anderen Kollegen das erste Treffen mit meinem neuen Chef. Das war
Noch netter dann im Zug kurz vor Kassel. Das Gesicht der jungen Frau, die Kaffee verkauft, kommt mir bekannt vor. „Karen?“ „Carsten!“ Karen war in meinem Gemeindeunterricht. Vor 15 Jahren in Hamburg. Als Teeny saß sie mir bei den Predigten immer genau gegenüber in der ersten Reihe auf der Empore und lauschte den Predigten mit offen Ohren und offenem Hirn. Viele Erinnerungen kommen in mir hoch. Karen zieht demnächst nach Bremen. Vermutlich werden wir uns dann mal sehen. Wie schön! Und nach einer Gemeinde in und um Bremen hat sie auch gefragt. Ich habe ihr – wie könnte es anders sein? – Lilienthal empfohlen.
Von vergangenem Donnerstag bis Sonntag war ich beim Forum Diakonie in Weltersbach. Es ging um das Thema Generationsübergreifende Gemeinde. Das war interessant und an manchen Stellen auch herausfordernd. Ich konnte viel zuhören und war selbst nur an einem Abend beteiligt. „Theo“ eine ambitionierte Laientheatergruppe aus Witten trat mit einem Stück, welches ich geschrieben hatte, passend zum Thema des Forums auf. Es freut mich dann doch, wenn ich miterleben kann, dass Form und Inhalt eines Stückes gut ankommen. Und es wurde gelacht. Vor gut 20 Jahren habe ich mit dem Theaterspielen aufgehört. An Abenden wie dem vorgestrigen merke ich doch noch eine Sehnsucht in mir, was das darstellende Spiel angeht….
Am vergangenen Sonntag wurde dann mein neuer Chef – mit dem ich dann heute den Tag zusammen saß – im Rahmen eines schönen Gottesdienstes eingeführt. Mit warmen Worten, netten Gesten und jede Menge Segenswünschen.
Besonders war die Predigt im Gottesdienst. Irmgard Nesse hat sie gehalten. Im ersten Teil hat sie mittels Bibliolog die Gottesdienstbesucher einbezogen (die bestanden, da die Gemeinde auf dem Gelände eines Altenheims ist, aus ca. 150 Leuten über 75 Jahren. Die restlichen 50 waren jünger und eigens wegen der Einführung des neuen Chefs geblieben oder extra angereist). Das war schon irre, wie bereitwillig sich die älteren Leute darauf eingelassen haben, sich in die Rolle einer biblischen Person hineinzudenken und dann auch noch durchs Mikro ihre Gedanken und Gefühle zu äußern.
Von wegen, dass ältere Menschen sich nicht auf Neues einlassen. Im zweiten Teil der Predigt hat Irmgard Nesse dann auf gut nachvollziehbare Weise, ohne frömmelnde Worte deutlich gemacht, dass Gottes Geschichte häufig in der Biografie von Menschen entdeckt werden kann. Eine Mut machende und fundierte Predigt, die mich sicher noch hin und wieder herausfordern wird, wenn ich Menschen begegne, deren Biografie mir auf den ersten Blick nicht ganz so „göttlich“ erscheint.
Stress hatte ich auch in der vergangenen Woche und am Wochenende. Zuhause hat es gerappelt. Und zwar nicht schlecht. Hmmmmm. Ich hatte natürlich auch meinen Anteil daran. Das war nicht schön, gar nicht schön. Ich finde es tatsächlich viel schöner, wenn es harmonisch läuft.
Gestern Abend hatten wir dann die Chance ein paar Trümmer beiseite zu räumen. Aufgeräumt lebt es sich besser. Ein paar Bruchstücke müssen noch bearbeitet werden.
Wegen inhaltlicher Dinge stehe ich momentan mal wieder unter Druck. Ich denke immer, dass ich noch mehr schaffen/ arbeiten könnte, als ich es tue, wenn ich denn dann doch nur noch konzentrierter und disziplinierter wäre. Warum träume ich eigentlich immer davon, charakterlich ein anderer zu sein? Zumindest was die Arbeitsweise angeht. Neulich habe ich einen interessanten Beitrag im Deutschlandfunk gehört. Es ging um Selbstzweifel und fehlendes Selbstbewusstsein. Auch wenn die meisten Leute, die mich kennen, nicht unbedingt meinen, dass ich mit zweiterem Probleme hätte, so höre ich doch nicht selten Stimmen in meinem Kopf, die mir sagen, dass ich noch dies oder das machen, tun oder lassen sollte. Dass ich noch hier oder dort anders sein müsste.
„Warum“ fragte der Moderator / Psychologe im Rundfunk „meinen nur alle Menschen, dass sie die einzigen seien, die sich diese oder jene Frage über ihren Charakter oder ihr Verhalten stellen? Wie kommt es nur, dass man immer meint, man wäre der oder die einzige, der oder die ein bestimmtes Problem mit diesem oder jenem Charakterzug habe?“ Seine Antwort war kurz und knapp: „Weil man ständig nur seine eigenen selbstzweifelnden Gedanken hört und Gefühle erlebt. Würde man die der anderen auch hören und mitempfinden, dann wüsste man, dass es allen Menschen genau so geht!“
Ja, der Geschäftsmann, der mir im Anzug gegenüber sitzt, hat vermutlich ganz ähnliche Gedanken wie ich. Wenn ich seine Gedanken lesen könnte, dann würde ich vielleicht merken, dass er ganz ähnliche Gedanken wie ich hat …. .
So, jetzt ist langsam Schluss mit der Schreiberei. Ich bin ziemlich zugedröhnt von den vergangenen Tagen – an Tunesien denke ich leider kaum noch. Morgen wurde ich einen Tag frei machen, bevor ich dann den Rest der Woche durchziehen muss.
1 x Ostseeankiten 2009. Und wenn ich schon mal da bin –Pelzerhaken - , dann bringe ich auch gleich die aufblasbare Kirche in Lübeck vorbei. Die Gemeinde hat sie sich für eine gute Woche ausgeliehen.
18.März
Der Alltag ist wieder da! Eine sehr sehr erholsame Woche in Tunesien liegt hinter mir. Erholsam, da der Wind nicht so war, dass ich mich hätte verausgaben können. Auf dem Wasser waren nur „ruhige“ und cruisende Zeiten möglich. Ich hatte heimlich gehofft, dass ich mal so richtig an meiner Sprungtechnik feilen könnte. Das war aber nicht der Fall.
Gestern wurde nun der Reigen der Verabschiedungsfeiern meines Chefs eingeläutet. Morgens um 7 ins Auto, knapp 4 Stunden bis Elstal, dann vier Stunden Gottesdienst und Empfang mit allen wichtigen oder möchtegernwichtigen Leuten aus unserer Kirche und aus „befreundeten“ Nachbarkirchen, der evangelischen Allianz etc. pp. Es war ein schöner – wenn auch sehr sehr anstrengender Tag. Nachmittags wieder 400 Kilometer nach Hause. Ich hoffe – und nehme an – dass WiBo sich sehr gefreut hat. Eine gute Predigt von Elimar Brandt und jede Menge freundliche Grußworte hat er gehört. Er ist ja auch ein Guter! Ich werde ihn vermissen.
Nun freue ich mich auf die nächste Feier mit WiBo: Seine private Geburtstagsfeier und dann der finale Abschlussgottesdienst in Leichlingen. Knapp 14 Tage bis dahin.
Heute versuche ich mal wieder durch meine E-mails und den ganzen Berg von Post etc. zu kämpfen. So richtig Lust habe ich dazu nicht. Hin und wieder gehen meine Gedanken noch nach Tunesien. Und nach England. Denn von dort habe ich heute eine E-Mail bekommen. Es geht um die Aufblasbare Kirche. Manchmal ist das Leben aufregend… .
11.März
Blick aufs Meer. Die Sonne geht gerade auf. Temperatur:
Bin gerade zwischendrin aufgestanden von meinem Terassenplätzchen. Kaffee (oder das, was so aussieht) nach geholt und schon mal die ersten beiden kleinen Croissants. Mittlerweile ist die tunesische Welt in ein warmes Sonnenmorgenlicht getaucht.
Bilde ich es mir ein, oder ist jetzt doch etwas Wind aufgekommen? Wenn’s zu wenig ist, dann habe ich heute eine Mopedtour vor. Über die Insel fahren, schöne Strände aufsuchen und ggf. ein wenig fotografieren. Und heute Abend dann wieder das, was tausende, ja hunderttausende von Touris Jahr für Jahr auf Djerba machen: Lecker ans Buffet , danach noch ein Gläschen und dann ab ins Bett. Mache ich mir nichts vor. Ich bin ein Tourist. Macht aber echt mal Spaß so ne Woche.
8.März
Hinweis: In der Zeit vom 9.-16. März 2009 wird „Pastor Persönlich“ vermutlich etwas vernachlässigt werden. Ich werde mit ein paar Leuten in Tunesien sein. Das Laptop ist natürlich dabei. Falls ich ins Internet komme, gibt’s was zu lesen. Und auch ein paar Bilder. Falls nicht, dann nicht.
Am Freitagvormittag konnte ich mich nicht bremsen. Ich habe die Psycho 4 15 ausprobiert. Die Kites von Flysurfer für die Tunesientour waren bereits am Donnerstag eingetroffen. Kurz gesagt: Was ich bisher über den Psycho gelesen habe, war nicht gelogen. In den vergangenen 5 Jahren hatte ich immer wieder die neuesten Modelle der Drachenschmiede am Haken. Und immer wieder hat es mich verblüfft, dass noch weitere Entwicklung möglich ist. Am Freitag war ich wieder mal ganz baff. Unglaublich. Druckaufbau, Drehfreudigkeit, Lift: Bestens. Jetzt geht es wohl wirklich nicht mehr besser. Ich freue mich riesig auf Tunesien und werde die Psycho – wenn der Wind denn dann stimmt – nicht mehr vom Haken lassen.
Gefreut habe ich mich auch, dass ewigkite.de mal wieder gute PR bekommen hat. In der EZ. Das tut gut, macht das Projekt bekannter und sorgt für weitere Unterstützung. Kaum war der Artikel erschienen, ging die Besucherzahl der HP hoch. Auch ein netter Effekt. Ich bin nun sehr gespannt, wie die Saison 2009 wird, was die Besuche von Drachenfesten angeht. Und den Einsatz der Kirche, die jetzt hin und wieder ausgeliehen wird. Als gestern leichte Frühlingsluft zu schnuppern war, habe ich tief durchgeatmet und mich auf die „outdoor-Termine“ gefreut, die in meinem Kalender eingetragen sind. Morgen um diese Zeit werde ich mich auf dem Weg nach Tunesien befinden. Was mich gestern Nachmittag zu dem Gedanken verleitet hat, ob ich nicht heute mal zuhause bleibe, Gottesdienst Gottesdienst sein lasse, im noch dien Restarbeiten am Schreibtisch zu erledigen. Jetzt sitze ich morgens um 7 im Kaminraum unserer Wohnung und denke „So ein Quatsch!“
Die paar E-Mails und Aufgaben, die ich in der Zeit erledigen kann, die machen den Kohl nun auch nicht mehr fett. Ich werde also gleich in die Eichenstraße gehen. Da ist seit letzter Woche total viel los. Ostergarten. Wer Interesse hat, kann hier mal schauen www.ostergarten-oldenburg.de. Mal wieder bewundernswert, wie sich unsere Gemeinde ins Zeug legt. Ich habe schon von diversen Ostergärten gelesen, gehört und Bilder gesehen, aber das, was ich hier wahrnehme, übersteigt mal wieder vieles. Die Liebe zum Detail, der Stil, der Gesamtentwurf. Einfach klasse.
Für eine Woche werde ich unterwegs sein. Ich habe – nachdem wir nun nur insgesamt 5 Leute sind – Urlaub beantragt. Das ist schon eine ewigkite.de-Reise, aber bei 5 Leuten kann ich das schlecht als Arbeitszeit laufen lassen. Nun denn, meinen Urlaub 2008 habe ich sowieso noch nicht aufgebraucht. Ich war bisher insgesamt 3 x in Tunesien. Ein Mal alleine mit Stine und zwei Mal mit einer Gruppe. Da kommen Erinnerungen hoch. Die Schlimmste ist die, dass ich mich auf dem Flughafen bei der Ankunft verhoben habe und mich eine Wochen lang nicht bewegen konnte, während die anderen am Kiten waren. Ich werde morgen sehr vorsichtig heben. Ich freue mich auf die Tage in Tunesien und hoffe, dass meine Familie eine gute und glatte Woche zuhause mit wenig innerlichem Wind hat. Wind haben wir hoffentlich in Tunesien. Sicherheitshalber nehme ich mal lieber meine Psycho 1 mit. 26 Quadratmeter. Man weiß ja nie … .
5.März
Rein konditionsmäßig sind einzelne „Elstaltage“ immer grenzwertig: Morgens
3.März
2.März
Ich habe Kirchentagsluft geschnuppert ... . Am Samstag war ich in Bremen und habe gemeinsam mit 400 anderen Leuten erlebt, wie klasse der Kirchentag vorbereitet ist. Beeindruckend. Es ging um den Abend der Begegnung, der die Bremer Innenstadt verändern wird und zu einer Art Strassenfest werden lässt. Echt beeindruckend, was die Organisatoren da so vorhaben.
Ich freue mich auch immer, wenn ich mal ein wenig landeskirchliche Luft schnuppere. Die Lieder und auch manches andere Inhaltliche sprechen mich eher an als manche stimmungsvollen Lieder aus freikirchlichen Kreisen. Wir haben am Samstag doch tatsächlich Lieder gesungen, die es mit den Höhen und Tiefen des Lebens zu tun haben.
Besonders nett waren die Begegnungen mit 2 Leuten: Ina (und ihre Tochter). Mit Ina war ich in der Schule, wir haben uns bestens verstanden. Nach 25 Jahren haben wir uns vorgestern wiedergesehen. Das war schon klasse. Und da sie nicht weit von Oldenburg entfernt wohnt, hoffe ich, dass wir uns öfter mal begegnen werden.
Und Peter. "Sagen Sie, kennen wir uns nicht?" "Ja, hmmmm, irgendwie schon...." "Woher?" Ja, richtig! Expo 2000. Christuspavillion. Meine Güte, war das eine tolle Sache. Ich habe insgesamt vier Wochen auf der Expo mitgearbeitet. Andachten und Führungen im Christuspavillion. Eine prägende Zeit.
Ach, Erinnerungen werden wach. Damit ich aber nicht nur in der Vergangenheit lebe, nehme ich mir mal meinen To-do-Zettel für heute vor .....
28.Februar
Jipiyeah! Ich habe gestern meine persönliche Kitesurfsaison 2009 eröffnet. Na gut, die Temperaturen waren mit 6 oder 7 Grad Lufttemperatur nicht gerade winterlich. Das Wasser war aber etwas frischer. Dank Psycho 26 und der Door M habe ich es aber selten gespürt. Und außerdem war ich äußerst gut eingepackt.
Mit Verwunderung und auch ein wenig Kopfschütteln habe ich bisher Winterkiter beobachtet. Jetzt weiß ich aber, wie’s geht. Mit den Klamotten ist mehr als die Hälfte der Miete drin. Ich bin ein vorsichtiger, manchmal ein übervorsichtiger Kiter. Nicht auszudenken, was passiert, wenn man bei eiskaltem Wasser nicht mehr aufs Brett kommt.
Eigentlich muss ich mir da keine Sorgen machen, aber irgendwie bin ich dann doch lieber (über-)vorsichtig. Auch bekomme ich jedes Mal feuchte Hände, wenn ich nach der Winterpause wieder aufs Wasser gehe. So, als ob man das Kiten verlernen könnte. Ich habe es nicht verlernt. Die Stunde auf dem Wasser war einfach herrlich.
Jetzt geht’s wieder los. Und wie ein kleines Kind auf Weihnachten, so freue ich mich darauf in 14 Tagen in Tunesien die Psycho 4 zu fliegen. Unglaublich, ich werde diesen Traum-Kite fliegen.
Bis dahin bleibt aber noch so Manches zu tun. Bremen, Berlin, Hannover steht noch im Terminkalender. Und auch zuhause gibt es ja nicht nur für die Familie was zu tun. Die hinter mir liegende Woche war sehr effektiv. Ich habe viele Baustellen in Angriff genommen oder sogar abgeschlossen. Zwei Neue habe ich angefangen. Und: ich habe einen Trick gefunden, wie mich die vielen Dinge, die ich noch zu tun habe, nicht mehr so nerven.
Beim Aufräumen meines Büros und Schreibtischs habe ich alle Zettel gestapelt und jetzt fein säuberlich vorne in meinen Terminkalender gelegt. So nerven sie mich nicht ständig beim Blick auf den Bildschirm. Das hilft. Jetzt muss ich nur hin und wieder den Terminkalender vorne aufschlagen, ein Zettelchen bearbeiten und gut is‘.
Die Arbeit ist damit nicht weniger geworden, aber psychisch macht das was.
Heute geht’s nach Bremen zur Vorbereitung des Kirchentags. Abend der Begegnung am Weserufer. Ich freu‘ mich drauf. Auf den Kirchentag.
26.Februar
Vorgestern war nett. Sehr nett. Denn Janneke hatte ihren 13.Geburtstag und ab dem Mittagessen war bei uns der Bär los. Vor dem Haus parkten etwa 15 Fahrräder und eine Truppe total netter und freundlicher Teenies bevölkerte unsere Wohnung und blieb bis abends um 7. Als wieder Ruhe war, war ich selbst richtig glücklich. Was hat meine Tochter tolle Freunde und Freundinnen. Das könnte auch anders sein. Ist es aber Gott sei Dank nicht. Den ganzen Nachmittag haben die Mädels und die 3 Jungs „gechillt“ (sagt man wohl), sich Leckereien zwischen die Zähne oder Zahnspangen geschoben, Streifzüge durch die Nachbarschaft gemacht oder total begeistert beim ungeschminkten oder geschminkten Portrait-Fot-Shooting mitgemacht. Als wir dann gegen Abend die Bilder von vor 2 Jahren angeschaut haben, gab es Lachsalven ohne Ende. Mal schaun, was in zwei Jahren sein wird, falls wir dann nochmal eine Fotosession machen. Vorgestern haben wir auf jeden Fall ganz ganz tolle Bilder gemacht und die Mädels waren glücklich. Janneke auch. Als sie dann spätabends in ihrem Bett lag und den Tag Revue passieren ließ.
23.Februar
Von gestern: Angenehm, sehr angenehm waren die Leute in Stadthagen. Wieder einmal eine Schulung zum Thema wie wir Christen denn auf ansprechende Art und Weise den Glauben weiter geben können. „Forum“ hatte die Gemeinde den Tag am Samstag genannt und im Nachhinein ärgere ich mich ein wenig, dass ich nicht noch mehr Diskussionen und Gespräche zugelassen habe.
Als ich es gemacht habe, haben sich die Leute echt klasse beteiligt. Und mehr und mehr habe ich den Eindruck, dass mein theologischer und auch
20.Februar
19. Februar
17.Februar
Am Freitag die Küche eingebaut. Mit Ray, dem nettesten aller Tischler. Das hat Spaß gemacht. Von Stunde zu Stunde zu sehen, wie etwas entsteht.
13.Februar
Viel zu kurz geschlafen. Viereinhalb Stunden. Dumm gelaufen. Einschlafversuche schlugen fehl. Was ich wieder alles so gedacht habe. Vermutlich bin ich zu aufgeregt, ob das mit dem Kücheneinbau alles klappen wird.
Alte Küche rausreißen, streichen und neue Küche reinstellen hat geklappt. Geht aber echt auch die Knochen. Und morgen um diese Zeit bin ich vermutlich in Belgien oder sonstwo auf dem Weg nach GB. Hoffentlich geht das konditionsmäßig gut.
Irre, wie flott das Internet ist und wie Dinge auch wahrgenommen werden.
Kaum war der Link zu Kite-Blogger gesetzt, hat Oliver schon geantwortet. Toll informative Seite für Dracheninteressierte.
Das schnelle Reagieren hat mich angespornt, einen "oben drauf" zu setzen. Ich glaube, dass ewigkite.de das erste Online- Bild des Infintity vented veröffentlicht.
Grins. Ich freu' mich echt drauf, den Drachen demnächst mal zu fliegen. Ich habe (zu) lange keinen delta mehr in der Hand gehabt. Vermutlich ist er für mich aber eine Nummer zu gut, denn mit den Tricks habe ich es nicht so drauf ....
11.Februar Wenn alles gut geht, werde ich Samstagabend in London „Street Pastors“ begleiten. Aber dann mehr dazu.
Heute und morgen will ich erst mal ein paar Sachen vom Schreibtisch wuppen, die ich seit längerer Zeit aufschiebe. Ich tippe mal, dass ich nicht der Einzige bin, der manches Mal Sachen aufschiebt und dann nach einer gewissen Zeit den Fön kriegt, weil er so viel aufgeschoben hat. Hin und wieder (vor Weihnachten, den Sommerferien oder ähnlichen Anlässen) bekomme ich dann den Aufräum- und Erledigungswahnsinn und nehme mir vor, mein E-Mailfach inhaltlich zu leeren.
Das klappt dann auch, hält aber nur für ein paar Tage oder Wochen an. Wenn ich jetzt bei Outlook reinschaue und mir parallel noch die bunten Post-It-Zettelchen (wieso arbeite ich momentan eigentlich nicht mit meiner To-do-Liste; wo ist die eigentlich?) anschaue, dann kriege ich wieder mal zu viel.
Also nehme ich mir wieder mal vor – wobei, es ist doch gar nicht Weihnachten oder so – diese und nächste Woche Ordnung in mein Schreibtischleben zu bekommen. Diese und nächste Woche bin ich nur 3 Tage unterwegs. Da bleibt so einige Zeit für den Schreibtisch. Ab Donnerstag Nachmittag will ich – bis Freitag Abend, bevor es Samstag ab 5 Uhr Richtung Insel losgeht – dann auch noch unsere neue Küche einbauen. Die steht schon seit etlichen Wochen in Jannekes Zimmer. Auf den Einbau und insbesondere auf die neue Küche mit den tollen Geräten und der top Qualität freue ich mich schon riesig. Und dann auf das erste Kochen nächste Woche. So, los geht’s.
Outlook, ich komme!
Selten verwende ich mein schwarzes A-5-Ringbuch. Normalerweise nur, wenn es um sog. „Kasualien“ geht. Heute ist es mal wieder soweit. Ein komisches Gefühl, die Ordinationspredigt von Timo aus den A-5 Hüllen zu nehmen und eine Beerdigungspredigt einzufügen.
Lange habe ich keine Beerdigungen mehr gemacht. Ein Bekannter aus Stuttgart, dessen Schwester hier in Oldenburg gestorben ist, hat mich gebeten, die Beerdigung zu machen. Selbstverständlich mache ich das.
Es gab mal Zeiten, da war ich sicher der „Rekordbeerdiger“ in unserer kleinen Freikirche. 3 Jahre – irgendwann zwischen 1995 und 1999 – und gut 150 Beerdigungen. Meine Güte, was habe ich da alles miterlebt. Das war sehr prägend. Und es hat auch etwas mit meinem eigenen Leben gemacht. Ich bin verstärkt ins Nachdenken gekommen. Seit meiner Jugendpastorenzeit und auch jetzt im DB Mission beerdige ich sehr selten. Die letzte Beerdigung, die ich für Freunde gemacht habe, war vor drei Jahren. Ja, ich bin etwas angespannt und aufgeregt, wenn ich gleich zur Trauerhalle fahren werde.
„Jesus spricht: Ich bin die Auferstehung!“ Auferstehung ist nicht irgendwas. Es ist eine Person. Alles, was ich als Christ über Leben und Tod, über Auferstehung und ewiges Leben denken will, das will ich mit der Person Jesu verbinden. Und der hat es mit dem Leben hier und jetzt ganz gewaltig zu tun. Und auch mit dem weiteren und ewigen Leben. Keine Frage. Der Vorwurf der Jenseitsvertröstung soll mich nicht treffen. Ich habe Trost fürs Hier und Jetzt. Und fürs Jenseits.
Ansonsten steht das Wochenende vor der Tür. Ich bin mal nicht unterwegs, was ich ziemlich klasse finde. Da aber die halbe Familie zu einer Chorwerkstatt weg sein wird, werde ich den morgigen Tag dazu nutzen, meine inhaltlichen Arbeiten am Schreibtisch wieder etwas abzubauen.
Auf Sonntag freue ich mich. Gottesdienst in Oldenburg und dann nachmittags Besuch von meiner ehemaligen Gemeindediakonin (die, mit der ich in besagter Gemeinde, s.o., eng zusammengearbeitet habe) mit ihrer Ehepartnerin. Das wird spannend. Wir haben uns 8 oder 9 Jahre nicht gesehen und es ist so einiges passiert.
das Leben ja ganz schön. Es war herrlich entspannend! Nun wartet wieder der Büroalltag auf mich. Die Mails scheinen kein Ende zu nehmen und die Dinge, die für den Februar anstehen, muss ich noch irgendwie geregelt kriegen, ohne dabei depressiv zu werden.
Ach, eigentlich ist es doch gar nicht so schlimm. Bisher ging es immer wieder gut weiter. Das wird wohl auch diesmal so sein. Ich habe mich entschlossen, eine Kurzreise nach England noch in den Februar reinzuquetschen. Die Aufblasbare Kirche für die Engländer ist fertig. Die muss abgegeben werden. Das werde ich gleich mit einem Besuch von innovativen Gemeindemodellen in und um London verbinden.
Denn das habe ich – nach dem Treffen in Paris, bei dem ich mit dem „american way“ konfrontiert wurde – dringend nötig : Die Begegnung mit Modellen, die für Europa was bringen. Ich habe mich seit einem Jahr ein wenig in die englische Szene eingelesen und bin ganz angetan, wie realistisch und „fromm“ zugleich die Engländer kirchentechnisch neue Wege gehen.
Ich bin gespannt. Zunächst einmal heißt es aber: Schreibtisch. Hin und wieder werden meine Gedanken sicher abschweifen. Zurück nach Römö. U.a. auch an die kilometreweiten Fahrten auf dem Mountainboard. Unglaublich! Kein Mensch am Strand. Nur Weite. Nur Rollen, Slalom fahren und den Wind genießen. Man muss mal auf Römö Mountainboard gefahren sein, um das nachempfinden zu können. In Havneby und auch in Lakolk sind meine Reifenspuren sicher schon wieder verschwunden. Die unglaubliche Erholung und Entspannung, die das Erleben mit sich gebracht hat, wird aber noch anhalten.
Seit einigen Tagen werde ich morgens um 5 wach. Ich kann mich dann nicht mehr umdrehen. Sofort geht die Gedankenmaschine los. Ich habe viele Post-It-Zettel auf meinem Schreibtisch. Inhaltliche Dinge, die vorbereitet werden müssen. Seminare oder Predigten. Und auch „Äußerliches“. Gestern habe ich endlich das Theaterstück, kabarettistisch sollte es sein, für das Forum Diakonie Ende März geschrieben. Den Leuten des Brilletheaters aus Witten habe ich es geschickt.
Mal schaun, was die draus machen. Letztes Jahr hat das zu einer anderen Gelegenheit echt klasse geklappt. Sie haben meine Vorlage genommen, ein wenig dran rumgeschrieben und dann habe ich mich natürlich gefreut, als es aufgeführt wurde und gut ankam. Hoffentlich wird das wieder so. Theater war mal meine Passion. Beinahe wäre ich nach dem Abi bei der Landesbühne Niedersachsen gelandet, aber das ist eine andere Geschichte.
In diesen Tagen fange ich auch an, an die Verabschiedung meines Chefs zu denken. WiBo wird 65. Mit Respekt denke ich an ihn. Ein toller Chef. In den vergangenen zwei Jahren hat er mich an manchen Stellen echt beeindruckt. Insbesondere sein weiter Horizont. Leute, die ihn aus früheren Zeiten kennen, sagen mir, dass er sich verändert hat in den vergangenen Jahren. Ich mag ihn wirklich sehr und habe ich den letzten Wochen des öfteren gedacht, dass es wohl auch daran liegt, dass er einer ist, der mich an meinen ersten „Chef“ erinnert. Das war kein Chef, sondern mein Seniorkollege in der Gemeinde HH-Altona. Herbert Meißner hieß der. Der war ganz ganz anders als WiBo, hatte aber eben auch einen weiten Horizont und als ich vor 18 Jahren mit dem Pastorendasein anfing, war er auch so um die 60. Die Arbeit im DB Mission war vor zwei Jahren auch ein Anfang – vielleicht ziehe ich deswegen auch Parallelen und respektiere WiBo so sehr. Nun denn, sein Abschied naht und sein Nachfolger ist 41. Jünger als ich. Ts, ts. Ts.
Ich gehöre definitiv zum Mittelalter und für manche sicher auch schon zu den Alten. Einen netten Beitrag zur Verabschiedung von WiBo will ich beisteuern. Wir sammeln gerade. Ich habe da eine Idee, für die ich auch ziemlich weit in meine Geschichte zurückgreifen und auch etwas mutig sein muss. Das mache ich aber gerne. Und ich bin gespannt, ob’s was wird. Da das www manchmal ein Dorf ist, schreibe ich hier lieber nicht, an was ich denke.
Heute morgen bin ich durch eine fast komplett ausgeräumte Küche gegangen. Gestern Abend habe ich von 6 bis 10 die alte Küche rausgerissen. Das ging flott. Jetzt ist die Küche so richtig „ordentlich“, wenn auch etwas sehr kahl. So wünschen ich mir manchmal auch mein ganz normales Leben: Einen Schlag ranhauen und alles Alte ist beseitigt. Ordnung. Und dann ganz neu anfangen. Das ist aber eine Illusion. Renovieren kann man nur schrittweise. Und die Zettel auf meinem Tisch werde ich nicht alle auf einmal abgearbeitet bekommen. Ich hatte gehofft, in dieser Woche mehr zu schaffen. Ich bin nicht zufrieden. Gestern war es besonders heftig:
Ich war nach dem Vormittag ganz glücklich, was die Menge der verledigten Mails anging und gegen 12 Uhr hatte ich dann für 45 Minuten ein Telefonat. Als ich danach wieder Outlook aufrief, waren 5 neue Mail da, von denen mindestens 3 neue Arbeit bedeuten. Fazit: Man kann Outlook nicht entleeren wir eine alte Küche.
Ach ja, heute eröffne ich - bevor ich am Wochenende in irgendwelchen englischen Betten pennen werde - meine "Bettengalerie" (ganz obe auf dieser Seite): Die Betten des CHokema. Mein Privatbett ist noch nicht dabei. da kommt im Laufe des Jahres irgendwann.
10.Februar
Es ist schon aufregend im Gegensatz zu meiner Reise Ende Januar nach Paris.
Die Vorbereitungen für London laufen. Täglich bekomme ich jetzt eine oder mehrere Mails von netten Kollegen aus England, die entweder schon einen Blick auf die Kirche geworfen haben oder die mich einladen, um an ihrem Gottesdienst oder an einem „Einsatz“ teilzunehmen.
Ich war seit knapp 30 Jahren (bin ich alt ….) nicht mehr in England und die Vorbereitungen von Fähre bis Fahrplan sind doch etwas anders, als mal eben nach Paris zu rutschen. Die fahren auf der falschen Straßenseite, die Engländer! Ich bin gespannt … .
Dank TTT (Tine’s Tom Tom) werde ich mich wohl auch zurecht finden. Das Teil ist gigantisch. Warum habe ich nur so ein beklopptes eingebautes Teil in meinem Wagen?
6.Februar
4.Februar
Vier herrliche Tage liegen mit den vier liebsten Menschen liegen hinter mir. Die Kinder und die Frau Grundschullehrerin hatten Zeugnisferien und wir haben uns gemeinsam auf die Trauminsel für Mountainboarder und Buggyfahrer begeben: Römö.
Ein kuscheliges Ferienhäuschen („das Beste, das wir hier je hatten!“; was mich daran erinnert, dass wir seit etwa 20 Jahren immer wieder mal nach Römö fahren), meine Liebsten und auch ein paar Kites und zwei Mountainboards im Gepäck. Langes Schlafen, spielen, klönen, gutes Essen, irgendwann dann auch nach Skaerbaek ins Schwimmbad und zwischendrin immer wieder mal auf’s Board. Die vier Tage kamen uns vor wie zwei Wochen oder so.
Wenn nichts los ist, dann entschleunigt
Gestern Vormittag hatte ich mal wieder eine Aufräumattacke in meinem Büro. Dabei habe ich festgestellt, dass ich nur oberflächlich unordentlich bin. Nach 40 Minuten war alles wieder in Ordnung und selbst Papier- und Aktenberge waren abgeheftet.
Gestern Nachmittag ging’s dann ins Rheinland, wo ich mit einem AK einen Werkstatttag für den September vorbereitet habe. Ich hatte eine minutengenaue Tischvorlage vorbereitet. Ein bisschen hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ja der Eindruck entstehen kann, dass ich meine Ideen und Gedanken damit durchbringen will.
Ist vielleicht auch so, aber andererseits habe ich schon mehr als 1 x die Erfahrung gemacht, dass wenn man einfach so drauf los plant, dass man dann 1000 Dinge belabert, die unwesentlich sind und erst recht kein Konzept erarbeitet bekommt. Nun denn: Mein minutengenaues Konzept wurde nach 30 Minuten erst mal ausgehebelt. Ich hatte mich in der Zeitleiste vertan und eine Stunde zu viel eingeplant… . Peinlich.
Die Grundidee des Werkstatttages ist geblieben. Und wer überarbeitet jetzt den Entwurf nach 2 Stunden Anregungen, Umstellungen und Ergänzungen. Ja, genau. Der, der das teil sowieso auf dem Rechner hat. Mach ich aber auch gerne. Gleich heute.
Und noch manche andere inhaltliche Dinge. Das heftigste wird heute die TOP für unsere Steuergruppensitzung. Da treffen wir uns nächste Woche zum ersten Mal mit unserem neuen Chef. Und der Alte ist auch noch dabei. 5 Leute haben TOPs geschickt. Ich glaube, es sind so um die 50. Und das für ca. 6 Sitzungsstunden. Ich werde wohl so rangehen, dass ich versuche 40 TOPs nur anzusprechen und gleich zu verschieben J.
Und morgen Nachmittag mache ich dann endlich mal wieder ein paar Stunden frei. Mal sehen, ob es was wird. Mit dem Trockenanzug auf der Nordsee… . Seit vergangenem Donnerstag hat sich bereits wieder viel ereignet. Z.B. war ich in Herdecke zu Vortragsabenden. Man kann auch „Evangelisation“ sagen. Am Donnerstagvormittag hatte ich noch die Predigt für den Abend geschrieben. Und dann passierte das am Schreibtisch, das mich immer wieder bewegt, weiter bei meinem Beruf zu bleiben: ich hatte einen Predigtvorbereitungsflash. Kritiker, die es nicht gut mit mir meinen, würden sicher sagen, dass ich in meine eigenen Gedanken verliebt gewesen sei, … kann sein, … ich interpretiere es aber ein wenig anders.
Beim Schreiben habe ich mich derart in Rage geschrieben, bzw. ereifert, dass ich selbst ganz fasziniert davon war, was in diesem biblischen Text drinsteckt (ich hatte vielmehr eine Kombination aus zwei biblischen Texten)! Ich konnte es kaum abwarten, die Predigt zu halten.
Keine Ahnung, ob die ZuhörerInnen das am Abend gemerkt haben. Ist mir aber auch egal. Predigen macht irre Spaß. Mir zumindest. Es ist tatsächlich das Erfüllendste an meinem Beruf. Zu entdecken, wie Gott ist. Und meistens kommt da was Gutes, Positives, Lebensbejahendes und Mutmachendes raus. Und was kann es Besseres geben, als sowas zu sagen?
Nun denn: Herdecke: Drei Abende auf der Kanzel. Am Donnerstag noch mal eben schnell nach Oldenburg zurück, damit meine Schwiegereltern nicht all zu sehr mit den Kindern zu tun haben. Stine kam mittags kaputt aber glücklich von der Klassenfahrt. Klinke in die Hand. Ich wieder nach Herdecke. Samstag dann noch den ganzen Tag ein Seminar in WanneEickel. Abend wieder Herdecke und Sonntag dann der Gottesdienst. Dann knapp drei Stunden Autobahn. Sonntagnachmittag war ich dann zuhasue. Kaputt. Gar. Erfüllt. Dankbar. Aber eben auch kaputt.
Also ab an den Angelteich. Mit Enno und seinem Freund. Sie haben nichts gefangen. Aber Stine und ich haben einen schönen Spaziergang gemacht. Um den Riesensee. Wenn mir mal jemand das Angelhobby erklären könnte, wäre ich dankbar. Insbesondere, was die Variante angeht, bei der man Forellen etc. in Teiche aussetzt, um sie kurz danach wieder an kleinen Haken rauszuziehen. Nun denn. Versteht ja auch nicht jeder meine Hobbies.Wie das Leben so spielt … .
Seit etwa einem halben Jahr denke ich darüber nach, wie das Material von ewigkite.de besser gelagert werden kann. Ich habe auch schon Anzeigen hier in Oldenburg geschaltet, um eine Unterstellmöglichkeit zu mieten. Es tat sich aber nichts. Gar nichts. Momentan wird das Material in meinem minikleinen Keller, der dummerweise manchmal auch noch feucht ist, gelagert. Treppe runter, Treppe rauf, Kisten umstellen, um irgendwo ranzukommen und viel zu wenig Platz. Vor drei Monaten hatte ich die Idee, einen Überseecontainer in unseren Garten zu stellen. Meine Frau begeisterte ich mit „Den kann man mit Efeu bewachsen lassen und die Kinder können auch drauf spielen. Wir trinken Tee auf dem Dach des Containers. Hat nicht jeder!“. Grundsätzlich war sie einverstanden. Nur logistisch wäre es nicht so einfach geworden einen Container in unseren Garten zu stellen. Ein Fundament hätte auch her gemusst. Etc. pp..
Gestern schneie ich nun bei Gerd vorbei. „Mein“ Tankwart. Ganz in meiner Nähe. Er sitzt im Büro. „Was machste da am Computer? Vertipp dich nicht!“ „Ich bestell‘ einen Container für mein Material. Kommt hinten auf den Parkplatz!“ „Ach, …. würdest Du einen zweiten für mich einfach daneben stellen?“ „Wenn Du den kaufst. Pacht brauchste nicht zahlen! Aber ich krieg nen dicken Aufkleber auf deinen Wohnwagen.“
Kriegt er, der nette Gerd! Beim Wegfahren denke ich daran, wie wir es einmal eingetütet hatten, dass Gerd mit seiner Harley-Gang einen Open-Air-Gottesdienst genau beim Lobpreisteil gestört hat. Ich wollte den Teenies und Jugendlichen damit deutlich machen, dass Alltag und Lobpreis zusammen gehören und nicht (künstlich) voneinander getrennt werden dürfen. Was ist, wenn uns das „ganz normale Leben“ den Lobpreis versaut? Wie gehen wir damit um?
Nun, ich hatte gestern Grund zum Danken und Loben. War es Zufall, dass ich im richtigen Moment bei Gerd vorbeikam? War es Fügung? Ein Freund von mir hat einmal augenzwinkernd gesagt: „Wenn es Zufall wäre, dann hätte ich mich ja gewundert. Da aber alles Fügung ist, wundert mich gar nichts mehr!“ Egal ob Zufall oder Fügung. Ich freu‘ mich. Und bin dankbar. Ganz im Sinne des so bekannten Gebetes: „Alle guten Gaben (auch Containerstellplätze), alles, was wir haben, kommt, o Gott, von Dir, ich danke dir dafür!“ Und was die Finanzierung des Containers angeht, halte ich mich an meine Devise: „Das Geld ist schon da, eben nur noch nicht hier!“Thüringen (Nähe Eisenach), Sachsen (Dresden), Prag und Schillig.
Das sind die Orte, in denen ich in den vergangenen knapp drei Wochen Urlaub gemacht habe. Das war schon schön. Wenn auch nicht ganz so erholsam, als wenn wir an einem Ort gewesen wären.
Aber was tut man nicht alles, um der eigenen Brut willen! In Thüringen waren wir schon Mal vor zwei Jahren. Ein einsames Tal mit einem Reiterhof, Badeteich, Campingplatz direkt an direkt an der Werra. Ca. 20 Stellplätze. Eher romantisch als prickelig. Die Kinder waren am Reiten, die Eltern am Lesen. Hin und wieder ein Ausflug. Und Läuse. Alle Jahre wieder. Jetzt das 5. Jahr in Folge. Nervenzusammenbruch oder routinierte Gelassenheit sind die möglichen Umgangsweisen damit. Die zweite Möglichkleit hat sich geradezu aufgedrängt!
Ansonsten: Herrliche Familientage. Einfach so. Kein Stress. Kein Muss.
Dann haben wir alle drei Kinder in der Nähe beim BULAG abgeliefert. Campen für Kinder! 250 waren es wohl. Letzte Nacht haben wir sie wieder abgeholt. Sie kamen mit dem Bus zurück. Enno scheint es geschafft zu haben, in 9 Tagen nur 1 x zu duschen (und das auch nur, weil er zuvor mit klebriger Flüssigkeit übergossen worden war). Ansonsten sind alle drei Kinder begeistert vom BULAG zurückgekommen, auch wenn nicht alles klasse war. Sozialstress und Krankheitstage. Es ist schon herzig, wenn die Kinder erzählen, wie sie was wahrgenommen haben. Und ich freue mich so riesig über die Feinfühligkeit und Wahrnehmung meiner Kinder. Enno hatte es auch schwer – zumindest mir 2 Jungs, die ihn tagelang malträtiert haben. „Die haben keine Gefühle!“
Stine und ich waren 5 Tage lang allein unterwegs. Dresden. Kultur pur. Passt eigentlich nicht zu mir. Frauenkirche – ist nix für Männer, oder? Nee, war schon beeindruckend, was man mit 138 Millionen Euro so alles machen kann. Über Sinn und Zweck dieses Kirchenbaus kann man aber sicherlich auch unterschiedlicher Meinung sein. Dann ein Abstecher nach Prag, nachdem ich vergangenen Juni zu einer Tagung da war. Dresden ist ein Dorf – auch kulturell und bautechnisch. Irre Stadt! Wir waren begeistert.
Auf dem Rückweg dann das unerwartete Glück meines Urlaubs: Durch Zufall hatten wir erfahren, dass das 19. Welttreffen der 2CV-Fahrer in der Nähe von Prag stattfindet. Erst war kein Reinkommen, aber mit etwas …… hmmmmm ……. unvorschriftsmäßigem Verhalten, welches jedoch gegen keinen Paragrafen eines Gesetzbuches verstieß, haben wir es dann doch auf das hermetisch abgeriegelte Gelände geschafft. Ein Abend auf dem Gelände mit ca. 2000 Enten und 5ooo peacigen Leuten. Als ehemaliger Entenfahrer (Charleston grau und letzte Baureihe rot) wurde ich natürlich schwach…..
Vergangenen Donnerstag sind wir dann zurück gekommen und am Freitag ging es bis gestern zum Drachenfest nach Schillig. Dazu dann die Tage etwas mehr.
Hunderte von Eindrücken in wenigen Wochen. Gott, was für ein intensives Leben! Danke!
Ein herrlicher Gammelsonntag. Spät aufgestanden, schnell gefrühstückt und dann ab zum Gottesdienst. Gepredigt hat der Professor. Klasse, der Strübind. Inhaltlich und sprachlich auf den Punkt gebracht, was wesentlich ist. „Gib mir ein hörendes Herz!“ hatte Salomo Gott gebeten. Und der hat es ihm gegeben und als Zugabe noch etliches andere. Die Ausführungen waren nicht nur ein Hörgenuss, sondern auch ein Denkgenuss. Und nebenbei dann eben mal ein wenig Evangelikalenschelte auf nette Weise einfließen lassen. So macht Predigthören Spaß. Und gibt mir auch für die kommende Woche noch etwas zu denken. Wie gehe ich eigentlich mit Leuten um, die anders sind und denken als ich das tue? Habe ich immer schon gleich etwas zu sagen und texte sie dicht oder kann ich – aus dem Hören auf Gott kommend? – auch erst mal zuhören, hinhören und aufnehmen. Ja, es scheint mir tatsächlich so, als ob der gute Kim mich erwischt hat, was mein manchmal voreiliges Reden und Denken angeht. Was oder wen denke ich eigentlich immer verteidigen zu müssen? Kann Gott, mein Glaube, die Kirche es nicht einfach einmal aushalten, dass andere Menschen anders denken? Wird dadurch mein Gott, mein Glaube kleiner oder schwächer? Was wäre das für ein armer Gott, der sich durch meine oder andere Argumente auf- oder abwerten lassen würde. Die Predigt hat mir letztendlich auch dabei geholfen, die Dinge und Erlebnisse des Lebens ein wenig gelassener anzugehen. Ja, es ist schon so, … das Reich Gottes wird sich durchsetzen. Mit seiner Liebe, mit seinem Frieden und auch mit der Gerechtigkeit. Ich brauche keine Sorge haben, dass Gott nicht zum Zuge kommen wird.
Nach dem Gottesdienst dann ein spontanes Familienessen in der Kirche beim 14-tägigen „Studentenfutter“, welches eindeutig nicht für unsere Altersklasse gedacht ist. Nett war’s aber dennoch. Rike und Enno, die den ganzen Morgen neue Lieder komponiert und geübt haben (wer’s noch nicht wusste, sie werden einmal berühmt mit ihrer Musik! – wobei ich daran doch erheblich mehr Zweifel habe als am Kommen des Reiches Gottes; besser gesagt: diametral entgegengesetzte Hoffnungen und Gewissheiten) habe ich eben schnell zuhause geholt (klasse, wenn Wohnort und Gemeinde so nah beieinander liegen). Ein feistes leckeres Essen mit knapp 20 Leuten in launiger Stimmung inkl. Torte zum Nachtisch. Und seither: Gammeln, Iphone bespielen, Computer, abhängen bei Regenwetter. Herrlich. Nur mal so. Eben kurz. Morgen dann nochmal Schreibtisch, Dienstag 2 Termine und ab Mittwoch gehts nochmal in den Urlaub. Und das ist auch gut so. Leider nicht ans Meer. Warum ist eigentlich keine Nord- oder Ostsee in Thüringen? Wieder sind gut 14 Tage seit dem letzten Onlineeintrag rum. Ein herrlicher einwöchiger Sommerurlaub in Holland liegt hinter mir. Freunde aus Hamburg mit Kindern und 2 Freundinnen von Janneke, die Kitesurfen lernen wollten, waren mit. Eine Woche knalliger Sonnenschein am Ijsselmeer. Herrlich. Laues Leben. Aufstehen, frühstücken, an den Strand, Abendessen, Klönen, ab ins Bett. Eine Woche lang. Unglaublich entspannend. Und: Die drei Mädels waren klasse, was das Kitesurfen angeht. 13jährige lernen wohl schneller als Jugendliche und Erwachsene. Leider war der Wind nicht optimal, so dass die Mädels erst am letzten Tag ihre ersten Meter rutschen oder fahren konnten. Mit stolzgeschwellter Brust habe ich zur Kenntnis genommen, dass meine Tochter ihre ersten 20 Meter gefahren ist und Kite und Brett gut unter Kontrolle hat. Nun muss ich nur noch 1 x mit ihr bei gleichmäßigem Wind nach Hooksiel oder Schillig und sie hat es drauf. Aber auch die anderen beiden waren echt gut. Vier Erwachsene und 7 Kinder. Nette Kombination im Urlaub, insbesondere, wenn die Kiddies so gut drauf und nett sind, wie die, die mit in Hindeloopen waren. Enno hat sich wieder wie ein Profiangler benommen und mit Robin gefachsimpelt, dass sich die Balken gebogen haben. Dass sie nichts gefangen haben, scheint sie in ihrem Anglerbewusstsein nicht zu erschüttern. Ich selbst war nur selten auf dem Board. Wenn Wind war, wollte ich die Mädels schulen. Die drei Stunden, die ich hatte, war ich allein auf dem Wasser. Flysurfer eben. Während die Tubes am Strand lagen. Die 17er Speed und die 26er Psycho haben wenigstens für Seniorenspaß auf dem Wasser gesorgt. Wobei: 1 x musste ich zurückschwimmen. Bei 10 Knoten hat mich die 26er dermaßen ins Abseits gezogen, dass ich, als ich das Brett verlor, aufgeben musste. Mit 26qm im Schlepptau zum Board schwimmen ist nicht gerade ein Spaziergang … .
Am vergangenen Wochenende war dann der 70. Geburtstag meiner Mutter, der auch mich daran erinnert hat, dass ich älter werde. Ist halt so. Meine Mutter hatte mit Kindern und Enkeln einen netten Tag. Gottesdienst in Leer, Kutschfahrt, Kaffeeklatsch an der Mühle und Grillen. Wie schön, dass meine Mutter noch so fit drauf ist. Montag war Schreibtischtag und Dienstag bin ich nach Kamp-Lintfort gefahren, um mit der Pastorenschaft aus der Umgebung einen Ausflug „Unter Tage“ zu machen. Hammer! Knappe 1000 Meter tief in die Erde. Dort wird noch bis 2012 Steinkohle abgebaut. Echt beeindruckend.

Abends dann noch nach Marburg zu Christopher und Matze. Ein paar nette Klönstunden im Biergarten über Gott und die Welt und das Gefühl, dass wir theologisch und frömmigkeitstechnisch ganz ähnlich ticken, wenn wir auch an vielen Stellen noch nicht wissen, wie Hohlräume, die durch das Entfallen evangelikaler Allgemeinplätze entstanden sind, so füllen, dass sie zum Wohl der Menschen und zur Ehre Gottes (Motto von JGOncken andersrum) dienen.
Gestern dann ein Autobahn- und Schreibtischtag sowie ein netter Besuch bei DJs. Gutes Essen, nette Gespräche. Rund eben. Heute wieder Kleinkram. Sowieso noch die ganze Woche. Nächste Woche noch einen kleinen Pressetermin wegen ewigkite.de und ein Gespräch mit einer Gemeindeleitung. Und dann geht es in den „Resturlaub“. Schaun wir mal …. Der Regen prasselt auf mein schräges Dachfenster direkt über meinem Schreibtisch. Nein, das zieht meine Stimmung nicht noch weiter nach unten. Das ist romantisch. Von wegen! Die letzten Tage sind nicht gerade das, was ich highlights nenne.
Ich war in Berlin, habe zu wenig geschlafen und frage mich, ob die Sitzungen, an denen ich teilgenommen habe, wirklich das gebracht haben, was sie sollten … . Wohl eher nicht. Das frustriert etwas. Gestern hatte ich dann – mal wieder – mit Computermucken zu kämpfen und habe inhaltlich kaum etwas geschafft. Es sitzen mir aber so ein paar inhaltliche Dinge im Nacken. Meistens lenke ich mich dann zunächst einmal mit Kleinkram ab, von dem ich dann meine, dass er auch unbedingt erledigt werden muss.
Heute gibt es nun kein zurück: ich muss an Inhaltliches ran. Eigentlich hatte ich mir für heute Nachmittag ein wenig Nordsee verschrieben, aber weder die familientechnische Situation noch das trübe und feuchte Wetter – inkl. angesagten Sturmböen – scheinen dies zuzulassen.
Das einzig Erhellende des gestrigen Tages war ein Aufsatz von Adolf Pohl zum Kreuzesverständnis. Gestern Abend saß ich zwei Stunden auf der Dachterasse und habe endlich mal die Artikel gelesen, die ich schon lange lesen will. Der stapel ist noch nicht zu Ende und ich werde wohl heute Abend weiter lesen. Vielleicht werde ich für „Glaubensthemen“ gleich noch ein paar Zitate von Pohl zusammen stellen, denn seine Sprachgewalt und auch sein Sprachwitz sind sicher für etliche Leute anregend und nachdenkenswert.
Manchmal wünsche ich mir, dass ich auch flott und tiefsinnig, locker und zugleich sinnvoll erklärend schreiben oder reden könnte. Ich bewundere Leute, denen das Sinnvolle anscheinend einfach so aus dem Hirn in die Feder oder Tastatur zu fließen scheint. Insbesondere mag ich Leute, die einen dialektischen, fragenenden und zugleich humorvollen Stil haben, um die Tiefen des Lebens und auch die Höhen des christlichen Glaubens zu beschreiben.
Nun denn, ich wurde wohl als Praktiker geboren und werde wohl auch als solcher sterben.Ich muss mich wieder in den Alltag treten. Kein Wunder bei den Tagen, die hinter mir liegen.
Freitag, 15.30 Uhr: Wir „geben die Kinder ab“. Beim GJW Pfingstlager.
15.40 Uhr: Zu zweit unterwegs in Richtung Nordsee – wir hatten uns wegen der zu erwartenden Staus gegen die Ostsee entschieden.
17.oo Uhr: Wohnwagen abkoppeln und schnell einrichten. In Altfunnixsiel. Dann ab nach Neuharlingersiel. Stine geht 2 Stunden am Strand spazieren und ich gehe 2 Stunden auf dem Wasser spazieren. Mittlere door und 12er Pulse2. Abends leckeres Essen in einer Kneipe.
Samstag Vormittag: Eine lauschige 4-stündige Radtour mit Spaziergang durch Wittmund. Nachmittags und abends: Lesen im Strandkorb und gut 5 Stunden auf dem Wasser. Flyaround und 14er Pulse 2. Abends bin ich halbtot – aber glücklich. Es gibt nämlich auch noch frischen Räucherfisch zum Abendessen. Auf dem Campingplatz. Ich war auf meinem Element und bin in meinem Element.
Sonntag: Ein toller Pfingstgottesdienst in der Lutherischen Kirche in Wittmund. Eine Pastorin, die etwas zu sagen hat. Die es tatsächlich schafft, das erste Pfingstfest mit unserer Zeit zu verbinden. Klasse. Mutmachend. Nachmittags wieder Lesen und Kiten. Diesmal gehe ich an meine Grenzen. Höher und höher. Wieder 5 Stunden. Abends kann ich kaum noch stehen oder sitzen. Esse aber wieder geräucherten Fisch.
Montag: ich halte mich nur schwer zurück, vor dem Frühstück aufs Wasser zu gehen. Gemütlicher vormittag. Nachmittags holen wir die Kinder vom Pfingstlager ab.
Dienstag: Familienalltag. Auch wieder schön. E-mails und Vorbereitungen für die nächsten Tage. Müsste ich nicht haben. Ist aber so. Samstag kommt ein 17er Silberpfeil. Vielleicht sollte ich den am Sonntag ausprobieren?

