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Die aufblasbare
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25.Juli
Das war wirklich ein besonderer Tag. Ich hatte mich schon auf lauter enttäuschte Kindergesichter eingestellt, da die Windvorhersage wirklich katastrophal war. Die Ferienpassaktion der Gemeinde St. Michel drohte ins Windloch zu fallen. Dem war dann aber nicht so.
Ob Gott höchstpersönlich am Wetter gedreht hat, damit ein gutes Dutzend Kinder einen schönen Nachmittag hat? Immer wieder taucht sie auf die Frage, in wieweit Gott in den ganz normalen Ablauf des Lebens eingreift. Grundsätzlich habe ich mich dafür entschieden über die Wetter- oder sonstwiefrage nicht weiter nachzudenken, sondern mein Leben so zu leben, wie es kommt (eine längere Abhandlung ist irgendwo in diesem blog rund um Ostern zu finden, denn das war ja eine in der Osternacht heiß diskutierte Frage….).
Ob Wind weht oder nicht, ob es mir gut geht oder nicht, ich möchte glauben, dass Gott es gut mit mir meint. Und in Jesus Christus hat er das zum Ausdruck gebracht. Also: Gute Aussichten, ganz gleich wie die Wettervorhersage oder die Erlebnisse in meinem eigenen Leben sind. „Gute Aussichten“ heißt übrigens die Veranstaltungsreihe, die im Veranstaltungszelt mitten in St.Michaelisdonn stattfindet.
Es macht mir große Freude zu predigen und zu versuchen, den BesucherInnen deutlich zu machen, dass die Sache mit Gott aktuell und für alle Leute von Bedeutung ist. Gestern Abend habe ich es wohl etwas übertrieben mit meinen Kurztheatereinlagen in der Predigt. Den Eindruck hatte ich zumindest.
Manchmal, wenn ich gut gelaunt bin, bricht meine Theaterleidenschaft durch( neulich hat sich übrigens mein Theaterziehvater und großer Lehrer Harald Schröter aus Wetsoverledingen, der auch mein Oberstufenlehrer war und der mir in drei Theaterstücken fast alles beigebracht hat, was man so als Schüler fürs Theater lernen kann – und mit dem ich auch noch nach der Schule die Pantomimengruppe „Die Wortlosen“ bildete und über manches Dorffest tingelte, bei mir über das ewigkite.de-Kontaktformular gemeldet. Das war nett.).
Und gestern war ich gut gelaunt. Wegen des tollen Tages mit den Kindern, wegen der inhaltlichen Dinge, die ich am Vormittag am Rechner geschafft hatte (Danke übrigens auch an die Person die mir , sicher unwissenderweise in St.Michaelisdonn einen drahtlosen Zugang ins Internet verschafft!) und natürlich auch wegen der kurzen Kitesession samt ein paar Sprüngen mit der 26iger Psycho auf der Meldorfer Bucht. Eine Woche ohne Familie ist dann aber auch lang! Wie freue ich mich auf Sonntag! Ich glaube dann bin ich richtig gut gelaunt!
24.Juli
Die Tage in St.Michaelisdonn sind entspannend und anstrengend zugleich. Entspannend, weil ich es mir im ewigkite.de-Wohnwagen gemütlich eingerichtet habe. Hin und wieder rattert die Kaffeemaschine, meine Klamotten sind gut verstaut – ein 5 Meter 60 Wohnwagen für eine Person liegt über dem EU-Durchschnitt für Wohnraum – und ich habe auch viel Zeit für mich allein.
Ich arbeite gut was weg, was meine Dateien auf dem Rechner angeht. So langsam bringe ich Ordnung in mein Arbeitsleben. Immer wieder entdecke ich aber neue Unterordner, die noch unordentlich sind. Sicher werde ich in dieser Woche nicht fertig werden. Ich habe ja noch die externe Festplatte, auf der Fotos und Dateien aus meiner GJW-Vergangenheit liegen.
Anstrengend ist – auch wenn manche das sicher nicht sehen wollen – jeden Abend eine Predigt zu halten und mit Leuten in Kontakt zu sein. Ich predige gerne. Sehr gerne. Eigentlich mache ich nichts lieber. Ich hänge mich manchmal aber emotional dermaßen rein, dass ich nach dem Predigen wie ausgelaugt bin.
Und es ist auch anstrengend, eine ganze Woche von der Familie weg zu sein. Normalerweise bin ich so drei oder vier Tage weg. Ganze Wochen kommen eher selten vor. Und heute ist Donnerstag. Das Wochenende liegt also noch vor mir. Und vor der Familie. Und das getrennt.
Heute gestalte ich die Ferienpass-Aktion der Baptistengemeinde St.Michel mit. Drachen fliegen. Was denn sonst? Ich werde also gleich sämtliche Kites, die ich mit habe und auch die ewigkite.de-Fahne einpacken und an den Strand von Meldorf tigern. Ein kleines Drachenfestival. Ich werde Kindern und Erwachsenen eine Einleitung geben. Und dann mal schauen. Und heute Abend wieder predigen. Und danach noch Dateien ordnen oder löschen. Und an meine Familie denken.
22. Juli
Ich sitze im ewigkite.de-Wohnwagen, die Sonne scheint, es ist 8 Uhr morgens und ein hoffentlich schöner Tag liegt vor mir.
Am Freitagabend kamen wir als Familie aus dem einwöchigen Hollandurlaub zurück – Kiter fliegen weiter! - und am Samstagnachmittag habe ich mich wieder mit dem Wohnwagen auf den Weg gemacht.
St.Michaelisdonn liegt mitten in Dithmarschen eine gute Stunde nördlich von Hamburg. Mitten im Dorf steht ein Veranstaltungszelt. Das Küstenzelt. Unter dem Motto „Gute Aussichten“ gibt es jeden Abend eine Veranstaltung, bei der ich rede, predige, referiere und versuche den Gästen deutlich zu machen, dass der Glaube an Jesus Christus eine erfüllende und gute Sache ist.
Freundlich wurde ich hier aufgenommen. Nett eingerichtet habe ich es mir im Wohnwagen. Mein Büro ist inkl. Flatscreen voll dabei. Die Predigten für die Abende sind fast fertig und ich habe mir vorgenommen in dieser Woche meine Festplatte aufzuräumen. Nach knapp zwei Jahren Arbeit im Dienstbereich Mission ist das mal dringend nötig.
Es ist schon unglaublich, was ich alles erlebe. Letzten Monat noch ein internationales Treffen in Prag, diesen Monat ein echt norddeutsches Dorf mit echten Norddeutschen! Ich glaube, dass es kaum norddeutscher geht. Das genieße ich sehr!
Der Hit war schon mal der Sonntagmorgen. Um 11 Uhr ging es los. Mein netter Kollege vor Ort hatte etliche Gruppen, Vereine und Firmen zur Auftaktveranstaltung eingeladen. Alle haben etwas zum Thema „Gute Aussichten“ gesagt: Der Bürgermeister, der Vorsitzende des Sportvereins, die Leiterin des Pflegezentrums und auch der Geschäftsführer einer Solarenergiefirma. Und eben auch ich. Der Pastor. Das war vielleicht ein Mix. Nach der Jazztanzgruppe und der Vorführung der Senioren-Gymnastikgruppe eine Predigt.
Irgendwie musste ich innerlich lächeln, andererseits denke ich aber: Wenn es nicht genauso läuft, dann hat Kirche echt nichts zu sagen oder in einem Ort zu suchen.
Mittendrin sollte Kirche sein. In der Gemeinschaft mitanderen Leuten. Keine Extraveranstaltungen bei denen religiöses Vokabular verwendet wird, das die Leute, die kommen, erstmal lernen müssen, um etwas zu verstehen. Ich fand den Gottesdienst – der übrigens, was ich auch ganz klasse fand, nach einer Stunde mit einem enorm leckeren Brunch unterbrochen wurde - einfach kernig und gelungen. Gefreut habe ich mich dann natürlich auch, dass am Abend einige Leute vom Vormittag wieder reingeschaut haben.
Nach dem Gottesdienst habe ich meine Klamotten gepackt und bin nach Meldorf gefahren. Kitern sagt die Meldorfer Bucht etwas. Trotz der Schilder „Kitesurfen verboten“waren 6 Kiter auf der Bucht zu sehen. Ich wollte mich mal nett ans Gesetz halten und habe mich – der Flut sei Dank – auf die Nordsee begeben. Es ist schon nett, dass ich ein Stadium erreicht habe, bei dem ich mir bei aller Vorsicht keine großen Sorgen mehr zumachen brauche, was unbekannte Reviere angeht.
Der Einstieg war kribbelig (Steinewallam Ufer). Aber dann habe ich die 6 bft. mit der 8er Pulse 2 genossen. Und wieder einmal war ich der einzige Flysurfer am Strand oder neben dem Becken.
Abends dann die Veranstaltung im Zelt von 19.00 bis 21.00 Uhr.
Und dann hat mich die Sehnsucht nach meinen Töchtern gepackt, die ich seit 10 Tagen nicht gesehen hatte. Um 23.45 Uhr fuhr ich in Oldenburg auf unsere Einfahrt. Der Wohnwagen blieb also die zweite Nacht leer.
Am Montagmorgen habe ich um die Ecke gelugt als Rike im Bad war. Ihr Strahlen war die 450 Kilometer hin und zurück wert.
Ein nettes Frühstück mit Frau und endlich wieder allen Kindern, ein wenig rumgammeln und dann bin ich gegenMittag wieder los nach St.Michel. Wie gut, dass wir drei Kinder haben. Bei aller Wertschätzung des Prinzen Enno, den wir eine Woche lang alleine genossen haben, aberder Hit ist schon die Dreierkombination unserer Kinder.
Gestern Abend waren dann nicht ganz so viele Leute im Küstenzelt. Wer geht schon Montag Abends weg? Ein Tag voller Dateien – aufrufen, anschauen, wegschmeissen, umbenennen oder umordnen – liegt vor mir.
Aber der Wind weht. Und die Sonne scheint. Und gegen 14 oder 15 Uhr ist Flut. Natürlich werde ich mich dann auf den Weg machen. Nach Meldorf. Wenn man schon mal hier ist ….
15.Juli
In meiner kleinen privaten Kite-Geschichte kann der heutige Tag rot markiert werden: Nachdem ich vier herrliche Tage mit beständigen 4 bis 5 Windstärken hinter mir habe und jede Menge Freude auf dem Wasser hatte, habe ich heute Abend bei der „Nach dem Abendessen Session“ am Springen gearbeitet. Sagen wir mal so: Ich bin nicht enttäuscht. Den „Trick“ habe ich jetzt endgültig raus und er klappt auch wiederholbar und bestens steuerbar. Und die Pulse 2 14 hat mir dabei nicht unwesentlich geholfen. Ein irrer Drachen. Rückblick: Am vergangenen Freitag sind wir mit lauter netten Menschen-Freunden in Hindeloopen angekommen und haben uns nett eingerichtet. Für mich etwas seltsam, dass nur ein Kind mit dabei ist. Enno scheint es aber zu genießen. Mit Ennoa war ich dann noch am Freitag am Wasser und habe ihm seine erste Stunde im Windsurfen gegeben. Das war ziemlich mühsam für ihn. Er hatte wohl gedacht, dass er nach einer Stunde über das Wasser gleitet… . Abends sind dann die netten Menschen und die Beste aller Frauen auch auf dem Campingplatz angekommen, den ich nun seit 8 Jahren kenne und der so etwas wie sommerliche Heimatgefühle auslöst. Samstag bis Dienstag haben wir dann das gemacht, was man bei mal schönem, mal bedeckten Wetter so macht: Am Strand rumliegen, Kibbeling essen, in der Ferienhütte sitzen, Radfahren oder eine Bootstour von Workum über Hindeloopen nach Koudum. Nett war das. Vormittags oder Mittags und jeweils Abends war ich dann immer eine gute Stunde auf dem Wasser . Abends von 20 – 21.30 Uhr. Mal Sonnenuntergang, mal bedeckter Himmel. Immer 4 – 5 bft.. Unglaublich. Das geht jetzt schon seit 4 Tagen. Wind satt! Na ja. Heute war es dann soweit, nachdem ich in den vergangenen Tagen Cruisen und von Wellen abspringen zur Genüge erlebt hatte. Irgendwie wusste ich schon auf dem Weg zum Strand, dass heute der „Sprungtag“ sein würde. Und dann war es auch so. An der Technik noch etwas gefeilt und dann habe ich wohl zwei bis drei Dutzend Sprünge „hingelegt“. Hingelegt hat es mich aber – Pulse 2 sei Dank! – höchsten 5 oder 6 Mal.
Der nächste Tag kann kommen. Mit Wind. Und Sprüngen …
10.Juli
Heute noch und dann ist erstmal für eine Woche Ruhe! Ich sitze am Esszimmertisch, die Welt um mich herum scheint noch zu schlafen. Predigten schreiben um 5 Uhr morgens hat etwas Besonderes. Erstens schreibe ich noch mit halb müdem Kopf und zweitens ist es schon etwas Besonderes, wenn man sich als erstes am Tag so intensiv mit einem Bibeltext auseinander setzt. Anderthalb Stunden liegen hinter mir und die gestern bereits angefangene Predigt ist nun fertig. Eine kurze Predigt wird das. Knappe 4 Din A 4 Seiten. Normalerweise liege ich so bei 7 bis 9 Seiten. Das sind dann 25 – 30 Minuten. Die Kurzpredigt ist schon für St.Michaelisdonn. Dort werde ich ab dem 20.Juli für eine Woche sein. Im „Zelt“. Zeltevangelisationen sind im vergangenen Jahrhundert entstanden und manche Gemeinden setzen auch heute noch auf dieses Mittel, um die Nachricht von der Liebe Gottes weiter zu sagen. Als ich neulich hier in Oldenburg bei einer solchen Zeltveranstaltung war, um mir das mal anzuschauen, dachte ich „oh weh!“. Das lag aber eher an der theologischen Ausrichtung des Kollegen. Ich freue mich auf St.Michel und hoffe, dass nicht all zu viele Leute bei meiner Theologie denken „Oh weh!“. Wenn Christen das denken, ist mir das eigentlich egal. Mir geht es mehr um die Leute, die nicht an Gott/ Christus glauben. Ich bin gespannt. Zumindest das Schreiben der ersten Predigt hat mir großen Spaß gemacht.
Ich hoffe, dass das heute so weiter geht, denn heute ist Predigtschreibetag, nachdem Ulf und Andreas zum Beprechungsfrühstück für die Dive-deeper-Fotoaktion vorbeikommen. Gestern habe ich noch mal jede Menge Sponsorenanfragen losgeschickt und bin nun gespannt, was sich noch alles so kurz vorher ruckeln wird.
Ansonsten kann ich nur sagen: ich bin urlaubsreif. Je näher der Urlaub rückt, desto reifer ist man, das ist mir schon klar. Ich will dann auch mal jetzt und sofort und am besten gleich meine Ruhe haben, nicht ans Telefon gehen und E-mails beantworten müssen.
Morgen geht es los. Nach Holland. Wenigstens erstmal eine Woche. Auf meine geliebten Campingplatz (aber in einer Holzhütte untergebracht) Welgeleegen in der Nähe von Hindeloopen. (Link zu ein paar Bildern)
Entspannen, gute Essen, liebe Menschen dabei (aus HH, Brhv und Ol; die Mädels leider nicht, die fahren zum GJW-Sommerlager; Enno, der Prinz, wird sicher eine Verwöhnwoche haben!!!) und hoffentlich Kiten bis zum Abwinken. Hindeloopen direkt oder Workum.
Schaun wir mal. Aber erst noch Predigten schreiben ……; ist ja fast wie Urlaub!
7.Juli
6 Uhr aufstehen, 6.30 Uhr Autobahn, 10 Uhr Gottesdienst.
In Gummersbach-Derschlag wurde ich freundlich zum Gottesdienst begrüßt.
In der großen Gemeinde habe ich mich wohl gefühlt. Predigen ist eine meiner Leidenschaften.
Interessant die Reaktionen der Derschlager. Irgendwie ist der Derschlager wohl doch ein Rheinländer. So viel Offenheit und Direktheit ist für einen Oldenburger – manchmal denke ich auch daran, dass ich ehemaliger Hamburger bin – dann doch ungewöhnlich. Das rheinische Naturell hat voll durchgeschlagen. Ich kann damit ganz gut umgehen. Ist mal eine ganz andere Mentalität. Ich musste mehr als ein Mal schmunzeln. Wohlwollend waren die Reaktionen nach der Predigt.
Und allem Anschein nach war ich engagiert dabei – nun ja, das Kanzelmikrofon habe ich beinahe bei einer „Zeichenhandlung“ abgerissen, denn eine Zuhörerin meinte: „Eine Predigt mit so viel Körpereinsatz lässt einen nicht einschlafen!“
Vielleicht habe ich momentan zu viel Energie? Kann sein, denn was ich so Tag aus Tag ein tue ist mit purer Schreibtischarbeit verbunden.
Zu wenig Bewegung. Na gut, am Freitag habe ich die Pulse 2 14 getestet. War nett. aber leider nur 1 Stunde.
Ich habe das hohe Ziel vor kommenden Freitag meine E-mails und Postangelegenheiten vom Schreibtisch zu haben, noch einige Dinge für „Dive deeper“ erledigt zu haben und am besten auch noch alle Predigten für die Evangelisation in St.Michaelisdonn fertig zu haben.
Gestern Nachmittag kam ich dann punktgenau zum Vorlesewettbewerb beim Oldenburger Kultursommer zurück, bei dem meine Tochter Janneke in der Jury saß. Schon klasse, wenn Kinder mal Erwachsene bewerten dürfen. Dann noch ein lauschiger Abend und schon fängt sie an, die letzte Woche vor der einen Woche Urlaub. Lieblingscampingplatz in Holland, ich komme. Nur noch 5 Tage!
3.Juli
„Hallo, Herr Hokema. Hier istAxel P. Sommerfeld von Bremen Vier. Haben Sie meine E-Mail erhalten? Können Sie als Überraschungsgast zur „Intensiv“-Livesendung morgen Abend nach Bremen kommen?“
Wie? Was? Ich? Na gut. Der Redakteur der Sendung war durch einen Zeitungsbericht auf die Aufblasbare Kirche aufmerksam geworden. Ein paar Worte hin und her. „Ja, ist gut, ich komme.“
Leichte Adrenalin-Ausschüttung. Na ja, ich habe ja noch einen Tag. Vorbereiten kann ich mich nicht. Denn auch der Überraschungsgast ist überrascht.
Kurz im Netz recherchieren, um was für eine Sendung es sich handelt. Aha. Tatsächlich komplett überraschend. Nichts ist vorbereitet. Der Moderator Peter Mack wird mich erst sehen und kennen lernen, wenn ich ins Studio komme. Na gut.
Mittwoch, 2.Juli. Ein fast ganz normaler Tag. Von morgensbis nachmittags arbeite ich mich durch dutzende von Mails, die seit Tagen oder Wochen im Postfach liegen. Und das bei der Hitze.
Mit Matschbirne gehe ich gegen 16.30 Uhr mit Rike kurz zum Abkühlen in den Mardersee um die Ecke. Herrlich.
Dann noch Auto auspacken (die Kirche ist vom Wochenende noch immer im Kofferraum), die von Stefan genähten Bahnen für den Weltkarten-Kite einmal ausrollen und anschauen (leichtes Gänsehautkribbeln überkommt mich, da ich mir jetzt so richtig vorstellen kann, wie die 100 qm aussehen werden), unter die Dusche (kann man das im Radio eigentlich riechen?) und ab nach Bremen (vorher noch kurz bei Alex die Bahnen für den Weltkartenkite abgegeben).
Auf der Fahrt höre ich natürlich Bremen Vier und frage mich, wie der Peter Mack wohl aussieht. Seine Stimme kenne ich jetzt zumindest.
Ein paar Fotos von Bremens Weser. Radio Bremen liegt mit seinem Neubau direkt an der Weser. Nett. Das Gebäude kenne ich schon aus dem Januar, als ich ein paar Morgenandachten für einen anderen Sender dort aufgenommen habe. Und irgendwie sehen die Studios dann doch alle gleich aus.
Hoch in den vierten Stock. Freundlich werde ich begrüßt. Einen Kaffee wünsche ich mir. 5 Minuten vergehen. Dann die Frage aus der kleinen integrierten Küche „Weißt du, wie diese Senseo-Dinger funktionieren?“ Na gut, nehme ich halt Wasser. Und dann geht’s auch los.
Ich gehe ins Studio. Peter Mack begrüßt mich. Ein paar Worte hin und her und dann kommt die Einspielung, in der er wenigstens ein wenig über mich erfährt. Na ja, und dann entwickelt sich das Gespräch. Ich schaue auf die Uhr. 10 nach 9 oder so. Und ich wundere mich. Wir reden und reden und reden. Über die Aufblasbare Kirche, über den Papst, über Gottesdienste, Messen, Pastoren und Priester und auch über ewigkite.de.
Die Atmosphäre der Unterhaltung wird nur durch die vielen technischen Geräte gestört, die uns trennen. Hier ein Mikro, dort ein Bildschirm. Hier ein Kabel, da eine mal mehr mal weniger oder gar nicht blinkende Lampe. Während wir so reden denke ich: „Das kann doch gar nicht sein, dass sich der jetzt eine halbe Stunde oder sogar 40 Minuten am Stück mit dir unterhält.“ Ich dachte, dass es solche Sendungen schon gar nicht mehr gibt. Allem Anschein nach doch. Und mir gefällt das Format der Sendung sehr. Man könnte fast meinen, man sitzt im Wohnzimmer. Wäre da eben nicht der ganze Technikkram.
Dann ein Lied zur Unterbrechung. Peter Mack reicht mir seine Wasserkaraffe über den Studiotisch. Ob ich ihm das Wasser reichen kann? Er ist ein echter Moderatoren-Profi. Ihm fällt immer etwas ein. Und schlagfertig ist er. So geben wir uns die Fragen und Antworten in einem flotten Dialog. Manchmal werde ich etwas zu langsam – liegt am Denken; dazu brauche ich immer ein wenig.
Nach dem einen Musikstück geht es nochmal 20 Minuten weiter. Unglaublich. Zwei Männer unterhalten sich länger als 5 Minuten. Ich vergesse sogar, dass die Hörer „da draußen“ mithören. Am liebsten würde ich noch ein wenig persönlicher werden, aber irgendwie geht das nicht so richtig. Nun denn. Mir macht es auf jeden Fall richtig Spaß.
Tja, und dann ist es auch schon 10 vor 10. Wir sagen „Amen.“
Ein kleiner Klönschnack über dies und das (die Technik, wie so eine Sendung zusammengestellt wird, interessiert mich) und ein Kurzbesuch auf der ewigkite.de-Homepage inkl. Erinnerungsfoto machen schließen sich an. Nett, der Peter Mack. Einfach freundlich und fröhlich drauf. Gott erhalte ihm seine Art.
Ich gehe durch die langen Flure. Komme unten aus dem Sender raus. Und da steht er.
Mattäjet! „Ich habe dich gerade im Radio gehört und dachte, dass ich mal hallo sage!“ Mattäjet und Martje habe ich im vergangenen Jahr getraut. Eine herrliche Hochzeit! Gerne denke ich daran. Und an die Beiden.
Und das finde ich total süß, dass Mattäjet jetzt vor dem Sender steht. Es ist einfach klasse, wenn sich „alte“ und „neue“ Zeiten verbinden. Martkje und Mattäjet kenne ich aus meiner Zeit als Jugendpastor. Und jetzt bin ich halt ein Tacken älter. 10 Minuten klönen mit Mattäjet. „Wir sehen uns wieder!“
Auf dem Weg nach Hause höre ich einen Live-Mitschnitt von Coldplay. Geile Musik. Bremen Vier.
2.Juli
Ich bin gar.
Bei tropischen Temperaturen sitze ich direkt unterm Dach in meinem Büro. Seit heute morgen 7.40 Uhr habe ich bis jetzt gerade 15 Uhr etwa 50 Mails beantwortet, weggeschmissen oder abgeheftet, mir einen Wolf telefoniert und x Sachen angedacht, die bis nächste Woche noch zu erledigen sind.
Und heute Abend will ich doch frisch und munter sein. Bremen vier. Das ist schon ein Ding! Natürlich freue ich mich drauf und hoffe, dass es für ewigkite.de und insbesondere eben auch für das Anliegen des christlichen Glaubens ein „intensiver“ Abend vor dem Mikro wird.
Manchmal habe ich den Eindruck, dass eine große Offenheit besteht, was religiöse Fragen angeht. Nicht so sehr im verfassten christlich-kirchlichen Sinn. Auf Institution haben die wenigsten Bock. Vielleicht müssen wir als Kirchenmenschen aber auch einfach noch stärker lernen, ganz bei den Leuten zu sein. Und dazu müssen wir auch unsere Vereinsmeierei (dies ist keine Diskreditierung irgendwelcher Menschen, die Meier heißen!) abbauen.
Manchmal leide ich richtig daran, dass wir in Kirchen und Gemeinden eine Binnenkultur entwickelt haben, die nur Leute gut finden, die so ähnlich ticken wie wir. Natürlich ist das ja immer alles gut gemeint. Es hat ja keiner mit böser Absicht irgend welche Organisations-, Sprach- oder sonstige Strukturen in Gemeinden und Kirchen eingeführt. Eigentlich sollte und soll doch alles dazu dienen, dass die Message von der Liebe Gottes bei den Menschen ankommt.
Wie gesagt, manchmal habe ich aber den Eindruck, dass Kirchen und Gemeinden dermaßen außerirdische Ausdrucksformen haben, dass die Botschaft erst gar nicht gehört werden kann.
Bin ich ein Nestbeschmutzer? Würde ich nicht sagen. Ich leide darunter, denn ich sehe, wie viel Potential an vielen Stellen in vielen Gemeinden eigentlich da ist.
Habe ich irgend welche hilfreichen Ideen, neue Konzepte o.ä.? Nicht so richtig. Nur, dass mir ein Spruch immer wieder ins Hirn fällt, weil er mir immer wieder ins Auge fällt (weil er schräg neben meinen Schreibtisch hängt):
Kirche ist nur Kirche, wenn sie für andere da ist.
Das hat Dietrich Bonhoeffer mal geschrieben. Kirche als verlängerter Arm des Sozialstaates? Nein, danke! Ich möchte vielmehr Leute einladen, bei Kirche mitzumachen. Kirche zu sein. Indem sie für andere da sind.
Ich bin gespannt auf heute Abend. Und natürlich auch ein wenig aufgeregt.
30.Juni
Die ewigkite.de-Kirche ist „eingeweiht“. Gestern war schon wieder ein besonderer Tag für mich. Ich war nämlich zum Predigen in der Gemeinde, die mir seit ein paar Jahren besonders ans Herz gewachsen ist. Seit mittlerweile 9 Jahren habe ich keine „eigene“ Gemeinde, sondern düse überregional durch die Gegend. Die Lilienthaler sind für mich etwas Besonderes.
Nach Lilienthal kam ich vor ein paar Jahren einmal aufgrund einer besonderen Situation. Gestern war ich nun wieder da. Und das gleich mit einigen MitarbeiterInnen von ewigkite.de. Ein fröhlich lockerer Gottesdienst zum Thema Wind und Geist. Das ERF-Fernsehteam war wieder da. Ich war angespannt. Nicht wegen des TV. Wegen allem. Noch immer steckte mir die letzte Krankheitswoche in den Knochen, mein Kopf ist angefüllt von lauter Dingen, die noch vor den Ferienwochen zu erledigen sind, ich war etwas knatzig zu meinen Kindern etc. pp..
Der Gottesdienst war fröhlich rund, die Musik mal wieder fetzig, die Predigt einigermaßen „normal“ (wobei es für mich sehr irritierend war, dass die Kamerafrau ausgerechnet in der Endphase der Predigt, als ich den „Sack nochmal zubinden wollte“, erstmals hinter mich trat) und die Leute einfach freundlich. Nach dem Gottesdienst mit der Familie in die Dönerbude. Und dann auf die Flugwiese von Rolf. Einige Leute warteten schon. Der NDR kam auch gerade mit seinem Fernsehteam.
Kirchenaufbau, klönen, lachen, genervt sein, weil alle rumwuseln und die Kirche noch nicht gesichert ist. Noch ein Interview, die Füße tun weh. Okay, Buggy fahren für die Kamera. Danke, Ralf, für deinen Buggy. Diesmal habe ich mich mit Schutzkleidung dermaßen eingepackt, dass ich kaum noch raussehen konnte. War auch gut so. Bei der ersten Powerwende ist der Buggy gekippt. Nix weh getan. Prima. Gott sei Dank! Ständig irgendwelche Fragen beantworten, selber nicht Drachen fliegen, aber ….. Xcitor!!!!!
Das war schon ein besonderes Gefühl! Ich glaube, dass das mit dem motorisierten Paragliden so ist wie mit dem Glauben: Es geht nur, wenn man sich dem „Chef“ komplett anvertraut. Sonst hat man keine Freude dran. Wenn man meint, irgendetwas zum Fliegen dazutun zu können, dann hat man sich gewaltig geschnitten. Hinsetzen und den machen lassen, der Ahnung davon hat. Und das war in diesem Fall Rolf! Klasse! 100 Meter Anlauf, abheben und langsam Höhe gewinnen. Der Blick von oben. Unglaublich. Bremen, bzw. Lilienthal bei einigermaßen guter Sicht. Und der Blick auf die Kirche auf freiem Feld. Unglaublich. Und der 12 qm-Kite, der am Haken auf dem Boden einen solchen Eindruck macht, der ist plötzlich winzig klein.
Mehr dazu in einer Andacht, die demnächst folgt.
Kirche abbauen, Grillen mit dem „heiligen Rest“. Lauter nette Leute. Aber ich war wieder mal ziemlich gar … . Wie das leckere Fleisch auf dem Grill. Kurzer Dank an alle Mitarbeiter.
Jetzt hat ewigkite.de Fahrt aufgenommen. Ich bin gespannt, wie sich alles in den nächsten Monaten entwickeln wird. Ich freu‘ mich drauf.
Abends dann: Finale Niederlage. Nicht beim Fußball. So’n Fußballfan bin ich nun auch nicht. Beim Runterladen meiner Bilder. „Error CF-Card“. Ich heule.
Heute Morgen – nach 2 Stunden Arbeit – danke ich Gott für alle Softwareentwickler, die Recovery-Programme entwickelt haben. Und bin noch glücklicher. Ich weiß, Bilder sind vergänglich, nicht für die Ewigkeit. Irgendwann werden auch diese Bilder im schwarzen Loch der Datenmengen einfach verschwinden. Aber solange sie noch oder wieder da sind freue ich mich drüber. Insbesondere über die mit der himmlischen Perspektive.

