ewigKITE
ewigKITE
26.Januar
Die Welt ist kleiner geworden. Das erlebe ich momentan. Vorgestern Freiberg in Sachsen, gestern Oldenburg, heute Paris. Es hat natürlich schon was, mal eben für 2 Tage zu einer Konferenz – oder sollte ich eher Schulung sagen – in Paris zu sein. Irgendwie komme ich mir dabei wichtig vor, merke aber spätestens nach ein paar Stunden, dass überall nur mit Wasser gekocht wird (das mit dem Wasser fällt mir vermutlich ein, weil ich mir gerade den Wasserkocher angeschaltet habe, um meinen letzten Kaffee des Tages – diesmal auf meinem Hotelzimmer – aufzubrühen). Ich bin beim Saddleback -Europatreffen für Pastoren. Es sind etwa 50 Leute aus 13 Ländern da. Saddleback ist momentan so eine Boomgemeinde aus den USA/ Californien, die ziemlichen Zulauf hat und auch in nichtchristlichen Kreisen ziemlich bekannt ist. Der Pastor dieser Gemeinde hat letzte Woche bei der Amtseinführung des amerikanisches Präsidenten gebetet. Das ist schon was. Wobei, … ich habe mir das Gebet heute mal durchgelesen. Wenn Gott es gehört hat und es womöglich auch noch erhört, dann ist das wohl das Eigentliche.  Gebete und Reden sollte man nicht vergleichen, aber dennoch hinterlässt die Obamarede seit letztem Dienstag in mir sehr tiefe Spuren. Wäre ja klasse, wenn Gott das Gebet erhört, damit Obama seine Anliegen zum Wohle der Menschen durchsetzen kann. Wenn Gott es nicht erhört, wäre es vermutlich dennoch in seinem Sinne, wenn die von Obama angedachte Politik zum Ziel kommt. Was schreibe ich hier? Meine Gedanken schweifen ab. Ich bin also bei einer Schulung, die Europa reevangelisieren soll. Hoch gesteckt, diese Gedanken. Sagen wir mal so: ich war mal 1 Jahr in den USA. Das hat bleibende Gedanken hinterlassen, auch was „christliche“ Inhalte angeht. Ich lerne Toleranz. Und Verständnis. Und meine Meinung und Einstellung ist nun wirklich auch nicht der Weisheit  letzter Schluss. Aber manche Dinge, die ich so höre, fordern mich bis an die Grenzen heraus, meine Klappe zu halten. Und wer mich näher kennt, der weiß, wie schwer mir das fällt. Komme ich zu dem, was ich für mich persönlich und auch für unsere Gemeinden lernen kann: Wir müssen wissen, warum wir was wie tun. Manches Gemeindegewusel  in meinem geliebten Heimatland (ja, zu solchen Tönen komme ich schon nach einem Tag amerikansicher Schulung, die in mir meine USA-Vergangenheit hochkommen lässt) ist auch echt unverantwortlich. Da, wo Gemeinden einfach so drauflos leben  ohne ihre Veranstaltungen, Strukturen und Inhalte auf Relevanz zu hinterfragen, da möchte man ihnen wirklich ein solches Seminar kostenlos anbieten. Die Männer aus Kalifornien haben klare Ziele und für sich eine Struktur gefunden, wie sie ihre Ziele erreichen können. Ich – und mit mir vielleicht auch noch ein paar andere Leute – rede manchmal die Dinge lieber 1000 x klein. Das muss  nicht immer sein. Manchmal ist Handeln und Schritte wagen, auch wenn man noch nicht so ganz genau weiß, was werden wird, vielleicht auch hilfreich. Und ein Punkt, den ich klasse finde, den ich aber z.B. in Deutschland und insbesondere in England schon viel weiter verfolgt sehe, ist, dass Gemeinden mit ihrer Nachbarschaft und den Menschen, die Umfeld leben, „gemeinsame Sache machen sollten“. Gemeinde und Gesellschaft werden inhaltlich an viel zu vielen Stellen getrennt. Das haben auch die Kalifornier verstanden und pushen jetzt den Gedanken, dass Christen Teil der Kultur sein sollen. Sympathisch. Ich würde dann keine Linie ziehen zwischen „Gemeinschaft“, die man mit allen möglichen Leuten hat, und „Gemeinde“. „Friends“ und „family“ wurde hier unterschieden und da gibt es wohl eine ganz bestimmte Linie (Bekehrung, salvation, etc.) die zwischen den Freunden und der Familie verläuft.  Diese Linie sehe ich nicht. Für mich gehören zur Familie aber auch Freunde. Wenn irgendjemand mal Linien ziehen will, dann ist das wohl Gott. Ich bin gespannt, wie er mit „Freunden“ umgehen wird. Wobei – es wird mich dann vermutlich auch nicht mehr interessieren. Schluss jetzt mit den Gedanken zu den Seminarinhalten. Anregend war dann das französische (!) Abendessen  mit 2 Deutschen, einem Schweizer und einem Franzosen. Eine europäische Diskussion, die uns wohl allen gut getan hat. Kommen wir doch von einem Kontinent, der schon mal eine Reformation hervorgebracht hat. Tut gut, sich daran zu erinnern. „Herr, schenke deiner Kirche eine Reformation und fang bei mir an!“ Ja, das kann ich wieder neu beten.
Nach dem Abendessen ein Spaziergang mit Michael, dem Missiologen aus Elstal, durch das Viertel an der Porte d` Italie. Über dies und das gesprochen. Hilfreich. Der ist schlau und weise.
Von meinem Zimmer aus blicke ich durch die 5fach verglasten Fenster direkt auf diesen wahnsinnigen Verkehrsknotenpunkt. Morgen geht’s wieder in das kleine Oldenburg. Ich freu‘ mich drauf! Und jetzt schaue ich mal eben nach, was die Kiteszene in und um Paris so macht. Vielleicht gibt‘s dann gleich noch einen Link …


24.Januar
Genau vor einem Monat um diese Zeit  haben die Kinder ihre Weihnachtsgeschenke ausgepackt und ich habe zum ersten Mal mein neues Lieblingssweat-Shirt, das Stine mir geschenkt hat, angezogen.  Jetzt sitze ich – viel entspannter als vor einem Monat und seit einer Stunde in aller Ruhe – in einem leeren Abteil eines ICE von Dresden nach Berlin. Es ist 18.45 Uhr und ich habe einen tollen Tag in Freiberg/ Sachsen hintern mir. Gestern hatte mich mein netter Kollege Michael aus Dresden abgeholt und gegen 0.30 Uhr lag ich dann in Bett Nr.6/2009 (die Bildergalerie wird bald eröffnet). Heute  Morgen ging es dann mit einem leckeren Frühstück los und um 10 Uhr begann der Impulstag für Gemeindeleitungen des Landesverbands Sachsen. Ich war für einen Kollegen eingesprungen, der kurzfristig absagen musste. Ich war noch nie in einer Gemeinde, die sich in einer ehemaligen Gaststätte trifft. Zapfhähne und Bowlingbahn wurden bereits in den 60iger Jahren abgebaut. Gaststätten wurden zu DDR-Zeiten wohl öfter zu „frommen Gebäuden“ gemacht. Die Vorbereitung auf den Tag hatte mir Spaß gemacht und ich habe einen für mich befriedigenden Mix aus neuen Sachen und aus Teilen meines „Lieblingsreferats“ gemacht. Es waren so um die 50 TeilnehmerInnen aus ca. 10 Gemeinden da. Meine Güte, welche  Verantwortung, gleichzeitig aber auch Herausforderung, so viele Leute zu treffen. Und Gutes oder auch negatives auszulösen. Ich kann gar nicht so richtig sagen, wie der tag angekommen ist. Ich habe gemerkt, dass ich etwas unsicher war, da ich die meisten Leute und auch die Gemeindesituationen in Sachsen eben nicht kenne. Inhaltlich habe ich mich nicht verbogen, etwas steil angefangen , um dann wieder ein wenig abzufedern. Im Laufe des Tages ist mir schon bewusst geworden, dass ich als überregional arbeitender Mensch gut reden habe, was Veränderungen, Prozesse und Neuansätze in Gemeinden angeht. Die Arbeit und auch die Überzeugungsarbeit vor Ort müssen die Gemeindeleitungen und auch die PastorInnen leisten. Und da gibt es eindeutig das Meiste  zu tun. Schöne Referate halten kann jedeR… . Aber ich bin nun mal, was ich bin und kann (und will momentan auch) nicht dahinter zurück. Als ich am Ende des Tages eine kurze Auswertung machte – besser: nach Meinungen fragte -, da sagte ein netter Mensch aus der hintersten  Reihe, dass er zu Beginn des Tages große Bauchschmerzen gehabt hätte, dass sich die aber im Laufe des Tages gelegt hätten und er jetzt auf einer gedanklichen Schiene ist, die man/ er noch weiter verfolgen sollte.
Beim Kaffeetrinken meinte noch jemand zu mir, dass das ja alles sehr provokant gewesen sei. Ich schaute ihn ein wenig ratlos an. Stille. Und dann das erlösende, mit einem leichten Grinsen versehene 
„Na ja, wenn das nicht so provokant wäre, dann würde sich ja nie was ändern bei uns!“. Nun denn, ich hoffe, dass der eine oder andere Impuls mit den Leuten mitgeht. Ich habe den Ausflug in den wilden Osten, der mit einer kleinen Stadtrundfahrt durch das auch bei Winterwetter wunderschöne Dresden endete, auf jeden Fall genossen. Nette, bodenständige Menschen. Jetzt wäre es mal ganz interessant in das real existierende Gemeindeleben in Sachsen reinzuschnuppern.
Eigentlich wollte ich am Dresdner Bahnhof noch eine neue Kitezeitschrift kaufen und erstmal so richtig abhängen. Es gab aber nix Neues zu kaufen, also habe ich die erste Stunde mit meinem neuen Handy gekämpft, um endlich per Handy ins Netz zu kommen. Wenn diese Zeilen also heute noch im Netz stehen sollten, dann hat’s geklappt.. .
Ansonsten werde ich gleich zwischen Berlin und Bremen versuchen ein Anspiel und etliche Einzelszenen zum Thema „Miteinander der Generationen“ zu verfassen. Irgendwann im März ist das Forum Diakonie und eine semiprofessionelle Theatergruppe wartet (?) auf ein Stück von mir, das sie dann sicherlich noch anpassen und verbessern werden.
Gegen Mitternacht werde ich zuhause sein. Morgen dann Gottesdienst in Oldenburg. Darauf freue ich mich. Nicht so klasse ist, dass ich morgen Nachmittag schon wieder los muss. Ab nach HH. Dann Paris. Was macht man nur mit einem halben Abend in Paris? Hoffentlich keine Theaterstücke schreiben, die man nicht in der Bahn fertig bekommen hat … In Paris  werde ich an einem Treffen der Saddleback-Gemeinde teilnehmen. Rich Warren und so. Die haben da ein Konzept … . Ich bin ja momentan nicht so sehr der Konzeptefreak.  Nun denn, ich/ wir werden sehen. Dienstag komme ich dann zurück. Und dann mache ich ab Freitag Urlaub. Na ja, sagen wir Wochenende und 2 Tage frei. Mit Familie. Yipiyaeh! Und jede Menge Kites und so ….!


22.Januar
Die „Impulstagung“ in Dorfweil ist vorbei. Intensiv war es mal wieder.

Diesmal haben und Christen aus anderen Ländern gesagt und beigebracht, wie sie Gemeinde leben und anderen Menschen vom Glauben an Christus erzählen.

Es ging u.a. um interkulturellesMiteinander. Das ist manchmal nicht ganz so einfach, wie es auf einer Tagung vorgestellt wird, aber auf jeden Fall haben wir jede Menge Infos und auch etliche Erlebnisberichte erhalten.

Wer hätte z.B. gedacht, dass in einer internationalen Gemeinde in Düsseldorf manchmal Gemeindemitglieder während der Predigt nach vorne zur Kanzel getanzt kommen, um dem Pastor als Dank ihre Armbanduhr auf die Kanzel zu legen. Ist natürlich nur die Frage, wie der Kollege den geldwerten Vorteil bei der Steuer abrechnet … .

Heute muss ich ganz dringend einen Tag frei machen. Ich bin von den letzten Tagen und Wochen dermaßen zugedröhnt, dass ich kaum mehr einen klaren Gedanken fassen kann. Und morgen geht es dann bereits wieder los. Diesmal nach Sachsen. Zur Vorbereitung werde ich dann den Vormittag und Nachmittag haben. Das muss und das wird auch ausreichen.

Heute will ich endlich wieder mal einen Drachen in die Luft lassen. Meistens ist das die Crossfire II, 5.0. mal sehen, ob das heute was wird.

Heute Nachmittag werde ich dann mal wieder meinem anderen Hobby frönen und das gleich mit einem Anliegen meiner Frau verbinden. Das Kollegium ihrer Grundschule will abgelichtet werden. Mal schaun, wie die Damen so drauf sind.


19.Januar

Ich sitze etwas kaputt und leer mal wieder in einem dieser ganz normalen Gäste-/ bzw. Hotelzimmer (Dorfweil) und habe  noch etwas Zeit bis zur nächsten Sitzung. Eine beschissene 4-Stundenfahrt durch Regen und Schnee liegt hinter mir.
Und ein Wochenende, das es in sich hatte. Freitag und Samstag war ich in Rietling irgendwo bei Lübeck und hatte da ein Treffen mit einer Gemeindeleitung aus der Nähe zu missionarischen Fragen. Nicht selten komme ich mir  mit meinen Anliegen und Referaten wie ein Marsmännchen von einem anderen Stern vor, aber bei diesem Treffen waren lauter Marsmännchen. Ich hatte den Eindruck, dass ich eine offene Tür nach der anderen eingerannt habe. Unglaublich, wie offen, ehrlich und auch weiter denkend Gemeindeleitungen sein können.
Ich tippe mal, dass ich mein manchmal etwas getrübtes Bild doch noch ändern muss. Diese beiden tage haben mir Mut gemacht. Mut, dass sich in Gemeinden noch etwas bewegt. Und in der Gemeinde  bewegt sich schon etwas und wird sich auch noch mehr bewegen, da bin ich mir ganz sicher.
Als ich nachts dann irgendwann im Bett war, kam mir der Gedanke, dass ich ab sofort für das Jahr 2009 mal eine Bettengalerie anlegen werde. Betten, in denen ich 2009 so schlafe. Dummerweise habe ich dann gleich am Samstagmorgen vergessen, ein Bild zu machen. Aber jetzt in Dorfweil, am Samstag in der Nähe von Dresden und am  Montag dann in Paris werde ich das nicht vergessen. Am liebsten schlafe ich aber in meinem Bett. Da war ich dann am Samstagnacht auch wieder. Der Sonntag fing ruhig an, die Familie ist los zum Gottesdienst und ich habe mich langsam fertig gemacht, um nach Wetter zu fahren. Timo’s Ordination.
Das hat mich echt berührt. Nicht nur, dass ich die Ordination machen durfte. Dabei zu sein, wenn ein Mensch sich mit seinem ganzen Leben der Sache Gottes widmet. Im Vorgespräch hatte ich  Timo und auch die Gemeindeleitung darauf hingewiesen, dass man ein solches Gelübde nicht mal eben so ablegt. Und so war es dann auch. Ich hatte den Eindruck, dass die Zeit der Ordinationsfragen und Timo’s Antworten die „dichteste“ Zeit im Gottesdienst waren, der übrigens in der Stadthalle Wetter und nicht in der Kirche stattfand. Vor dem Ordinationsgelübde habe ich mir nochmal gesagt „Carsten, sachlich bleiben – am besten Timo nicht in die Augen schauen.“. Das habe ich dann auch so gemacht, was dazu führte, dass meine Stimme fest blieb. Im Gegenteil zur Predigt. Da rutschte mir bei den letzten drei Sätzen, die für mich die christologische Zuspitzung waren, die Stimme weg. Ich kann und will auch nicht unbeteiligt sein, wenn Menschen sich ganz einer Sache und dazu noch dem Reich Gottes widmen.
Und wenn man den Knaben dann noch kennt, der da zum Pastor ordiniert wird, dann fällt das erst Recht nicht leicht. Nun denn, ich freue mich, dass Timo nun Pastor ist und dass es einen fitten Kollegen mehr gibt. Er wird seinen Weg schon gehen.  Der Gottesdienst war eine runde und schöne Sache. Auch wenn er einen Tick zu lang war (wozu meine Predigt auch beigetragen hat – obwohl ich, als ich das dann merkte, noch 2 Seiten spontan weggelassen habe; komisch, 6 Konzeptseiten sind doch normalerweise 20 Minuten; ich lerne das wohl nie). Nette Musik im Gottesdienst, ein toller Gemeindeleiter, der sich gut vorbereitet hatte, eine nette Art hat und die richtigen Worte gefunden hat, eine fröhliche Stimmung, …. ich unterbreche. Helmut – der Kollege für den Osten - kommt zum Klönen rein.              

15.Januar

Meine Radioandachten, die nächste Woche aufgezeichnet werden sollen, sind fertig. Mal sehen, was der Redakteur dazu meint. Inspiriert durch die Bibelarbeit, die ich selbst letzten Samstag gehört habe, habe ich eine zum Thema „Riesen sind auch nur Zwerge“ geschrieben. Und ich selbst merke gerade, dass Manches, was mir im Vorwege als Riese erschien, doch nur ein Zwerg ist. Die vielen inhaltlichen Dinge, die ich diese und nächste Woche noch schaffen muss, nehmen langsam an Bedrohung ab, auch wenn ich noch immer den Eindruck habe, dass ich nicht alles bestens mache oder machen werde. So war ich z.B. von mir selbst enttäuscht, was das Hamburger Pastorentreffen am Dienstag anging. Ich hätte noch griffiger sein können. Ich war aber auch enttäuscht, dass nur drei von 16 Gemeinden vertreten waren (und jede Menge netter Rentnerkollegen; über die habe ich mich tatsächlich gefreut, habe ich doch u.a. auch Erhard Rockel wieder gesehen, der mich schon vor 15 Jahren zu meiner Hamburger Zeit inhaltlich immer wieder herausgefordert hat – Alter schützt vor Weisheit und Weitsicht nicht!)
Rikes Arzttermin war auch okay.  Wir können froh und dankbar sein, dass sie munter weiter wächst. Anschließend waren wir dann auf der Cap San Diego im Hafen.  Zur Mittagszeit hat meine ehemalige Dozentin Dorothea Nowak uns noch erzählt, wie sie 1966n mit dem Schwesterschiff nach Brasilien ausgereist war. Dorle hatte uns zum Mittagessen eingeladen. Das war auch nett.

Und jetzt sitze ich den 2.Tag am Schreibtisch und „arbeite ab“. Die Ordinationspredigt für Timo am kommenden Sonntag ist so gut wie fertig. Dann kommt noch das Seminar am Freitag und Samstag und jede Menge Berichte für irgendwelche Berichtshefte (von denen ich glaube, dass sie nur von echten Freaks in die Hand genommen und gelesen werden). Ach ja, die Sache mit der hohen Besucherzahl der Homepage am vergangenen Donnerstag ist geklärt. Ich habe eine E-Mail bekommen. Der ERF hat den Bericht über ewigkite.de zum 2.mal gesendet. Die regelmäßige  Besucherzahl steigt aber auch. Momentan schwankend zwischen 60 und 70. Das freut mich natürlich. Für Anregungen, was man noch besser machen kann, bin ich jederzeit offen. Bitte das Kontaktformular nutzen. So, schönen Tag  noch. Ab an die Arbeit….


12.Januar

Ich kann die ganzen Eindrücke gar nicht so schnell verarbeiten. Momentan sitze ich im Zug nach Kassel zum Treffen des Trägerkreises von mission.de, wo ich den BEFG vertrete. Ich habe mich aufgrund der vielen Termine im Januar und Februar dazu entschieden, etliche Strecken per Bahn oder Flugzeug zurück zu legen. Vorgestern war ich noch – mit dem Auto – in Dorfweil. Dort fand der „Studientag  Hoffnung“ des BEFG statt. Kann man Hoffnung studieren? Ja, kann man. Wenn man unterschiedliche Leute (wir waren insgesamt 38) aus dem BEFG (vgl dazu www.baptisten.de) trifft, sich austauscht, klasse Impulsreferate bzw. eine geniale Bibelarbeit hört und strukturell miteinander arbeitet. „Hast du Hoffnung für den BEFG?“ wurde ich offiziell und auch  beim Mineralwasser oder Bier gefragt. Ja, ich habe Hoffnung. Das beinhaltet aber nicht , dass der BEFG so weiter bestehen wird, wie er momentan besteht. Ich tippe mal, fass sich in den nächsten 10 bis 25 Jahren ziemlich viel ändern wird und dass ich selbst den BEFG kaum noch wiedererkennen werde. Manchmal sage ich, dass das Reich Gottes sich durchsetzen wird. Mit mir, ohne mich, mit den Baptisten und acu ohne sie. D.h. aber nicht, dass irgen eine  andere Konfession bessere Karten hätte. Alle haben sie ihre Stärken und Schwächen. Esw geht mir nicht um eine Konfession, sondern um die Mitarbeit am Reich Gottes. Da ist der Horizont dann doch etwas weiter gesteckt. Eine fundierte Bibelarbeit hat Friedbert Neese gehalten. Das hat mich schwer beeindruckt. Über die Botschafter ins verheißene Land. Die Bibelarbeit hat mir Mut gemacht. Und Hoffnung gegeben. Und auch die Arbeitsgruppe, mit der ich mich zwei Mal getroffen habe (mein Chef und auch der Präsident waren dabei und ein ebenso netter Mensch aus Sachsen, der nach einer zugegeben recht emotionalen und engagierten  Stellungnahem von mir meinte, dass ich wie ein marxistischer Funktionär reden würde – nur eben mit einer anderen „Ideologie“; ich weiß noch immer nicht, wie ich diese Äußerung werten soll…..), fand ich echt klasse.
In wieweit Handfestes für unsere Gemeinden aus diesem studientag herausgekommen ist, kann ich nicht sagen. Hilfreich war ver aber ganz bestimmt. Im Juni soll es weitergehen. Aber ohne mich. Denn zu diesem zeitpunktb werde ich beim Internationalen Drachenfest auf Fanö sein.
Was ich auch noch nicht verarbeitet habe, ist die ausgesprochen tiefgründige, ansprechende und mutmachende Predigt meines Pastors, die ich am Sonntagmorgen gehört habe. Wie verkrafte ich eigentlich nur so viel guten Input (ich merke, dass ich mich mit den Kollegen, die es echt drauf haben, vergleiche und dabei zu leichten Inferioritätsneurosen neige, aber  na ja, damit muss ich wohl umgehen)? Also, Jo Gnep hat über Psalm 8 gepredigt. „Wenn ich sehe die Himmel deiner Hände Werk, die Sterne, die du gemacht hast, … was ist der Mensch, dass du seiner gedenkst?“. Jo hatte ein Staubkorn aus seinem Büro mitgebracht und vorne auf die Kanzel gelegt um zu verdeutlichen, wie klein unsere Welt innerhalb des Universums ist und wie noch viel kleiner der Mensch ist. Und er hat es geschafft, in derselben Predigt die Menschenwürde jedes einzelnen Menschen herauszustellen und zu betonen. Gestärkt bin ich in den Sonntag gegangen!! Tolle, mutmachende, hilfreiche predigt, die mir nicht nur einen wieder mal neuen  Blick auf mich selbst schenkt, sondern z.B. auch auf den Mann, der mir gerade im Zugabteil gegenüber sitzt und vor sich hindöst.
Noch 5 Minuten bis Kassel. Das noch: Gestern waren wir – leider ohne Janneke- als Familie dann nachmittags auf dem zugefrorenen Bad Zwischenahner Meer. Das ist schon was Seltenes und Beeindruckendes. Leider hatte ich keine Schlittschuhe mit. Und auch den Drachen hatte ich im Kofferraum des Autos liegen gelassen. Die Familie war ja dabei. Sollte es so kalt bleiben, dann werde ich aber sicher demnächst nochmal nach Bad Zwischenahn fahren. Und dann mit Kite in der Hand und Schlitten oder Schlittschuhe unter dem Hintern oder unter den Füßen.
Und noch eins: Kann mir irgend jemand erklären, warum im Laufe der letzten Woche der Besuch der Homepage von ewigkite.de an mehreren Tagen von durchschnittlich schwankend 50 – 70 am Tag an zwei Tagen auf 120 unterschiedliche BesucherInnen gestiegen ist?

Nachtrag: Ich befinde  mich auf der Rückfahrt.  Mein Kopf brummt noch etwas von den ganzen Dingen, die ich gehört habe. Und hin und wieder  habe ich auch die sog. „freikirchliche Stimme“ eingebracht  (wobei ich gar nicht so recht weiß, ob sie freikirchlich oder einfach nur persönlich, ganz „normal“ christlich und einfach nur durch meinen Charakter gefärbt war). Ja, die Leute, haben mich schon beeindruckt. Lauter Direktoren von irgendwelchen Missionswerken, die schon mehr als 1 x wichtige Dinge besprochen und auch in Gang gebracht haben. An manchen Stellen habe  ich gemerkt, wie politisch auch gedacht und entschieden wird. Die Imagekampagne „mission.de“ ist wirklich eine klasse Sache. Mir gefällt das Anliegen und auch die Art und Weise, wie gearbeitet und das erdachte umgesetzt wird. Mal sehen, wie sich die anderen Freikirchen im Laufe der nächsten 10 Tage positionieren, was die Mitarbeit in einer neu zu installierenden Projektgruppe angeht. Wir haben beschlossen, dass ein Freikirchenvertreter im Gremium sein wird.  Es wären zwar bis zu 5 Termine im Jahr (für 3 Jahre), aber reizen würde mich das schon. Nun werde ich in den nächsten Tagen erstmal die Methodisten und die Herrenhuter kontakten, um zu erfragen, ob sie Ambitionen haben. Mein Chef hat erstmal signalisiert, dass wir nächste Woche unter 6 bis 8 Augen noch ein paar weitere Jobs in Gremien verteilen müssen. Bis dahin sollte ich mich erstmal flach auf den Boden legen. Jetzt bereite ich auf der verbleibenden Heimfahrt noch den morgigen Tag vor. Bei der Hamburger Pastorenschaft wird es um das Thema Evangelisation gehen. Im Anschluss hat mich meine Kollegin und ehemalige Dozentin (deren Assistent   ich 4 Jahre lang war) zum Essen eingeladen. 82 Jahre und noch immer aktiv. Auf ihre Weise. Rike wird auch beim Pastorentreffen sein. Und beim Mittagessen. Denn danach werden wir mal wieder zur Kontrolle zu ihrem Endokrinologen  nach Altona gehen.

7.Januar
Stille am frühen Morgen.  Es ist wieder Alltag. Die Familie ist in der Schule. Die Kinder –zumindest eins von ihnen sehr ausgeprägt – freut sich nicht auf die Lehrer. Die Lehrerin freut sich auf „ihre“ Kinder, aber weniger auf den ganzen administrativen Kram, der mit dem Lehrerdasein verbunden ist.
Und ich arbeite jetzt wieder jeden Morgen 5 Stunden am Schreibtisch. Ohne Unterbrechung. Die Unterbrechungen werden mir aber fehlen.
Im Moment drücken die Andachten, die ich fürs Nordwestradio schreiben muss, ein wenig. Wie finde ich nur einen Ansatz? Beim vorletzten Mal machte mich der Redakteur freundlich darauf aufmerksam, dass ich mal anders anfangen sollte.  Nicht mit Geschichten oder Gegenständen aus dem Alltag, sondern etwas „kirchlicher“, „theologischer“. Hmmmmmm. Soll ich einen Bibelvers zitieren und dann auslegen? Finden das die Hörer klasse? Soll ich mir aktuelle Themen vornehmen? Was mache ich aber, wenn die am Sendetermin gar nicht mehr aktuell sind? Nun denn, ich werde heute nochmal telefonieren und mir ein paar kirchlich-theologische Tipps geben lassen.
Am Wochenende steht ein Treffen mit ca. 40 Leuten aus dem BEFG an, bei dem es um die Zukunft des BEFG geht. Wir stagnieren. Wie kann es weiter gehen. Ich möchte mich auch darauf noch inhaltlich vorbereiten und gehe mal ganz stark davon aus, dass es in keiner Weise um zahlen, sondern um Menschen, nicht um die Institution, sondern um das Reich Gottes gehen soll.
Am Montag bin ich dann als Vertreter unserer Kirche in Kassel zu einem Treffen von mission.de, einer Imagekampagne für Mission. Das Anliegen ist mir sehr sympathisch und das bisher vorliegende Material ist klasse. Dienstag dann Hamburger Pastorenschaft mit einem Referat von mir – muss ich noch vorbereiten -  und anschließendem Besuch bei Rikes Endokrinologen. Dann Seminar in Kücknitz und die Ordination von Timo. Dann Impulstagung. Meine Güte, mir wird ganz mulmig. Anderen Leuten sage ich immer, dass sie sich mal entspannen sollen, dass alles schon seinen Gang nehmen wird und dass die Welt nicht stehen bleiben wird, wenn sie mal etwas nicht hinkriegen. Mir selbst muss ich das auch sagen. Eins nach dem anderen. Immer Ruhe bewahren.
Das habe ich gestern versucht, als ich meine Termine für 2009 in den neuen Kalender übertragen habe. Parallel habe ich mich um Fahrtmöglichkeiten und Unterkünfte gekümmert. Ich werde im Januar und Februar etliche Fahrten per Bahn machen. Sonderangebote sind immer noch günstiger als Autofahrten. Und entspannender. Vielleicht hilft mir das ja.
Nun denn, auf geht’s mit den Andachten… .

5.Januar

Nein, ich bin nicht Millionär (vgl. Dezember 2008). Ich kann aber verstehen, dass man durchs Lottospielen süchtig wird, wie es ja auch immer in der Werbung heißt. Denn: Ich habe zum ersten Mal gespielt und dafür finde ich 3 Richtige gar nicht so schlecht. Vielleicht sind es ja beim nächsten mal dann 6? Nein, nein, ich lasse das und verlasse mich besser auf mein regelmäßiges Gehalt, was die Finanzierung irgendwelcher Lebenswünsche oder des ganz normalen Alltags angeht.

Das neue Jahr hat also begonnen. Freunde aus Lüneburg waren mit ihren 3 Kindern über den Jahreswechsel hier (wir haben am 1.1. nichts außer der Nahrungsaufnahme von unseren insgesamt 6 Kindern gemerkt; sie haben den ganzen Tag gemeinsam gespielt), ein sehr netter und anregender Besuch bei einem Ehepaarund eine kleine Ausflugsfahrt nach Buchholz und Lüneburg zum Kindereinsammeln liegen hinter uns.

Ich habe mich seit gut einer Woche wieder etwas regelmäßiger aufs Fahrrad geschwungen, um meine Kondition zu verbessern. Und wenn es irgendwie klappt, dann gehe ich auch nach Nebenan, umein wenig Mountainbaord zu fahren.

Der Schreibtisch wartet auf mich. Am kommenden Wochenende geht es wieder los mit den Vorträgen, Predigten etc..

Inhaltlich habe ich mich erst mal mit der Jahreslosung beschäftigt, was dazu führt, dass ich mich bei meinem nächsten Treffen mit Martin, meinem Pastor, dann doch mal ein wenig fetzen muss. Seine Predigt am gestrigen Sonntag ist – hm – ergänzungsbedürftig. Die war mir zu persönlich, individuell verengt. Und das bei dem Sprengstofftext, der zugrunde lag.

So langsam muss ich also meinen Weihnachts-Neujahr-Standby-Modus verlassen. So richtig Lust darauf habe ich nicht ….