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Die aufblasbare
Kirche von
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Glaubensthemen
Ja, tschaka! Janneke wirbelte von ihrem Sitz hoch, umarmte mit dem linken Arm ihre Freundin Freddi und mit dem rechten Arm ihre Freundin Hanna. Die Freudentränen schossen ihr in die Augen. Gleichzeitig gluckste sie vor Freude. Der Applaus erfüllte das Forum der Kreisvolkshochschule in Norden. Und ich? Ich hatte auch ein wenig „Pippi in den Augen“. Meine Tochter. Ich meine, … meine Tochter. Das hat sie alles von der Mutter. Also, die Intelligenz. Die klare und feste Stimme vielleicht von mir. Janneke ist seit gestern tatsächlich Siegerin im Bezirk Weser-Ems des Vorlesewettbewerbs des Deutschen Buchhandels. Gegen 18 Gleichaltrige aus Städten und Kreisen im Regierungsbezirk Weser-Ems ist sie angetreten.
Am Vorabend war ich mit Janneke und ihren Freundinnen nach Norden gefahren. Per Bahn, versteht sich. In „To Huus“ hatte ich eine Ferienwohnung gemietet und wir haben uns einen gemütlichen Abend gemacht. Echt nette Mädels. Fröhliches Abendessen bei Baguette, Frikadellen und jeden Menge Spaß. Am nächsten Morgen dann in aller Ruhe gefrühstückt und los gings zum Vorlesewettberwerb. Das war schon heftig. Von 10 bis knapp 14 Uhr lauter Geschichten hören. Insgesamt 26 Kinder, die selbstausgewählte Geschichten oder Abschnitte aus Romanen vorlasen. In Jannekes Kategorie waren viele wirklich gute LeserInnen. Als sie dann gegen halb zwei unter die letzten Drei kam, stieg die Spannung fast ins Unermessliche. Tja, und dann kam Jannekes Stärke: Einen unbekannten Text unvorbereitet lesen. Das hat sie echt drauf. Und da gab es auch nichts zu diskutieren. Da hat sie echt gepunktet. Die Jury war sich da wohl auch ziemlich einig.
Allen, die diese Zeilen lesen und keine Kinder haben, sollte ich vielleicht aus der Sicht eines betroffenen Vaters einfach mal sagen, dass man sich nicht dagegen wehren kann auch stolz zu sein. Freude, riesige Freude ist das Eine. Der Stolz schleicht sich mit in die Freude. Ich habe mich mit Janneke gestern Abend noch darüber unterhalten. Sie hat mir geholfen, damit umzugehen. Sie meinte, dass doch eigentlich alle Kinder Gewinner gewesen seien. Und sie hätte alles zum Landesentscheid weiter geschickt. Recht hat sie. Sie ist auch stolz. Sie vergisst dabei aber nicht die anderen. Vermutlich ist das „erlöster“ Stolz.
Jetzt ist Janneke natürlich gespannt, wie es weiter geht. Der nächte Entscheid – der Landesentscheid für Niedersachsen – wird am 23.Mai in Vechta sein. Leider kann ich da nicht mit… . So, wie wir nicht „erwartet“ haben, dass sie den Entscheid in Oldenburg gewinnt, so, wie wir keinen Druck aufgebaut haben, was den Bezirksentscheid angeht, so werden wir auch keinen Druck machen, was die Niedersachsenmeisterschaft angeht. Wenn sie die aber gewinnen würde, dann würde endlich mal ein echt ordentlicher Preis für sie winken. Mehrere Tage beim Bundesentscheid in Frankfurt. Ruhig bleiben und mitfreuen. Ganz egal, wie es weiter geht.
Heute bin ich in Hamburg. Arbeitskreis Mission des LVB Norddeutschland. Mal schaun. Morgen geht’s an die Weltkarte. Dazu dann mehr .
21.April
Eine neue Woche beginnt. Die letzte Woche habe ich noch gar nicht verarbeitet. Ich sitze gerade in Kassel vor dem Bahnhof Wilhelmshöhe und habe ein wenig Zeit, bevor eine Sitzung des Träger- und Leitunsgkreises Diakonie beginnt. In der vergangenen Woche war ich von Mittwoch bis Sonntag in Hannover. „Gemeindeabende“ für Gäste und Freunde der Gemeinde, die vielleicht mehr vom Glauben wissen sollten. Es waren nicht so viele Gäste und Freunde bei den Abenden, wie sich die Gemeinde und vielleicht auch ich erwartet haben. Woran liegt das wohl? Warum lassen sich die Leute nicht mehr zu Veranstaltungen in die Kirche einladen? Oder laden die Kirchenleute nicht mehrt ein? Oder sind die Kirchenleute nicht mehr einladend? Die eigentliche „Zielgruppe“ wurde nicht erreicht, dennoch waren die Tage gut und intensiv und ich glaube auch, dass viele Leute ein paar hilfreiche Impulse für ihr (Glaubens-)Leben erhalten haben. Das zeigte sich zumindest immer bei den kleinen symbolischen Abschlusshandlungen, die wir an den Abenden angeboten haben. Es waren gute und intensive Tage. Als religiöser Mensch kann man sagen: Gott war gegenwärtig. Andere sehen das anders. As habe ichb gerade mal wieder gelesen. Die neueste Ausgabe von „Psychologie compact“ zum Thema Religiosität, Spiritualität und Esoterik ist auch für Christen interessant. Was ist Imagination und was ist „tatsächlich“ göttliche Wirklichkeit? Die Ausgabe habe ich im Zug nach Kassel gelesen – Zug, weil nach einer Woche mit gut 2000 Autokilometern heute meine „autofreie Zeit“ beginnt. 4 Wochen ohne. Kann passieren. Ist passiert. Nochmal zu letzter Woche: Es war faszinierend mitzuerleben, wie sich die Leute aus der Gemeinde Hannover-Süd mit ihren Gaben in die Abende eingebracht haben: Musik, Anspiele, Moderation, Dekoration. Was für eine Vielfalt an Gaben. Überschattet waren die Tage von Messerstichen (der Gemeindereferent hatte sich selbst mit einem Cuttermesser das Knie zerstümmelt und konnte an den ersten Abenden nicht moderieren) und „Unfall unter dem Kreuz“. Fast schon humoristisch, wenn es nicht so weh getan hätte: Der nette Hausmeister Siegmar – bei dem ich auch übernachtet habe und der ein echtes liebenswertes Unikum ist! – wollte das auf ca. 3 Meter Höhe schief hängende Kreuz wieder gerade rücken. Dabei stürzte er von der Leiter. Platzwunde (jede Menge Blut direkt unter dem Kreuz),Blessuren, Stauchungen und ein in 5 Teile zertrümmertes Holzkreuz.
Am Freitag hatte ich ein intensives Kaffeetrinken mit einem Kollegen (dem es im Nachhinein wohl etwas unangenehm war, als er merkte, dass er mich eigentlich zum Frühstück eingeladen hatte). Es kommt nicht auf die Brötchen an. Wir hatten ein wirklich „tiefes“ Gespräch über Anliegen der Diakonie und über manches andere „geistliche“ Thema. Danach ging es dann zur Ballonfabrik Diesing Und Schulz, die die aufblasbare Kirche bauen werden. Detailbesprechungen. Das war schon interessant. Ich glaube, die Kirche wird besser als gedacht. Und leichter und kompakter noch dazu.
Ich freu‘ mich drauf, wenn sie dann Ende Mai fertig ist! Dann noch ein netter Besuch bei Marianne und Stefan – eweigkite.de-MitarbeiterInnen – bevor es am Abend wieder auf die Kanzel ging. Am Samstag war ich dann noch tagsüber in Essen beim Landesverbandsrat Rheinland. Mensch, sind die nett. Es ist echt prima zu merken, dass einige Verantwortliche ganz gerne auf mich zu kommen.
Das persönliche Wahrgenommen werden ist manchmal doch viel mehr wert als 100 Sitzungen. Ich hatte nur einen Kurzbericht – 10 Minuten– tu geben. Abends wieder auf der Kanzel. Und am nächsten Morgen Abschlussgottesdienst. Ein wenig wehmütig habe ich in Hannover Abschied genommen. Es waren wirklich schöne Tage. Und die Leute sind mir ans Herz gewachsen. Und nett ist es auch, wenn man die Schwester einer Kollegin, mit der man viel zu tun hatte und die auch nett ist, kennen lernt und man feststellt, dass die Schwester ebenso nett und humorvoll ist… .
Nachmittags dann noch ein Treffen in Bielefeld mit der Gemeindeleitung wegen einer im Sommer stattfindenden Schulung und abends gegen 19 Uhr dann endlich zuhause. Eine lange Woche.
Wie gesagt, ich habe das alles noch gar nicht verarbeitet. Tja, und jetzt sitze ich – wie gesagt – in Kassel. Heute und Freitag bin ich dienstlich unterwegs. Wenigstens der Rest der Woche findet in Oldenburg statt.- Abgesehen vom Donnerstag/ Freitag. Dazu aber dann mehr.
Jetzt mache ich mich auf den Weg zur Sitzung. 6 Stunden. Dann noch 3 Stunden Bahnfahrt. Dann ist Feierabend. Und den dringenden Wunsch nach einem freien Tag werde ich morgen endlich in die Tat umsetzen!
17.April
Ich bin dann mal weg. In Hannover. "Evangelistische" Gemeindeabende. Und eine Tagung in Essen am Samstag. Und Sonntag Nachmittag dann noch Bilefeld. Montag Kassel. Dienstag wieder Aktuelles. Wer mal Lust hat, ne "evangelistische" Predigt zum Thema "Beziehungen" von mir zu lesen, bitte! Hier lang! Kritische Kommentare sind gern gesehen.
15.April
Natürlich war es ein wenig aufregend und spannend, den frisch lackierten wohnwagen aus Geesthacht abzuholen. Sagen wir bzw. ich mal so: Er ist ein Hingucker. Mir gefällt er. Jetzt bin ich mal gespannt, was der Grafiker noch so draus macht. Ich freu' mich drauf. Nachmittags Geesthacht, abends Gemeindeleitungssitzuung in Uetersen - klasse Leute im Vorstand, interessante Zeiten für die Gemeinde bzgl. ihrer Gemeindearbeit -, dann nach Hause - noch lange unterwegs telefoniert - und um 1 Uhr dann gepennt. Heute geht's weiter mit inhaltlichem Arbeiten. Predigten für Hannover. Hohe Konzentration. Gute Ideen. "Sprechende" Bibeltexte brauche ich. Mal sehen ....
12.April

Endlich! Nun habe auch ich meine Kitesurfsaison 2008 eröffnet. Etwas spät dieses Jahr. Das lag an den Temperaturen. Gestern habe ich nun wer weiß was eingepackt, um mich warm zu halten und siehe da, es waren allein die Zehen, die etwas kalt waren. Hätte ich das gewusst, ... ich hätte früher angefangen. Ein schöner, wenn auch kalter, Sonnennachmittag in Hooksiel. Kaum Leute und auch nur zwei weitere Surfer am Strand. Ca. 17 Knoten Wind. Dummerweise Böen mit bis zu 28 Knoten dazwischen. Es war also ein wenig ruppig. Aber Spaß hat’s gemacht. Ich freue mich jetzt schon auf‘ nächste Mal. Und hier kommt jetzt ein wenig Eigenlob (das mache ich manchmal): Mittlerweile habe ich seit Januar etliche Kilo weniger auf den Rippen. Und es ist tatsächlich so, dass ich das komplerr merke. Meine 13er Speed hat mich ganz anders aus dem Wasser gehebelt oder über das Wasser gezogen als im letzten Herbst. Ich hätte einen 10er verwenden können. Na ja, und die Kondition ist auch nicht viel schlechter geworden. Etwa 2 bis 3 x die Woche schwinge ich mich aufs Crossbike und durchpflüge die Straßen, Wälder und Felder hinter unserem Haus. Das macht sich bemerkbar. Wenn ich jetzt auch noch aufhören würde zu rauchen, dann wäre die Sache fast perfekt. Nun, warten wir mal ab, was 2008 noch so alles bringt.
Die letzte Woche war ganz okay. Ich hatte zwar mal wieder 1000 Sachen im Kopf und das ständige Gefühl, nicht alles zu schaffen, aber dennoch war ich ganz munter drauf. Dienstag und Mittwoch waren Reisetage und den Rest der Woche habe ich damit verbracht, mal wieder einen Versuch zu unternehmen, die Massen an E-Mails und inhaltlichen Dingen abzuarbeiten. Das hat nicht geklappt, war mit aber spätestens in dem Moment komplett egal, als ich in Hooksiel über das Wasser geglitten bin. Die nächste Woche wird aus mehreren Gründen sehr spannend: Erstens hole ich den lackierten Wohnwagen für ewigkite.de ab (der dann noch zusätzlich foliert wird), dann habe ich eine Gemeindeberatung, auf die ich nach den ersten Terminen und der neuen Situation, die in der Gemeinde entstanden ist, echt gespannt bin, dann werde ich noch drei Predigten schreiben müssen, bevor ich am Mittwochnachmittag nach Hannover fahre. Dort werde ich bis Sonntag sein. Gästeabende. Evangelisation. Ich versuche mal wieder so von Gott zu reden, dass Leute sich darauf einlassen wollen, diesen Gott näher kennen zu lernen. Das ist immer eine Herausforderung. Gestern habe ich auf der Fahrt nach Hooksiel ein Interview mit Udo Lindenberg gehört, in dem er sich über Gott geäußert hat. Ja, es ist tatsächlich so, dass „die Christen“ im Laufe der Kirchengeschichte viel Mist gebaut haben. Aus dem Missbrauch Gottes und der Religion folgere ich aber nicht, dass man diesen Gott jetzt abheften kann. Kurze Zeit später dann ein Lied von Herbert Grönemeyer. Grundaussage: Alle Religionen sind gleich und alle Götter sind wohl einer, nur mit unterschiedlichen Namen. Nein! Und ja! Nein, weil das Christentum keine Religion ist. Hier bemühen sich nicht die Menschen Gott nahe zu kommen, ihn zu verstehen, o.ä.. Hier kommt Gott zu den Menschen. Hier hilft Gott. Hier beugt er sich runter. Hier leidet Gott. Hier verreckt Gott am Kreuz. Das soll mir mal in einer Religion begegnen. Ja, weil es durchaus sein kann, dass alle Menschen einen Sehnsucht nach „dem Höheren“, nach Gott haben. Und diese Sehnsucht ist sicher darin begründet, dass der eine Gott diese Sehnsucht in alle Menschen hineingelegt hat. D.h. aber noch lange nicht, dass das, was Menschen sich über Gott so zusammenreimen, immer irgendwie dasselbe ist. Auf diesen Religionscocktail habe ich keinen Bock. Ja, es gab und gibt im Christentum Dinge, die sind nicht mit einem vernünftigen Blick auf die Welt und die Menschen zu vereinen. Wenn z.B. einer, der sich Christ – und dazu noch Freikirchler ist – nennt, einen Krieg anfängt. Dagegen muss man aufstehen! Das ist krank. Das geht gar nicht. Denke ich etwas länger nach, dann stelle ich aber fest, dass auch ich – und ich bezeichne mich auch als Christ – auch meine „Kriege“ anfange. Nicht mit Bomben und morden, aber doch mit Hass und Neid. Mit kleinen Sticheleien. Mit Unversöhnlichkeit. Weil es im Christentum und auch bei George Bush und mir Dinge gibt, die nicht zu akzeptieren sind, heißt das doch aber noch lange nicht, dass der Gott, an den ich glaube ebensolche Macken hat. Sein erklärter Wille ist der Friede. Sein erklärter Wille ist das Wohlergehen für alle Menschen. Sein erklärter Wille ist Gerechtigkeit. Sein erklärter Wille ist die Befreiung der Unterdrückten. Sein erklärter Wille ist das gelingende Miteinander von Menschen. Und von Menschen und ihm. An diesen Gott glaube ich nicht nur. Nein, ich glaube sogar gerne an ihn! Und ich bin mir da nicht so ganz sicher, ob ich die anderen Gottesvorstellungen ebenso gerne annehmen würde. D.h. doch aber nicht, dass ich andersreligiöse Menschen bekämpfe, missachte oder sonstwie irgendwie fertig mache. Nein, nein, nein. Man kann seinen eigenen Glauben haben, diesen als Wahrheit vertreten – und ich kann nur nochmal sagen/ schreiben, dass ich finde, dass manches für den Gott der Juden und Christen spricht– und dennoch Respekt und Achtung vor andersgläubigen Menschen haben. Lieber Udo, lieber Herbert: Eine eindeutige Glaubensüberzeugung zu haben heißt nicht fundamentalistisch, radikal und engstirnig zu sein. Jesus Christus war ziemlich eindeutig. Und liebend. Gegenüber allen (na gut, mit den Reichen und Mächtigen hatte er so seine Probleme, aber grundsätzlich war und ist er auch für sie da).
Meine Güte, jetzt bin ich ja ins Predigen gekommen. Und das alles nur wegen Udo und Herbert. Nein, wegen mir. Natürlich beschäftigen mich diese Gedanken auch. Es ist nicht alles so einfach geglaubt und gedacht.
9.April
Jetzt schreibe ich zum ersten Mal einen HP-Beitrag, während ich in einer Sitzung sitze. Na ja, so richtig denken kann ich dabei nicht. Höre ich mal wieder den Kollegen zu....
7.April
Nun ist er also da, der 18.Hochzeitstag. Tja, man ahnt, wenn man heiratet, nicht, dass man den Vormittag eines Hochzeitstages einmal mit seinem kranken Kind verbringen wird. Janneke ist krank. Nix Schlimmes. Das Normale eben. Von wegen Romantik am Hochzeitstag… . Den Gedanken an Kinder hatten wir bei unserer Hochzeit so gut wie gar nicht. Wir waren sechs Jahre verheiratet, bevor die, die jetzt ein Stockwerk unter mir in ihrem Bett liegt, geboren wurde. Das waren sechs „Vollgasjahre“. Ich hatte mein letztes Studienjahr und dann mein Vikariat plus heftig- intensive Jahre in der Gemeinde HH-Altona und Stine (eigentlich Christine) hat auch noch studiert und dann ihr Referendariat gemacht. Als wir dann beide Geld verdienten, ging es uns finanziell so prächtig wie selten danach. Und das haben wir auch genossen. Weil wir eher Richtung Workaholics tendierten, trafen wir uns nichts selten abends in einem Restaurant oder in einer Kneipe. Den Rest des Geldes haben wir für Urlaube ausgegeben. Man hätte in diesen 6 Jahren ganz schön was ansparen können. Haben wir aber nicht. Und das ist auch gut so. Wir haben nicht für die Zukunft, sondern komplett in der Gegenwart gelebt. Dass die Zukunft und drei so prächtige Kinder beschert, das hätten wir wohl nie für möglich gehalten. Es ist klasse, den 18.Hochzeitstag zu feiern und drei Kinder zu haben, die – ganz objektiv - alle einfach nur klasse sind und ihren Eltern das verschönern. Na ja, es gibt Momente, wo das Verschönern auch mal eher nicht so empfunden wird, aber im Großen und Ganzen: tOP, top, top. Als Stine heute Morgen am Frühstückstisch betete und Gott ganz schlicht und einfach für unsere glücklichen 18 Jahre dankte, da dachte ich: „Ja, die waren wirklich glücklich!“ Wie die Beziehung weitergehen wird, das weiß man nicht. Es gibt keine Garantien. Auch nicht für Leute, die ihre Leben aus Gottes Hand nehmen und versuchen es in seinem Sinne zu gestalten.
Ich glaube, dass ich am Samstag ein Referat versemmelt habe. Ich war erstens übermüdet, zweitens nicht 100% vorbereitet und drittens (wohl mal wieder) etwas zu krass in meiner Ausdrucksweise (und das, obwohl Stine beim Lesen des Referats gesagt hatte, dass ich an manchen Stellen zu scharfzüngig sei und dass ich da besser noch was rausnehmen sollte). Na ja, ich hatte nicht unbedingt den Eindruck, dass das Referat bei den ca. 200 Gemeindevertreten gut angekommen ist. Ich habe mir nicht nur Freunde gemacht… . Am Sonntag war ich dann zum Predigen in der Gemeinde Lilienthal, gegenüber der ich freundschaftliche Gefühle hege, nachdem ich vor ca. 4 Jahren in einer Krisensituation die Gemeinde kennengelernt und des Öfteren besucht habe. In Lilienthal fühle ich mich wohl, da geht es mir gut. Nette Menschen. Wohlwollend. Offen. Flexibel und geistlich ernsthaft dran.
Schluss jetzt für heute: Jede Menge Schreibtischkram, dann eine Erledigung, Janneke betüddern und heute Nachmittag will ich möglich frei machen. Is ja Montag. Und Hochzeitstag….
4.April
Zwei Sitzungstage und 1000 Kilometer liegen hinter mir. Vor mir auf dem Bildschirm haben sich mehrere Dutzend E-Mails angesammelt. In mir ist es etwas unruhig, da ich mein Referat für den morgigen Tag erst konzipiert und noch nicht ausformuliert habe, ebenso die Predigt für Sonntag. Am Montag dann möchte ich möglichst wenig arbeiten, denn unsere Ehe wird
volljährig. Sieben Jahre bis zur Silberhochzeit (bin ich, sind wir alt, ich fass‘ es nicht!). Seltsam, dass man sich sowas gar nicht vorstellt, wenn man heiratet. Zumindest nicht konkret. Dass man miteinander älter und vielleicht sogar alt wird. Wie gut, dass man in den meisten Zeiten des Lebens ganz in der Gegenwart lebt. Und in der Gegenwart habe ich mit Stine immer gerne gelebt. Manches an unserer Ehe war und ist harte Arbeit, vieles ist uns einfach in den Schoß gefallen und alles nehme ich dankbar auch Gottes Hand. Als Gemeindepastor (und manchmal jetzt auch noch) hatte ich nicht selten mit Paaren zu tun, die nicht mehr miteinander klar kamen. Ich weiß nicht mehr, wie viel seelsorgerliche Ehegespräche ich geführt habe. Immer sind zwei beteiligt, wenn eine Krise entsteht. Auch wenn man auf den ersten Blick meint, dass „der arme Mann“ oder „die arme Frau“ gar nichts dafür kann. Nichts dafür können, nicht reden, Co-Verhalten oder sonstige Verhaltensmuster, die den Partner einengen oder bremsen können ebenso schlimm sein wie offensichtliches Fehlverhalten. Ich bin superdankbar, dass wir unseren 18. Hochzeitstag feiern werden. Super Gott sei Dank. Und der besten Frau der Welt.
Schluss jetzt mit dieser Schwärmerei! Zurück an die Arbeit.

